Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 1.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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mir zngeschickt, mit brr Bitte .Zur (Enuibtr—g*. Ich be» abfichtige nicht, «ich m ein« Fckttrkrieg einznläss«. Meine Wonr in Betreff Mt LebrerstanbeS. Mn ich innerlich «d äußerlich zu heb« suche, siub deutlich genug. Wer meint, tat er als Belktzlchollchr« «n elementarer Ausbildung « Wiff.-nschast unb Religinn genügende Fähigkeit habe, um auch als Rabbiner, Rttigioaslehver unb Prediger fuagireu zu können, für be» habe ich a i cht geschrieben. Wer «eint, baß der Boschschn lehrer besser für das Judenthom wirke, als der lheoiogisck gebildete Rabbi»«. weil die Leute aus dem Lande teuere Anhänger des Judenchums seien, als in den Städten mit ihren Rabbinern, dem antworte ich nicht. Auf diesen beiden Sätzen beruht die ganze Abwehr. R-A. Kl. chüer-I»gekßet», Ende Dezember. (Achawa.) Die Bertheiluug »er Pensionen für da- Jahr 1887 au die dienstunfähigen Lkitglieder unseres BereiuS, sowie an die Littwen und We sen derjmigeu, deren Ernährer einst Mit- -lieber der Achaua waren, hat dieser Tage stattgefuudeu. Es kamen 9000 Mark zar Lertheilung. (In 1888 8514 M.; 1885 8880 M. u. s. w.) Die Freunde unseres Bereius werden raranS nnt Freude die stetige Entwicklusg desselbeu erkenn«. Die Zahl der Petenten ist leid« eben« falls gestiegen mb bt fit sämmtlich berechtigte Ansprüche hatten, jo erhöht« sich die Anzahl d« Thetle von 64'/, im vorigen Jahre auf 72'/, in diesem Jahre, wodurch sich aUndings die Eiuzelthkilsummeu um einige Mark gegen das unmittelbar vorhergehende Jahr verring«te. . Die .Achawa" verbreitet Segen in alle Theile uns«es GesamwtvattrlaudA, wo nm irgend Juden wohnen; in kleine uud große Gemeinde«! Aach dahin, von to durchaus keine Mithilfe für die Erfüllung uns«« schweren Aufgabe «ns dish« entgegenkowmt. Summen von alljährlich 124 M. für alleinstehende slerson«. von 200, 300 bis nahe 400 M. für kleine ad« x^i ßere Familien find, wenn auch imm« noch nicht ausreichende Hilft, doch jedenfalls Trost bringend« UnterstützuogSgader. die manche Noch zn lindern im Staude sind. Wir wied«holen: Man v«geffe gegenüb« auderweitigeu B«aastaltuugen ncht, laß diese Gabe« nicht einmalige find, sondern sich alljährlich wftderhol«. Wir haben jetzt schon nnt« imseren Pensionär« ma»che, die Summen von jährlich 200, 300 uud bis «ah« an 400 Mark seit 10 bis 15 Jahr« beziehe» und wohl hoffchttlich noch lauge Jahre beziehen können. Es war uns auß«dem auch in diese« Jahn wieder die Aufgabe geworden, neben b« obigen Berthetlungssumm« oft uns fern« zur lftrsügung stehenden 2000 Mark ans dem Reservefond fall ganz zu verausgaben. Es ist »st ganz besonders wohlthueni, in solchen Fällen augenblicklich«, aoß«. gewöhnlich dring«»« Roth rasch helfend eintreteu zu könnm. Im Laufe M Jahres find zwei Mitglftd« gestorben uud zwölf neu eil getreten. Die Zahl d« aktive» Mitglied« beträgt zur Zett ' 74! Immerhin ist diese Zahl »och gering im Verhältnisse zur Zahl d« jüdisch« Lehr« — und Rabbiner! — Deutsch lauds. Es oiebt auch jetzt noch streife, zu den« dft stunde von dem segensreich« Wirk« d« Achawa »och nicht gedruns« ist, oder dft derselb« aus and««, »st sehr egoistischen Erüudm ft« bleibe». Lieft Hab« dft Zeit verpaßt und stad;etzt üb« dft Jahre hinaus. Das Benuög,» b« Achawa wird dis zum Jahreswechsel die Summ« vou 180 000 Mark übersteig«. Hocherfreulich ist dft Zunahme d» Zahl d« Ehr«. Mitglied«. Im (fahre 188« sind i» Darmstadt 17 nb im Jahre 1887 in Mae»; 60 (!) Ehrmmitglieb« für unser« Lereiu g«»onum Word«, und diese Zahl ist »och nicht der Abschluß iu dieser Gemeinde. In beidm Städftn ging« üe Gemeiudevorstiude mit d« Rabbiner, bet beid« Richtmig« Haub iu Haud zur Förderung uns«« Sache; et» «fr« ich« Beweis, daß man hftr wohl erkannt hat, daß dft Ach»«» Üb« k«n Partei« und Richtmag« steht und keine andere Aufgabe kennt, als — wohlzuch-m, den Lchrmstanb