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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 3. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 3.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— LS — IMmät*. Bildhauer Echteler von hier hat die Büste La»i>r» nach Photographie« und Angabe« der Freund« modellitt. Da» wohlgelunqene Modell wird demnächst in Marmor autpefühtt. um im neuen Reichstagsgebäude Aufftel» lnng zu finde». Slogan, 1». Januar. (Or^Eorr.) Herr Immanuel Landsberger, der erste Vorsteher der hiesigen jüdischen Gemeinde, ist heute von dem Etadwerorduetenwllegium mit überwiegender Majorität znm Vorsitzenden gewählt worden. Da» Kollegium enthält eine beträchtliche Anzahl von studirten Herren. Juristen, Philologe«. Aerzte, Baumeister. Apotheker, sowie Grobkaufleute und Industriell; «• ist so noch eine besondere Ehre, mit der Leitung einer * solchen Versammlung betraut zu werden. (Herr Landsberger ist auch tu weiteren Kreisen wegen seiner lebhaften Theil- «ahme für allgemeine jüdische Angelegenheiten bekannt.) Ml»«. Baron Hirsch soll außer den bereit« für Rußland zum Zwecke der Gründung non Schulen für die jüd. Bevölkerung gespendeten SO Millionen Frank» noch weitere SO Mill>onen zur Gründung israelitischer «Schulen in Galczien gemidmrt haben. (Details sind abznwartra.) Wie». Man sagk zur Hoffähigkeits-Erklärung der Rothschild'», dieselbe sei „mit Nachsicht der Ahnen", aber Nicht .mit Rachsicht der Taxen" (d. h. de» Stempel») erfolgt. Di« Hoffähigkeit setzt in Oesterreich sonst 18 „titter. vüttige" Ahnm voraus. Wie». Dr. Ludwig August Frankl hat iu bescheideurr Stille sein SO jährige» mediciuische» Dr.-J»biU«m und da» SOiähnge Jubiläum der Herausgabe seiner ersten dichterischen ErHruguisi« e^nert. -rast»». Jubel und Freud« herrscht in hirstger Gemeinde. Unser neuer Rabbiner Herr A. Hvrowitz, früher iu Zolkiew, hat herausgefunde«, daß unsere Stadt kein«« besoudern ,Eruw" b«darf,.indem sie an de« Eisenbaha-Wällen, den Festungs-Wällen und der Weichsel de« allersolidesten _Eruw" besitzt, der et. wie der Rabbiner mit den, ganzen Aufwand« seiaer ungeheuren Talmud-Gelehrsamkeit und seine» Scharfsinne» nachwies, vollständig gestattet, am Zabbath alle», wie Taschentuch, Regenschirm und deral. ohne Ge- «iffensskrupel auf der Straße zu tragen. Bei dem hier 'herrschenden relig. Geiste ist der Jubel über diesen Nachweis ein unermeßlicher. -rasta». »ine volfoküche für die armen Schulkinder "der vollsschule ist hier durch einige Hochherzige Glaubensgenossen errichtet worden. Dieselbe wirst doppelt wohlthätig: daß die armen Kinder nicht in der Schule hungern, und daß die huuge ndeu Armen ihre Kinder in die Schnle schicken, während diese bisher auf Bettelei ausgrschickt wurden um für sich zu sorgen. West. (Or.-Eorr.) Eine erfreuliche Thatsache. dir zunächst «ns Oesterreicher, dann aber wohl auch die übrige Misch« Leserwelt interessiert, kann ich Ihnen au» »erbürgter 7«««lle berichte». Die Kaisen» von Oesterreich hat durch ihre Verehrung Heine'» auch an Jehuda Hrlevi Jntrreffe aewonun und, um sich über den größte«, nenhrt rätschen Dichter zu iustruirm, hat sie nunmehr durch ihren Buchhändler von Herrn Prof. Kaufmann in Pest, dessen Schrift Sbn Jehuda Halevi verlangt. (Diese Schrift -ist der Vortrag, - den Prof. Kaufmann bei seiner Entlastung vom Breslauer Seminar o» S. 1877 gehalten hat.) Al«»». Merkwürdig ist es, daß die vesrllmächligtea |ki Ubfchlnßung de» Hcwdel«verlrage» zwilchen Oesterreich und Italien bewerseit« JsraÄitm waren: Herr Lnzzatto, Wräfident der Avrahnnngskammer und Drpntieter. Schn de» ßrsewigten Luzatto) und Herr Leopold Treb itsch (PMdent der Handelskammer in Men). -««d»». Rach hiesigen Blättern wäre es nnzwetftl. Los fepgestellt, daß Amina, MuhamSd» Mutter» ebenso wie Maria, die Mutter de« Stifter« de» Ehrtfttuthum», eine Jü- ..Hin anoeseu sei. Hfokera burg. Herr Hirsch Bema», Lehrer au der Tal-' «ud-Thora in Badiask wurde vom Kaiser mit einer silber-. neu Medaille für seine Verdienst« ausgezeichnet. WatyAost. Hier nahm sich ei« junger Mann da» Leben, der da» Gymnasium absolvirt