Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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i i » I ciiu mirüidje orchodoxe Separatgemeinde sich beseit» ronstituirt hat, auch chcht, einmail ein Zwangs» ,u doppeltkrveitragsleistnng gerKtferÜgt sä» DhjenWk«^er, weM Juden bleibku und heiße», aber keinerl^i kffeikragMfien wollen, möchten anHhalitz» weiden./enliW^ Hdteretz.e»-stbun. oder auf Elfteres zu verzichten. Ls ist Sophisterei, wenn ma^bad.S^wiU^,s»MranLL«Wt. H^SzkwAVmnzb näss« iuudi tzickhehkt 4» «ckt,- daß gerade ir Frankfurt a. M durch die zum Besetz erhobene Lasker'sche Resolution nicht» zu Gunsten der Relig-Gesellschasl gelindert werden würde. Denn a) glaubt Hr. S., daß die Resoim-Gemeinde in ihrem Fortbestände gefährdet sei, daß sie „einpkcken" müffe, oder Eoncessionen machen werde, wenn die Orthodoxen nicht mehr bezahlen? b) Glaubt er, daß seine Gemeinde sich kräftiger entfallen tönite, wenn deren >ng« hörige nicht mehr durch die Beiträge zur Hauptgemetndd gedrückt würden? (groß, drückend sind die Beiträge überall nur in den kleineren Gemeinden!) o) Weiß er, fühlt er nicht, i« welch peinliche Lage viele Angehörige der Reiig>Ges., gerade der Stamm und Kern derselben, die alteingeborene« Familien, versetzt werden müßten, wen« sie dahin gebet ngt würden, entweder auf die alte Kehillah, ihre viele« schön« n Institutionen, auf die Grabstätte ihrer Lätsr zu «erzichten, gegen SO Pfennig (S"JC TI alte Währungl) Gerichtsknften der Stammgemeinde den Echeidebrief zu geben — oder in ihr zu bleiben und au« der Rel.-Ges. auszuscheiden? Denn Hr. Rabbiner Hirsch kann doch nicht zugebe«, daß ein Mitglied seiner Gemeinde freiwillig auch der Reform angehöre, „den Götzen ein Opfer bringe". So aber muß er'» auffaffen, oder er ist ganz inconsequent. — Wir haben diese Fragen weder selbst beantwortet, noch gar die selbstverständliche Antwort motiviren wollen, und wir sprechen von Frankfurt, «eil wir ad hominem reden, und weil die Lerhältnisfe in Berlin u. s. w. ganz analog find' ö) Hr. S. nennt die Gegner der Laster'schen Resolution dure-weg und ohne Weitere» „Reformer". Da» ist vollständig falsch. Die conservatioen, ja viele strengorthodoxe Rabbiner u. s. w. in kleineren und mittleren Gemeinden sind die entschiedensten Gegner der Resolution, sehen der neuen Gesetzgebung mit Angst und Bangen entgegen, sie haben nur, well sie r» mit Recht nicht für opportun halten konnten, nicht persönlich agüirt und petitionier. Ebenso sind unter de» Gemeinde-B »ständen, welche gegen die Resolution vorstellig geworden f ud, sehr viele, wahrscheinlich wohl zur Hälfte, solche, weiche di: religiösen Institutionen ganz konservativ führen. L» ist so für Jeden erklärlich, nur die Herren, welchen lediglich ihr, Separatgemeinde am Herzen liegt, verschließen da» Luge. Wir haben nämlich in Preußen eine sehr große Ar zahl von Gemeinden, in denen die Majorität der Mitglieder und der gewählten Bettreter e» mit Sabbath, Speisegesch u. s. w. nicht genau nimmt, Lnltusreformen zugeneigt ist. Hat nun trotzdem diese Majontät irgendwo beschloffen: wir besolden keinen Schachet mehr, wer koscher Fleisch essen will, der halte sich eine»? Wir wollen die Ausgaben für den Sabbathgottesdienst sparen, etwa alle vier Wochen einen Hallen, denn wir haben ohnehin keine