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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 46. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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ßai — bestndet, und H ist daher auch bet dieser Sachlage die Erörterung der «eitern Frage, ob, abgesehen von de« Großrath«- beschlnß, da« Schichten de« Art. SO der Bundesverfassung znwider sei, znr.Zeit.iiberstüsfig und gegenstandslo« Vermischte und neueste Nachrichten. fBtttl. (Mecklcnb.) Ans. Nov. Hier ereignete r« sich vorig« Woche, daß ein Kaufmann jüdischen Bekenntnisse« seinen, durch Schulden bedrängten Leben durch Erhängen ein Ziel setzte. Der Fall erweckt« aber nur Erregung gegen di« Wucherer, die den Mann ausgesogen hatten, nicht gegen de» vntzlücklichen selbst, und di« Gewährung der vollen Begräb» nißceremonie» »ach den israelitischen Gebräuchen und ein zahlreiches ieichengefvlge gaben —in großem Eontrast mit dem mtditidsamen Verfahren der lutherischen Geistlichen in Fällen M«l*f Art — der allgemeine» Stimmung des Mitleid« und Bedauern» Sluidruck. (Boss. Z.) Frsuksurt a. M. Wir erhalte» leider die Trauer Rachtt$t von dem am 4. Abend« ,erfolgten Hinscheib,» de« erst im vor. Blatte wegeu keiner Wohllhäiigkeit rühgiend erwähnten Hrn Mos.Jech.Kirchheii». (Bruder de« Herrn Raph st.) .12KU1. — Mehrere Blätter briugen die lakonische Rotiz: »In Krapksurt a. 'JX., sind in voriger Woche drei jüdische Familien zg«, Chrsttenlhum übergetrele».- -- Best. Der Slaat»sekretär im Ungar. Handelsministerium Eduard Horn (Ignaz Einhorn) ist am l. November gestorben. (Nähere diogr. Notizen in nächster Nr.) Haag. Es ist hier ein Comitä zusammengetreten, um rin Denkmal sür Spinoza zu errichten, und zwar im I. 1877, dem zweihundertstel, Todesjahre des Philosophen (gest. 21. Äebr. 1677.) Das Comiiä cooplirt sich Personen au» verschievenen Ländern, und die Idee scheint besonders in England Anklang za finden, wo ein« Reihe renonlmirter Männer sich dem Eomilä angrschlofien hat. LaptzON, S. Roo. (Or-Lorr.) Sonntag findet durch de« Lhicf Rabbi «urer Assistenz seines Sohne«, des vr. Herm. „Apler, die Einweihung eines neuen Hause» sür da« jüdische Taubstumm,n-Justilut statt. E« ist ein schönes geräumiges „Gebäude im Weftende, vormal« Palast des Bischof« von Nor- ,tyich. Die Zöglinge dieser Anstalt werden in der Lautsprache (lip •jttein) umrrrichtcl werde». Die Einführung dieses , Syst««» in England wird den Israeliten zu,großem Ber- „ hinist« aug,rechne». In «ine», jüngst gehaltenen Meeting im „ Hkgufioa tzoufe habe Earl Äranville und andere Redner, welche die Lautsprache in den Taubstummenanstalten Englands Allgemein «uigeführl sehen möchseu, hervor, daß man e« den kosmopolitischen Gefühlen und dem wohlwollenden Eharacter der Israeliten verdanke, daß der große Besuch ^.diesem ,Lhnde unternommen,und von Erfolg begleitet 'worden sei. , pßkff«s.. ^ü^jich sind zehn jungi Damen, welche da« hiesige Ggntnäsign^ ahsolvir! h>>den, von hier nach St. Pe- .- tersdurg adgrreift, uni au der -dortigen Universität Medizin z» stuM».spie Zehn sind insgesammt'Jüdinnen. (Hazeph.) Perfion. ^Dir_LMace Lsr. .Univ. bal über dir Berbrennung de« Jehuda in Hamadan einen ausführlichen genauen Bericht erhalte«, der allen aber- und abermal oersuchlen'Dementi« ei« End« macht. Derselbe wird im Bulletin für November erstsstinem" (Wir begnügen »n» mit dieser vorläufigen Miltheilung, da wir grundsätzlich au» den uns ««gehenden Noten zur Tagesordnung auch «tu Thatsächliches nicht veröffentlichen) Sstd-Asr^a. Am SS. August ist in Kimberley der, Grundstein P» ejggr StWagoge gelegt worden, und zwar durch Frau . Karl' Eonuenderg. Die Amoruälen und Rotadilitäten der .v,46tobt und Umgegend waren anwesend, n»d her Apuverueur Sir Henry Baivep tzostch, ckNtr M»sptnch»»ch>rpo,, d»ß, ' sejnerBlüth« stedler« verdank», indem von Anfang an >i« energischeste«, und unternehmensten unter den Einwanderern Jude« erpfsea ,jei«n. («ach I. Ehr.) Tunis. Ein Sorrespondent de« »Bessill« Jsr.