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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 1. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 1.
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Prüfung BKtbca wr Begum jede« Semester« grötzere Gaben bestimmt, welch« an Inden und Christen vertheilt werben. Solch« Werke, vcn jüdische» Herze» geschaffen, lindern »tele irdisch« Roth, ver chencheu manche« Trugbild und nhShm die Ehre Israel«. (Auch hier i» Magdeburg ist durch die Muuifizeuz der Sebr. Friedeberg eine solche Stiftung von 3V000 Mk. gegründet worden, deren Zinsen jährlich an 8 Juden und 8 Christen zur Ber Heilung lommeu. B.rwalter der Stiftung ist der Magistrat, die 8 Ju den drsignirt der Gemeiudevorstand.) Sletti», 28. Decewber. (Or.-Lorr.) 4)5« Jahr sollte nicht zu End« gel-eu, ohne noch einen, braven und biedern Mann au« unserer Mitte zu reißen: Herrn Bernhard 8 iss er. Bor nich gor nicht langer Zeit erst konnte ich Ihnen berichten, daß derselbe sein 40jährige« Jubiläum als Borsteher der Ehkwrah Sadischa gefeiert hat und heute haben wir ihn zu Grab: geleitet. Um die Entwickelung de« Bereins hatte er fich große Verdienste erworben; mit seltener Pflichttreue waltete er seines oft schweren Amte«, aber endlich machten doch die Jahre ihre Rechte geltend und er verzichtete aus eine Wiederwahl. Er wurde dann einstimmig al« Ehrenpräse« de« Bereu« gewählt und Borstand und Repräsentanten der Gemeind« votirtru ihm den Dank in einer Adresse. Seine Beerdigung gab Zeugniß von der Beliebtheit, deren er sich hier erster te. da wir fast die ganze Gemeinde vertreten, denn mit Jedem war er besteundet, er hatte keinen Feind — Möge ibm die Erde leicht und seine Seele ausgenommen sein in den Bund de« ewigen Leben«! Oesterreich-Ungar«. Me». Der Kultusminister Dr. v. Gautsch hat einige den Avtisemiten höchst ungünstige Schrille gethan. Der antisew. Abgeordnete Dr. Fiegr l hat bekanntlich eine Herausforderung re« Antiiemiten Dr. Sueqer an den Abgeordneten W r a ie tz überbracht. Der Cultusminister hat nun die Behörde angewiesen, eine Untersuchung anzustellen. pb Dr. Fiegel. der Lehrer an einer hiefigen Schule ist, fich zu einer so ungesetzlichen Handlung bergegeben. Sollte dies sich bestätigen, so würde gegen Dr. Fiegel im DiSciplinarwege verfahren rierden. — Ferner hat der Cultusminister verfügt, daß. d a die a ntisemi tischen Abgeordneten durch Unduldsamkeit und Erregung confessiouellen Hasses derJugend ein böses, eine« Lehrer« unwürd ges Beispiel geben, die Abgeordneten Schaklin, Richter. Dr. Steinwänder. Fiegel. Kraut und Fuß. so lange sie ihrMaudat auSübrn. ihres Lehramtes enthoben sein sollen. — (Dar hat doch Hand und Fuß! Sollte dieser Grundsatz nicht auch auf Lehrer der Kirche paffen? Red.) ■yr<§t»ff ■ Die antisemitische Revolte im Jahre 1882 hat der hiesigen Stadt außer andern nachtheiligen Folgen bekanntlich auch ene Eontribntion von 5000 fl., die Koste» der militärischen Dislokation zur Herstellung der Ruhe, eingebracht. Die Sladt wird jetzt von der Regierung gedrängt, diese Eootribotior endlich zu bezahlen. Diese Nachwehen find die beste Medici« gegen den AntisemitiSmu«. Rumänien. Ariefe «»- Ht»«t»ie«. .Prutul* ist der Name eine« obskuren, seivileu und feilen Wochenblättcheu« welches in H rösfF, io jenem Dist'ikie, wo man mit der Austreibung der Juden aus dm Landgemeinden begonnen hat, erscheint. Gar nicht lauge vorher, ja man kann sagen gleichzeitig mit dem Beginnen dec Austreibung begann „ftartul* sich a» da« Tageslicht zu wagen. Der Redakteur dieser Zeitung ist eiu Mann von sehr bewegter Vergönnen heit und Gesinnung«- tüchtigkeit(!), der roch schon in unfreiwilliger Behausung ein paar Jahre verbrachte wegen — Verdachte«, seinen Sy, »äher ermordet zu habea» Er war auch Bürgermeister in Hasfi, auch schon Kam nerdeputirtrr. Run ist er Advokat, Anhänger dieses Ministeriums und steht auf dem Sprung«, RegierungSauwall de« Hassier Dcstrict« mit einem monatlichen