Zeü dafür? Hat man an allen diesen Orten weitgehende Eul!u»reformen etngeführl? Rein, hundettmal «ein. Denn, mit Lrlaubaiß der Hern» Hirsch und Gen., die Reformer find nicht alle, I nicht einmal in merklicher Zahl, „Verbrecher", Ruch- und Religiontlose, sie sintz nicht aller RtzchtWHMmnd Billigkeit bach» — fit.sagest^ ay»r 6# langF nft Heute in unsrer Gchetzde koscher,' essen : wolNi, ni ü s s ei ' OT ihnen einen ehHWi Schchhet hplteü, müffenwir alle itzAt^Weinstitut« einte ll führe», wenn auch, nur 1'/, die Mikwah gebraucht, müsse« .witz eins, haben, ^weup apch. npr. eiisigs alte .Letzte täÄtch „Schülsw-gehen", fo toflffM «iV Äochentag«-L Mtbsdienjl l«rhalten u. s. w. So ist e« faktisch in vielen, in den meisten Gemeinden; Hr. & und seine Partei, sie kennen nur die sehr wenige», in denen Trotz und Starninn von recht« und link» e» zum Bruch getrieben habe« oder treibe« müssen. Da» ist der Modua vivendi, von Dem wir unter 1 gesprochen haben, der bi» jetzt in 9/10, ja 49/SO aller preußischen Gemeinden gesunden und friedlich innegehalte» worden ist. Denn freilich haben auch die Orthodoxe» vernünftigerweise Manche», der Rothweudigkeit folgend, nachgegeben, und e« gicbt wirklich Wenige, die'e« den Herren Hirsch und Gen auf» Wort glauben, daß Abschaffung de» Sams Madlikin da« „Licht der Thora au»löschen" und die de»" Jekain Parkan „den-rettenden und helfenden (8m~Uttgr~ nen" heiße. . , Die Gemeinde hat eine Einheit gebildet, jeder zahlte seinen zugeschätzten Beitrag, und deshalb, so dachte die immense Majontät der Juden bi» heute, müffe man auch jedem in etwa« zu Dillen zu sein trachten. Wird aber da» Band ge, löst, dann ist die Gefahr, die am nächsten siegt, die, dgß. die nichtorthodoxe Majorität, besonder« da, wo sie den «eip . au» größten Theil der Steuern zahlt (und an sehr viele» - Orten sind ja die Unbemittelten die „Frommen!") sagen wird: „nun richten wir un« die Gemeinde, den Lultu» ganz nach., unserm Sinne ein, und wem da» nicht paßt, der trete au»." Der Spieß, den Herr S. und Lonsorten ohne Roth anlegen wollen, den wird man an viele« Orten um»-- kehrenI Da» fürchten wir! Da« fürchten gerade die ärmsten ftrengirommen Lultusbeamte« der kleinsten ärmsten Gemeinden, die da wissen, daß ein Austritt genügt, um sie,' ganz brodlo» zu machen. Daß die Reformer und nur Reformer seine Gegner seien, da» ist eine entschieden falsche Unterstellung de» Herr» S. — daß dagegen die Radikalen und Indifferenten, chm Pei- , fall zollen, da» weiß er gewiß, und da» sieht jeder ei». (Schluß folgt.) Bericht über da» erste Jahr de« Jbraeftt. Literatar-Bereia», erstattet ne» dem geichsfwleitende» L««ite.»it,:tede De. SL »«»pet In Folge der im Oktober, v. I. erlassene» öffentliche»,:^ „Einladung" de« provisorische« Lomite'« (der RRbb. Dr. Gstvr bemann, Perle«, Rahmer und. Treuenfel«) sind trotze der U»,n gnnft der Zeü und mancher offene» und verstellten AngrtffnS gegen da» gemeinnützige Unternehmen über .Tausend Ritgsie» der dem neue» „Israelitischen Lüeratur-Berein" beigetrete», und haben dadurch , die Existenz desselbe» begrüpdet. Obwohl nun zwar die ursprünglich t» Aussühs. genommene Mitgliederzahl nur zu« dritten TH»U eneicht wurde, ist der Bereia, theil» durch da« berettwistsge der bete. jüd. Autoren, sowie, andrerseits durch di, Seihsttsa,