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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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bi« „SHpcnpffi* sich caßMdt, »-» bot Rase» pp, ieffl:* bripgt: A» de, jühischra Feiertagen wirb i» Vlnsterberg mit Borlieb« Dtinger grfehre«, am fleißigsten auf de» sUtischen Suffe, w« sich die Synagoge befindet. Hier werde» große Misthause» erbaut und mehrere Düngerwagen ausgestellt Der Bürgermeister scheint den Synagogenbesuch t» der Weise sörder» zu wollen, daß er et den Menschen »»möglich macht, die Synagoge zu verlaffen. Lemherß, 21. Oktober Anläßlich det Tode» Fränkei't, welcher vorgestern im Kerker angeblich den Folgen erlittener Mißhandlungen erlag, werden die galizischen verfaffungtireueu Deputirte» den Justizminister wegen dir hierländischen Jutzizzustände iuterpelliren. Bekanntlich hatte die vor Monaten erfolgte Verhaftung Fränkei't, sowie die Art der Behandlung seiner Procehsache die Intervention de» Infiizmiuiftrr« zur Folge, welche seiten« der polnischen Press« alt «ine geietzwidrige Beetusluffnug der galizischen Gerichte tu deff lebhaftesten Weise angegriffen wurde. (Vgl. über djeset Telegr. d. „R. F Pr." d. Org.-Eorre« „Leocherg. in uns. heutige» Rr. zMbn. I» der portugiesischen Synagoge vollzog sich am Vorabend de« L.rsöhnungttaget der Juden die seltene Eeremonie »er Wiederaufnahme einet bekehrten Ehristen in dach Judenthum. Der Louvertit war ein junger Jude an» Jaffa, Rament Joseph Hazau, der vor drei Jahren zum Ehriftenthum übenral, sich aber darin nicht glücklich fühlte. Sr bestieg die Tebah (die Tribüne de» Lorbetrr«) und dort rrcilirl, er :»u gefalteten Händen und thränenden Auge« da« hebräische Glaubrutbekenntaiß, anerkannte seine große Sünde und bat Sott ernstlich, ihm zu verzcihen. Dann redet« ihn d«r OberRabbiner der Semeind«, vr. Artom, u. A. wie folgt an: »Sie haben in der That eine fürchterlich« Sünde brgan- (>en — eine Sünde, der unsere glorreichen Vorväter tausendache Foltern und den Tod vorzoaen. Außer Stande, die Bürde dgr Armuth zu ertragen, ließen Sie sich verleite», Ihre Religion zu verlaffen, ihre Seele für eine Hand voll Seide» zu perkamen. Aber Sie haben tiefe und aufrichtige Reue autgedrüctl; Eie habe» ihren unerschütterlichen Glauben an die Doktrin«» de» Judenthnm» versichert. Sie haben mich gebeten, Sie wieder unter Ihre früheren Brüder aufzuneh- «en. Al« Diener einer Religion de» Erbarmen« gewahre ich Ihr Gesuch" (Ref.) Bukarest, 7. Ott. Wie „Jew. Ehr." mittheilt beabsichtigt Peixolio seinen Posten zu verlaffen. Man hat ihm von Seiten der Juden in Rumänien Adressen zugrhen lassen, um ihn zum Bleiben zu veranlaffen. Einstweilen hat er von seiner Regierung einen Urlaub aus sech» Monat« eibelen und erhalten, und will End« Oktober nach Amerika reis.'». — „I. Ehr." hebt sehr richtig hervor, daß seit dem Amttantritte Peirotto'», also sei« 1871, doch keinerlei blutig« Exceffe gegen Juden in Rumänien verübt worden sind, wie »och 1870/71, und daß di« Tabak«- und Branntwein-Gesetz« in der Wirklichkeit doch ziemlich tobte Buchstaben gebliet»»,. sind. Auch die Bemühungen P.'t um Gründung det Ziou-Bereint und Weckung det Eulturstrrbent unter den Juden Rumänien» selbst find Verdienste, welche Peixotto't Wirksamkeit zu einer ficherlichnicht bloß vorübergehende» und fruchtlosen machen. B»gb»d-Ha»tbt» Di« Angelegenheit mit dem verbrannte» Juden ist doch noch immer nicht in« Reine gebracht. Wir ersehe» au» „Jew. World", daß „Levant Heralb" au* amtlichen Quellen berichtigt, c« sei weder ei» Jude in Hamadan, «och einer au« Hamadan in Bagdad verdrannt, et beruhe Alle» aus Erfindung. »I. World" schenkt dem „Lev. Her." Glauben und ärgert sich über die Reuter'schen Telegramnie. Wir können nicht» e,»scheiden, aber daß da» Telegramm, nach wel chem