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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Satfaien zu modifiziren uud »nrbe deshalb über Antrag de» Vtaatlanmalt« nicht beeidigt. Außerdem ersucht« der Rabbiner Simau Lö«, deu Gerichtshof, nachdem alle Zeugen israelitischer Konfession waren, die.Embleme" einer anderen Religi,» — wie er sich aosdrückte — zu entfernen, »elchem Begeh, eu aber nicht in seinem volleu Umfang« entsprochen »er^er konnte. Es wurde bloß das Kruzifix, welches vor de« ijorfitzendeu stand, umgedreht. — Die Gtaatsouwaltschast meldete die Berufung an. Großbritannien. Ztradford, 8. Januar. (Or. - Lorr.) Frau Goldst e i» von hier, eine deutsche Jüdin, ist letzte Woche von der Kinigin von England in Osborue empfangen worden, um ihrer Majestät eine kostbare gewebte und gestickte Tischdecke zu präseutireu. Dieselbe wurde speziell zum 50jährigen Regierimgsjubiläru» der Königin verfertigt uud kostet nicht weuigei als 800 Pfund Sterling. Frau Goldstein hat mit noch audereu Damen Bradsord's zusammen deu Betrag gesammel'. Die Decke ist ein Geschenk der Frauen Bradfords. Das Königliche sowie da» Bradforder Gtadtwappeo. Füll- Hörner rc. find auf höchst sinnig« Weise eingestickt. — Die Königin, welche Frau Goldstern uud noch zwei Bradkorder Damen als Deputation empfing und diese» einen Extrazug von Loidon zur Verfügung gestellt hatte, sprach sich höchst befriedig end über da» Geschenk aus. Ihre Worte waren: .Es ist sehr schön und prächtig, ich danke Ihnen recht verbindlich". Fron Goldstein ist ein würdiges Mitglied unfemr jüdischer Gemeinde uud beucht den Gottesdienst regelmäßig, rioe treue Jüdin, die für ihren Glauben eiutritt, wo leider manche andere schwankend geworden und ihn verlassen für die gesellschaftlichen Fleischlüpfe der Majorität. — — Hier hatte sich vor einem Jahre eine polnische Ebewra oder .Eoogrrgation" gebildet, denen der Gemeindechocher nicht fromm genug war. Der leitende Hammel derelbe» ist aber eine» Tage» verschwunden und es stellte sich heraus, daß er nicht nur verschiedene .Ehrenschulden" hinterlassen, sondern auch die seinem Schachet schriftlich ausgestellte v)n Dr. Adler entwender und mit «ach Amerika Klomm, n hatte. Da» war der Mann, auf deffen Anrathen Herr Oberrabbiner einen Extraschochet hierherfandte, obwohl unser Schochei von ihm hatte; aber da der arme Mensch einer Gemeinde aogchörte. deren Synagoge rioe Org-l besitzt, so wurde der Befehl n lassen: d*mn»taa »rt RnßlMtd L. Varfcha» (Or.-Eorr.) Die .JSrarlttische Wochenschrift" lmt in ihrer Nummer vom 4. Januar (unter Lodz) auf die Berurtheilung hingewirsen. welche dir Zeitung .Dziennil dla Wszystkich" betraf, gegen deren Redakteur wegen Publikation eines aatisemischen Artikel» auf 1000 Rubel Geldstrafe im Uuvermögrnsfalle auf 8 Monate Brfäugniß erkannt worden war. Dieses Brrdist wurde, wie bereits erwähnt, auf Veranlassung des General-Gouverneur» G u r k o im offiziösen .WarszawSkiDniewnik" zur allgemeinen Kenntnih gebracht. Wa» soll man aber dazu sagen, wmu jetzt dieses selbe Blatt, das Organ der russischen Regierung für Polen, eiuru nick« minder gehässigen Aufsatz, der von gleichen Verleumdung n» strotzt, gegen da» Judenchum in seine« Spalten bringt? Das erwähnte Regierungsblatt hält es nämlich angeblich für eine moralische Pflicht, christliche Dienstmädchen vor wraelttischen Herrschaften zu .warne,'." Ja einem solchen Dienste »ürdeu die Mädchen, geistig und leiblich ruinirt. Als .Beweis" muß dem .Dntrwnick" der Brief eines .alten' Warschau? Bürgers dienen, der ein solche» Schreiben au die Redaktion gesandt habe» soll. Auch, von anderer Seite will der „Dniewuik" ähnliche Zuschriften empfangen haben. Do» Blat macht sogar den Vorschlag, .gesetzliche Schutz, maßregeln" für dm „armen" christlichen Mädchen z» fordern, bamtt chr « „moralischen Rum" gesteuert werde. Nebenbei riwähnt las Blatt di« Broschüre »Rusfie juivr" (Ä. Wolski) ü"d das Pamphlet: .Jewrej » Rosst: (.Das Judenchum in Rußland"', worin auch .Dokument" für die ausgestellten Behauptungen beigebrächt seien. Man kann neugierig sein.