Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/5369809-5935050-5938312--6528-5372442- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«ahr^ re hat sogar da» zurückgewieft». was di« MchiPlhl da Rabkma, besouda» in alten Gemeinden unbedenklich anmihm, rbwohl a eine zahlreich« Familie hatte. lSchluß fetzt.) Gerichte **> TsrrefPMrderxe«. De»tfchl«r»-. T B3fe| »<»««*. Da Journalist — nicht .Senator" wie einige jüdische Blätter stet» schriebe» — Har Jfidoro Lopez-Lapnya schreibt in da .Spanisch-Deutschen Revue" bqüAich Ira in Folge seine» Aufrufe» nach Spanien gekommenen Jude« u. A. wie folgt: «Wo» tie >nael«ge»h«tt «intzrr ^vettlrr" betrifft, di« sich Lade»" «mnte» (!% f« habe» dieselbe» 8 M 4 Monate lediglich aaf «eia« Koste» gelat uad find daraaf voa «tr aaf eiae durch»»» toirdige >r« fortgr! chickt »»«de», »»eil fie sich weigerte» ,« arbeite» u»d sth M^AlLt XLMiiGÜch . . ,* Letzteres glavben wir chm schon, ab« die .würdige Art" de» Fottschickeu» bestreiten eben die heimgckhrtea .Forlgeschi^kten" io den hebr. Blätter». Kurz und gut, da ganze Au»- und Einwaaderuugsplau «wie» sich al» Chimäre; «n» war er von Anfang au etwas .spanisch" vorgekommen. Um solche sNänr durchzuführen, b^arf r» doch ganz audaa, al» bloß« Feda-Helden in Madrid, Wien und Berlin! »» Mrral»», den 27. Januar. (Or.-Cor.) Heute fand im jüdisch-theologischen Seminar die übliche Gedächtnißftia für den verstorlienen Stift« Commazirnrath Jona» Fraenckcl statt, eröffnet wurde dieselbe durch einen Gesang de« Seminaristenchor» uuta Leitung de» Harn Cantors Zlotnicki, worauf Pro». Dr. Graetz, da zeitige Lorsitzrnd« de» Lehracollrgium», 1»U meffterhaste Festrröe üba das hochiataessaate Thema: .T>ie Bedeutung de» JudenchumS in der Gegenwart" hielt. — Bon den beiden Themen, welche im verflossenen Iah« al» PrriSaufgaben zur Bearbeitung gesvllt worden waren, hattn nur das eine, .Darstellung de» jüdischen Kalender» nach dem zweiten Abschnitt de» oatar ha-Ibbor voa B. Abiabam bar Chija hannaaif eine befriedigend« Lösung grsuilden. Da Berfafsa dies« preisgekrönten Arbeit ist stad. phiL David Rau. Da» übliche Königsgebet, vom Seminarchor vorgetragen, schloß die Feier. — De« au»gegebeneu vien nddreißigste» Jahresbericht de» Seminar» eut- «chmm wir, daß da» Seminar gegenwärtig 47 Höra zählt /m wett üb«wiegend« Mehrzahl deutscher Rationalität). Die sog. Gy anasialabtheiluug ist aufgehoben worden, wodvrch e» de« Lehrkräften am Sewiaar ermöglicht ist, ihre Thäligkeit mn so fruchtbarer auf die rein cheologischen Disciplineu zu concentrrre«. Ja da Chronik de» Seminar» «nmut ein zusammenfaffender Rückblick auf da« Graetz- Jnbiläuw einm großen Raum ein, da sich« den zahlreiche« Schülern unt Barhrau de» Jubilars eine willkommene Erinnerungsgabe ist. Bon ch-maligrn Höraa de» Seminar» find im vazangenen Jahre zu Rabdt»at»ämtern berufen worden die HH.: Dr. Biram zum Rabbina in Hirschberg, Dr. «argulie» zum BezirkSrabbina in Weilbürg, Dr. Blinter zum Overrabbiner in Dresden (nach einjährigem Pi oviforinm ift jüngst vom Gemeindaath einstimmig seine lebenslänglich« Anstellung beschlossen), Dr. Taster zum Oberrabbi'« der portugiesischen Gemeinde in London und Dr.S»ttmar« zum Rabbina in Culm. (Da Letztgenannte »ft durch ein siiersehea im Jahresbericht nicht oufgesührt, wa» wir auf Grund brieflich« Mtttheilung des Hr». Prof. Graetz bi« rektifizier-r.) Al» wissenschaftliche Beigabe gebt dem Laichte da» ]Q. Heft: JRetme und Gröichte de» Abraham jbn CSra", von Dr. Rosi», voran. Mt Aufführung zahlreich« Beweis»' des Wohlwollen», bezeugt durch Legate uad Lpcudiensüfwage« seiten» Einzeln« und Geweinten, sowie k«ch Zuwend urgen voa Werk» an die Seminarbibltothet und Leittäge, an xu Untrrstützuagsvariu Liwjach.Ehen, ßchlrrßt da Jchrröbaicht. Aaiftrskutter», 34. Januar. Da hiesige Verla»»- buchhändla «ng. Gotthold ipt i» «är» » I. verschiedene