Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 46.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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De* Llter muh unter lo Jahren 5 |»tf4 10—30 „ 63 „ 30—80 „ 33 „ 80—40 , 38 „ 40—50 „ 45 „ 60—60 „ 66 „ 60—70 „ 75 70—80 „ 39 80, 6 über Summa 844 Dem Seburts-s Der Besch äfti lande »ach waren«»»a nach waren Schuster Maurer aus: Palästina Türkei Rußland Roldo-Walachei Galizien Oesterreich Ungarn Frankreich Algier Marokko Polen Georgien Krim 48 73 103 35 39 16 7 8 13 10 13 4 3 Summa 844 Schreiner Blechner Schreiber Bäcker Goldschmiede Schneider Lehrer Trqrezirer Gelbgießer Gärtner Graveur Glaser Schmiede Zimwermann Saufleute Diener Schuhflicker Matratzenmacher ohne jede 8e> schäftigung 11 3 4 8 3 3 4 11 3 1 3 1 1 1 1 1 3 1 1 1 388 Summa 844 Die Anzahl der theil« in öffentlicher Ambulance, iheil« in ihren Wohnungen behandelten und mit Medikamenten gratir versehenen Kranken betrug: 15 44 8, und zwar: Männer 6095 — Frauen 9853. Der Religion nach waren: Juden 13889, Mohamedaner 1339, Christen 330, in Summa 15448. (Schluß f.) Berichte und Torrespondenzen. Deutschland. Stettin, 11. Roobr. Au« Anlaß der am 1. t. M. im deutschen Reiche vorzunehmenden Lolkszählung haben verschiedene Blätter historische Notizen über Bolkszählungen gebracht, und es war unter andern« bemerkt worden, daß di: älteste bekannte Volkszählung durch Lerxes vorgenommen worven sei Dem gegenüber bringt die beutige „N. Stell. Zeit." einen Artikel, den wir größtentheiis hier wiedergebe»: „Lerxes ließ keine Volkszählung abhallen, sondern eine Heeresmusterung. Gr nahm diese Zählung in etwas naturwüchsiger Weise vor, kam aber dabei zu einem ziemlich sicheren Resultat. Er gelangte nämlich in Thracien auf eine Ebene, die ihm geeignet dünkte, da« Heer aufzustellen und zu »ählen. Da« Verfahren bei der Zählung war folgendes: Man brachte 10,000 Mann auf einen Fleck zusammen, drängte diese so eng wie möglich, und zeichnete dann einen Kreis um sie her; alsdann wurde» die Zehntausend hiuausgelaffen, und auf dem verzeichneten Kreise wurde eine llmfriedigung gezogen bi» zu der Höhe de« Nabels eine« Manne«. Al» diese gemacht war, wurden andere Krieger in das Gehöfe Hineingetrieben, bi« es wieder gefüllt war, und so fort, bi» alle gezählt waren. Die Listen aber wurden nach ver Zählung aufgesetzt. „Unsere Kunde über die ersten Volkszählungen reicht viel weiter zurück bi« ins graue Alterthum, denn lange vor jener Heeresmusterung nahm Mose« mit den Kindern Israels nach dem Auszuge derselben au» Egypten ain Sinai eine Zählung vor (1500 o. Ehr.). Die Art der Ausführung «ab die Anfertigung der Listen wird uns genauer beschrieben. Mose« sollte aufnehmen die Gesammtzahl ver -ganzen Ge- «lade der Kinder Israel« nach ihren Geschlechtern, nach ihren Vaterhäuser» und einzelne» Namen, Alle«, was männlich ist, »ach der K pfzahl von 30 Ihren an und darüber. Die Zählung sollte nach den Stämmen vorgetiöstW« «erde» von je einem M.iuue, der ein Haupt ist seine) Bäterhanses. Die Name» dieser Bolkszähler nnd uns überliefert worven. Zunächst bekamen si? von Moses und Aron besondere Unterweisungen und da»» versauimelten sie am ersten Tage (zwar nicht de« letzten Monat» sonder» de« zweiten) die Gemeinde, und ein Jeder ließ sich in sein Geburtsregister einkkage» nach Geschlecht und v«te«hau» und einzelnen Namen. Die Zählung ward durch den Umstand erleichtert, daß das ganze