Gcholt vor 700 Franc« zir werden, lim dieser Au« . .n stelluug fich zu vergewissern, muß er siä» auch der Gurrst de« gewaltigen Münster« vor dem Herrn der Rnmünea durch Mannhaftigkeit oder UnverschämtheN würdig machen. Rumänien ist bekanntlich ein Land, da« au Verbrauch von Echörrfärbemittel eS manchemGroßftaat zuvor thut. Wie mit seiner Gesichtsfarbe. so ist e« mtt seinem Culturzustaude bestellt. Roch tief in Barbarei steckend, soll seine RrgierongS» form eine verfaflungSmäßige und liberale sein. Aber wie der Mohr seine Haut nicht ändern kann, ebensowenig kann rin irr Barbarei versunkner Staat verfassungsmäßig und liberal regiert werden. Er geschehen hier Dinge, und die Opposition erhebt gegen die Regierung Klagen, die in Despotien asiatischen HaremregimentS und in Anarckstm zu den unert hörtrsten Diugen gehören. Und anstatt die Beleidiger, die das Ministerium de« Raube«. Morde« und Falschmünzerei bezichtigen, auf di« Anklagebank zu führm und sie wegen des unerhörten Schimpfs uod der Verleumdung zu bestrafen, diugt mau Federn, um sich durch Druckerschwärze reinzuwaschen. Den gleiche« Zweck soll der .Prutul" haben. Man begann im Hussier Distrikte die Austreibung der Jude« mit Rachvruck zu betreiben. Da man aber: die Landbevölkerung nicht« weniger, al« gegen die Juden eingenommen £* fand, wie Radu Mihaiu sich bei stincr Rundreise am Besten + Sl davon überzeugt haben wüßte, so wurde der »Prutal" dazu , .I inS Leben gerufen, um die Landbevölkerung zu bearbeiten, zu / Ä Hetzen und gegen die Juden aufzuwirgeln, und die öffentliche > Meinung zu »erfälschen. Und »Prutul" nimmt nun seine» t D Mund voll, dem Dioekurrnpaar Bratianu — Mihaiu ein« 44 Tcdeum dafür onzustimmen, daß sie vorläufig die Landge- '^1 meinden, von den Blutegeln, dm Judm, besieim. \ Wir »eidm eine Regiemng nicht, die au« solche» A Munde Lob empfängt, wir bedauern ein Ministerium, da« solche feile Leute zur Verfügung steh:n hat. aber wir betlagm die Judm, die ihr Vertrauen ^om Ausland verloren und bei thrm Pcinigem ihr Heil uchm muffen. Während Radu Mihaiu dem Dr. B eck da« Versprechen gab*), an dm Präfektm zu schreibm, die Juden bi« zum Frühjahr nicht zu belästigen, betreibt dieser die Austreibung mtt allerSttrnge. Der Zigeunerkunstgriff. dieJu>>m au» Ä durch den Primär aus B anSzutreibm. wird nicht ungebraucht gelassen. Und da die Primäre nicht HrlferShelferdunst machen wollen, so läßt der Präsikt die Austreibung durch Militär öewerkstellrgen. Nochmalappellierm wir an mrsere einflußreichen GloubmSgmossm. wir an alle edelm Merschenfreunde, Alle« A was in ihrer Macht steht, aufzubietm, um dem heraufbe-: " schworenm Elend schlmnigst und kräftig p steuern, denn in Hnssi hat die Ruchlosigkeit bloS begonnen — o*?nr» ftr, — uod wmn nicht Hilfe kommt, so müffm wir sehr ‘ besorgm, daß diese barbarisch« döse Thal weite Dimension«» annehmcn werde. ■ r A. ^»bz, 28. Decewber. (Or.-Lorr.) Folgmde kiersügnug de« Warschauer General-GouoemrurS finixt fich in der Nr. 288 de« »WarfchawSki Duiewaik" die wir in wörtlicher Uebersetzung hier folge» laffeu: .In der in Warschau erscheinmdeu Zrituug „Dzimutk dla wSzystkich* unter der Redactioa be< Herrn Henryk PerzynSst ist in der Nr. 282 vom 8. (17.) Dezember eine Notiz unter dem Titel .Errigniß* abgedmckt. I« derstlbm »irv^ gesagt, daß i« 4. (16.) 4)«zemb«r um die Mittagszeit bei»} Pasfirm der MuranowSkastraße, Judm muem Hemmlrägrr^ von Oblate«, deffm Korb voll Oblatm mit einer Serviette? die ei» auSgmähte» Kreuz aufwies, bedeckt war, beständig bespottet hittte» und» al« dieser ürfolgeleffm einiger vo^ dm Jude» eine moralische Rüge ertheilte, in einem Hanfm vo» mehrrrm Dutzmd über ihn Hersiele» ihn unmenschlich^ prügeltm und dm Korb mit Oblate« mürr irre Füße träte». Auf da« jämmerliche Geschrei de» Uebdrfalleneu, erschiene» •) So* Hr*. Dr. B. geht »*« fort« *te« jfctaam Darstrtlmm bor^ Smaiage **, bk »ix te Pchstrr Kr. teiog» «er»e,.

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