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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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m (Wf dm Gebrauch der Vernunft verrichten, noch können sfie H »ollen. Denken, möglichst Selbstdeaken. ja Grübeln und Tüfteln ist ja auch ihnen Lebentathem. Ihre Opposition gegen europäisch« Eultur beweist, wie schon oben gejagt, dagegen gar nichts. ffititn Prof. Dillmann von zweierlei Logik spricht, die für di« Theologie uib Hr di: Mfenshast gegolten haben, so ist nicht» Analoge» im Judenthum zu finden; man müßte denn, da» Wort Logik pressend, die „Middoth", d. h. die Rönnen der talmudischen SchristauSlegung, für eine besondere Logik erklären, während diese Normen selbst doch «llkommen logisch sind.*) Wa» in der christlichmReligion den strikten Gegensatz zwischen Vernunftgebrauch und Theologie hervorgerusen und fortgepflanzt hat, da» ist die Grundlehre, die Dreieinigkeit, die einmal und ewig wider die Verminst ist und, al» Grundlage, eben ein Aufrichtm christlicher Theolgi« in vernünftiger und «iffenfchastlicher Weife unmöglich macht. Der Gegensatz ist nicht etwa» Zufällige», Zeitliche», sondern Immanente». Die Pn»f. Dillmann ein« christliche, christlich bleibende Theologie ohne Trinität aufbauen will, da» zu untersuchen ist nicht unsere Sach«, auch fragen wir nicht, wie er sich mit den Untrem auseinandersetzen will. Rur da» sagen wir, nach unsrer „nüchtern jüdischen* Vernunft, daß un» solche theologische Diffmschaft nicht mehr wie eine christliche vorkommt. Verstehm dmn, um beim Grund« zu bleiben, beide nicht etwa» ganz Verschiedene» damnter, wenn sie von dem „Herrn" spr:- chm, die Einen mit un» den Einen, die Andern — Christum? . Berichte und Torrespoudenzen. Deutschland. Stetttu, 24. Roo. Die „J«r. Wochenschr." hat zuerst t« I. 1873 (Rr. Sö) Nachricht über die damal» in Europa »och gar nicht gekannte künstliche Butter gebracht und ist seitdem wiederholt darauf zurückgekommen Die Frage wegen Erkmnung und Vermeidung diese» Fabrikat» wird für die jüdische Haurhaltuug immer wichtiger, je größeren Umfang die Anfertigung und der Eonsum derselben annimmt. Dir haben nun von einem Fachmann eine genau« Darstellung der bi» jetzt angewendeten Methoden der Kunstbutter- Fabrikation erhalten und theileu sie hier mit, weil r» darauf ankommt, wie man leicht und sicher — ohne chemische Analyse. womit der Haushaltung nicht gedient ist — da» fragliche Produft erkennen könne. Wozu vor allem Kenntniß der Herstellungsweise nithig ist. „Die künstliche Butter wurde zuerst in Amerika fabricirt und hat jetzt dort eine so ungeheure Autdehaung erlangt, daß bereit» ein regelmäßiger Export nach Europa stattfindet. Da« erste Patent wurde 1871 in Rewyork gegeben. Rach diesem wurde di« künstliche Butter auf folgend« Weise dargestellt. Aus eine Mischung von *) Immerhin glauben wir, beiläufig gesagt, daß der alt« Satz fPJrn |Q DS'JS 1MD hierher einschlägig ist. «« ist de, (mul allerdings bedeutend« Gegensatz gemeint »wischen der «alwudische» vewei«- und DiSeusfiont-Method« und der (griechilchen) Logik, di« — da »« sich um «in« Dtsseren» der wirklichen »rundsätz« und Formeln der Logik nicht handeln kan», über «—* wird ja nirgend« gestritten — dm ilalmudistm in der Form der alle« beweisend« Sophtstik «ntgogentrat. »benso »erhält * sich höchstwahrscheinlich mit NV2N. denn nm» da« Materiell« der griech. Weisheit: Mathematik, Skaturkund«, Astronomie und di« Forschung Ober »rnndvroblem« der Metaphtzstk tetrifft, so »«de diese« m» dm Ratbin« gm»» und gar nicht Schweinefett «ud Ti»lg ließ mau eine« Dampfstro« rinwirkru, und nachdeni ber entstandene Brei kurz« Zeit geschlagen, wurde di« obenauf schwimmend« ölartige Flüssigkeit abgesch-pft und dem Erkalte» überlasten. Diese«, obgleich reiu« Fett, ist aber keineswegs der