Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 51.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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I." vollständig eingerückt. und die ganze Sache ist so darß«- fiellt, al» ob dies,» Blatt die Hauptschuld an der Lrfindung und Verbreitung jener Insinuation und an de« Lerstegru der Unterstützung»-Sendungen u!tye. Diese Erklärung de» Psberboruer Eomite ist in sehr viele« Blättern za lesen. Wenn in demselben gesagt wird, daß man den Zweck de» Mittel» der „*. A. d. I." nicht weiter eritistren wolle, so G es ebenso übernüsfig darüber zu commentiren, warum di« Herren in Paderborn gerade die „8. Z d. I." al» Sünden» bock grwählt habe«. Denn die Auslassungen diese» Btatte» harten vorher — am S. Nov., während di« „8. Zd. I" ihren Artikel vom 4. datirt — in der »ASt» »kfchen Zeit." gestanden. Man berichtigt und tadelt aber nicht diese» so weit verbreitete, »war nicht ultramontane, aber doch katholische Blatt, sondern rin jüdische», in wetteren Areisrn kaum gekannte»; «» soll so au»sehen, al» . ob «in gehässige» Manäoer von Juden gespielt worden sei. ' Freilich ist die betr. Nummer der „8. Z. d. I." erst am IS. Non. erschienen, und darum hat da» Paderborner Eomite anscheinend Recht, wenn r« sagt, daß di« „8. Z d. I." di« Insinuation lang«, nachdem st« berichtigt worden, wieder aufgesrischt Hab«; bet eine« nicht am Wohnort de« Redakteur» erscheinenden Wochen blatte ist da» nicht ganz zu vermeide». I« jedem Falle muh unsererseit» constattN werden, daß die» Paderborner Eomite sich zu Unrecht an dt« Adresse der »8- Z. d. I," statt an die „Aüln. Zeit." gewendet har, und «* wäre zweckmäßig, wenn die Blätter, welch« die Paderbor» uer Erklärung ausgenomnien haben, bewogen würden, nachträglich zu bemertrn, daß der Artikel ursprünglich der »Köln. Zeit." angehörr. Herr I)r.. Philippsohn aber hat eine unangenehme Lektion für sein« beliebte Fabrikation von „Privatmitthrilungen" au» den Notizen politischer Blätter u. s. w. erhalten. Hätte er de» Artikel der „Äöln. Zeit." abgedruckt, statt ihn zu eigner Daare umznstempeln, so war e» den Paderborner« nicht »tßlich, ihn bloßzustellen und zugleich den Juden Ein» anzuhängen. Tharakteristisch ist, daß da» Paderborner Eomite seine Erklärung auch dem Mainzer „Israelit" übersendet hat — «au muß in Paderborn über jüdische Parteioerhältnisse wohl unterrichtet sein! — und daß Herr vr. Lehmann diese Erklärung zu einem Leitartikel verwendet. Er fügt nämlich ein« längere Einleitung hinzu, worin er erklärt, daß e« dem Inden verboten sei, BSse» mit VSsen zu vergelten. — Wie die allen Griechen dem Tragödiencyclu» ein Satyrspiel folgen ließen- und bei Shakespeare zur Abwechslung der Hanswurst auftritt, so geben wir unfern Lesern zu den Erörterungen über judenfeindliche Schreibereien, welche wir in den jüngsten Nummern liefern mußten, anch ein kleine» Nachspiel, worin «ine lustige Person anftritt. Die» geschieht in der „deutschen Wacht" nach folgender Notiz der „N. St. Z.": „Der „Wacht"-Schreib«r in Duchrrow, Pastor Ouiftorp, hat zur Lösung der orientalischen Frage einen „TheilungSplan de» türkischen Erb«»" entworfen und dem Fürsten Bismarck unterbreitet, der intereffant genug ist, um feiner auch hier Erwähnung zu thun. Rach demselben soll von de« „stolzen Türkenreich, dem die verfaulenden Glieder bei' lebendige« Leibe abfallen", Eonftantinopel, Rumelien und Bulgarien an den Hohenzoller in Rumänien, Serbien, Bosnien -und Herzegowina an einen österreichischen Erzherzog kommen. Rußland soll Aleinafien, England Aegypten, Frankreich Dllli«, Italien Tripoll«, Deutschland aber Syrien und Palästina erhalten. „Und wenn daun,, so heißt e« wörtlich in dem originellen Vorschlag«, auf einem europäische» Frieden« Eongreß beschlossen würde: Sämmtlich« Juden au» Deutschland, Rußland, Polen, Oesterreich und der ganzen Welt werden wieder in da» Land ihrer Väter dirigirt, und die jüdischen, Religion und Sitte verhöhnenden Zeitungsschreiber werden in einer großen Ei rafcolonie