Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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auf büjcmiftoi Perssulichkile» tnfc LitterattnoErznguiffe erstrecke», lern mnshtdhartr Liufluß auf bi« Gestaüuutz bei relitziS ro Lebens der Gegeuwart fartdaaert. Er m| ferner Mt bei äußern Schicksale« der Vorfahrn, wnizsteus i» der eigern Heimath dekauut wache». 3. Dergesummte Uuterrchtsstoff ist um hervorragnde Mäuuer zu grupp treu, lern Lebensbilder nach Möglichkeit pragmatisch zu oerdiadn stud. Auf demscldeu biographische» Wege muß de» Zägliugcu eine aoschaultche Darstellung der für jüdische Geschichte charakteristische« Sammelwerke vermittelt werden. ■4. Probe« litterarischer Erznguiffe fiud möglichst nur aus deu m allen Häudn befindlichen Sawmluugn (Siddur, Machsrr, Peßach-Haggada, Selichoth, Kiuuoth) zu geben, v. Der Unterricht ia der jüdische» Geschichte «uß durch die Uuterrveisrmg iu In übrige« Fächer« des RetigionSunterrichts «ine stetig« Förderung uud Unterstützung erhalte«. '6. Dir dem 7. uud' 8. Schuljahre augehörige» Zöglinge erhalten diese» Unterricht iu zweijährigem Kursus i« je zwei wöchentliche« Stunden. In jedem Jahre wird der ganze - Zeitraum durchgenounnn. Der Lehrstoff ist so zu vertheiln, daß beide Jahreskurse rtuaudrr ergänzen. IU. Thesen zu« Referat des Herrn Beruhard» ' t,. Taruowitz: Welche Einrichtungen fiud seitns der Gemeinden £ zu treffen, um dn hebräisch eo Unterricht überall pädagogisch richtig zu gestalten. 1. Die Einrichtung uud Erhaltung des I' hebräischen Unterrichtes ist von de« übrigen stultuseiurichtuugen Mtrambar uud daher alleinige Aufgabe der Gemeinde» 2. Di« Errichtung von Religionsschuln, r^elche der Leitung pädagogisch gebildeter Lehrer zu übergeben fiud. muß überall äugest rebt werden. 3. Die Ertheiluug des hebräischen Unterricht» als Privat thätigkeit der Lehrer ist als Roth behelf »ur dann zu empfehln, wenn die Errichtung von Rel gio«»- schulen unmöglich oder mit Schwierigkeitn verbunden ist. 4. Die Uebertraguug de« hebräische» Unterrichts.an nicht pädagogisch gebildet« Persoueu oder hierfür nicht qualifizirt« Üiultusdeamte ist, als dn pädagogischen Grundsätzen widersprechend, zu verwerfe». Este» «.Ht. (Schluß) Herr Dr. B. führt den Passus . au: „Für Schulen, welche oon Kindern verschiedener Cpnfessiorn besucht werden, sin» möglichst »nr solche Bücher zu wählen, welch« keinen «iarnüichn coyfesfioaellen Charakter haben." Da abir die jübifdjm Schüler in diese Kategorie . nicht gehören, so schließt Herr Dr. B. und mit ihm Herr L. iu Ronen, so dürften die LesMcher in denselben der Mischn .Eitze»thümlichkestrn nicht ermungeln. Der ausschlaggebende Rachlatz wird, ob mit oder ohne ^Absufit, mag dahingestrllt bleibe,, auSgrlaffen. u’ Derselbe lautet: „Lus dn bereits eingeführten Büchern sind d i e * ’ Stückt konfessionelle» In Halts in de» Religionsunterricht z« verweisen.- Was folgt daran« im Allgemeinen? Der Minister ist der Ansicht, daß der Religion«.Unterricht di«Aufgabe hat, die confessiouellei Ligeirthümlichkeiten herauszukehren und zu pflegen, nicht das Lesübuch. Hierüber ereifert sich nun Herr Dr. B. ganz r ltig und ruft voller Entrüstung aus: „Was wird alle» Religion «stunde aufaebürdet?" Bor mir liegt der Stundenplan der Oberklafle einer Schute i« dem Rabbinat -des Herrn Dr. B. Auf dies«« sind elf Stuuden wöchentlich für jüdische Fächer aufgrführt, für deutsch Lesen . drei Stunden. Da Herr Dr. B. Schulinspektor ist. so muß doch dies« Einrichtung von chm festgestellt sei». Mt Recht viarf hier die Frage gestellt »erden: Sollte in den wöchnt- ^iich angeschtn zwei Rrligiov«stunden keine Zeit vorhanden ~ seül, über Chauucka, den vrrföhnungstag rc. zu rrdn? Ist es Iwch «in alter Brauch iu Israel, vor dn Festtagen von 'ter Bedeutung der Festtage zu sprechen. Die meisin Ge- 7.m«tidn in Deutschland habe« «ur Religionsschuln. die 'wnigftru Elementarschule». Habn Sir, Herr Dr.!. bei chnm Eutrüftuugsansruf auch daran gedacht? Ich