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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 5. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 5.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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OrG« nfebigtes RtMinotr Butteuhanseu Mb Fr«». 'k«»t|«[ fwb «och nicht jar 9e»a£mg anajpw&ta «ab werde» wahrscheinlich »it ander» verrimgt »erde». — Unsere Xagdfcttttcr haben vor rang« Woche» einen Sattrag Des Herrn Hofprrdiger» Stöcker 1» Stuttgart in Aussicht festem; di» jcht erfährt man »icht» Nähere» darüber. — Sehr angenehm hat «» berührt, daß in zwei unserer größere« Städte, tu Ulm und Heilbronn, »o ziemlich antisemttische «Strömungen herrsche». 2 Israelit« in den Bürgerau»schuß kStadtvervrdnete) gewählt ward«, in Ulm Herr Bankier Dhalmefsinger und in Heilbroua der Rechtsanwalt Dr. Schloß. Stuttgart, 9. Januar. sOr.-Lorr.) Der Bericht de» 'Verein» zur Unterstützung von Wittw« und Wais« armer israel. Lehrer Württemberg» pro 1. Nov. 1888/87 wurde in dieser Woche ««»gegeben und enthält ein« Rückblick auf de» nun 25jährigen Bestaub de» Verein». Derselbe besitzt jetzt et» vermögen von von 3135 Mk. Au» Gemeindemittelu -fließe» dem Berei» jährlich« Beiträge zu von dm Gemeind« Stuttgart. Ulm, Tanustatt, Göppingen, Hall, Buchau und Butteuhaus«. Auch Ihre Maj. die Königin Olga erfreute dm Verein wieder mit einem Beitrag, ebenso der i»rael. Ge- «eiudeduud und andere Freunde und Wohlthäter. Der Berei» schuldet besouder» den hiesig« israel. Gemeiudegeuoffm besonder« Dank für die beträchtlichen Unterstützungen und Spenden, die ihm dieselbm alljährlich zufließm laffm. Auch Heilbroun zetchuet sich hieriu vortheilhast au«. Uuterstützungm oertheilte der Verein Heuer 1400 M. tu Gaben von 150 di» 250 Mk. Der Vereiu zählt 55 ordentliche und 33 amßerordmtliche Mitglieder. Lesterreich-Uwgar«. H^retzsur», 11. Januar. (Or. - Torr.) (Schluß.) 'Auch in einer Versammlung der Schuhmacher in Wteu ist der luttsemitismu» schlecht weggekommm, indem sich in dersttbm die mristeu Redner sehr abfällig über die Führer der antisemitisch« Partei «»»sprachen, die mtgege» all« vriucipieu der vemunst dm Raffenhaß predig« und ihre . Hetzerei« in verächtlicher Weise betreibe«. „fBlr wollen," meint« schon der erst« Reduer, »mit Jmea nicht» zu thua habe», dir immer nur nach dm Juden schnapp«, wir kümmm, un» »icht um Lonfesfioneu und »icht um Nation." — .Bor zehn Jahr«," sprach der Vorsteher der Genoffmschaft, .konnte der Antisemitismus nicht Bod« fassen; die Ursache der heutig« Bewegung ist aber darin z» such«: mau will dm Handwerker, die Kleingewerbetreibenden hiudmi, klar zu fehm und klar zu denk«, drum streuen sie unter die Menge dw»Schlagwort au»: »Nieder »itd« Jude»,sierepräsenttr« da» Großkapital, uur sie allein find reich." Mau sucht die Mmge zu täuschen uud facht eium Brand an, der inemer weiter um sich greift. Dir dürfen un» »icht mitreiß« laff« von jmm Schlagwörter», sonst geh« wir so sicher zu Gmude, wie j«e, welch« von einig« Judmfreffrm sich ihr Heil »ersprechen; wir werdm auf gewerblichem Bod« weiterkämpfen, aber urit den Herr« Antisemit« pacttrm »vir nimmer." In Bezug auf den berüchtigt« Antisemit«, dm Mechaniker Schneider, rief eia dritter Schuhmacher aus: ^)ch fitze mit einem Schneider nicht in einem Local; so lange der Manu »it seinem tollen Antisemitismus im Geuoffeuschaststage sitzt, jo lauge ist von der Wirksamkeit deffelbm nicht» zu erwart«." Da» ist dm» doch eine «hreuwerthe Schuhmachergtlde, iutelligmter al» dt« blinde Schaar de» Adgeordnet« v. Schönerer, der vornrtheil»voll alle Juden über etmn Leist« schlägt, »ährend die Schuster «it dem richtigen Maß an die Menschen heraotret«. — So in Wien. Hingegen scheint G r a z, die Hauptstadt Steiermark», seit einiger Zeit da» Eldorado der Antisemit« zu sein. Dort habm bekanntlich die Advocatur'Landidaten eine Petttio» an die Lämmer wegen Nichtauftelluug »ou jüdischen Advocatur-Tandidaten gerichtet, die von de» Ausschufle in folgender Weise erledigt »nrde: ,Jn Erwägung, daß die in der «iugebrachten Pett'ton