Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/5369809-5935045-5938018--2944-5372372
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I, der Verfammlnng der Stadtverordneten. rat 13/25. DeMftft, hielt der Bürgermeister Oeheimrath Nowohel-ky folgende Rede, die »il Beifall anfgenommen wurde. „Meine Herren! Di« trrarige Rachricht, di« na» der Telegraph rat St. Pelertbnrg vo« Ableben deachtbaren Mitgliedes Ihrer L«ria»»tllag und des Stadtrathe» vr. Eolowietschck brachte, ist Ihnen wohl bekannt. Eie, mein« Herren, die den Verewigten zn« Stadtrathe erwähl! habe», wissen feine admininrativ« Thätigkeit zu würdigen; aber in diesem Augenvnkke Halle ich ich et für meine Pflicht, vor Ihnen zn besagen, daß ich noch Ml* stützt, im Jodr« 1866, bei der früher« Mnnieipaiität, de« Heimgegangene« vr. Solowietschik alt Ordtnarin« unseres Hospitalgeichätzt nnd meinet beso: den» Bertranrüt würdig gefunden habe; chm wnrde dir Leitung dieser großartigen, wohlthätigen Anstalt, des städtische« tzoipital«, anvrrtraut. Die hohe Bildung, die Emannel Solowietschik besaß, seine Wissbegierde, seilt« Belesenheit und die Beschäftigung mit Allem, «a» die Semeindeintereffen betraf oder i« da» Fach «inichlug, zn dem er berufen war, seine Energie, und hanptsächlich seine gewissenhaft« Hingebung für jede« Gegenstand, dem er sich unterzog, bildeten die hervorragende« Züge de- Bcrewtgdkn, nnd ich glaube, daß Vr. Eolowietschck die Ehre nnfrver V.rsäiNMlintg auBüachte. (Rufe: Braoo! Braoo! 'Deshalb ertaubt ich mir, «eine H.Vren, zu glaubest, daß Sie allem oon mir Gesagten znstiamen und Ihren Bürgermeister bevollmächtigen werden, der Äiftwe de- Hingeschiedene» titft tiefste Beileid, i« Namen der Stadt, über den Verlust. den unsere Eoiamnne in der Person non EManu-l Solowietschik erlüten, au-zndrücken, nab Sie werden dadurch die Verdiensteinet unserebesten Bertreter der Stadt anerkennen." Die Versammlung nah« den oet Lürgermeisteran und beschloß, darüber «in besondere- Protokoll au-znsertige«. Bei der am^SI. Sci^ber in der Synagoge abaehalte» ne» Trauerfeier für Salowretichrk waren alle Nmabilitäten der Stadt, vom Gouverneur herab, anweseud. Die Lerzte destädtischen Ho-pital» haben beschlossen, eine marmorn« Gedächtaißtafel mit paffender Inschrift zn Ehren de- Verblichenen aufstellen zu lassen. Wen» nun der Tod, da» so frühzeitige Hinscheiden solcher Männer, wie Orschan-ky und Solowietschik, überall nnd unter allen Umständen zn dektagen ist, so ist e» doch in Rußland unter de« jetzigen Zeitverhälmiffe» doppelt, ja zehnfach traurig. Di« Jude», welche «ine angemeffene Zeilbilduug in ich ausgenommen haben, durch Talente und Leistungen eine Stellung erworben, für chre Älanben-brüder in die Schranken trete«. Bornrtheil« entkräften und. durch die Achtung. welch« ü« sich selbst erringe», den Juden nützen können und dann auch — dies al,let thun «ollen, d. h. noch im Herpa Inden bleibe», diese sind in Rußland so sehr selten» daß der Tod einejeden solchen eine gewaltige Lücke schafft. Wie wenig man auch sonst von „Lnersetzlichkeil" eine» Jnd oiduum« halten mag — in Rußland, für die rnsfische« Juden, fiud Männer, wie di« Beklagten, welche jüdische- und allgemeines, Wissen vereinigt«», und «bei de« Judenthum herzlich zugelhan.biiebe». unersetzlich. Wir habe» in Rußland nichts alt finsteven Orlhodoxitwu», dumps« vildragtfeindlichkeü, weiche deu» Haffe und der Verachtung gegen Inden stetneue Nahrung giebt, oder jenen scheußlichen, specifiich russischen Nchili»u>uS, dem — et ist entsetzlich! — in Rußland fast all« die jüdischen jungen Leus«, j^cnstiv« junge Damen, verfallen, welche ftch hem Schmutz. btt Unwissenheit aper dem bloß«» Talmübleruen eützieheu. Und ju diesem lyÄtelksche» Rthilisinugesellt sich dann nur zn oft hie Verachtung alles Jüdische», die Bekämpfung und. Verhöhnung alles Religiösen, Emstimmen in da- Gerede der ärgsten Judenfeinde und — ein totale- Verwerfe» jeder Moral — 4 la stowster nnd vieler -«hoffen,, Mensche«/ dtaeu nicht« heilig und nichts gemein, nicht» verbotest mich sündhaft, alt — sich auf einem «erbrechen ertappen zu lassen (Schluß.) Älir lassen zn^ ^Llegray»«« -es./ . veziert aüt' Teheran an E. Hoh. ^M^dymah, . Gc«ver»«vk von Hamaban, nnd an den Eprzlal-Eomiffär^ Abdnl-Ram», tzKjntani des Schah, welcher nach Hamadan gejeudet wurde, folgen: ... , 1. An den Prinzen Azzeddostläh; D»r.,.hahPf es« Telegramm empfangen, welche» meldet, daß ist Hgmadan ein Auflauf ftattg^uuden, baß man dort eine» Judest verbrannt hat, indem rNan ihn mit Harz bestrich, daß luau an« dtte^b-twimdet and tyretzäüstr Kplüstveft hat; f-klttt. väss mehrere Juden in ihren Häusern belagert wurden, st bitß sie sticht htntstisgeh-st können. Pies« 'kriNfGe Rächttcht hat S. Maj. sehr betrübt Es ist zü verändern, däß did Behörde kein« Maßttg-kst etgrissrn hat. ulst d-st «ükkühk Ist dtt vom Anfang di« zur Ermordung dr« Jstdtst vekflmtnn» Zeit bon drek Stunden zjü stillen. Wenn Sie selbst vbst bet Stadt entfernt gewesen wären, so wüte» doch dlikbttik Retzierungrorgiiste anwesend. Wir kvUstlt eiste solche gtäusstold Handtuittz unter ihren Angen verübt werdest? Bkt EMsssastg dieser Depesche versuchen Sie also die Schuldigen tstthastkn zu lassest Sin Spezial-Söwissär wird Von Teh-räü ädtiflt sen. BIS tzu seiner Astkuaft hksttest Sie alle ist Gefattgettschäst, ob« denen Sie wissen, daß sie an der Thät btthkiligt fiitv öder daß fie auch Nur eist Interesse an derselbenhbvest. — Hu ssein. 2 Ast Abbnt-Rühtm, AvjUdastt. Der Ptlstz AAK. doulah hat UN» tettgraMtt, baß er Vit Repressalien in Sachen der Juden Nicht weitet tteidrst kaust Seist Be'gthr ist Nstttr folgenden vedistgststge« zNgtstastdtst tößwtu: 1) Dir bi» jetzt feftgtNoMtsttstest Ueöelthckltl: w-td-ll streng bestraft; 2) Et wird den Juden eksteftheiftliche Erklärung gegeben, daß sie zu einer bestimmten Frist 2300 TowM» als Entschädigung für ihre geplünderten Wohnungen 'erhallest. 3) Die Vorsteher der Q'iartiere werben benachrichtigt» daß, wenn in Zukunft auf ihr Anstiften, oder auf da» chrer Priester und. ohne Vorwisseu der Regierung, Feindseligkeiten gegen die Inden verübt werden, sie die strengst« Züchtigung zu gewärtigen haben. Nach Vollzug dieser Befehle kehren Sie unverzüglich zurück. — Hussein (Die beiden TelegraMiue sind dem französischen vericht entnommen. Wir schließen daran noch «inen jelbstständi, gen Bericht über die Angelegenheit ander „Dryssch Zeit.") Ein reicher Perser schuldete dem Rabbiner Ehajim eine groß» Sumuie Gelbe« und ein zufällige» Zusammentreffen von Gläubiger und Schuldner m einem Bazar bot dem Erste«» Gelegenheit, auf endliche Tilgung der Schuld zu dringest. Es kau, zu einem heftigen Wortwechsel. Die allmälitz sich sam-, meiude Menge fragte den Perser nach der Ursache des Streite», nnd da kam dem Schuldner plötzlich der Gedanke, sich seines Gläubiger» zu entledigen. „Hätte er mich beieldigt, so würde ich geschwiegen haben, aber er hat meinen Glanhen, er hat de« Propheten gelästert, da konnte ich nicht länger schweigen," war die Antwort, auf weiche hin di« Menge über den Rabbiner herzufallen und ihil zn ermorden Miene «achten. Dieser flüchtete sich jedoch rasch in da» benachbart« Hau» eine» reichen Perser», erzählt« hemselden de» Vorfall und bat ihn um Schutz. Ueberzeugt von der Wahrheit des. Gehört-», verbarg der Perser seinen Schützling in eineoz Zimmer he« Hause» und ließ das Hans adjperren. Als die Menge dt« Au-liefetuug de» Flüchtling» verlangte, sprach der edle Mann: Erst bringt mir Beweise, daun werde ich ihn, Euch übergebe». Die Menge aber erbrach gewallja« das Thor, bald war der Geflüchtete gefunden, auf di« Gasse geschleppt und gesteinigt. Der Leichnam wurde in der, Stadt, hetumgelkagen. Man trieb mit demselben Hohn nnd Svöttl und brachte ihn dann auf den Hauotplatz. Dort wurde Pul«, ver in den Rund des Tödlea gefüllt und angezündet, ja dgjz sMk ß'a^ÄwiE

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.