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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 48. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 48.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 48.' 1875. lua'lififff» 6. Jahrgang. Wochen-Lchrtfl für die religiösen und soeialen Interesse« des Andeuthnms. Wsch«»Utch «1»« «r. Preis sei Lüe» P»KL«trr» u. Vuchtzanvlu«-«» » «irt »» Pf. feiltet*flufemnwf: t«ve»tfcht»»d 109lart m4 0*tmri4 s fl., m. ftranfrcfct ls Hrcs.. n. Gnjsnni, M«Kk lt SU.. «. Kscrtl* 1» ML fLtzrl. »riimirtHk». Dt« CptMtitii kr .Jsr Wochenschrift^ te Msßtzes«rß $rvaimi>o«tiidiet iN.?afieut unD ^rrünsgcvcr Rabbiner l)r. A. Lrentufeis in Stettin. Magdeburg, L Deeember. Inserate »erden «tt *> Pf. flr die dretaef»alte»e Petttieile tttr deren Rau« berechnet, feie bi» Ponntaß frßb bei der Unterzeichneten verla-stzandluneintreffende«, finden »och in der nilchke« Nummer »nfnabnee. Gtnzeimrmmer» a U Pf. H. Skutsch. Verla,»duchbondlunG in vrestan. Inhalt: Seite«»« Artikelr Iudenthum und Wissenschaft. — »«richte »«» »»rres»«»»en,e«, Deutschland: Stet, ti» Frankfurt a Ä. Flatow. Srauden». >u« Oderschlesim. vodenseldr, a. d w. — Oesterreich: Lu« Bö Haien. Bon der Nnepra. Njhely. — »«rmrischt« «»» «encjte N«chrichte«r Breslau. Dresden. Hamburg. Breisach. Pest. London. Serbien. Springgfield. Philadel, phia. — Ae»iUet»«r Der Schutzjude. (Fortsetzung.» — J»serat«N»Beilag«. Iudenthum und Wiffenfehaft. Beim Antritt de« Rectorat» der Berliner Universität hat der Professor der Theologie, De. Dillmann, eine Rede „über die Theologie als Universität«wissen» schaft* gehalten, welche große» Aufsehen erregt hat. Alle größeren deutschen Zeitungen habe» Auszüge gebracht und ihre Betrachtungen daran geknüpft. Die Red« liegt jetzt voll» ständig vor un« und giebi uu» Anlaß zu einer Besprechung de« in der Ueberschrist bezeichnet«» Thema'« Denn Professor Dillmanu hat allerdings die christliche, ipeciell dir evangelische Theologie, die er lehrt, im Auge, aber er spricht doch auch, ja hauptsächlich, von Theologie, Lehre von Gott, Religionslehre im Allgemeinen; und sowie er die Frage behandelt, ob die christliche Theologie noch ferner al» Unioerfität-wiffenschaft auftreten, sich neben die anderen FacultätSwiffenschafte» stellen könne, und wa« sie zu thun habe, um diesen Rang zu behaupten, so liegt «» sehr nahe, an der Hand und an d«« Faden seiner, ohne Zweifel sehr beveutenven Rede, eine ähnliche Frag« in Hinsicht auf da« Judenlhum in« Auge zu : fasse«. Wir sehen nämlich von der Specialfrage ab: ob e« zweckmäßig sei» könne, vie theologische Facultät an den Uni« verfitäten aufzuheben und da- Studium der Theologie in bel: sondere kirchlich« Anstalten zu verlegen — denn diese Frage, > welche für da« Judenthum gegenstandslos ist,*) giebt auch - de« Professor Dillmann nur den äußerlichen Anlaß, Eia« G leitung und Schluß seiner Rede. Näher geht un» schon da« an, wa« auch in erster Linie die allgemeine Aufmerksam- %\ (eit der gebildeten Steife auf jene Rede gelenkt hat. Man hat sie nämlich, und wohl mit Recht, al« einen Wendepunkt in der Entwickelung der preußischen ossizielle« Theologie betrachtet, al« einen Absagebrief an die seit Jahrzehnten herrschend gewesene orthodox«, an den Namen Hengstenberg ' *) D. tz. eint in den Nahmen einer Unioerfitöt riag« fügte jüdisch. ttzwleztsch» FaentUir giebt e» nicht, mb ein« Erörterung darüber, ob «• nst>«b>»e»l>lh fei, daß «in» salch« entsteh«, dürste »«hl jetzt ans . J*'-' '"ZS Cigeknüpfte Richtung. E» hat natürlich große« Aufsehen errege« müssen, wenn gerade der Nachfolger Hengstenberg'« der noch immer zahl- und etnstußreichen Partei viefe« verstarb«, nen Führer-Worte schärfster-Berurtheilung entgegenrief, und zwar von der zur Zeit an der Spitz« der Berliner Universitär stehenden Cathedra herab und in feierlichster Bersammlung der ganzen Corporation, also daß diese Worte weithin ertönen und ein gewaltige« Echo wecken mußten. Dr. Dillmann sagte: „Wie die hierarchisch« Kirche, im Bewußtsein de« Widerstreite« ihrer Lehren mit der heutigen Bildung und Wissenschaft, e« längst erstrebt hat, ... den theologischen Unterricht in eigenen klösterlichen oder bischöflichen Schul-n zu betreibe», .... so giebt e« auch in der evangelischen Kirche eine Partei, welche vor etwa 20 Jahren vergeblich die Wissenschaft zur Umkehr rief, und den Glauben de« 1K. und da» Wissen de« 19. Jahrhundert« für so widerstreitend erachtet, daß sie nur in der Flucht vor diesem und in ver ausschließlichen Hingebung an jenen noch Rettung zu sind«» meint. Läge die Sache wirklich so, dann wären al» lerding« die Universitäten nicht mehr der Ort, wo man Lehrer nutz Diener der Kirche bilden könnte. Aber daun wäre auch über die Kirche da» Urtheil gefällt. Eine Kirche, die da« Licht der Wissenschaft nicht ertragen könnte oder e« erst durch allerlei gefärbte Gläser dämpfen müßte, wäre zu den Tobten zu legen. Sie könnte in den unteren Volksschichten noch fortvegetiren, wie di« alten BolkSreligionen in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung noch ihr Dasein fristeten, könnte unter Umständen auch du/ch Fanatltmu» gefährlich werden, aber maßgebende» Einstuß auf die Fortentwickelung der Menschheit hätte sie nicht mehr." Jeder Gebildete sieht, daß der Gegensatz zwischen dem heutigen Kirchenregiment in Preuße« und dem von Eichhorn bi« Mühler geführten nicht schärfer bezeichnet werden kann, al« durch diese Worte und durch den Umstand, daß der Sprecher auf den Lehrstuhl Hengstenberg'«*) berufen worden ist. •) Da« ttert m »et „Umkehr der «issens-heft» rührt «üerdm» wm Steht her. z» Bqiehrn, rnf die «itzeMliche Theologie ist aber I* 1 HD>bst>ubeeG kn StTiTflff jener fM‘V**l‘t

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