Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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— 387 — IV. Die von Herr» vr. Albert Loh« unterhal« tene Schule für Handwerks-Lehrlinge wurde besucht von Sephardii» 92 Aschkenasim 12 in Summa von 34 Lehrlingen. Der Unterricht, welcher sich auf hebräisch Lesen und Schreiben Rechne« und Bibel beschrankt, wird allabendlich von dem Seelsorger deS HoSpital» erlheilt. Jeder der ZSglinge erhält eine monatliche Unterstützung von IS Piastern (etwa 3'/, Franc«) Den Handwerken nach waren: Schneider 6 Schuster 7 Blechner 7 Tischler 7 Goldschmiede S Buchbinder 2 in Summa 34 V. Brodvertheilung an Arm«. Stiftung der Frau Mathilde Lohn. Im verlaufe de« Jahre« wurden vertheilr an: Sephardim 7717 Brode „ Marokkaner 1590 . Aschkenasim Peruschim 2120 „ . Wolliner 1272 . „ Oesterreicher 1325 „ . Habad 265 . . Parltiur 102 „ in Summa 14391 Brode. Jerusalem, den 12. Lischri 5636. vr. Swarz, Direktor der freiherrlich Rothschild'schen Wohlthätig keit»anstalten in Jerusalem. Berichte und Correspondenzen. Deutschland. bk Leipzig, November. (Or.-Lorr.) In einer der letzten AuSschnßsitzungen de« israelitischen Semeindebunde« erklärte der Vorsitzende, Stadlrath Moritz Kobner, daß er «egen Krankheit sich außer Stande sehe, ferner seine Functionen al« Leiter de«. Au«schusse« mit Erfolg au«zuüben, und daher sein Präfidialamt niederlege und e« in die Hände de« Vorort« de« G.-B., de« Vorstände« der Berliner Gemeinde ßbergebe, um da« Erforderliche zur Wahl eine« andem Bor- > fitzenden zu veranlassen. Dieser Vorfall ist für die Organi- ' fgtion nicht allein bedenklich, sondern auch für den ferneren Bestand de« G.-B. um so bedauerlicher, al« bekanntlich Stadt- Iath P. nicht nur seit Gründung dieser für die Gesammtheit der jüdischen Interesse« in Deutschland so ersprießlichen und ' »othwendigen Institution «in eifriger Förderer und Leiter derselben war, sondern auch der eigentliche Organisator de« G^B. und di« Seele deffelben von Anfang gewesen, und e« . <ehr fraglich bleibt, ob in Berlin sich ein« solch« bewährte, tüchtig« Prast vorfinden würde, um Pohner vollständig zu .ersetz««. — Auch hier befitzen wir ei« Pendant zu den Ha- «an» und tzeppheppschretern der .Kreuzgeit* und.Germania,* der i» dem hiesigen Tageblatt unlängst «egen der gericht- Tfiche« Vorladung de» Bankier« Gustav Plaut in der berüchtigten Sudenburger Gründergrfchichte sich nicht entbl-det«, sei» Km Bois«, ans Mt 0«f«K»t4 Jndrnheit nugWschüttenl nr&rf~ Diesem Gelichter durch Gegenreden zu antworten, wäre wahrlich eine zu grobe Ehre erwiesen Aber «ine juridische Zurechtweisung, wie die .Erklärung* de« Advokaten vr. Broda hier, daß er im Namen und Aufträge hiejiger Gemeinde den Scribler wegen Verunglimpfung einer ganzen Lolkttiasse gerichtlich belangen wirb, sollte nie bei dergleichen Vorkommnisse» au«bieibrn. Leipzig. Wir haben kürzlich be ichtet, daß ein hiesiger JSraelit aufgejord.rt worden sei, den Bürgereid mors judaico zu leisten, der Betreffende ist der Lanlor Liebling. Dieser hat diese Eidesleistung verweigert und sich remonstrirend an den Magistrat