Volk aus einein Platze vereinigt war und daß Frauen, Kinder und der sonstige Bermvgensstand nicht mitgerechnet wurden. Die Zahl der Gemusterten betrug nach den noch erhaltenen Listen 603,575. Die Listen wurden wohl darnach in das National-Heiligthum, die Slistshütte, niedergelegt. ,Die zweite Volkszählung in Israel wurde ebenfalls durch Moses veranstaltet am Ende der Wanderung durch die Wüste und geschah zun» Zweck der geordnete« Unterbringung de» Volke« in Eanaan. Die Musterung umfaßte auch nur die Männer vom 30. Jahre an und geschah in derselben Weise wie die erste. Jntereffant ist die nächste Zählung, welche nach langem Zwischenräume im geordneten Staatswesen David veranstaltete (fei. 1030). Sr gab zu derselben seinen« Feldhauptmann Joad den Auftrag Dieser «iderrieth es dem Könige; da aber David darauf bestand, so vollzog er sie. Joab machte sich mit den Obersten des Königlichen Kriegs- Heeres aus und durchzog mit diesen da« Reich. In allen Ortschaften, wohin sie kamen, schlugen sie ein Lager auf und nahmen da,«n die Verzeichniffe der waffenfähigen Männer auf; so zogen sie von Süden nach Norden, von Berseba bis Dan. Zu der Zählung verbrauchten sie neu» Monate und zwanzig Tage. In Jerusalen« überreichte» sie dem Känige ihre Listen, sie hatten ausgezeichnet an» Israel 800,000 Mann und au« Juda 500,000, die da« Schwert zogen. Bon der Einrichtung der Listen wiffen wir Genaueres nicht. „Volkszählungen machten auf die ungebildete Maffe einen unheiinlichen Eindruck. Dunkle Vorstellungen von Selbstüberhebung und dem Eingreifen in die Machtverhältniffe der Gottheit, daneben auch wohl die Angst, daß nach derartigen Zählungen epidemische Krankheiten ausbrächen, weil bei denselben große Menschenmengen auf eine» engen Raum sich zusainmendrängten, gaben dem Aberglauben Nahrung. So verordnele denn Mose«, bei der Zählung an Jehovah ein Lösegeld abzugeben, so weigerte sich Joab in banger Furcht, den Befehl David» auszuführen, io wird un« auch erzählt, daß Satan dem David diesen Entschluß eingegeben habe. Die Strafe blieb auch nicht au», denn der Ausbruch einer verheerenden Pest gleich nach der Volkszählung wurde als Zeichen de« göttlichen Unwillen» über da» frevelhafte Beginnen David» aufgefaßk. Die von dem Könige Amasia vorgenommene Zählung geschah zur Aushebung eine» neuen Heere«. Genauere Nachrichten über dieselbe sind un« nicht erhalten. „Die beiden letzten Zählungen hatten ausschließlich militärische Zwecke, die Mosaischen Zählungen aber rein statistische. E« verdient beachtet zu werden, daß wir keine griechische und nicht einmal eine römische Volk-zählung haben, welche mit der Mosaischen verglichen werben könnte. Au« den Reichen Asien« ist un» nur eine bekannt, die vielleicht der Mosaische» an die Seite gestellt werben könnte, die chinesische von Ta-Jü vom Jahre 2000 v. Ehr. „Wenn un» da» Evangelium Lucas erzählt, daß während der Regierung Herode« de« Großen eine Verordnung vom Kaiser August««» »»»gegangen sei, daß die ganze Welt geschähet werde, so ist zu sagen, daß die Thatsache eines Reichscensus weiter nicht bezeugt ist. Daß i» einzelnen Provinzen aber Schätzungen vorgenoininen wurden znr Zeit de« August'«», um Steuerrollen anzufertigen, ist gewiß und ein Sensu« in Palästina wahrscheinlich, da die Tendenz der römischen Verwaltung seit Auguftu« auf Herstellung möglichster Uniformität gerichtet war. Statistische Zwecke lagen aber diese« Schätzungen fern."