- ob bi dem russische« Organ („Warszowok Daiewnck erscheint in rusffscher Sprache) die Bestrofuna ebenso schnell erfolgt, wie bei sem zu lOOio Rubeln verurtheilte» Polenblatt«? Bei de« Einfluß and der maßgebenden Stellung diese» russischen Organ» müßte eigentlich da» Urtheil noch härter ausfallen. j#%. Die Zahl der »ach «meiika answandernde,, rusfische» und polnischen Inden, nimmt mit jedem Ta» größere Dimenfioue» an. So wird «ns z. B. ans antherüischer Quelle mitgethellt, daß einige Hundert üdischr Familien aus dem Lalischer wie auch aus unsere» Slerritarium i» Begriff« find, chre Wanderung »ach Amerika anzutrete«. Bemerkenswerth ist es aber» daß der erwähnten Emigration viele jnug« Mädchen sich anschließe»; theils ut mangelader veschäftimtna. th«ils aber nur ans purer Sucht »ach glänzende» Reichthn«. Es ist die« aber nm so xdaueruswerther, als da» weiblich« Geschlecht stch auch hierorts ihr täglich«» Brot im »Schweiß« des Angesichts" verdienen kan». Ans wel che» Gebiete sie in Amerika genöthiat find, ihre« Erwerb zu suche», ist leider »oranszuseheu. — Es ist hier nicht der Ort, diese« Punkt, über welchen wir nächstens einen besondere» Artikel zu schreibe» ^denken, eingehender zu despreche»; wir wolle» jedoch nicht unbemerkt (affen, daß es von unserer jüdische« Prelle et» großes Unrecht ist, daß fie. zumal fi: von Einfluß auf das jüdisch« Publikum sied, die Emigration nicht in ihren Organe« besprechen. Es ist wahr/ das Amerika «in großes Feld sei für arbeitskräftige Männer — aber keines für zarte jnnge Mädchen und altersschwach« Greise k Für Solche ist Amerika keir Paradies, sonder« eher ein« Hölle! A.. Ker«isch1e »«k tt nulte Amheichte». JUtft«. Das Heer der Berliner Schnljageod zählte im »ergangene« Jahre 198 173 Köpfe, welch« tu 228 Schnlanstaltr, ringeschult waren, und zwar besnchte» 178 484 Kinder die 138 öffentliche» und 19 737 Kinder dt« 90 Privatstille» und jüdische« Schule«. Aas di« Religionsverhält« nifie der Schüler betrifft» so ist aut de» Vervaltungsbertcht zu ersehen, daß daß 1883 zwar die katholische Bevölkernog die jüdisch« »« fast 85000 überwaz, daß aber bie Zahl dev jüdischen Schulkinder um 841 größer wa', als bie der katho«-' lisch«». Wetter ergiebt sich, daß Ende 1888 fich in de» schtllgeldpflichtige» Schul» gegenüber 8219 jüdischen Zöglingen anr 1738 kachottsch« befanden und daß in der schulgelbpflichtigen Schnlr in der Zeit van 1876—1886die evangeüschen »m 990 abgeaomwea, dagegen die kattzoli-- scheu n» 260, die jüdischen Zögling« «» 1546 z,.^ genommen habe» van der Gesammi zahl der Schüler Berl»s ' war» 178 741 «»«chet sch, 10119 krcholisch. 10 718 jü bis *: »Ad 597 dissibent. Arantfnrt «. M. Als nulde SÜstungeu haben dit' Freifrau Salomoavon Rothschild iri Paris »ad Frau Prinzessin »oa Wagram, ebendaselbst. z>u« Andenken an ihre» Buer, Freiherrn M. Karl von Rothschild, die Summe von 120,000 Mark überwiesen und zw«- für bedürftige christ» > licher wie jüdischer Konfession. - > Vket H.-Achk. Daß dir Lhrwrakadischa in Benthe»- 1745 entstand« sei. scheint nicht annehmbar. ÄXrmals wohn-1 ten in Benthe» 7 Juden. I« Iah» 1788 gab es dort 12* j jüd. Familie«, und 1791 im G«zen 118 jüb. Seelen. AberZ die p’Tt besitzt ein am 4. Oktober 1838 bestätigtes StakÄG und ist vermnlhlnh ums Jahr 1814 entstanden, als dnchM Reaiernngs-BerftigMng überall jüd. Eftiebhiffe angelegt werdnr' mutzten. - Mtinchea. Der Prinz-Regent hat zu Neujahr vier hiesige Israeliten ansgezenhoet: Dir Advokat», De. Rau »nb Lud »n Juftizräthen, den Bankier nab ftüherea varstcher^ der Stadlwrvrdnewa-Bmfannnlnng. Maritz G » ggenheimer »um Eommerzwnrach ernanat »nd de» Ooertngentenr HrnlW den Michaetismde, 4. Llaff« verliek«. \

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