gewendet. Er erhielt darauf folgende« mittheilenSwerthe Schreiben: .Geehrter Herr Lantor! .Auf Ihre Eingabe vom 12. d. M., den mors judaico zu leistenden Bürgereid belr., hat der Rath beschlossen, an da« P. Ministerium be« Innern wegen DtSpenSertheilung Bericht zu erstatten, zugleich aber an Regierung und Stände wegen gesetzlicher Aenderung der auf den jüdischen Eid bezüglichen Verordnung vom 3. August 1868 in Berbtndun, mit den Stadtverordneten eine Petition zu richten. Zur Abfassung dieser Petition würde e« mir lieb sein, einige« von dem in Ihrer Eingabe erwähnten wtffenschaftlichen und gesetzgeberischen Material zu haben, und richte ich daher an Sie da« ergeben« Ersuchen, mir solch»*, wenn Ihnen dadurch kein« zu groß« Mühe verursacht wird, zu schaffen. Hochachtungsvoll ergebenst vr. Georgt, Bürgermeister.* Leipzig, de» 25. September 1875. Wir werden also noch einmal von Verhandlungen über den Judeneid hören, da« Gespenst kann noch nicht zur Ruhe kommen! Doch ist an dem Au«gange gar nscht zu zweifeln. Colmar. Berichte in rlsässischrn und französischen Blättern führen Plage darüber, daß den zahlreiche» jüdischen Schülern de» Lyceum« von dem Direktor nicht gestaltet werde, am Sonnabend die Schule während der Stunden de« Morgengotterdienste« in de» Synagogen zu versäumen. Da« sei-früher ander« gewesen; der Rabbin r habe sich an dir Obrrbehörde gewendet. Nach den seit Jahre» in Preuße» geltenden Regeln wird auch in Colmar de» jüdischen Schüler« gestattet werden, die Schule am Sabbath nicht zu besuchen, wenn deren Eltern einzeln darum nachsuchen; eine generelle Dispensation ist jedoch bisher nicht ertheilt worden. unv zwar, wenn wir nicht ungerecht sein wollen, einfach darum nicht, weil recht viele jüdische Väter eine solch« gar nicht verlange». Wir glauben, daß hierin auch die Differenz in Lolmar ihr« Lösung finden wird. Der Direttor wird nicht von sich au« die Schulen beurlauben und der Rabbiner auch keinen allgemeinen DiSpeu« in seinem Sinne erwirken, aber dem Emzelnen wird er gewährt werden. (Wir bitten unsere französischen Herren College«, hiervon gefälligst Notiz zu nehmen.) von per Weser, im Novbr. (Or.-Lorr.) Nach neueren Zeitung-nachrichten soll ein ägyptische« Heer in Abessinien etngerückt sein, um diese« Land, wie kürzlich da« Königreich Derfur, dem großen Reiche de« Phedive einzuverleiben. Ist diese Mittheilung richtig, und liegt nicht etwa eine Verwechslung mit einer andern, gegen den Schomali-Staat Harno (südöstlich von Abessinien), gerichtete ägyptisch« Expedition vor, so dürft« diese« Ereigniß auch für un« Juden von Wichtigkeit sein. Eine Eroberung Abessinien« durch die Aegypter würde un« die Möglichkeit gewähren, un» mit den abessinischen Jude» — den Falascha — in Verbindung p setzen. Mag Abessinien noch so sehr durch den schroffen Abfall und dt« Unwegsamkett seiner Gebirge gegen einen fremden Eroberer geschützt sein, so dürfte bei der ewigen im Land« herrschenden Anarchie, der Praftlosigütt der Rogterung de» jetzig« König» Johanne» und w iMAm flkMflaMAt u&fc AiAcMbL Mms Tntffttifc kn H^Etrchfüch üMfiiü mk WÜiüdchjch (Mtpni -' ' ■