Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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fjfUn n. s. w. auch für den bezahlen (immerhin indirekt bezahle«) soll, der o«r»ög»nd, ja reich ist, aber nicht» Wahlen will, da möchte tstcheriich auch dr»GuchchhMen die Gtduld auSgehen. Aber Herr & faßt dies« Fracht vq^ d«r, Peerdig»ng-Renitenter von einer ganz entgegengesetzten Seit« an. Er legt den Warten d«S.Herr» Pf. Josl einen. gan» .falschen Sinn untei;«gleichdieser e« gir't und niitzlich^tstknden, daß di« Gemeinden im Besitze de» Friedhof» ein Mittel haben, mit Au«tr,tenden abzurechnen — und er fährt fort: „Wie di« Gesetzgebung jetzt liegt, niag die» vielleicht richtig sein, daß aber die Gesetzgebung eine andere werde, dafür haben nicht wir. dafür wird schon Fürst BiSmarck sorgen. Wa» Helsen alle Kirchengesetze, wenn ditKirch:n in Besitz der Kirchhöfe bleiben" u. s. w. — Also Herr S. hofft, daß bald überall die Friedhöse (aber die jüdischen auch I! denn e» wird doch wohl keine Ausnahme zu-Gunsten der Juden, etwa der orthodoxen Separatgemriudc», gemacht werden!) in den Besitz der Commune übergehen, und dann jeder, der Reih« nach, beerdigt, von Confessio» und Religion nicht mehr geredet wird. Also abermal« begegnen einander die Gxrrrmr, hier die jüdisch-' orthodoxe« Separatisten und die Religionslosen. Oder denkt Herr & sich die Sache ander»? Ueberall sollen confession«- lose Friedhöfe eingerichtet werden, auf denen jeder, der keiner Confessio» angehören mochte, «ine Stätte finde, daneben aber konfessionelle, also auch orthodox-jüdische, auf denen dann kein Böser an der Seit« erne» Gerechten Ruhe finde. So wird er c» wohl meinen. Und der Baal-Teschubah? Wenn nun ein Jude Jahre lang sich von jeder Gemeinde fern gehalten, zuletzt aber doch zu bmgr "I2V zu kommen wünscht? Will Herr S. dann „die Thür vor dem Reuigen schließen?" so antijüdisch kann er nicht denken. Also hätten wir doch wieder die leidige Geldfrage, über die eine kleine Separatgenieinde gewiß nicht hinwegsehen kann. Doch genug von» Geldpunkte. Wir glauben, daß Herr S. über sein Programm nicht im Klaren »st. Schließen wir damit ab, daß wir die» klar legen. Es giebt unter den der LaSker'schen Resolution zuftimnienden Orthodoxen zwei Parteien. Die Eine» wollen da auslreten können, wo sie mit der Majorität sich nicht zu eiuigen vermögen, sie wollen dann Separatgemeinden bilden und weder doppelt bezahlen, noch au» dem Judenlhum auStreleu. Wir habe» hundert mal gejagt, daß wir in» Allgemeinen ihnen solchen Rechtsanspruch zugestehen. Die Partei verkennt aber die Gefahren der AuStriltSfreiheit nicht, und will nicht, daß ohne Roth von chr Gebrauch gemacht werde. Di« andere, im „Israelit" das Wort führend« Partei will (nach dem Borbitde der ungarischen Schomre-havath) überall Separatgemeinden bilden, auslreten oder die nicht zu ihr sich Zählenden hinausdrängen. Sie will nicht nur nicht paklirea, sie will nicht einmal da, wo sie die Oberhand hat. Andersgesinnte unter sich wissen und dulden, (sie hat die« letzte Wort noch nicht ausgesprochen, aber «» ist ihr Streben, ihr Programm.) Natürlich will diese Partei