Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 48.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Aber die» berührt uns als Juden nicht näher. Wohl aber fragt e» sich, ob diese Worte auch da« JMenthu« könne», ob wir bat, ro'<tt hier oÄ Rer jfcfc, »au tu0 Partei in derselben uni von einer gewWei» «lDssMig Skr Stellung der Kirche z:r Heutigen MffenDaft Dich MdudtzMgt ist, auch auf da« Judeulhum anwenden können. 77- ZfUm» «sqgt hg,lm, so würtM Mmke Jä ätznBdrtetk ckvssen Silbitz gkeßl ti Viele Juden, welche in vollstem unoersöhnlen Gegensätze zu Bildung und Wissenschaft — nicht gerade der „heutigen", sondern jeglicher — stehe». Aber wa« in Polen und Rußland, oder gar noch weiter ab in Gristern und Gemülhern sich regt, da« fällt in diesem Zusammenhänge nicht in« Gewicht, und ein Gegensatz zwischen Religion und Wiffenschast rxistirl auch i» jenen Kreisen nicht, da man die letztere gar nicht kennt. In Deutschland aber haben wir wohl einige Wenige, die iu Hengsteuberg-Stahl Vorbilder finden möchten, wenn fie Wissen und Geist, welche diesen Männern Niemand abspricht, besäße». Auch diese kommen nicht in Betracht, wenigsten« hier nicht. Die vorhin cilirten Sätze Dillman»'« find indessen zu allgemein gehalten, um für die Beantwortung der Frage von dem Lerhällniß d-4 Juvenrhum« zur Wiffenschast genügende A»halt«punkle zu dielen. Wir finden solche erst am Schluffe der Red«, deren Faden wir bi«.dahin weiter folgen. Wir geben zunächst einige unmittelbar an die oben i»>tgelheilten sich auschließeud« Sätze. „Aber freilich stimmen iu die« Gerede [twi römischen und der protestantischen Umkehrerj von der Unverträglichkeit de« alten Glauben« und de« neuen Wiffeu« so viele Mäaner der Wissenschaft ein, ja man kann sagen, e« geht zumeist von ihnen au« und ist au« ihren Sprechsäleu nur hinauSgehallr in die Kreise der Halbwisser, welch« solch« Sätze praktisch zu verwerthen wissen. Ja mit dem alten Christenglauben wird auch der Religion selbst, alle« Glauben, al« einem Hemmung-mittel de- Fortschritt«, der Krieg erklärt, der Theologie der Charakter einer Wiffenfchaft aberkannt und ein« gesunde Moral, al« für da» Wohl de« Staat« und de« Bürger« genügend, proclamirt." Statt „Christenglauben" ist nur „Jutenthum" zu setzen, so paffen diese Worte ganz auf un», auf jüdische ZUligio» und Theologie. Daher paßt auch für unt der nun folgende Haupttheil der Red«, die Zurückweisung der Ansprüche de« materialistischen MouiSmu« und EpicuräiSmut. der Nachweis, daß „die Naturwissenschaften e« sich werden gefallen laffen müssen, daß neben ihnen auch andere Wissenschaften, die Geiste«wiffenschafle», rxistiren, welche da« Wesen de« endlichen Geiste«, sein Sprechen und Denken, sein Wirken und seine Lutwickelung-geschichte und den unendlichen Geist und sein Lerhältuiß zur Natur erforschen und dabei die wirkenden Ursachen und Kräfte auch al« Mütrl zu den Zwecken, denen sie zu dienen haben, in Betracht ziehen (teleologisch »erfahren). Sie tönuru keine gegründete Einwendung dagegen erheben, daß Himer der Physik auch ein« Metaphysik kommt und werden auch eine Religion-Wissenschaft al» eine berechtigte Wissenschaft anerktnnen müssen". Da e« sich hier um dir gemeinsame Grundlage für jeglich« Religion und Theologie handelt, so ist da« von Dillmann Erörterte auch für da« Judruthum gesprochen; aber irgend etwa« nach Inhalt oder Fassung Reue« haben wir — daß | könne» wir ohne persimlich« Ueberhebung sage« — darin nicht . I gefunden; wir selbst haben verschiMülDh Estülert, daß, wie / M> inmhtfern Muß TsandstÄM jMscyst Meologie die beiden fiteste naiistkwiStnHaftlichei Urfochchnl» tMMalerie llen, de« j SHsStiichech un» Bfe Deistitzet ganz aqMüMider gehalten werden sollen. Und weiter ist un» mit dem Nachweise der Exi« steu» eine« Wettun« Aiigeistot allein nicht tftfent. Wir treffen weiter ntit Estllitamü zusammen, w?nit er cs rechtfertigt, daß die Theologie noch heut auf di« Urkunden der Borzeit zurückgeht — obgleich unser,» Standpunkte ei» solche« Jnschutznehmen der heil. Schrist, dem zufolge ihr schließlich doch nur ein nicht geringerer Werth al« dem Oorpus jurio zugeschrieb.n wird, nicht genügt. Wir acceptiren gern, wa« er über Israel, al« da« Volk der Religion, sagt*) und einige gute Sätze, welche die Gefahr der Lotlöjung der Lultur von dem Boden der Aeüg^u besprechen. Wir kommen zu deu> Schluß!heile her Reae, der mit folgenden Worten eingeliitet wird: „Aber die Theologie muß al« Wissenschaft auch ihre Pflicht thNn. Sie muß sich im Kreis« ihrer Schwesteru sehen lasse» können, ohne errölhcn zu uiüsse» über Nichtgebrauch öder Mißbrauch de« einzigen 6rgan«, da« der Schöpfer deni Menschen zur Erkenntniß der Wahrheit gegeben hat, der Bernnnst. Die Zeit de« orvcko quia absurdum est (ich glaube, weil e« wider die Vernunft ist) ist längst vorüber." Wir können un« mit dieseu einleitenden Sätze» degitügen Ein solche« oredo quia absurdum ist ja ini Indent hum nie in dieser oder irgendwie ähnlicher Form geäußert worden, geschweige den» zu irgend einer Geltung oder Bedeutung gekommen. Hat e« je eine Zeit, eine Richtung oder Schule im Judenlhum gegeben, welch« den Richtgebrauch der Vernunft gefordert, empfohlen, ja nur zulässig gefunden, nicht perhorre-cirt hätte? Bon Mose« an, der „Erkennen, Wisse»? fordert, di« zu den Talmudisten, die auf jedem Blatt», in jeder DiScujfion da- „Woher ist da« zu beweisen? woraus gründer sich da»?" voranschickeu, bi« auf Maimonive«, der Wunder nicht al« Beweise einer Wahrheit angesehen wiffeu will, bi» auf die Religions-Philosophen de« Mittelalter», voran de» s» frommgläubige» Verfasser der „Herzen»pflichten," der Untersuchungen über Leweise de« Dasein« und der Einheü Gotte« den schlich- " ten, an sich dem Kinde einleuchtenden Morallehren vorauSschickt, bi« auf alle tzthiker und Prediger, die in stehender Fon» jede» Satz, jede Pflicht au» Vernunft, Schrist und Tradition beweisen — wer hat je die jüdisch« Theologie von wisse»- schastlichem Forschen, vernünftigem Denken lotzulösen gedacht l Wer hätte ein bloße» Annrhmen und Rachspreche» «ndRachthun für etwa« Andere« erüärt, al» den Rothbehels der Aermstr« an Geist und Wissen, der „Laum" in der ursprüngliche», jüdischen Bedeutung de« Worte«? (Laie au« der griechische» . Uebersetzung von Amhaaraz, Unwissender, Pöbel.) Habe» wir oben etwa« von jüdischen Rachtretern Hengstenberg'« an» gedeutet, so rechnen wir eben diese mtt Fug und Recht auch zu den Am)iaarea, denn e« gibt auch quasi-gelehrte „£aka* ,, Und selbst die Orthodoxe» de» Osten«, ja noch »ehr, selbst A die Lhasfidim (verficht sich die gelehrten, nicht die dlo« an« .js der Branntweinflasche „Geist" schöpfenden), fie wollen weder . m ") Wir aus dies« Partie und »ach einig« »es^d«« StA» i* Ir« der Aed« in eine» spät««» «lW» zarüch . .