di« persische Regierung die Tbalsache zugegeben habe, (s. vor. Rr., woselbst „Hamadan" zu oertchtige») ganz erfunden. sein sollt«, ist doch fast unglaublich — Ritchfchrffl. Soeben erhalten wir de» Oktober-Bericht der „A. I. fi." Cr6* Wien» hat von Hpffei» PGcha. fi» Ist- S«p», «htzPte», »omrch dirJudenvrrvrenuer bestraft worden. Rem-Hmck. Et wird mit sehr Mwße» Recht von. mtfrreren vlätt^n darübes ff/age geführt, daß f, diestw Jahr«, k« ine Synagoge zu de» hohe« Feiertage» Freiplätze für Arme gegeben hcebe. Plätze zu einem Dollar waren in einige« zu haben, aber' für weniger Seid oder umsonst nicht». — Wir sehen wähl «in, daß bei den Ancerikantschen Semeindeverhältniffen die Schwierigkeit, Freiplätze zu geben, sehr groß ist», denn welcher Verband soll sie gebt»? und wen soll man zurückweise,,? Wir haben auch unser» orthodoxen Voluntqrier« die« Schrcckbild längst vorgehalte». Aber dennoch gehört die» zu den vielen schroffen Widersprüchen in dem Auftreten der amerikanischen Juden,: rinerseU« großartigste Wohlthäfigkeit upd schrankenlose Pracht im Synagogenwesen, dann Wieder eine Härte uud Rücksichtlosigkeit gegen Arm, und. fi»e Engt Herzigkeit in synagogalen Geldfragen, welche dein ärmsten Jischuw in Deutschland u. s. w. nicht einmal im Sedankey beitommen. Ehitttg«. Jeder Freund der freien volktfchub« muß einen Beschluß de» Erziehungtrathet der Stadt Ihicago, daß bei Beginu de« täglichen Unterricht» in den öffentliche» Schulen der Stadt da* bisher üblich« Lesen einet Capitelt der Bibel, da« Absingen einer relgiösen Hymne, so wie da* Beten de« Bateranser fortab ln Wegfall kommen solle«; mit Freude» begrüßen. Die Opposition ging in diesem Faste »»«• den Leitern katholischer und jüdischer Kinder, wie von Richtsectnriern an«, uud hatte als Zweck, di« völlige' Sonfesfiontlosigkeit der Ba!k«schule zu wahren, wohl erkennend, daß «inin den Banden der protestantische« Ktrch« liegender Staat unter denselben Rachtheilen ladoeirt; al« er unter dem Joche einer katholischen Prieftcrschast stände. Etnktinati. Reo. vr. Tiutner, bither in Eleveland, ist vor den Festtagen al» Rabbiner hier angestellt lö^rdeir. Feuilleton. Der Schwtzjwda. Sin« historische Sr,4hlung au« der ttzeichicht« der Juden in Ragdedyrg. (Fortsetzung.) Der Fremd« schien sich um alle diese Gexüchte wenig zu kümmern. Sein Bisir blieb geschloffen. Erst am zwctsr» Tage de« stnmpjen Waffenspiele» war rr i» .bljs. Schranken gerctteu. Die Greger de« erste» hob er au« dem Sattel. Am dritten Tage lockerte er den Brusthafnijch, legt« die Beinschienen ab uud forderte die Schwerxepguzerten auf, sich mit ihm zil meffen. Scho» lagen drei feiner Gegner niedergeworfen im Land«, al« der Herold eine» Tusch bließ. Ein nnbekannt« junger Ritter sprengt« vor den Lisch der. Kampfrichter, an welchem Samuel Levy mir zwei appere» hervorragenden Häuptern der Jaden seiaeq Platz gengmme». Mit Gewandtheit schwang er sich vom Pserde und trat an die Schranke, sich anmuthtg vor de» Dreien orrnetgend. „War ist Euer Begehr?" — fragte Samuel de» Jüitg« ling mit scharfen Blicken musternd. „Zu siege«, Meister Samuel" — war die lakonisch« Antwort. „Junger Mann, ich kenne Euch nicht. Weh Rament und Stamme« seid Ihr? Sprecht!" „Bor dielen Männern gestattet mir z» schweigen" — sprach der Jüngling — „Euch seiber will ich mich offenbaren." „Dat ist wider di« Regel," gab Salomo» zurück „Ihr kennt dte Spielgrsetze." „Sir sind deretlt verletzt. Auch meinet Gegner» Rum« dort ist nicht bekannt. Ich beanspruch« gleichet Recht, wie er." Die Lage ipar schwierig. Dem Auicheine nach war der Anspruch det Unbekannten kegrünvet, der Sachlage.nach aber hinfällig, ja »amüglich. Auf.,Pen ersten Blick batte Samuel t» -chm kstw» »eck«» Ritter ohne Furch» und Tnßet/ eine» eetz-

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