in keinem Ding« niehr Gemeinsame« mit dem anderen Juden haben, nicht im Leben, auch nicht im Tode. Besondere Synagogen, Schochtim u. d. m. sind wahrlich nicht chr letzte« Wo«, sondern Aufhebung (RichtigkeitSerklürung!) der Heirachen ,wische« de» Ihrige« «nd den Anderen, und getrennt« Grabstätten. - Run Herr S. schwankt zwischen diesen beiden Part«?»».'' Sein Herz und sein praktischer Beistand lassen chn vor de« dunkelt» Strebungen der Ultra'« zinchttyOchMU daher stsräch er (wie wir zu I»fcheg..de« imr Äiik»: «gegeben haben) mit,sich in Widerspruch «nd stimmt ftellejjwch^u n« bet; an ~ andÄech SlMn und so bei der Begrstb »Drage geräth er in« Fahrwasser der Extremsten. Statistischer gKärtifrt über da» freiherrlich Rothschlld'sche Ho-pital »nd die damit verbundene» WohlthitibkeitSanstalten in Jernsalem II. Mädchenschule „Eveline Rothschild. Diese von der freiherrlich Rothschild'scheu Familie sou» tenirte Anstalt ist die einzige israelitische Mädchenschule in Jerusalem. In derselbe» wird der Unterricht unentgeltlich er» lheit, und erdalten die ärnieren Kinder alle zum Unterricht« nöthigen Objekte, wie Bücher, Schreibhefte, Rechentafeln, Tinte, Federn, Zwirn, Wolle, Rädeln u. dgL. von der Anstalt geschenkt. Dir Schule, niit einem Lehrkörper von S Personen — 2 Lehrer und 8 Lehrerinnen — zersällt in zwei Klasse« Unterricht«gegensiände in der ersten sind: hebräisch Lesen und Schrrtben, Anfang«gründe im Rechnen, Handarbeit (Nähen, Stricken, Häkeln); in der zweiten: nebst hebräisch Lesen und Schreibe», Schvpsungsgeschtchte, etwa« Geographie und Naturgeschichte, Handarbeit (Kleider und Wäsche nähen, sticke«, nierte«, netzen, Perlenstickerei u. dgl.). Die Unlerrichl»jprach« ist die spanische. Eine Porlierin, die in der Anstalt wohnt,,■ besorgt di« Reinigung der Lokalitäten. Alljährlich erhallen 2 der ärmste» Waisenvlädchen, welch« „ 5 Jahre lang die Schule frequentirl hatten und nicht weniger al« 16 Jahre zähle» dürfen, je 200 Franc« in Gold al« Aussteuer. Im nächste» Jahre soll, wenn wir die paffenden Lehr», kräfte hiezu finden, nebst einer europäischen und der Landessprache (arabisch), auch „Maschiuen-Rähen" gelehrt werden, . und dürsten dann alle in der Schule angeserligten Arbeiten in einem Bazar ausgestellt, zu Gunsteu der armeil Waisen» ' linder verkauft werden. Leider mangelt es uns an paffenden und genügend gro» ßeu Schulräumlichkeiten, so daß viele Kinder, di« um Auf-ii nähme bitten, adgewiese» werden müssen. Die Schule war im Jahre ö68S von IV4 Kindern freqnea» „ tirt. Dem Ritus nach waren 141 Sephardi m, 10 Aschkena» sim und 3 Karaüen. Dem Baterland« nach waren au« Palästina 129 (Jerusalem 128, Hebron 1), Türkei 13, Rußland 1, Rumänien 1, Egypten 4, Marokko 3 und au» Persien 3. III. Geldunterstützung für arme Wöchnerinnen' mit Verheilung von Wäsche für Mutt cr und Ktnb * - Stiftung der Frau Baronin Betty von Rothschild. 7- Monatlich wurden 10 arme Wöchnerinnen mit Wäsch« T (für Mutter und Kind) betheilt, und rrh ätt eine jede 10 Franc». Im verlaufe d. I. 5635 wurden bedacht: ' ' Sephartltm 72 T'Jj Aschkenafim 58 in Snmma 180 Frauen, von bnwjH di« jüngst« 15, dt« ältest« 45