Druckschriften anfertigen mid verbreiten iaffen. betitelt: da» Mauschellied, die 16 Stäinme da Juden» da» neue Exerzierreglement und da» vanumfthelk Deutschland, hat sich somit eine» Bagehea» gegen die Religion und de» Unfug« schuldig gemacht. Da» Schöffengericht hat s. Z. da« Bafahrea «»gestellt, doch hat biewege» da «vttsaawalt da» Rechtrmittel da Bauftmg ergiiffen. Har Rabbina Dr. Landsberger, als Smhverstäudiga vauomwe». führte au», daß a zuerst an die Her-nsgabe antisemitischer Schriften nicht geglanbt haben, da bi» jetzt da «falz so etwa» noch nicht vorgckommeu sei. Er sagt u. r ~t unter de» MWoant Jude», welche die Erde bewohne». e» kein« einzige» gäbe, wekha nicht bei de« Lesen dies« Schristche», den tieffte« Alffcheu empfände, e» fft eine verspott»«« da jüd. Religion und deren Gebräuche darin enthalten und stad die Sachen sonnt nicht al« Hnmortsiika aufzufaffen. Dir UL Staatsanwaltschaft verliest genannte Schristche» «ad bemerkt, daß dieselben eia »rohe» Machvrerk" und eine .Scha»dlittnatur" seien, a «blickt darin äue.systematische Hetzerei"; die Juden sind dadurch beschielest im hohen Grade und müffeu darüba erbittert sein. E» sei auch gar nicht aasgeschlöffen, daß diese Hetzereien zu ThätlichKite» führe« können. Gotthold hätte sich ja auch früh« offen al» Antisemit bekannt. Sie bedauert auch sehr, daß da» Publikum einen solch« verdorbenen Geschmack hat. um Gefallen an dieser Schandlitteratur zu finden. Sie beantragt für jede» da Druckerzengniff« eine Geldstraft voa je 30 Mk — Die Bertheidiguag führt au», daß die Sämftstücke sich nicht gegen die Judeuschast al» Religionsgemeinschaft, sondern gegen die Eigenchüalichkeit da Inden in ihimn Treiben richten. Die Schriften verstoße« ab» »ed« gegen da» Preßzesetz »och gegen da» Strafgesetz; e» sei nicht die Jadeaschaft, auch seien einzelne Juden darin nicht beleidigt. Scia Kollege habe bei de» Schwurgericht in Zw «brücken ganz richtig bemakt, wenn a sagte; daß wenn man alle» zusammeastelle, wa» in jüdffchen Schriften gram Katholiken «ad Protestant«« geschrieben wurde, eia dicke» Buch irachrn könne. Die Batheidiguag citirt andere Schrfftea ähnlichen Inhalt», welche rächt beanftaadtt wurden. Ei« sttafbarrr Jahatt sei i» d» GottholVschea Schristche» nicht zn siadea und-deshalb Freisprechung zu «folgen. Die Staatsbehörde hält ihre Au»- führuagea aaftecht und beruft sich ans da» Zmzaiß de» Sachverständigen H.iru Dr. Lwdrbng, daß die Jaden in hiesig« Stadt beängstigt, aufgeregt uad entrüstet darüba ge» wesen seien. Deshalb sei Gotthold zu bestraft» «ad habe auch di« Koafiscirung und Uabrauchliarmachang da Schriften »a erfolgen. (Da llrtheil»spruch wird am Sl. Januar verkündet werde», wir werden ihn in nächst« Nr. mitcheilen.) St. Me«d«r, 22. Januar, heute wurden hta die iröischen Reste ein« Frau zur ewig,:n Ruh« bestattet, deren Rame auch in da Oesftnüichkit genannt zu werde« »adient, die Wittwe de» vor 6 Jahre, hia bestatteten Lchrer» M. Eppstein. Sie starb in Hvppstädte» im Hause ihre» Sohae», de« Herr» Lchrer» Eppstein daselbst, uar warde hierh« gebracht, da nach dem Bamlchtaiffe de» Gatten, da die letzte» Lebröjuhre hia wirkte, eia Platz an deffea Sette für deffen Lebensgefährtin resavirt war. Sie war die Matter von 9 Söhnen uad 2 Töchtaa, voa welch« erster« 7 wie da Bata al» Lehrer in Israel wirkten und noch jetzt i« Lehramte sind. Eine solche Lehr er-Familie ist wohl etwa» Seltene» in Israel. Die Baälichene hatte da» Alt« von 32 Jahren erreicht. Die Leichenrede hiev L-ndrabbiaa Dr. Goldschmidt-Birkaftld. #» BMMUmtext, 25. 3amw. (Dt. - Corr.) Ihre Majestät die Königin Olga habe» auch in diese« Jahre wird« den Baein zur Unterstützuag von Wittwe» xnfr Waise» amn iSraü. Lehr« und rlorfäaga Württembag» au» «»laß da Ueberseaduna de» jüngste« Jahrrsberickste» deffelb« die Gabe von 4S Mark gmidigst bewiwgt. — Die