Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 45. 1875. ' «• Jahrgang. Wocheu-Zchrift für die religiöse« und socialen Interesse« de- Andeuthums. MAcheutltch ein« Nr. fntt M da ». fftchtziftblun^ft 1 fUrt tl ff. f tvtctiAMtston*: UfeidffUiifc 10fltert, »Gch Oefttrteid $ f., «. »rAfttrdch U flirrt., «. CflM), 11 9t, ft. Sarrttft U M j«tzrl. MAum«iIr«iifcI.?>e>a»lwocilicher SKcbaflcur u»l> Hciaurgcd« Rabbiner Vr. A. Areuenfel» in Stettin. Jftferate mxUu »tt AO ff. fftr Mi MtiftMttiu ober bereu derechsiet Die bt» Goftfttftß frt| M ber uftterzetchWiteu BertaßsihftublftftD eifttreffeubeu. ftube« Roch t» ber ftAchtzeu Nu«»er LNfuützftbe. Otu»elm»M««ru A Nb ff. «- »»v<Wtin Mt Jfc. »>»iil»ir Magdeburg, 11. November. H. ein» (4, Btrta.Wi.'oMirtlim« ta 0T T«f■ M. Inhalt; -alt««»« «rtiblt Roch eint (letzte t> Streitschrist ln Sachen der Laaker'schen Resolution — Bericht über da« erst« Jahr de« Jtzraeltt. Literaturoerein«. — Sartcht« ««» »«»ras»-«»«»»««« Deutschland: Stettin. Franlsurt ,. «. Raffel. Roschmin. — Oesterreich: Lemberg Stzeaedt». — Holland: »mfterdam — vermischt« »u» »e»«st« v«chrtchti«» «ln. Hamburg Fulda. Rngsturg. «t-vsen. «msterdmn. F«rr«<u »u« Rußland. London. - Aenilletont Der Schutzjud«. (Fortsetzu^.) — Ittseratatt-Vetla^e. -koch ei»« (letzte?) Streitschrift i« Sachen der La-ker'fchen -ssefolntion. Nachdem dt« Polemik über dt« Lasker'sche Resolnkisn zu et»«« Stillstände gekommen war und von beiden Seiten erschöpft zu sein schien, hatte Herr Nr. Joel sie in einer kleinen Flugschrift Mieter aufgenommen. Wir haben über dieselbe t« Leitartikel der Nr. SS d. I. berichtet. Sie hat oer» schieden« Zeitungsartikel für und wider hervorgerusen, jetzt ist al« Nachzügler wieder eine Flugschrift *) erschienen, in der «in Herr S., welcher früher schon eine Broschüre über die Inötrttttfrage herauögegeben hatte, gegen vr. JoÄ in die Schranken tritt. Gleich der erste Satz charakterifirt Geist und Ton, in de« dieselbe gehalten ist, zur Grnüge; r« heißt da: „Herr Vr. Ioöl hat die Stirne", da« Hau« der Abgeordneten noch etnmal und besser informiren zu wollen. — Neue« hat Herr S. seinrrseit« nicht vorgedracht, er bekämpft hauptsächlich einzelne Sätze und Aeußerungen de« vr. I., welche da« Wesen der Sach« nicht treffe«. Somit ist auch un» kein Anlaß gegeben, . di« neue Flugschrift zu beleuchte», wir wollen aber die Gelegenheit. benntzen, um noch einmal die irrthümlichen Auffassungen, von denen Herr S. und seine Partei au»gehen, . tznsammenzustelien. 1) Herr S. schreibt so, al« ob die Gegner der La«krr- 'scheu Resolution nur oder hauptsächlich den Orthodoxen 'den Austritt «ehre« oder erschweren «ollen. Wir aber und I nuser« Gesinnungsgenossen haben vielmehr diejenigen im Auge, »etch« au« Grüuden, di« «ü Reitgion und Gewissen gar ■ nicht« zu thun haben, au» Jndisferenli»mu«, Geiz, Zanksucht, (Gfteitrft u. s. w. austrelen und durch willkührliche« Zurück- ' hatten ihrer Beüräg« di« Gemeiuden in Verwirrung stürzen,; «Wm solchen den Fortbestand unmögiich mache« würden. Wir "haben allerdings di« Orthodoxen bekämpfen müssen, well diese dt« Agitation betrieben haben. Di« Andern haben sich rnhtg »erhalten oder nur In Stillen mitgewirk», st« war» •) Here Natotet Dr. 3»U mk Mt LHsker'Iche Res-tutm» betmich. ° m «» S. ler«. Letzt»»'« Drnäeret m Femttsutt e/Rt. (1> s.) ten vergnügt den Erfolg der Bemühungen ihrer Bundesgenossen von der extremen Gegenseite ab; sie haben un» keinen Stoff zur Polemik gegen sie gegeben. — Wir aber haben den Orthodoxen weder Unrecht gethan, noch thun wollen. Wir haben, seit wir diese Wochenschrift herau«gegeben, lange ehe La«ker in der Angelegenheit da» Wort genommen hat, unumwunden und entschieden erklärt, daß den Orthodoxen in Frankfurt a. M., Berlin u. s. w Gewalt geschehen sei, daß man sie zur Separation gezwungen Hab« — daß diese vereinzelten Vorfälle aber nicht maßgebend sein, daß man darum nicht alle« in Verwirrung stürzen dürfe. Wir haben gefordert, daß man, so wett wie nur mäglich, beiden Richtungen gerecht werde und einen mocku» vivendi find«, (und dies« Forderung ist seither in allen Petittone« gegen die La«ker'sche Resolution angenommen und zu Grunde gelegt worden), und wir gehen von dem Bedanke» au«, daß unter den jetzig«» Verhältnissen Frieden erhalten werden könne, schwerlich aber nach Freigebung de« Auttritt«. S) Herr S. hat überall nur sein Frankfurt im Auge, gleichsam al« gehört« er zu jenem jetzt Heimgegangene» Geschlechte der alten Frankfurter, denen alle« „draußen" lediglich „Land" und keiner Berücksichtigung werlhe Pleb« war. Er spricht au«führlich von den Leistungen der Frankfurter Religion«gesellschaft, die wir vollkommen würdigen und hoch schätzen, al» ob annähernd Aehnliche« auch anderwärts durch Separation zu erreichen wäre; al« ob in vielen andern Städten solcher Reicht hum wie dort vorhanden, al« ob e« nicht vielen Hunderten von Gemeinden nur durch Zusammenwirken Aller möglich wäre, die«othwendigstenInstitut« und Beamten zu unterhalten, ja nur den einen Schachet kümmerlich zu ernähren, so daß beim Austritt eine« hochbesteuerten „storach" alle» aufhört. S) Herr S. stellt seine Gegner al« Förderer und Korderrr de» Gewissenszwange« hin und damft bloß. Wir «ollen keinen G«wiffen»zwa«g üben. Längst und oft haben wir gesagt, daß wo. wie in Frankfurt, Berlin und rin paar anderen Großstädteu, sich ganz füglich zwei «amplexr mit gesondrrten Jnstttutioue» bilde» könne«, nnd besonder« da,- wo