Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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- Odesa 2× ep/1000834
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thäligeu Mitbürger fr6r hocb. Dennoch find diese Kariate» don vor einiger Zeit mit vrr städtische» Beno.illnug l» eiueu Tonflicl geralhea, i» dem ihn«» jedoch nicht allein die ganze Bürgerschaft nnd i.lt'ü die R giernng zur Seile steht, und bei den, sie nun jetzt endlich einen glänzenden Eisoig errungen haben. Zur Err nnernng an die im Krimkriege bei der Bertheidigung Eiipatvrias geialleneu Russischen Ofsiciere und Soldaten hatte die Kar,irische G.ineiilvt >858 ein prachtvollr» Man,»nein in Farn, eine» M.>rmorobeli»t.n mit eniipechendir Anschrift und mit rund .uinlaiifenden Parkanlagen errichtet; die Karail.» allein trugen vi« Losten desselben nnv halten sich verpflichtet, Monument und Anlage auf ewige Zeiten in Llano zu halten. Rur halten sic zur B.diugiing ge- »iachl, daß kein Zeichen de» Kreuzes an dem Monument angebracht werde, da ihr Gesetz c» verbietet, für die Evnjervirung diese» Symbol« Geld »uszugeden. D >s war denn auch al» selbstverständlich genehnugt worben. Die Anlagen waren mehrere Jahre eine Zierde der Stadt, oi» ei» >n Enpaloria ansässiger Griechischer Kaujmann bei der Municipallläl damit durchdrang, daf» ihm gestattet werde, für seine Rechnung ein Griechische» Kreuz au den Sockel de» Obelisken anznbringen — da christliche Krieger unter dem Zeichen v » Kreuze« iuhen müßlcn. Gr erbot sich auch die Anlage» ,» den Stand zu halten. Der Grieche Halle mit diesem Borgern w.iier nicht» al» eine billige Reklame snr seine Person --eabsichligi. Das Kreuz ivurvc angebracht und seitdem ist d.r Part eine Wüsi.n.i »ad da» Monument »i»e Rnine geworden, d<i jener Kreuzctsanaliker keinen Kopeken w.iier für die Restanration opferte. D'e Karauen hatten sich jelbftoerständlich ihier Berpflichiung, die Anlagen in Lian', zn Hallen, überhoben betrachtet, und mit Recht. Runm.he ist ans Anordnung der Regie,u»g oa» Monument wieder yergestelli. da» nicht einmal z»m Stil de» Bauwerk» paffende Symbol wieder adgenommen nnd di> Karailiiche Ge,„ei„de zn allseitiger Zufriedenheit der Eupaiorier wieder feierlichst mit ver Pflege und Instandhaltung oer letzien Ruhestätte tapferer Russischen Soldaten betraut woroeiu (B. B Z.) Odrflit. (Glias OrschanSki und 0r. Emanuel Solowiers chit.*) Elias Orschauski, ged. im I. 1846, gestorben am 26. Sepl. o. I, war der Sohn eine» jüdische» Lebrel»; damit ist gejagt, oag leine Jugend voll von Enibehrung uno Rvlh ivar. Ebenso versteht es sich von selbst, dag er zunächst uno zi-rar bi» zum 16 Lebensjahre talmuk-ijchen Studien oblag. 'Laun aber kä.apfie -.r sich durch Schule und Universilät. »»«selbst er sich der Jnri»prudenz wldm.te durch und ließ sich in Odessa »l» Advokat nieder. Aber seine Gesundheit war de« Anftreilgunge» eine« Sffeutlicheu Amte» nicht gewachsen, er griff zur Feder de« Journalisten. Au oerschiedene» Blättern nud Zeitschriften vielseitig mitarbeiienb, stand lhiu jedoch Me Bercherdigung seiner Glaub.nsgeuoffen st.i« ru erster Linie. E, war einer der Leiter ms jüsisch-rujsijcheu Blatte» aDjen" (der Lug), liefen« verschiedene größere Lus» sätz«, di« gesetzliche Stellung, die socialen und gewerblichen Verhältnisse der Juden betreffend, nab gab diese später getammelt unter dem Xitel „Du Ino«»» tu Rußland" heran». 2» der ln P«lertd.>rg erscheinend«« „Jüdischen BlbilMyek" erschienen von ihm, Bel.achlungeu über den Ehassidt»>nu» und »«rschiedene andere Arbeiten,' wie „Die rujsiicht Sksetzgedung t» Betreff der Juden" ». a. m. — Wo eine Rechtfertigung der Juden hrransgefordrrt wurde, war Orschauski am Platze. So wurde denn sei» so frühe» Hinscheiden schmerzlich empfunden Aber auch die russische Preffe und nicht an, wenigsten der „Goto»"! widmete dem Tollegen ehrende Rachruse. In Odessa wurde am Sch'mini Azereth im Tempel eine Trauer» feier leingejchloffest in Re allgemeine Seelenfrirr) gehalten, bei der l>r. Schwadacher, tiefbewegt nnd ergreifend die Lanfbech» und 7 »z Seetz» »r. »7. D« vencktetzter Jtitouta“ st. Stternt», »PM