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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 45. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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968 : k liche Thorarollen heran«geno»men »erde«. In einem alten jüdt ch-deuts«hrn Minhagim-Buche von 5389 steht Folgende«: „In etliche« Rehillo« in Lschkena« auch in Welschland, so hebt ntra au« die drei n'D> die man morgen lainen will ist sie dü erste stellt man auf ,12121 J1KT1 u. s w. und dicw« l man ne bfaü ist. sagt man 7^37 7k2iv u. s. w. In Polen und Pöheim hebt inan alle 1"a au« .... und den pn nimmt eine und singt K3M ... geht herum um den Llmemor und tanzt . . . und man ist die fl“D wie oben steht u. s. Wa« nun die oben angegebenen drei verschieden» lluterabtheiiungen de« Minhag Polen betriff», so ist da« ond I und S Bezeichnet« im Dark« Mosche zu Or. Chaj' c. KSK angeführt, Nr S al« dermaliger. Nr. l als älterer Gebrauch, (vgl. V“V und au« ührlich im 3^3^) Für Nr 2 tarn ich aber trat auf die Angabe im Siddur Derech Chajim') oerwetsen, und weiß keine älter« Quelle lugeubiicklich aufznfiudeu. E« uiöchle wohl für manche Leser, selbst für Gelehrte, die deu G> brauch der 2113 nicht kennen, nicht uninteressant sei«, wenn ich da« Verzeichn iß bierhersetze. Ich entnehul« e« einem s. g. D1B37j3, welcher anscheinend in Prag gedruckt ist. 1) 1^3*1 -*73 von 1. Mos 1, 31 am u. s. w. 2) *]S JJ71 '3 1. Mos. 517, 27. 3) “fK^On 1. Mos 48, 15 (bi« 1) 4) •pirrar^ das. 49, 1K 5) 1>2« das. B. 22. «) 2V71 2. Mos. 14, 29 bi« End« bnr HIP. 7) 1BK1 das. 15, 23. 8) ■031» die zehn Gebote 9) *p"l2' 4. Mos. 8.22 10) 27D3Z '.TI das. 10, 33 11) 1'V TM das 21, 14. 12) 72E T O das 24, 2. Am kiesigen Orte hatte man uuu ehemal« auch diese Ö113 verlaust, verlesen, geschnoben (wovon wohl der Name), und dabei war wohl allerlei wirtlich nicht mehr Zeit- und Synagogen Gemäße« vorgekommen. So war den» oer G ebrauch vor dreißig Jahre« abgeschafft, und statt deffen der de« „Stell, uS" oer drei Torah« eingeführt worden. Dies« waren al«r bereit« in Ordnung gebracht, es wurde also lediglich di« betreffende Rolle geöffnet und wieder zusammengerollt, und da« war mir immer wie eine recht sinn- und inhaltlrere Eeremonir oorgetommen. Andrerseits war da» Ausrufen cnWI ^2 “nö der Auszug der Rnaben längst abgeschaffl, ebne daß etwa« au die Stell« getreten wäre, um dem Fest« «inen Charakter al« Kinderfest, deu es ja einst zu süßer Erin zcruug für das allgemach heimgeheude Geschlecht gehabt hall', zu wahre». In der neuen Synagoge habe ich nuu in diesem Jabre einen längst gehegten Gedanken ausgeführt. Zui ächst schritten Rnabeu mit brennenden Nerzen dem Umzug« voran. Dann wurden drei Rollen zurückdehalten, uub au» ier ersten ^K^on (®- 14—16) aus der zweiten 72V TO, uns der dritten .13723 5. Mos. 33, 27—29 oorgeleseu. Zur ersten wurde der jüngst Par Mitzwah Gewordene, zur zixiten «in Borsteher, zur dritten da« älteste Gemriudemitgl rd aufgerufe«. Nach dem jedesmaligen Aufheben der Torah rahm ich dieselben und sprach «inen kurzen, an die betreffend« «stell« anknüpfende« Segen: 1) über die Rinder, 2) die Familienväter uub Mütler, 3) die Greise in der «Gemeinde. — In diesem Segen wollte ich zugleich einen Ersatz für de« hi.rzulaude unbekannten Matnath-Jad - Segen, für de«, welcher durch da« ewige, de« Eharakter de« Tage«, dem Minhag Asck k. gegenüber, ganz alterirende n7aV3 1121 verdrängt ist. Die Einrichtung knüpft also i« allen Punkten au längst Bestehende» au. Bielleicht folgt ei« Loüeg« de« hier beifällig« Aufgenommeue». Froüfmt «. M., 29. Oci. (Or-Corr) Nächste Woche feiert Herr Benjamin Niederhofheim sei« 50jährige» Rohel- 1 Das. auch »or,«schrieb«, ««dbisch n«ch der «velesun, ,u saftn. Die« stcht sonst uirgeiws; ich weiß auch 13"2V^ nicht, wopa da« sei» so««, «addisch «ich 7711,1 >«»» -esa^, wen» di« gähl der Anfßernsenen 71271^ vdMMt ist. hier (am aber doch «» «Mer nrnp rnw »«rh«»» mm m* tat«. Jnbiläu«. Ein hierzu constitnirte» Eomite wird demselben