- schreibt: »Tunis zählt etwa 130,000 Einwohner, darunter 8000 Wnhamedaner, 80M0 Inden, 20,000 Christen. Unser« Glaubensgenossen sind in zwei Gemeinden getheilt: di« der Eingeborene» zählt 2300 Personen, die »Livorneser*, d. h. die Nachkommen der an der pyrenäischen Halbinsel Exilirten, 8000. Obgleich diese zwei Gemeinden demjelbea Ritus folgen und dieselbe Sprache (spanisch) spreche», so besteht doch zwischen ihnen eine ausgesprochene Anüpathie. Jede Gemeind« hat ihre Berwaltung, Talmud Torah, Friedhof und selbst Schächter sür sich. Früher oerheiratheten sie sich, nicht einmal «u- «r einander; noch jetzt geschieht es selteu. Für Unterricht der Jugend läßt sich gut« Hoffnung faffen» da der größer« Theil der Juden dessen Rothwendigkit rinfirht. Die italt«. »isch« Sprache ist unter den Juden in Tunis am meisten verbreitet, (das »Spanisch«- ist also wohl da« verdoebene »Spaniolisch-,j wird auch von der europäische« Eolonie hier zumeist gesprochen, und dient in den beiden Talmud Torah« als »Unterrichtssprache". Der Sorresp. klagt darüber,, daß die ausässigen europäischen Jude» fast gar nichts zur Förderung der Bildung ihrer neugeborenen Glaubensgenossen than. Re»'V»rk. Der »Deborahwird von hier geschrieben: Eines Umstande« muß ich als gewissenhafter Berichterstatter erwähnen, weil es sich dabei thatsächlich um di« endlich« Abstellung eine» namentlich bei uns in RewAort von Jahr zn Jahr krasser gewordenen Uedei« handelt. Ich meine die »müßiggängerischen- Besuche, welche Hunderte von jungen Leuten beiderlei Geschlecht« am »Jom-Kippurder Reih« nach de« verschiedenen Gotteshäusern zn dem Behuf« machten, um sich die Zeit zu vertreiben Da zogen sie, in der Regel paarweise, nach der neuesten Mode gekleidet und durchaus-'nicht »von der Bläffe des Fasten« angekränkelt- Tempel zu Tempel lachend, schäkernd und Witze reißend, um »lustig und guter Dingeden Onkel L, die Cousin«' A- und den Großpapa Z. nach ihrem Befinden zu fragen. Dies« »BithflNe«- waren im höchsten Grade störend und beleidigend. 'Die Borstände der meisten hiesigen Tempel machte« solch' unauftändigen, Treiben diese« Jahr ein Ende. E« wurde an allen Thüren und Thoren der in der Regel von solch' pflastertretende« Pärchen am meisten heimgesuchten Bethäuser darüber gewacht, daß keine« von ihnen die heilige Schwelle übertrat. E« wurde außer «ri z»m Einlaß berechtigten Gemeindemitgliedern, Sitzhaltern und deren Angehörigen, nur solchen Fremden der Zutritt gestaltet, die von maßgebender Seite dtagesührt worden waren. Dies« Maßregel bewährte sich mit solche« Erfolge,daß jenem Schwarm von Gecken und SeckUtnen wahrscheinlich ein für allemal die alt« Pilgerschaft verleidet worden ift.- (Wir tragen bei dieser Gelegenheit nach, daß die Klage über die «heueren Synagogenplätzr, welch« de» Unbemittelte« den Besuch der Gotteshäuser unmüglich machen, nicht aus Nord-Amerika allein erschallen. Im »Hazephirawird ans Odessa dasselbe berichtet, und hinzugefügt, daß es skandalös lei, zu sehen, wir noch n ach Bqin« de« Feste», bei Rocht, Vorsteher Eintrittsgeld entgegeuNehmen »nd buche». ,1-12 pDTO' »Noch a m Rosch Haschana schreiben sie- — sagt der Correspondrnt.) _ Feuilleton. -Der T«h»tzt»de. Hin* historisch« »rthhlunz au* der Geschichte der Iud« M MoGdchar^ (Fonsetzung.) Samuel wollt« in eiaener, Person di« Lertrauensntänuer zum König Wenzel führe». Es war nicht das erste Mal, daß er sich katseNicher Majestät nähert«. Er war schon a» Gose Kuet'I des Bieeie» gewesen, dessen Schntzbries er

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