p» h>»eu, ihn in seine» schwierig» Beruft z. kräftig«, damit « nicht ueb« ein« oft traurig« Gegen-, wart noch gebeugt werbe durch dft Sargt um sei« eigcKv sab m Me Zabmst sein« Angehörigen. Jnsbesoudere in Mainz Hab« mft dft erfrenltche Wahruchmnug z» mache» Geleg«heit gehabt, daß es zumeist nur d« richtigen persönlichen Aureguug bedarf, wohlwokftndeIsraelit« zum Beitritt zu «userem Vereine zu beweg rn, und daß anr iu frUo« Fälftn ei» Beittag »ou jährlich Ö^Mavk versagt wird «tue» Berel«, d« so uothwendig wohlthätig stk ' nud durch sei« gesammtt Entwicklung, seine fortschreitend« Be« dentuug und sedw ganze Organisation sich iwwährt hat. Vft' dürf« mtt «echt behaupt«, daß dft Achawa z. Z. dft betcutsamste gemeinsame Lnß«r Jnstitutton für/ die ganze deutsche Judenheit ist. — Wir Hab« »ns dah« «tschftff«, i m 8 a n fe des nächsteuJahres (1888) indenverschiedene« großen jüdischen Gemeinden Tetttschlauds s» weit als möglich überall persönlich eiurrtrete«, wie iu Mainz gescheh«, und hoffen auch überall uns gleich gesegnet« Erfolg. Wir zweiftlu nicht, das, das Wohlw lft» der Gemeindevorstände, d« Rabbiuer und Lehrer «ns gleichfalls üb«all unterstütz« wird.*) Im Jähir 1880 find es 25 Jahre, seitdem dft konstitnir«de Versammlung d« Achawa staUgefnud«, und wir hoffen mit Gewißlnit, so ltzvtt aus Leben und Gesundheit sch«kt, daß schon bet näefftjährtge Rechenschaftsbericht fein wird wa« « sei» und werde» soll: Ein vrrzeichniß d« Ehrenmitglied«, zugleich rin Berzeichutß der Elite der deutschen Judenheit, dft geeinigt ist zum wohlthättgst« Zwecke: zur auSgleichrnd« Gerechttgkeit (Zedoko) für die israelitisch« Lehr« uud liultusbeamtt» and d«« Hiut«blieb«m; für dft Dienstunfähig«, die Witt»« und Waif« dies« Bertrtt« des Jud«thum». Aönigsßitte. Dft »Freft B«eiuigm^ jüdischer Lehrer OberschlefieuS* hielt hi« am 26. D«zemb,r ihre dritte versammlnug. Auf d« Tagesordnung standen: I. DiSpofitiou zur Lehrprob« des Herrn Zwirner' Die geschichtliche Entstehung des Ehanukkah» feste«. Als Einleitung dient d« Hinweis aus das kurz vorangegangeue Fest. Die Geschichtt wird alsdaua vom Lehr« schücht und klar, qb« mit Begeisterung »ued Wärm», vorerzählt. — Hierbei gebrauche der Lehret fleißig die starte3 von Palästina; er kann ab« auch vor lßegia» sein« Er» zählnug alle in derselb« verkomme»»« >st»graphffch« Bezetchuuuzm angeb«, damit während des Erzähle»- kein: Unterbrechung ftattzusiudeo braucht. Alle in der Geschichte' vorkommend« fremd« Ägennamm uud Jahreszahlen »erd«s bei d« Erwähnung sofort an die Wandtafel geschrftbe«. An dft Erzählung d« Geschichte schließt sich eine BespreihuuA I Feste» als Nutzanwendung an ' Hierbei vürd in «ehr ~ wickelnd« Weise von der Bedeutung deffelb«, von d« < bränchm und der Liturgik gesprochen. Das Bor«z>hlte w alsdann gründlich abgestagt und die vrchtigst« Sätze Form einer Dispofltton augeschrieb«, «it denn Hilfe stiud« zusammruhäug«» n«ch«zähftn müssen. Znm Schluß der Stund« schreib« die stiud« die Dispofitioussätze, s dft angrschrieb«« Jahre-zahl« uud Ei zeuuam« i« Hefte ad zum Zwecke des häuslich« Merio nereuS. II. Thesen zum Ref«at de« Her« Rabbiuer De) Braun-Pleß: Stoff und Methode des Uaftrrichts d« jüdische« Geschichte. 1. D« Unterricht i» de jüdisch« Geschichtt soll dft J»g«d durch dft Einficht i» de EutwickrluuAögaug des Judeuchums zu Aare« Berstäuduk stk das religiöse Leb« d« Gegemoart. zu r.berzengmig« treues Bekeuutuiß uud zu freudig» Ausübuug dis väterlich«, keuutuiffes erzfthen. 2. Demgemäß muß fich d« •) »uch »tr halle» dir Organstati»» der .«rhawa" für die ftge reichst« der teatkch» Zadwcheit. di« der Unterstütz»« der »ewet, vorstäade, Rabbi»er and Lehrer i» hdchsteu Matz: würdig ist: di» sdallche Anstaeraag wird ficherlich de» Vereine von ^otze« Nutze« »nd deftsade» i» jeder Goaeinde ein« Anzahl von Ehrenwttilte zuführrn. Wir rnftn de» Vater der .Achaw»",^ Herr» Ali» stei», z» seiner beabfichtizte» Reis« darch Deatichland ei» her aam rr» »«i . * c