bi» zu Mt gewordn, um nicht -» wisse,, daß der'Bestand des «tthuwi uicht M» rchitzn, Lqestückn adhäußt. Es find ganz andere Faktorn. auf di« es atckommt, dach darüber ein a»I)erR Wal — (Me bitten dar»». Red.) «Sie verweisn mich auf die voa bewährten uud freisinnig;-' Pädagogn heranSgegebnru Lesebücher, welche zahlreiihe Brücke enthalten, die religiös« Stoffe behandeln. Behandelt den» da« fragliche Lesebuch für Oberklafln keine religiösen Stoffe? Das werdn Sie doch nicht behanuten s »olln, Herr Dr! Iu Ihrem Eifer habe» Ste vergeffn, baß es sich hier um daS speziell Coufessionellr handelt. | Kein wirllich freisinniger Pädagoge wird das in den Vordergrund gestellt wiffn «olln. Ich will nur Bezug nehmen auf: „Diestrrweg's Wegweiser zur Bildung für deutsche Lei,rer", Q. Band.'fünfte Auflage, S. 1v8. Endlich versteigt sich Herr Dr. B. zu der Insinuation: „Es scheint, als hätte der Bearbeiter absichtlich vernuedn. bat,Buch für israelitische Schule« nutzbar zu machen." Sr-lche Anschuldigungen beweisen, daß der Herr Dr. B. sich ein großes DivinotionS-Bermögen oiudicirt Darum unter» loste ich es, micki dagegen zu vertheidigen. Ebenso überlaste ich es dem Urtheile der sah- und fachkundigen Äser, od ich von meiner Arbeit in hohem Tone gesprochen habe. Uelier meine Thätigkeit spricht sich da« Borwort sehr klar aui', ein Mehr nehme ich für mich naht in Anspruch, i „Eigene Ausarbrilungrn der Herausgeber", heißt es in den .Allgemeinen Bestimm nagen', „salln die Lesebücher nicht gedn." —WaS wich brrrogn hat, da« spezifisch Eoafessiouelle in den Religionsunterisicht zu vcrlcgen, darüber dürste uunmel-r wohl kein Zweifel obwalte». Ich bin jedoch für meine Jiueu keineswegs so «ingnommn, daß ich dr» Wünschen viele.: Erliegen au» purem Eignsiuu »«cht Rechomeg tragen sollte. Har doch der Semi»a--Direstor Richter sich bemüht, dn Ausstellungen von evangelischer Seite gerecht zu werdn, warwm sollte ich de», Verleger iu seinem rigenn Jnterrstr nicht »eraulaffen, mir bei einer n-un Auflage, ohne Rtzckfichi: auf lechnich« Schwieriqkeüeu, freie Hin» zu tafln? Lelber desitzn wir in unserer reiche» Litteratur auffallnd wevixe volkSthümlich gehaltene Musterstückc in der gewünscht» Riüst-uig. Hiermit betrachte ich nun für ureinn Theil die ganze Angelegenheit als abgeschlossen und iprrche nur noch dir Hoffnung an», daß für die Folge di« Lehrer in Israel, dem Grundsätze unserer Weisen solgnd, iu ihrru. Uelheitn etwas vorsichtiger ihr. mögen ' Bluwenfeld, emerie. Hauptlehrer.*) Pimzitz, 3V. Dezember. (Or^-Lorr.) Der Hierselbst segensreich wirkenden „Semonstiftuug" find in diesen Tagen nach dem Abl-deu der Frau des verewigtn Stifters 20.000 Mark zugefalleu. io daß das Gruudrapttal uuumehr c». 80,lt00 Mark beträgt. Mt dn Zinsen diese« Eapital« wird nicht nur manche LhrLne getrocknet, sonder» auch noch manche falsihe not gehässige Anschanuag entkräftet, die oft gegen Juten und Iadeuthum erhobn wird. Wie häufig hört mau, daß wir umunsere Glaube uSgnossea als Brüder aaerknun, »ichi aber die Religion besitze«, welche die Universalität der Menschealiebe predigt. Nun, theoretische Erörteruntze» köniin nur Diejnign überzngea, die üderzngt werdn wollen und nicht der Belehrnug unzugänglich fiud; »er Lhetsachn dagegn muß auch der glühendste Haß verstumme». Diese .Srmoustistuug" ist ei» chatsächlicher Pretest grgn die erwähnt« Anklage, welche so oft grgn das Judenthum erhöbe« wird, da« zuerst zu alle» -keusche, uud uicht u»r zu l«t Staduuuesgnostea geredet hat. Ei, für die Ideale feines Glaudns begeiftiwter Jude, Eharles Sam, war es, der »mr längere: Zeit eia Capital gestiftet hat, deffn Ziuft» j«d«t> an Judn uud Lhriste, vertheilt werdn wiln. Das Curawrmm der Stiftuag besteht aus dn» Rabdttwr und 4 Mitgürberu der Gemedlde, «ad mit gewtffenhastrstrr 1 5» de» i» dar. Samt adaedrmkte, Lheil» stad j««i ßaa- «itüellMdk Drachchkr ut bu-ichtjgn. «. 617 II 3. 4 ». «k. matz H Las Lefibach faC Ms «. f. m. ff. el«), ». g. » >*-