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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 49. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 49.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— 467 — Da» ®atT ist nun bti Dr. Brüll dahier für Mark 4 p> beziehest. L. K. B. J. gfi|}in, 27. November. (Or.-Eorr.) In der letzten Nummer (147) der „Wochen-Schrist" lese ich eine Mittheiinilg über die hier am 26. September c. üatt^chabte Sitzung der GemeindebundSAnSschusieS, die vielfache Irrthümer enthält. Zur Berichtigung derselben bitte ich folgenden Lasius au» dem von sämmtlichen Lusschußmitgliedern bereit» unterschriebenen Protokoll der betreffenden Sitzung in Ihrer geschätzten Zeitschrift aufzunehmen-- »Erster Gegenstand der Lage-ordnung ist: „Eonslitutrung de» neugewählten AuSschnsie»." Der Borsitzende, Stadtrath Moritz Kohner macht di« Mittheilung, daß er in Folge anhaltenden Leidens genöthigt sei, den Borsitz niederzulegen. Bereits den ganzen Sommer hindurch habe er sich den BundeSgeschäften au» Rücksicht gegen seine Gesundheit fern halten müssen; noch heute könne er nicht mit der nüthigen Energie an di« Aufgaben de» Bunde» gehen, di« sehr mannigfach seien und darum einer tüchtigen Arbeitskraft bedürften. Er schlage daher al» Vorsitzenden da» vom letzten Gemeindetag gewählte AuSschutzmitglied, Herrn Rechtsanwalt S. Meyer-Berlin« vor. Au» deffen letztem Schreiben gehe hervor, daß er an kräftiger Wirksamkeit für die Angelegenheiten de» Gemeindebunde» hauptsächlich durch die Entfernung von dem Sitze d«S Ausschuss«« verhindert sei. Es lasse sich daher mit Bestimmtheit erwarten, daß wenn, durch Verlegung de« Sitze« nach Berlin, diese» Hinderniß gehoben sein wird, er seine erprobte, bedeutende Kraft der weiteren Entwickelung und energischen Führung de» Gemeindebunde» »erde widmen können, und sich dem deshalb an ihn ergehenden Rufe nicht entziehen werde. Berlin habe keinen Mangel an eifrigen, für di« Sache de» Judenthum» begeisterten Männern, in deren Verein der neuzuwählende Borsttzeude Segensreiche» werde wirken können; er empfehle daher dringend deffen Wahl. > Der Ausschuß aiebt einmüihig seine Zustimmung zur Wahl de» Herrn Rechtsanwalt Meyer und ersucht, auf Anregung de» Adoocalen E. Lehmann-DreSden, Herrn Stadtrath Kohner da» Amt de» Stellvertreter» zu übernehmen, wa» bereitwilligst zugesagt wird." Gleichzeitig theile ich Ihnen mit, daß man gegenwärtig tm Bureau de» Gemeindebunde« mlt der Drucklegung de» Berichtet über dm letztabgehaltenen Semeiitdetag sowohl al» auch de» Protokolls der oben genannten Sitzung beschäftigt ist. Beide» soll in nächster Zeit al» Heft 3 der „Mitthrilungen" herautgegebest werden. Rstkel, 8. November. .Der. „Nqt. Zt." wird von hier geschrieben: Am hiefigm Simaltan-Gymnasium. da» al» Frucht gemeinsamen einträchtigen Zusammmwtrku» dreier Konfessionen au» de« Schooße der Sucht hervsrgegangen ist, hat die Neuemsührung einer am Wochenbegiqu und zum Wochenschlnß ftattstudmden gemeinsamen Andacht zu bedauerlichen Differenz« geführt, da der Eharakter der ueueingerichtet« Andacht weder dm unabweialtchm An» sprüchm und der Gleichberechtigung aller Konfession«, noch hau fortschrittlich« Tendenz« unserer Zest, noch auch dm freisbvttgm Jntmtton« zyrserer Bürgerschaft entspricht. Ein Protest von jüdischer Seit«, der geltend zu machen suchte, daß tu d« .Schul« da» konfessionell-dogmatisch« Element wohl im Re- VgtchiSstnterrichtr, aber keineswegs außerhalb deffelben Platz finden dürfte, und daß et« gemeinsame Andacht, an der SS jüdisch« Schüler theilzunchmeu hätten, ein« allgemein "hm Eharakter erheische, wnrd« vom Rektor de»,Gymi>mbfchtägtg beschtedeu. Christlich sei der Eharakter der chrWch die Majorität der Schüler, 'christlich Im» jjjfa SLÄSkLÄKL Wchdmm m» .d»v «hckftlsthIeU H«--Anstnü^ Andacht mu-ßß». ^WAdedg-krststfieit war: fandest sä mm tische. « dmÜchPt» ihre Kinder von der Andacht bis auf