hatte und eine wiffenschaftlcche Karriäre mache» wollte. Rach dcn neuesten Ukas konnte er di« Universität al« Jude nicht besuchen, baru n nahm er fre'w'lliq vom Leben Abschied In» Aertie». Et, jüdische« Mädchen unsere» Dorfe« Kastawa, ließ sich ans Liebe ,« eise» htefige» Bauer», -ügling laufe». Kurz nach der Ehe warb« der Man« znm " Militär eingezogen, »ab dt« getanstr Fra» blieb i» Hause ihrer Schwiegerüter». Doch diese wäre» der Schwiegertöchter nicht sehr hold, »eil diese «icht streng ihrer neue» Religion anhing. St« »erb* bald ihre» neue» Glauben» satt und kam z» den Ettern mit der Bitte, fie doch wieder in den angrborene« Glaube» aufzuoehme». Doch an» Furcht vor de» Loudesgesetz«« wiesen dt« Etter« da» Kiud ab. Vor kurzem giug fie mit de« Schwiegereltern zur Stadt Saraka und war auf eiumal verschwunden. Alle» Suche» war umsonst. Natürlich fiel der «erdacht auf die Jude», fie hätte» dt« «postnttn bet Sette geschafft. Di« «itnatio» wnrd« «mH bedenklicher, al» am ander» Morgen et» vollgestopfter Gack de» Duiester entlang schwamm. Auch al» dieser herau«geh»tt war und sich dt« Seich» «>ne» Bauer» drin fand, dernhigte sich bit Aufregung nicht Endlich kamen dt« Elter« der ver- «ißt«, und »andtrn sich an den Pastor mit der Bitte m» Auskunft über de« Aufenthalt der trotz alledem geliebten Tochter. Sie vermnthere» nämlich, der Geistlich« werde fie wohl in et» Kloster gebracht haben, «« fie tu ihre« Glmwe» zu stärke». Und fie hatte» richtig vermulhet. Der Schmer, der üttern auch für bi« Abtrünnige rührte endlich de» Geistliche«. Er M den Aufenthalt de» Mädchen» an. und nun war auch dir Bevdtkrrr.ua beruhigt, wer weiß, was gefchche» wäre, wenn di« «ternliebe «icht diesen Sieg davon getragen hätte? Hlew-sgorü. Die unter de» Pseudoaym .Daughter of Israel" bekannte Schriftstellerin Emma Lazarus ist gestorbeo. Bo« ftühester Jugend war chr Herz de« Judm» thume gewidmet, von wclchem Geist« auch ihr« berühmt gewordene Songs of » 8.,wir» getragen find. Sie HMr auch einig« Mal die Rerse noch Europa gemacht, am die Koryphäen de» Geldes für die rumänischen Juden zu erwärme». Auch hier in Rew-Uork wird sie unter ihren Glauben»« genoffen, für deren Aufklärung «ud Anerkeannng st« unermüdlich wirkte, uuvergeflea bleibe«. Mew-Aersey. 69 jüdisch« Famllien von den russischen «u»wanderern habm nun, nachdem sie ö Jahr hier » Amerika Wohasch hatten, da» amerikanische Bürgerrecht er« halten. - Mtttyettuuge» «ms de« ü, O. B. B «KTltR. »« 6. gtbnun halt Me wrvh-LoOt bei 8. Distrikt« für Deutschland hier feine brtjltrriffti Sttzuage», Mt voraussichtlich 9 btt 8 X«ar in Anspruch nebsen «eiben. vtrleftld. 10. Jaunar. Di« v6eflf•li•<Aoge" Veranstalter auch in dies«« WuUerhalbjohr« einen Lyclu« vou Vorträge». Den ersten Vortrag hieU Ende vor. Jahrei Herr Dr. H»lisch artt Herford »der gndeliohn, sein Leben und Sirken." Der verehrte tzdrbner behandelte Lhrna klar und ausführlich, und erfichtlich «tt liebevoller fßtrmt, ib sich das »ahleeich pMUntru «»Mita» tan lebhaftesten Danke ) veiftSspenMn -himger's«» füllt«. Aar letzten Sonnbwe Ipttte die Aestfalia da» Vergnügen, de» durch seinen vorjährig« vorirag hier nach im besten Andemen stehenden Herr» Dr. Kr»»er in ihrer Mit«« zu sehr». Derselbe sprach über M Tj—e: „Die Gesetze gegen die Richyuden nach dem Talmud." Luch »ei diesen Vorträge war die Zuhärerschaft eine zallreiche. — Die «»torische wegndung dtt Herrn Rrdner«, verbunden mit einer geist» reiche» »ud lichwolle» Durchführuug feine» Thema«, hielte» dvS^ebl». tun t, inner wachsender Sinunung, und kargt« Müselbe auch nicht wü lebhaftesten Applaus; «eie Dane, wie Herr«» blieben «uh dem Vortrag« noch zeuältollch bei>am«n I» der letzte» «oche de« M<. Jahre» verauftaltete bi» «estfalia anch eine Lhanukn-steter instornr eiua» Dhra-daasant mit Damen, Me vergnügt und Würdig »erlief. («« ftttü «tt iß härea. bah «an t» v. die Berg»ü>»unsveraajt-lta»ge» a, beukwürbioe Zite tu» der tübische» Gsichnhte a»tehat;Etnch«0 Dhora, LH»»»I», H»riw, Lhamischo vffer, Ke, veonir «tgm, sich ganz vorzüglich dazu.)

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