erwähnt« Thatsach« wesmtlich dazu beitrag«, da» Luschen »ad di« Stttlnng de» Advocatruftmde» z, beei»ttrichtige», empfiehlt die steirrmärttsche Ldooeatm - Kammer dies« Petition der Würdigung der Lammermilglieder. Zugleich spricht die- 'selbe ihre Befriedigung me» über da« rrgeJuterrffe, wrlche» die Petent« für die Ehre und daS Lnseh« de» Stmrde» bekund« Der Ausschuß wird beauftragt, dies« Beschluß säwmtlich« Lämmerntttgliedem mitzutheil«" Allerdmg» erhob« sich zwei geg» fünfundzwanzig Stimm«, um dieser Erledignug zu »pponir«, «ad Herr Dr. Emil Ritter v. Gabriel brachte folg«dm Geg«autrag ein: »Di« Advokatmkammer geht in der Erwägung, daß alle Staatsbürger »or de» Gesetz« gleich find; in »oeiterrr Erwägung, daß bei der Wahl der Hilfsarbeiter der Kammer-Mitglieder in erster Linie Kenututffe und Befähigung, nicht aber Nation »ad Landsmannschaft maßgebend sind; in weiterer Erwägung, daß da» freie Selbstbestimmung Srcchr jede» Kammermitgliedes »icht beschrärckt werdm darf; in weiterer Erwägnug, daß ei» Ueberwiegm de» jüdischen Eiastuffe» in der steierniärkische» Advocatm- Lammer nicht zu besorg« ist. und in endlicher Erwägung, daß die Kammer nicht bemfm ist, für eine politische Ansicht etnzutretm und dadurch ihre Unbefaagmheit gegen alle Kammer- Mitglieder zu beeiuträchtigen — über die Petttio» der Grazer Adoocatur-Landidat« zur LageSordnuug über." — Doch dieser Antrag fand keine Unterstützung. Auch hier ist von j Wie» au» der richttge Seil auf dm auttseiuittscheu Klotz i grhanm »ordm. — I« Wie» starb gerade um diese Zttt der jüdische Advocat Dr. v. Mauthuer, der Bice-Prästdent der Advocateu-Kammer, der bei dm größte» finanziell« Institut« al» Mitberather zngezog« wurde uud i» den höchsten Gesell« schaftSkreism sich der vorzüglichste» Achtung erfreute, was sich auch bei dem Leicheubegängniß vielfach zeigte. Bice- Präfidmt einer Wiener A^vocaten-Kammer zu feie, ist eine desouder» hohe Ehre, und da läßt sich da» Organ der Wiener Juristen»;lt im Hinblick auf den Beschluß der Grazer Advo cat«-Kam »er folgender maße» au»: ,E« ist eine jener fein« Jronieu, oelche der Zufall so oft zu entwickeln pflegt, daß in derselbe» Woche, in welcher wir «usem Mauthaer de» gmden, die steiermärkische Advocatm-Kammer eine auttsemittsche Denunciation in Sceneu setzte. So hoch auch dre Wog« nationaler, politischer und confefsionellcr Parteileide ischast in Oesterreich gingen »nd gehen, habm doch die Advocatm- Kammern al» solche davon wenig verspüren lassen und die Kammer al» neutral« Boden augeseh«, dem jeder Strei: fernzubleiben hatte. Die Grazer Kammer hat mit ihrer Resolution den entgegengesetzt« Weg betrete». Wir können nar zuversichtlich hoff«, daß sie auf diesem Wege allein blttien wird." So hätten wir den» über EiSleithauieu Alle» berichtet» wa» mit dm äußer« Beziehungen der Judm im Z tsammm- Hang steht. Erwähn« will ich nur »och, daß der oberste GauitätSrath sich grgenwärttg mit d« sanitären Vorkehrung« beschäftigt, welche bei der rituellen Lircnmcisto» zu beobacht« seien. De» Anlaß zu dieser Berathung gaben verschiedme Mittheilung« über Unfälle, die sich bei der Operatton öfter» ereignet Hab«. Der oberste vanttätsrath gab seine Ansicht dahin ab, daß die betreffende» Fancttonär« ihre Befähigung zu dieser rituell« Operation in geeigneter Weise Imrzuthmr Hab« «nd daß bei «der Eircumcifiou ia der Regel ei» Arzt anwesmd sein müsse. Auch in Ungarn bewegt sich der Geist de» AutisemittSmu« nur noch schleichend. Die anttsemttische Partei im Adgrordukte ithaase hat sich gänzlich aufgelöst und einig« Mitglieder drrs:lbm sprachen bei dem Präses der gemäßigt« Opposition, Grafen Apponyi, vor und sucht« um ihr« Ausnahme in dieser Partei an. Graf Apponhi drückte sein Be» dauem darük'er au», di« Anttsemitm in seine Fractton nicht aufnehmen zu könn«. Eia Petent erklärte wohl, urcht mehr Anttsemlt zu sei» und deshalb müßten die Bedmken gegen seine Aufnahme fortfallm entfall«; doch der Graf sagt«, er nehme auch gewesen« Antisemiten in seine Partei nicht auf. Der Antisemittsche Abgeordnete von Dnna-Pzerdahely,

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