Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 5.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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täckfch« Vortrag verwandt. Ra» hat sich ata M« tiefe Ikwrichlluig «»«halb da Gemeinde rst»e kleine Opposition erhoben «nd zwar von Solchen, dir in der hebe. Bildung ' tb« das Lffmköuu« nicht hinan» sind, denen also di« Er« klär»»- de» Beriefeneu in deutsch« Sprach« ganz besonder» r»ch thmt. Diese haben sich bereit» beschwerdeführmd an den Minister gewendet, da annmehr den Gemeindevorstand zur lleußnung in da gen. Angelegenheit anfgefordert hat. Da 1« dem Vorstand« nun hauptsächlich darum zu chun ist, durch ««erkennte Autoritäten aus diese» Gebiete dem Herrn Minist« M< historische Berechtigung de» dreijährigen Eyclu« darzuthu», so würde .ein fachmännische« Gutachten in Ihrem t^esch. Blatte von besonderem Werth« sein. 8. W. (Nachdem aus da Rabbinerversammlung (1848) und Svnode (1889) alle pro und oontr» über diese cultuelle resp. rituelle Frage zur Genüge «örtert sind, und in Folge jena Beschlüsse in vielen Gemeinden d« drei« resp. zwei« zlibriae Tyclu« eingeführt ist, können wir hi« nur auf die ketrrffrn'oen Protokoll« verweisen*); ganz besonder» ab« auf t«n streng wisienschastlichen Artikel: „Vorlesung au» d« Thora* in Hamburger Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud. Abtheilung II, S. 1963—65.) Königsberg t. Ostpr., 26. Jan. Al» Pmdant zu de» jüd. Laodricht«, d« um die jüdischen Schulbnrrägr nicht zu zahlen, au» d« Shnagogen'Gemeind« austrat, nunmehr ab« dir evangelischen Schullasten mittragen muß, IheUe ich hi« folgende prinzipiell wichtige Entscheidung de» hiesig« BrzirkS-Ausschusft» in Sachen der Reklamation eine» jüdischen AmtSrichttr» mit: Die Syuagogen-Gemetnde Mehlaukru hatte den dortigen Amtsrichter. Herrn Wechselmauu, von seiurm vollen Gehalt zu den Leiltungen an die Gemeinde, nämlich zu 76 ML jährlich, eia» «schätzt. Herr W. fühlte sich durch diesen Sensu» beschwert, iadzm a sich aus dt» Gesetz vom Jahr« 1822 bezog, nach »oelchem Beamte nur von der Hälfte ihre» Gehalt» zu Gemeindeabgaben herangezogen werden dürfen; « rrkurrirte lecher au den Bezirk»-Ausschuß, vor welchem « diese Jnter« vretatiou de» Gesetze» geltend machte. Dagegen wir» der verirrt« d« verllazten Shaagogeagemrind« darauf hin, daß Irfc Einschätzung de» B«schw«deführrr» von dem nach der königliche» Regrerurg bestätigten Statut, betreffend die Re« Mir«»« d« jüdisch« Berhältnisse, durchaus ordnungSgesetz» inäßig «folgt sei, und daß sich jene» Gesetz von 1822 nur <«f die kommunalen, nicht ab« auf die Abgaben für Mt religiöse fkmtmbe bqiehe. D« Bezirksausschuß schloß sich dies« AnsfühtKage»-an und rme» den Kläg« mit sein« Klage zrrück. Dr. Mayer Ae«chtw«»»g. Am 2V. d. M Hab« sie in NikolSb »rg rin« vor« trefflich« Manu begrab«, ein« von Jmea, drr nicht alle!tage wtederkomm«, ein« würdigen Erb« feine» bedcut«dst« Umtsvorgängn», R. Mordechai 8 e n e t, eia« ganz« Man», «in« Sharatt«. lllir West har wmig von chm gewußt, in >zin« jungen Jahrm hat «an ihn verdächtigt, verleumdet, »st Gehässigkeit« »erfolgt, verbittern konnte man ihn nicht. Er lebte seinem Gotte und sein« Studien. Matz« Feachtwang war zu Pappeahei« in lstaier» im Jahr« 1814 Moren. In streng« Frömmigkeit «wog«, hatte « Iwch regelmäßige Schnlbüduaa auf dem «8chm»»stum in Wtuqwnrg genoss«, hotte gründliche philo« optische Kenntmff« sich augtttgnet und außerdem die Jefchibah -» frferty aut« R. »olf Hamburger besucht «ud Isak Brrnatz»', sowie Jakob Etttinger» Unterricht in Hamburg ge» iwkst». Dies« ll«erricht «mc für fei» Leb« am awistm nstiwweud geword,», « gchört« für fei»« Person zur Iwagta, orthodox» Observanz. Trotzdem wurde « von w» Muatikerv wiedechott «ff» Schmählichste aagegriff«, Iuhrg. IStv, «» WnHmcklmy» k. weil a bei seinem