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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 47. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 47.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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— 3*1 mlittn al« Oberpostdirector, den frühere» Telegraphenbeamtcn Hrn. Hirsch an« Berlin. — ©ifbtr ein noch vor einigen Jahre« «ngeahnie« Stück bürgerlicher Gleichberechtigung. Ht»h«rg d. h. Hitze. Der Rabbiner Fronim bat sein AMt »irdergelegt, um bei Baron W. v. Rothschild in Frankfurt a. M. al« Hau«radbiner einzutrrlen. Beranlaffung dazu »ar höchstwahrscheinlich die in der Hamburger Gemeinde «nlstandrne Bewegung, welche dahin zielte, da« preußische Gesetz vo« 1874 maßgebend zu machen und die Wahl der Vorsteher in die Hand der Gemeind« zu bringen. Bi« jetzt hallen die von der früheren Regierung ernannten Vorsteher init dem Räbbiner zusammen ganz unabhängig die Gemeinde geleitet, und auderweilige Ernennung von Vorstehern lag »ach der alten Berorduuitg wesentlich in der Hand de« Rabbiner«. Au» Otzeff« wird von dem Tod« zweier hervorrägenden iirael. Gelehrten, de« Juristen und Liberalen Etia« Orschan«kt »nd de« I)r. med. Emanuel Solowritschik' berichtet. Beide' starben in der Blüth« der Jahre, beidfern von der Hefmäth. Wen» auch beider Ramen in Deutschland wenig bekannt'geworden ist, so verdienen sie doch einen ausführlicheren Nachruf, den wir daher im nächsten Blatt bringen werden. Loudo». Bei der im vor. Blatte erwähnten feierlichen Einweihung de« Hause« für die irrael. Taubstummenanstalt haben zwei Zöglinge, ein Rädchen und ei» Knabe, gesprochen, entere ein Gebet, letzterer einen Dank an die Wohlthäter. Waren auch die Worte, wie der Bericht sagt, nicht sehr verständlich, so mußt« der Eindruck doch auf alle Zuhörer ein tiesrührender und zugleich erhebend sein. Wie». E« liegt vor un« 1) Bericht de» Luralorium« der Prediger Mannheimer-Stiftung für 1873—74, 2) 14. Jahre»beiichl de« Verein« zur Unterstützung mittelloser Siudirender. — Erster« Anstalt hat 1873—74 unterstützt S Rabbiner und Prediger mit 2575 fl., 42 Lehrer mit 2650 fl, 27 Lehrerwittwen mir 1706 fl. — Der zweitgenannl« Verein hat von 316 Gesuchen diesmal 239 berücksichtigen können und hat nnlerstützl 10 Studirende der PH losophie, 60 Juristen, 134 Mediciner, 34 Techniker, 1 Male . Die Einkünsle nnd Beiträge sind wieder geringer gewesen, al« in früheren Jahren; die Gesammlsumme der Unterstützungen beläuft sich aus 2848 fl, welch« durch Jahresbeiträge, Spenden und Zinsen nicht ganz ausgeglichen sind Pest. Se. Majestät, unser geliebter König, bewilligte, wie e» heißt, nachdem der Minister Eimonyi Höchstdemselben von der Mittellosigkeit Horn'« berichtet hatte, der Witlwe Horn's au« seiner Privarchatulle eine jährliche lrbeutlängliche Pension von 1500 fl. und für die Erziehung seiner Kinder — die aber, wie einige Blätter berichten, nicht mehr dem Judenthum angehören — «ine jährliche Subvention von 800 fl. ö. W. — Dem Vernehmen nach soll Herr l)r. Tobia« Löw (Sohn de« verst. Rabbiner Leopold Äw) in der Theresienstadt al« Landidat für den Reichstag anstatt deö fei. Horn aufgest^lt werden. (Ung. J-r.) Czeruowitz. Bei Eröffnung der nrubegrüntxleu Universität hatten dentjch-österreichische Blätter (vgl. hur in Sir. 43 untrr Jaffh) di« Ansicht ausgesprochen, daß jüdische Sludentrn au» Galizien, Rumänien u. j. w. in erheblicher Zahl die Unioersiläl dejucheu würden. Die» ist eingetroffe» und zwar in höherem Maaß«, als jene Blätter «S sich vielleicht gedacht haben. Wir wenigstens gestehen, daß wir. nachstehenden Bericht der „Presse" mit E>staunen gelesen haben: „Nach einer vom