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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 50. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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UgtH. ,The Shepberd of the Valley* ist btt Xitel eines tat St. Soirii (Ohio) erscheinenden Blattes, des »ssiciellen vkgans des dortige» kaihol. Bischof«. La heiß» es: Die Ketzerei ist «ach de« Gesetze» der Kirche ei» ttdeswllrdiges Berbtechea. Die Kirche duldet die Ketzerei, wen» sie dazu ßqwungen ist ... . aber sodalo di« Katholik«» hier die «ui» schieden« Majorität bilden werde», wird es iu dieser stepu» bltk «tt der Religions-Fr> iheil zu End« sei«. Man weiß, »i« die katholisch« Kirche iu» Mittelalter die Ketzer behandelt har, so wird st« noch'immer und überall lhun, wo sie die Macht Hot ... . wenn wir jetzt di« Ketzer «ich» unterdrücken, so geschieht bas, well wir zu schwach dazu sind." Das ist offenbar nicht geheuchelt; da» heißt offen mit dtr Meinung hrroortrete». Und darum sagen wir, und jeder gibt es «un wohl zu, diese Gegner sind nicht die schlimmsten «Md nicht die gefährlichsten Wir brauche« ihnen nicht zn antworten. (Schluß folgt.) Berichte und Lorrespondeuzev. De»tschl«u»d. vmt der Eide. (Or.Lorr.) Im Berlage vouJ.Kauffaiann i« Frankfurt a. M. ist ein Werk erschienen, auf das di« Vorstände der israelitische« Gemeinden ganz beson' der« aufmerksam za machen, Pflicht der jüdischen Journalistik ist: die vom Rabbiner Dt. Engelben (5t. Gallen) bearbeitete »Statistik des Judenthum» im deutschen Reich« tansfchließlich Preußen) und in der Schweiz." Der Verfasser ist nicht etwa dabei stehe» gebiitden, genaue statistische ' Rokizen über die Seeienzahl, Lnitu-beamten und deren Besoldung, Schulen und Stiftungen rc. nach amtlichen Quellen tabellarisch ßljammenzustellen — was allein schon ein sehr verdienstliche» Weil wäre — sondern er hat dieses trockene Gerippe auch mit Fleisch umgeben, indem er bei jedem Staate dir staatsbürgerlich« Stellung der Juden in demselben ge«au zeichnet und so ein Gesammtbild von de« Rechten und den Leistungen der jüdischen Gemeinden in Deutschland und der Schweiz entwirft. Das riaerau« nützliche Werk sollte in keiner jüdischen Semeindebidlierhek, in keinem Gemeiitdearchiv fehle». Zu bedauern ist uur, daß dem Verfasser das betreffende Material für die preußischen Gemeinden seitens de« peenßischen Ministerium» nicht zugästtzsich gemacht war. Hoffentlich bleibt diese Ergänzung nicht lange au«. Das von der Lerlagsbuchhaudluag recht gut aasgrstattete Werk ist gegen Estrseadung von 9 Mark am besten direkt vost der Eingang« gemannten Buchhandlung zn beziehen, sonst aber auch durch jede Buchhandlung. 8p. Provinz Hsnnnder, 2. December. (Or^Eorr) Es ist, eine beseligende Wahrheit, daß das Weltendrama mit sei» Verkettungen und vrrschürzuugea sich allmählich dem Wephepuukt zuneigen muß, wo «iu großer Gedanke, rin bebentsiges Mort in di« Seel^ eine» edle«, starken Balte» Hinei,>- grworfen. zur schönsten Thal Hervorrufen wird. Wie hat sich doch das socigle Leben der Juden von Jahrzehnt zu Jahrzehnt bester, gestaltet! Sie erlauben mir, geehrter Herr R«' dahttur, ipena ich tu Kurzem eine Paraflele zu ziehen versuche zwischen Früher und Jetzt. ,8« ist vor einiger Zeit der Mischen Gemeind« iu Hameln gelungen, di« dortige Sarnisonkirche lluflich zu erwerben, um sie in eine Synagoge zu «^rpeaudel«. Pa« war ftüher, »tcht möglich, wo «an unter det ^Deyise: «Alles zur EhreÄottesl" Acte der Pol,ranz d«- gipg, tu bei heidnischen Lüikera nur oereinzelt.gefunben wer» dp» ytpchseu. Es war unter, der Heaseruug Kaiser Leopold» (lA^S—)7<)S), als, sich dz» U^zusriepeaheit der Einwohner durch die Elenset, vis der Kätser sich vewoge» fühlt«. äu B«rbaauuugsdscr«t geg«« di« Jude« zu erlaffen, Wflchs« natürjich von de« damaligen Bischof mit Frznd» begrüßt «uro«. (Der Herr Superinunoent in