frichliebmd« Naturell sich nicht dazu versteh« konnte, b« BerketznnngLsucht, d« Rechthaberei und dem unbändig« Ehrgeiz der orthodox« Weltverbesserer seine Unterstützung zu lechen. Während « selbst auf» G«a»este alle religiös« Verpflichtung« erfüllt«, war « mild« gegen Andersdenkende, während seine religiöse Anschauung sich ganz im Bannkreise d« alt«, nur talmudisch gebildet« Schule hielt, «trug n doch eine andere Meinung. Bon. seltener Begabung und auß«ordenükche« Fleiß«, hatte « ein bedmtmdes Sissm in sich aufgesawmelt, ab« « hatte eine gewisse Sch« vor d« Oeff«tlichkrit und war darum auch litterarisch nicht so thätig, wie « es vermöge sein« reichen Begabung und sein« vielseitig« Bildung Härte sein könnm. Nachdem « zumeist in O ettiagen Rabbin« gewesm war. wurde « 1858 nach Neutra beruf« und kam im Jahre 1861 nach RikolSburg, weil man in ihm dm Monn erkannte, d« mit innig« Frömmigkeit eine ganz mod«»e Bildung verband. Es war dn richtige Platz, wo ein Mann fein«» Schlages für die religiöse Entwickelung d« Gemeinde Große» hätte leist« können, ab« er kam zu f rü h. Die Mmge nmtbe von Fanatikern beherrscht, die e»vnstandm mit pöbelhaft« Waffen zu kämpf«, welche zu gebrauch« sein« edeln. feinsinnigen Natur widerstrebte. Der erste, bedeutendere Sonflikt «gab sich dadurch, daß « seine Zustimmung zu der von dem Gemrindevorstande getroff«« Verfügung gab. da» „ Schulrufen* abzuschaffen. Die Mmge de» Ungebildeten wurde »«hetzt, vor des Rabbin«» Thür N2V zu rufen; im Brth-Hamidrasch erklärte ein Dajan, daß von diesem Sabbath. an welchem man zum erstmmale nicht „Schulrufm* gehört habe, Nikolsburg auch auf» gehört habe, eine »heilige Gemeinde* zu sein. Ein Ander« hielt bei geschlossenen Thür« einen Bortrag, worin « bewies, daß der Rabbin« „heidnische Gebräuche* (Chuckas hagoj) einführe, wer! « für die Zulässigkeit des Ehorgesange» gesprochen hatte. Er blieb all« diesen HerauSfordamugm gegenüb« gelaff«, friedliebmd und v«söhnlich, eia wahr« Schüler Hillels, aber seine ActionSkraft war dadurch gelähmt, « beschränkte fich auf seine Studien, auf dm erlesen« Kreis der Gebildeten in der Gemeinde, die seinen Umgang mit Vorliebe suchten und auf seine Schüler, dm« « eia wahrhaft väterlicher Fttund war. Die Frömmigkeit war ihm innige» HerzenSdedürfniß. Er kannte nur da» Judmthum d« GesetzeSstreuge und, wenn et auch sein« Schülern diese Anschauung beibringea wollte, so war et doch fern von plump« Aufdringlichkeit, sein Ton bliebimwer der d« väterlich« Mahnung. Ich begreift gar nicht, wie jemand, d« den Verstorben« näh« kannte, di« geradezu sein Aadmken beleidigend« Worte schreib« konnte: »Durch dm zwingmdeu Einfluß äußer« Verhältnisse »nrde « de« theologische» Beruft zugeführt, d« ihn. inuerlich nicht zusagte, deff« Bedingung« « ab« mst soldatische« Pflichtgefühl «füllte. So bewahrte a sich im Innern ein freie» Denke», währmd « sein« äußern Lebensstellung «ach die geistliche Uaistmn trag« mußte." Diese Worte sind geradezu em Unglimps für den Berewigtr», d« ftrmg traditiorGalLudig war und, weua « auch einzeln« Mißbräuche de» rabbi nischen Judmchum» mißbilllgtt und ganz besonder» d« kabbalistisch« Aberglauben energisch v«- archeilte, so war ihm doch jeb« rabbrmsche Brauch heistg und dieft Principi« befolgte « in seinem häuslich« Lebe», so »re i» d« Erziehung sein« Kind« ans» treulichste. Ganz besonder» Unbegreiflich erscheint e» mir. wie rin Mische» Watt dieft Worte an» de« „Ltima Tageblatt* «uh. druck« und noch die vemerknng daran Wurfe» konnte: »Dieft Charakteristik dürfte auch ans andere Rndbiner »»« fern Zeit paffen." Da» hieße doch die Rabbin« Pt .HenGrrn" stanp-ln; di« am bt» ütien Brodel willen ihre Uebeqengnng vainnftv, rin llrttzeü, t«» «aff Dr. Feuchtwang von kein«. Feinde augaoendet m&n darf, dem» in fein« ganz« Lmtsführnag l»t « «in« seltene Unei-ennützigkeit de-