Weitere» fernzuhalten. Die städtisch« Schuldepulation bemächtigte sich nunmehr dieser Angelegenheit, allein der Rektor »lochte, obwohl er sich im schrosien Widerspruch« mit der gesammte» öffentlichen Meinung wußte, zu keiner weitere» Konzession sich Herbeilaffen, al» daß er mündlich die Zusage erthrilte, die Andacht 10 Minuten vor Beginn resp. nach Schluß der regelmäßigen Unterrichtszeit abhallen zu laffen. Ob die Stadl d»»it sich begnügen und ruhig zuiehen wird, wie die Lustalt, die vo» ihr mit der ausdrücklichen Bestimmung in» Leben gerufen ward, sich niemals einen koiifessioiiiellen Charakter anfbürven zu lassen, unter der Hand au» einer Simultanschule in eine paritätisch« sich verwandelt, bleibt abzuwarten. Dasselbe Blatt schreibt hierüber einig« Tag« später: Au« Rakel ging un« von amtlicher Seite «ine längere Erklärung bezüglich de« (vorstehenden) Artikel» über die Wochrwanvacht am dortig« Simultan-Gymnasium zu. E» wird darin namentlich geltend gemacht, daß diese Andacht nicht neu eingesührt sei; sie wäre vielmehr lange Zeit unbeanstandet, seit Ostern 1872. in Uebung gewesen. Ferner wird hervorgehoben. daß der Rektor die Eite« jüdischer Schüler anfgeforderl habe, den Wunsch um Dispensation schristlich kund zu geben. Die Angaben de» ersten Artikel» bezüglich einer Abhaltung der Andacht außer der Schulzeit seien „in ihrer Form ungenau und unrichtig." Evschmi», 17. November. Der Borstand der hiesigen jüdischen Gemeinde hat ftch mit folgender Eingabe an den Eul»u»minister gewendet: Nachdem da» hiesige Lehrerseminar seine» confessionellen Eharakter» entkleidet uno durch Hohe Beriügung zu eine« simultanen umgestaltet ward« ist, erlauben wir un« folgende Bitte dem Hohen Ministerium zu unterbreiten: Die jüdischen Gemeinden ver Provinz Posen sind verpflichiet, konfessionell« Elementarschulen zu unterhalten. Für den östlichen Thrsi der Monarchie besteht nur in Berlin eine jüdisch« Lehrer-Bildungs- Anstalt. Daher macht sich für die jüdischen Elementarschulen der Lehrermangel in so ausfälliger Weise fühlbar, daß bei» spiel«weise in unserer nächste» Umgebung an zwei jüdjtcheni Schulen, in Borek unv Jarotjchin, nach langer Baean» christliche Lehrer angestellt werden mußte», wrlche» Au»kunft«inilttl auch für d,e seit beinah« einem halben Jahre Mcantc zweite Lehrerstelle an unserer Elementarschule allein übrig bleiben wird. Selbst die auch von un» ersehnt« Verschmelzung der konfessionellen in allgemeine Volksschulen wirb den Bedarf an jüdischen Elementarlehrern in kam» merken»wetth«r Weis« vermindetn, da der Religion»- und diblisch« Geschichtsunterricht auch an Gemeinde- und ReligtvnSschulen nur pädagogisch gebtidrten Lehrern anvertraul werden kann. Bisher hat sich nur ein einziger jüdischer Schula«t»«andtdat gefn». den, der al« keiner Unterstützung unv (titlet matrruA« Förderung seiner Lage thetlhaftiger Hospitant da» hiesig« Seminar besucht. E» würde di« Zahl drrseiben jedoch veventen» «nehmen, wenn'gerade da« in der Provinz Pos« belegen»' hiesig« Seminar jüdischen Zögling« ein« gleiche Behondlung wir den christlichen angedeihen ließe. Zn diesem Bernfe Mw ten wir: Walle Ein Hohe» Ministerium anordn«, baß' am hiesigen Seminar jüdische Zöglinge zu gleichen Recht«» M» christlichen, unter Ausschluß der Verpflegung- Aufnahme finden, un» fall» e» ihre Zahl erforderlich mach», auch für ven'NetigionSUuterrichl drrfeib« Särge getragen werde. Wir halten e» für wahrscheinlich, daß da« verstehende Gesuch — wbnn auch nicht in fetnem ganzen Umfänge — Betstckfichrigung finden wir». Ittbeff« müff« wir-die vor» auSfetzung, von welcher dt» Petenten ausgehen, daß nämiich da» Seminar zü einem 4 »ist nt» a-n'e n'utngeMt«4-w»rd«» ist, al« einen Jrrthn» bezeichnen, der allgemein in Kofchmin »er. fcheint'-nn».Dvvrchpmiben» der -«ofem» AeiMWg*-An»»euE'D>fVnbn»'lM Der CntUMmmifbr» tzm sich nteroing» drr.it mm, 'W» AnWchM, Mfr

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