E. würbe vielleicht auch heute noch fein Ja und Aute« dazu gehen.) „Alle JÜhz« sollte« sich iusgesammt oo» dannen deg>ben und am Adepd (sprpori» Osiriqü sich K-uzer, bet Le,b- »nü rase, «ehr blicken lassen," Au 1400zjüdische Fqm>l».u mußt«« ulstdann de» Wauderstab ergrris.n Wie selbstverständlich, haß der ehrwürdige Bijchovon Wie» die nicht Synagoge an sich riß und onjeibe »n:er v»>u Rameu „hrisige Leovolkskirche" zu »in.r tämiich-katholischeu Kitche um>vand»tte. Da» geschah im Jahre de« Heil» 1670. Aus Wiimemtzerg, Auf. Deceniber. Die bevorstehende Einführung der Civllehe hat folgend« Kundgebungen im ^Schwäbischen Merkur" Rr 277 und 27V hervorgernse», die wir zur Kennzeichnung der Zustände hier «iedestgr.en. „Vom Lande. Durch die bevorstehende Einführung der Sivileh« hat sich auch die israelitische Oberkirchesib«Hörde bestimmen laffen, von den Radbinen de« gante» ei» Gutachten abzusordern, wie die synagogast Dränung nach Einführung der Eivilsh« gehakten werlstn soll. Bei der Sh>- node in Augsburg haben jämmtliche Radbinen sich dahin ausgesprochen, daß nach jüdischem, biblischem, wie ialsttMsche« Gesetz« die Civttehe für den Israeliten gesetzlich bnwend ist; aber auf Wunsch der Eheschließenden könne der Rabbi»« auch noch eine fynagogal« Trauung vornehmen. Es war bis jetzt auffallend, daß dir israelitische Oderkirchenvehörde veraltete Formen, wie z. v. die Verlesung eines chaldätfchrn Schriftstücke«, in welchem der Gästin beim Tod« de» Manne» eine Mehrung zugesichert wird, gestaltete und auch neue Formen, die dem Judenchstm ganz fremd waren, einsührt«. Es darf wohl von den Mddinen unsere» Lands» erwdrttt werden, dich sie au» dein Eheschließungsakte kein Dogma und kein Sakrament machen, dafür bürgt die Anschauung des theologischen Mllglieds der israetllischen Obttkirchenbehdrd«, wie er sie seiner Zeit aus der Synode fit AsigSbuvg lundgegedeN hat. -«in Judd." JBon bet XanbtT. DerBiettchtebftatker„vömLUnde" in Skr. 277 der Schwäbischen Ehrvnik. welcher aus Anlaß dar von der Kaiserl. Oderkirchenbrhörde *) von den Radbinen über die künstige Form der religiösen Trauung adgefordRten Gut» achten seine eigenen Ansichten über den mosaiich-lsraelitiichsst Ritus hinsichtlich der Trauung äußert, hätte zur Bestärkung derselben und zum Beweise füt die Abschaffung des Trandrieses (Ketuda) keine schlechtere Empfehlung Vordringen können, als den Hinweis auf die Augsburger Synode, da diese weder in Württemberg noch anderwärts in Rühmlichem Andetckest steht und in der Thai vällg^irhtngslos blieb. Sie war aber auch von so wenig Rabbtnen besucht, und Autoritäten fehlten chr so sehr, daß es nicht wunder nehmest^ Istnit, wenn ihre Beschlüsse ohne alle Beachtung und ohne allen Einfluß blieben. Wir können also dem Einsender mit voller Uederzeuguug versichern, daß die bei weite« größer« Hälfte der württemb. Radbinen, wie fast all« Deutschlands mit Ausnahme der paar Theiln«hr.>er an derselben, »sicht der Tendenz jener verfehlten Versammlung huldigt. WaS aber feine Befürchtung betrifft, die Räddinen möchten aus der Ehe ein Dogma oder Sakrament machen, so bleidt er mit dieser seiner weisen Vorsicht jedent denkenden Jsraeliien unoerständlich, da diese Begkiffe aus anderent Boden sich gebildet und Geltung erlangt haben. auf dem Gebiet« »es IudrnthnmS aber neben der „Sehre" nur von religiösen, moralischen „Geboten" und „Men" dir Rede seist kann, unter weich« ebesi auch die Form der Eheschließung zu sudjumiren ist. Dies« aber willkürlich abzuändern, hat weder tragend «ine religiöse oder weltliche Behörde das Recht, noch 'wird es dem Gewissen, das sich ml. dem Ski« *) Dl« Dü,:tr,ni. Israel. Obertirchrnbehsrd« ist Ksnigi Würpeut. der-sich und hat «tt Kalsw un« Reich Nicht« p» schaffen Di» hieest,» iMtstr uat» zesemlch»« A«zchch»un, „Uailertich" ist un« jstnz uxoer. ständiich. (Red.)

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