am Tobten Meere „internlrt" — dann» nun ja, warum sollt« dann nicht noch Alle» gut »erden können? — besonder» wen« (setzen wir »och hipzn), Pastor Qutstorp al« Prediger und Mssionar für diese Ealonte bestellt und sein Bruder Heinrich bei der „Gründung" bethelligt würde. Mngdebnrg. E» dürfte die Leser dies. Bl. interesfiren, au» unparteiischem, nichtjüdtschem Munde ein Unheil über den unter starken Seburtswehen neu in'» Lebe« aetretenen „J»raeliitschen'Ltterawrverein" zu vernehmen. Herr Proftssor E. Siegfried in Jena äußen sich gelegentlich einer eingehende« Besprechung der unter den diesjähr^en Verein» - schriften erschienenen „Studien u. s. «. v. I. S. Bloch" in der „Jenaer Literaturzettung" Nr öl einleitend wie folgt: „Der von mehreren i«rarlftischen Gelehrten kürzlich begründete „Israelitische Literatur-Verein" hat bereit» über sein erst e» Geschätfsjahr «inen Bericht veröffentlicht, au« dem wir ersehen. daß es sich derselbe zur Aufgabe gesetzt hat, wissenschaftliche nnd belletristische Leistungen jüdischer Gelehrter zu veröffentlichen. Man kann diese« Unternehmen der allgemeinen Theilnahme nur entpfehlen. nicht oft dürfte man für 8 Mark so viel Gediegene» und Unterhaltende« geboten erhalten. In diesem Jahre sind außer 3 Novellen da» oben angezeigte Buch und Graetz, Geschichte der Juden vd. II erste Hälfte geliefert' chbtden Die Grschäft«leitnng de» Verein» hat Rabb. De. Rahmer") in Magdeburg, di« buchhändlertsch« Eommiffion OSkar Seiner in Leipzig übernommen. — „Wa« da« hier zunächst vorliegende Buch betrifft, so ist e« nicht für einen «»»schließlich wissenschaftlichen Leserkreis bestimmt, allein e» wird trotzdem auch der wissenschaftliche Leser viel Anregende» in dem Buche finden, weil manch« der. sogenannten Einleitungsfragen, in deren Literatur der Verfasser sich sehr sorgfältig umgesehen hat, hier so zu sagen unter eine neue Beleuchtung gebracht werden. So sind z. 8. in der Abhandlung I sehr gute Untersuchungen über den ursprünglichen Sinn der Benennungen Thora, Nebiim und A«» thubim, sowie über Eintheilnng und ursprünglich« Anordnung der einzelnen Bücher gegeben und e« ist sehr dankenSwerth, daß anstatt de» magern Anochen« von Baba bathra 14 'an dem di« Jsagogiker bi« zum Urberdraß herumnagen, hier ei» reicherer Borrath taimudischen Material» zur Entscheidung dieser schwierigen Fragen herbeigeschasft wird. — Daß übrigen» die Benennung „Nebiim" auch die Hagiographen mit umfassen konnte und auch oft mit umfaßte, scheint un» ebenfalls an« den Stellen S. IS f. heroorzugehen, nicht aber daß die« von Hause au» und daß r» immer so war. — BeachtenSwerth ist auch wa» S. 36 ff. über die Megilloth gesagt wird und recht gut die Begründung der Benennung »Profeten' bei Büchern historischen Inhalt» (S. 31). Auch die Abhandlung über die große Synagoge ist reich an manchen scharfsinnigen Bemerkungen (S. 100 ff.). Andre« allerdings erregt« in un» Bedenken »nd Widerspruch, dem wir freilich hier nur andeutend Rau, > geben können, u. s. w." — Da», Folgende enthält eine'in'» Specielle gehende Receüsion' deß Buche», deren Abdruck nicht in dies. Bl. gehört. Eine näher« Besprechung de» Buche» wird die nächste Nr. de»' „Jüd. Litera turbl," bringen. R.**) L. Kvschmi», 18. Dec. (Or.-Sorr) Auf die in Nro. 49 d. Bl. abgedruckt« Petition, welch« der hiesig« Gemeindevorstand an da» Lultnsministrrium betreffend di« Aufnahme und: Gleichstellung jüd. Zögling« in da» hiesige Lehrerseminar gerichtet hatte, ist heute nachstehender, vom 15. c datirler, Bescheid ergangen: Dem Vorstände eröffne ich aus die Eingabe vom 13. * Luch Labs.«r't -jüdische« Literaturblatt-, da« zu Kagdeturg erscheint, sei bei dieser Gelegeicheft der Beachtung empfohlen. 9* bringt namentlich gut« Aerenfionen aller in da« Gebiet de« Judenthum« ein. schlagend«» Schriften. sProf. Sie^ried.) **) Ich nehme hier veranlass»», aus di« viele» Anftage» Betreff« de« »»eite» gahra«»» de« „JSr. Lit. Bermn»- «itzuthetle». daß. die bezügl. »rrrultre erst i« ganuär versandt »«de» kdnne». K.