gewöhnlichen Butter zu vergleichen, da ihm einige dieser charakterisch« aromatische Stoff« fehlen, ist indeß al» Kochbuller in der Küche immerhin zu we werlhen. Im Roo niber derselben Jahr.» nahm vr. La P4rouz: ein Patent aus folgende Erfindung: 1 Kigr. rohe» Fleisch wurde in Wüster, da» doppeli kahlenjaure« Natron und etwa« Kochsalz gelöst enlhielt, mehrere Stnude» lang gekocht, da» Fett abgeschöpst und di« künstliche Butter war fertig. Unabhängig von diesen Erfindungen hatte schon früher in Frankeich Möge-Mourirz, d:r von der französischen Regierung beauftragt war, eine Fettcomposition aubstndig zu machen, die billiger und haltbarer sei al» die gewöhnlich« Butler, «„deckt, daß sich au« dem Rindertalg eine hulterähnt liche Maste darstellen last«. Rohe» Rindertalg würde mi- Waffer, Potasche und zerschnittenem Schweine- oder Schasmagen versetzt, bei niederer Temperatur geschmolzen, da» erhaltene Fett durch Salz gereinigt; nach dein Erkalten wurde da» Stearin herau»gepr-bt, wodurch ein Product zum Borschein kam, da« mit geschmolzener Butter große Aehnltchkeit hatte und in Pari» al» „Margarine Mour iez" in den Handel kam. Möge glaubte diese Butter zu. oerbeffern. Er ließ Kuheuter in Master auSziehen, versetzt« die erhaltene Butter mit dem gleichen Gewicht diese« Waffer» und mit dem halben Gewicht Milch, that die Mischung zwei Stunden lang in eine Buttermaschine und erhielt so eine Maste, welche nicht so oiel Master und käsearltge Bestandtheil« enthielt, al» die natürliche Butter, daher auch >«icht so leicht verderben konnte. Deshalb sollte sie sich besonder» zur Lerproviantirung von Schiffen eignen. Nachdem nun Möge weiter beobachtet hatte, daß Kühr, selbst wenn sie keine Nahrung erhalten, Butter erzeugen, indem da» eigne Fett dann eine besondere .Beränderung erleidet, gründet« er hierauf ein neue« 1873 patentirte» Verfahren zur Darstellung künstlicher Butter. Gleich nach dem Schlachten de» Thtere» wird da« Fett kurze Zeit in einer wästerige Lösung vou Eresalz- und unterschwefligsaurem Natron gelegt, um die Stoffe aufzuheben, welche zu einer Zersetzung destelben Anlaß geben künn. len, wird dann in Fleischhackmaschinen zerkleinert, mit 40* 6 warmem Waffer, d«r« zu gleichen Theilen Schweinemagen und pho«phorsauren Kalk enthält, digerirt: sobald da» anfang» körnige Fett vollständig geschmolzen ist, wird noch etwa» Seesalz hinzugefügt und die ganze Maste in Waffer von 28*6-, da» sich in hölzernen Röhren befindet, gegasten. ES scheidet sich nun fast alle« Stearin ab und der andere Theil de» Fette», da» Oie» - Margann, kann mittei» der Eentrifugalmaschine oder de» Hydro-Extracteur getrennt werden. Al« Küchrnbutter ist sie so bereit» zu verwerthen, der Erfinder verbessert sie jedoch noch aus folgende Welse. Da» Ole»-Margarin wird mit etwa» färbender Substanz (Lurcuma, Oriean», Safran) versehen, durch ein Sieb gedrückt und in Sahne gelegt, in der gehackte Kuheuter unter Zusatz von doppelt-kohlensaurem Natron macerirten, wodurch e» sich verdickt und den Geruch der Sahne anninimt. Rach dem Erkalten wird e» in Eylinder geformt. lim dieser künstlichen Butter eine größere Haltbarkit zu geben, läßt man die Kuhenter in Waffer, statt in Sahne maceriren." Fnnüftnt «. R„ 8. November. (Or.-Eorr.) Dl« Versteigerung der Earmolv'schen Bibliothek ist nun beendet, und wurden für dieselbe Rm. 7000 erlöst Die hiesigen Buchhändler hatten zahlreiche Aufträge, von au«wärt» waren anwesend die Herren Rabbinvwitz, Saphir und Fischet au» Hatberstadt. F. hat die besten und feitensten Druck- und Handschriften ersteigert, worunter auch die Divan» für Rm 337; da» Mainzer Memorbuch erwarb Herr vr. Lehmann für Rm. 1S0. Dem Gemetudevorstand in Mainz fehlt« e» an Pietät, diese literarisch« Antiquität zu erwerdea. Earmoly's »achge- 0

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