Rektorat der Universität zusammengestelllen Tabelle stellt sich die Ziffer der in dem ordentlichen JnseriplionStermine für da« Wintersemester 1875/76 an der Lzernowitzer Universität Jnscrchirlen auf 166 Frequentanten. Dem Religionsbekenntnisse nach sind: 64 griechisch-orientalisch, 36 JSraelite», 84 römisch-katholisch, 29 griechisch-katholisch, 2 armenijchckatholisch und 2 evangelisch." — Gegenüber der Aeußernng eine« Blatte«, daß die Waffe deS jüngst erwähnte» Attentäters nur ein wahr«« Spielzeug gewesen, wird conftatirt, daß e« ei» richtiger sechsläusiger Revolver gewesen sei. Der Mensch leidet jedoch nicht an religiösen Wahnsinn, sonder» ist in Folg« übermäßigen Studiren« irrsinnig geworben. Rew-Hork. In einer Prozeßsach« stellte «in Advokat israelitischer Religion .inen Lntcig aif Verlegung eine« auf den VersöhnungStag anböraumlen Termin«. Der Äetzner opponirte Der Richter erklärte jedoch, er habe, seit er im Amte sei. stet« die Beobachtung religiöser Gebräuche geehrt, auch wo eS sich für Pariheien, Zeugen, Geschworene u. s. w , an Opfer, an Zeir oder Bequemlichkeit gehandelt habe. So ioerde er auch dem fraglichen Feiertage sei» Recht widerfahren laffen. (H. Lead.) Algier. Am zweiten Tage Succoth hatte ein eingeborner Israelit seinen Laden geöffnet. Die« verursachte große« Aufsehen, da solches bei Eingeborenen noch nie geschehen war. Juden versammelten sich, baien, lärmten auch wohl, riefen zwei Rabbinen — de. Mann behauptete aber, er habe heute Wechsel zu bezahlen und müsse Geld «innehmen. Ein reicher GlaubenSgenoffe legte sich ins Mittel und gab da« dem Manne fehlende Geld. Algieriiche Zeitungen erhoben nun großen Lärm über den von den Juden verübten Gewissenszwang, Störung der Gewerbefreiheit. Fanatismus u. f. w. Ein Herr Emile Haim BoncriS erwidert in einem längeren, gut gehaltenen Artikel, rS fei keine Gewalt irgend welchtr Art versucht worden, man hätte den Mann gebeten, beschworen, ermahnt, kein Aergerniß zu geben, man habe Rabbiner gerufen, um diesen Ermahuungeu mehr Nachdruck zu oerleihen Darin könne Niemand etwa« Unrechte« oder Unerlaubtes finden. Man wird dies zugeben müffen. Feuilleton. Der Sch»tzjude« Sin« historisch« Erzählung au« der »«schichte der Jude» in «agdebur,. LX de» Banat haben wir in Rr. 42 nach der Teme«- warer Zlg. einen Bericht über einen sehr gewaltsamen Mädchenraub gebracht. Dasselbe Blatt veröffentlicht nun eine „amtliche" Berichtigung, wonach eS sich nicht um einen Raub, auch nicht einmal eine Entführung, sondern >»ur um Verführnng und schlechte Aufführung de« fraglichen Judennlävchent handle. I» solchem Fall« sind die Einzelheiten für unsre Leser ohne Interesse. Da jedoch «ine gerichtliche Untersuchung Geführt wird, so wird die Wahrheit an den Tag kommen. Bnkarrst.i^Herr/v. Peixotlo hat in London noch in letzter Stunde seine» Entschluß geändert und ist am 8. d. M nach Rumänien zurückgereift, statt Bei de»«nögich»^'tstkflfchfMittländern glaubt« rr de» Bitte» der 'K.leiftdirt» 01*^($3») nach^ Amerika uz gehen, i- Sgv«t«»G, de. (Fottsetzung.) vierte« Kapitel. Gideon. Blutroth, ein feuriger Sluthball, war die Sonne im Osten aufgegangen, und blutroth sank sie im Westen wieder unter. Die Zwischenzeit zwischen Auf- und Untergang füllten' die Kinder Israel« mit Marschvorbereitungen und Arbei- «« aller Art au«. Dettapfere Portugiese, der von den Eetntgen Gideon' imannt wurde, erholte M «ntzr der liebevollen Pflege Via»-' a'« und Samuel« atik «rffallender Schnrllitzkrst. Da» wund»" ieber ging schon in der erste» Rächt vorüber: In der fMeim ichiiet. tt farfLJlrt- "dritte» / rWüchHand«- svGN-charMf.^i^UrfchVM« anMrrten.

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