dH »es« »»ht seitch mrd^serf tz,»». i da» edle Streben de» Vollendeten schilderte. Eä drängten sich I an dem Tage gar viele Jiiden lu Sa» Goueshau», welche I sonst — sagt tzazephira — kein solche» betreten! Auch in der Brody r Synagoge zu Odeffa feiert Hr. Mandelkern da« Alldenke» Orschauski'», und sogcfchah e« noch in mehrerrn Städten. lliid kaum w.ir eben jene Trauerseier zn Ende, al» der Telepraph aus der Residenz die Nachricht von dem dort ersogl.ii Tode ü.» Hr. Solo otelschit nach Odeffa brachte. Beide Männer baue,, gemeinsain für ihre Glauben-brüder grunzen, ab.r der zweite Todesfall wurde noch schmerzlicher empfunden al» der erste, denn Solowietschik batte länger al» OrichanSki gelebt, gewirkt und war ia weilere» Kreisen bekannt. Und doch starb auch er so frühe, 45 Jahre alt. Seine Jugend war eine beglücktere al» de» Ors>ha»»kl'e. Er war wohlhabender L.ule Kind und widmete sich regelrecht dem medizinischen Studien. Er trat in kaiserliche Dienste, machte al» Militärarzt den Kriniseldzng mit, erwarb sich Orden und Titel, aber keine Verlockung konnle weder ihn noch Orschanski — dem der Versucher auch nicht fern blieb — zum Abfall oerleiten — Später ließ er sich in Odeffa nieder, nnd hier widmete er sich, neben ansgrdrhuter ärztlicher Praxis und den gleich zu erwähnend.'u städtischen Aem« lern, der Uterarischen Verth, idtgung seiner GlaubeuSgenoffrn. Ür redi irre sogar kürzere Zeit ein diesem Zwecke gewidmetes Blatt „Zion," und schrieb sonst sehr viele derartige Aufsätze in verschiedenen Journalen unb Zeiis.christen und Odessae, Lotalbiälteru. Sr war auch praklisch für Jude» und Jndenibum thäiig. Er war Vorstand der Talmud Torab, oer Handioerkerschule und de» jüdischen Waisendauses, und schenkte diesem manches schälte Sümmchen, welche» er als Äohel erhielt — Bezahlung, für sich, nahm er na,ürlich für vi« heilige Handlung mcgr. Und Tüchtigkeit, Ehrenhaftigkeit. Evelmulh, werden schließlich überall aaerkanul Solowieisch. war Ober-, ar ides städtischen (christlichen) Hospikal», und wurde daun, da man sein nach jeder Richtung hin ersprießliches, «msichl ge» Wirk-n erkannte, zum Magistrat-Mitglied erwählt. Er war „in allen Sätteln gerecht." Die Fi» inzoerwallung der Stadl hatte seiner Einsicht bald ebensowohl zu banken, wie die Krankenheilung und die Hotpital vermal tnng Davon zeugt am besten der Auftrag, de. ihn nach Gl. Petersburg geführt Hille; er sollte dort eine Anleihe für die Stadl abschließen. Welch eine Vertrauensmission jür den Arzt und den Innen l Boil dieser Reise sollte er leider nicht znrückkehren. Er erkrankte plötzlich, heftig, er telegraphirte an den Magistrat: „Ich sterbe, schicken Sie einen tüchtige» Fluanzmann " — Da» Echo aus diese» Schul. rzenSrns bilden die Worte ves „Ödes jaer Bolen": „Der Tod hat Odeffa einen energischen Mann .»lriffe», einer Stadt, in der so wenige fähige, für den städtische» Dienst opferwillige Bürger sich staoen". (Schluß folgt.) Perfle». Der Rovembrr-Bericht der Alliance J»r llnio. dringt, wir wir bereit» erwähnt baden. >i„< ausfüdrlich« Miltheilung über di, Ermordung de» Jelmvsch Baba Sema in Hamadan. E« ist ein Schreiben an Herrn Siirio» in Bagdad, der oi« Uebersetzung de» persischen Original» einseirvet. Dassilh, lauiel: Mirza Hadi Muchladid, iw Jnbeuqnartier wohahafl, ist unirr Feind; vor einigen Tagen besaht er ohne jede» Grund, daß eia Israelit Namen» Eljahu Hakim eine Strafe voi» 300 Toma» (3000 Fr.) zahle« soll«; e. wollt« sogar eine Jntrigne gegen alle hiesigen J»raeliten inspinnen, aber Gott hat nn» gerettet. — Nachdem derselbe j doch ai» Montag, den 5. Lb (16. August) eine Predigt gehalten, ia weicher er au»einand«rsetzte, daß die Ln»rottung der Inten ein« Pflicht wäre, rotteten sich all« Muselmänner, die dieser Predigl der» gewohat, zusammen unb führten den J»raelit«n ^hnda Baba, Sema unter dem Vorwände einer begangenen Migio»«ichLi»-' düng vor den gen. Muchurhid, dex denselben zn tödte» befahl. Sofort gab di« Mug^, ohne erst den Bescheid der Regierung obznwarte«, de» NEnckUcheH J-rchtliten mchrer« tödtltch« Hieb« nnd fchfeppt« chy sodonN ans de», Mqchen Friedhof,