eine Ehrengabe von 30,000 Mark übergeben. Die iu Rr. 43 genannte Stiftung von Hrn. M. I. Rirchhejm ist nicht, wie e« dort beißt, nur für i«r. Bräute bestimmt, sondern ein Drittel der Zinsen für WohnungSmieth«, ein Drittel für Schulgelder und ein Drittel für Autstaltung i«r. Bräute, sür letztere werden die zweijährigen Zinsen zu» sammengeiegt. Nicht hier eingebürgerte Arme müssen 5 Jahre hier gewohnt haben, um de« Mi tgennffe« Iheilhaft zu werde« — Der Stifter, welcher nicht deu Reichsten beizählt, und dessen Stiftung nicht im Berhältuiß zu seinem Bermögr» steht, hat ihre Höhe nur durch die gewissenhafte Ausscheidung von 10'/, snues Beroienste» im Berlaufe von 25 Jahren zusammengebracht. Diese Beträge verwaltete er wie ei» fremdes nnverlraules Gut, und durch glücklich« Operationen »nd Gewinnste erreichten ste die gegenwärtige Höhe. Der Stifter hatte der israelitischen Religionsgesellschaft vorgeschlagen, daß ste zu der von ihm eingesetzten Verwaltung eine« ihrer Mitglieder wählen sollte; da er aber die Schulgelder nicht einzig und allein für den Unterricht in ihrer Schule bestimiuen. vielmehr keine jüdisch« und christliche Schul« ausschließen wollte, io Hai die Rel.-Ges., verkörpert in ihre« Rabbiner, ihre Mitwirkung versagt. Jonia 23 wird die Herzlosigkeit eine» Bater« gegeißelt, der bei der Ermordung seines Sohne« nur an die leoitische Reinheit d«S Mordinstrument« gedacht hatte. Ein Eeitenftück hierzu ist nachfolgende«: Am oerstoffenen Simchath Thora fiel plötzlich in oer Synagoge oer Rel.-G.-s. ei« Pol« todt nieder- Das erste Wort des Rabbiner» wir soso«, daß die Cohanii» die Tyuagoge verlassen müsse»; und diese Gleichgiltigkeit bei dem plötzlichen Tod eine« Menschen wurde a!« etwas Rühmliche« ausposaunt und al« ei« Beispiel, daß menschliche Regungen dem Religiösen weichen muffen, ausgestellt. (Diese» allerdings widerwärtige Rühme» uno AuSpojauueu kann uian aber doch nicht dem Rabbiner zur List legen. Die Anfforderuitg na die Rohani« schließt da« Mitgefühl bei den» Unglück«salle nicht au«; man kann das Eine empfinden, ohne da» Andere zu unterlassen, und somit könne« wir de« geehrten Hru. Eorresponoente« nicht beipstichlen, wen« er da« hier Erzählte mit dem in Joma Berichteten zusammenstellt, selbst wen» wir von dem »öthigeu llmstanse absehen, daß ei« Uuglücksfall nicht mit einer schauderhaften Unthat zn vergleichen ist. Red.) Aus Rassel, IS. Oktober, erhalten wir folgend« Mittheilung: Anläßlich des jüdischen Versöhnung-feste« wandte sich der hiesige Rabbiner Dr. Adler voriges Jahr an da- Commando des elften Armee-EorpS mit dem Ersuchen, Soldaten jüdischer Confession au dem betreffenden Festtage vom Dienst zu entbinden, und wurde ihm die Antwort ertheilt, daß das Ersuchen ein überflüssige», indem eine für die ganze preußisch« Armee maßgebende Verordnung di« Soldaten der qu. Confession von jedem Dienst am BersöhnungStage befreie. - Selbstverständlich unterließ der Rabbiner diese« Jahr eine Wiederholung seiner Bitte: nachdem er indessen ermittelt, daß nichtsdestoweniger hier in Garnison liegende Israeliten am genannten Feiertage zum Dienste heraagezogeu worden waren» nahm er Veranlassung, bei dem Commando des elfte» Armee- Corps eine Beschwerde dieserhald einzureichen. Dieselbe soll als begründet anerkannt worden sein, und betrachtet man e« als eine Folge derselben, daß jetzt sämmt liche in Rassel im Dienst bchndliche Israeliten gutwillig oder nicht so- ' ' wohl Freitag Abend wie Samstag Morgen« unter dem Com- * mando eines Unteroffizier» zur Synagoge und - in gleicher Weise nach Beendigung de» Gotte-dienste« nach der Rasern« zurückgefühn werden. ~ (34b. voll»».) -J (Soviel uns bekanrt ist, «erden jüd. Soldaten nicht bloß am BersöhnungStage, sondern auch an den anderen Feste« «nf M Ersuchen vom Dienst befreit; eine Anzeige Setten» deS Rubinner« « ist jedoch wohl am Platze, well der Commandaut 'sjS nicht zu wissen braucht, wann ein iSrael. Feiertag etuttstt.)^

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