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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 44. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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•wo 3011ml dort Bericht über ei» »»selbst genebene« WohlthätigkdtSconzert, der, obgleich di« Sach« selbst schon Mt Mehreren Mona en ftattgehabt und auch hier bereit» Erwähnung gefunden ha:, doch mitgetheilt ju werden verdienl. „Wa g änzmde« Concert ist von Madam Harri« Zagary i« Saal »er große» Oper »um Vesten de» Urael. Verein» „Someeh Rophlim" und de« chrtstl. Beisenhause» zu Lissnbon gegeben worden. Der König, die Königin und all« Mitglieder der königliche» Familie waren anwesend, der Saal buchstäblich x «drängt voll. viele Künstler haben unentgeltlich «itgewlrlt, aber die Shres de« Abend» gehörte der Frau Zagary, welch« die Sach« «ingerichtet hatte. Sie wurde gleich bei Uaem Auftreten mit warmem Applaus begrüßt. Nachdem ft« da« erste Stück gesungen hatte, überreichten ihr jung« Mädchen einen Blumenkranz, und nach dem zweiten brachte ein kleine« israelitische« Mädchen ei« prächtige« Album mit hebräischen Versen. Die« Cc nzerl ist ein Ereigntß, welche« um de« lieberalen Geiste«, der Inidei obwaltet», hervorgehoben zu werden verdient. Zum erstenmal haben in Portugal Christen und Juden zu einem wohlthätigen Zwecke brüderlich zusammengewirkt. Fünfundfünfzig Jahre find verstrichen, seit da« blutige Tribunnal der Inquisition in Portugal abgeschafft worden ist. Da« betreffend« Dekret datirt vom 31. Mai 1821. Die letzten Opfer bei Inquisition wurden am 24. Juli 1820 au« den Kerkern entlassen, am 23. September desselben enthielten diese keinen Unglücklichen niehr. Ein Akt der Corte» vom Sö. Mai 1773 hatte die gehässige Unterscheidung zwischen den „neuen nnd d>n alten Katholiken" (d. h den Abkömmlinge» der Maranne» nnd denen der alten Christen) aufgehoben. Die Feind« Pombal«, de« Urheber» dieser Reform, hatten ihn damals angek agt, daß er die Abschaffung diese« Unterschiede« für Bold verlauft habe. Seit 1773 hörten die Verfolgungen gegen di« neuen Katholiken au. Die Israeliten waren au« Portugal verschwunden uni hotten Vermögen and Sewerbsteiß mit fartgenommeu, sc daß heutzutage kein Abkömmling der alten;portugiesischen Juden im Lande zu finden ist Da« letzte üfentlrche Auto da fö hatte auf Befehl der Jnquifttion im Kloster von Sm Domingo« am 27. Oktober 1765 statt, und da« letzte von der Jnpuisition angeorvaete, aber außerhalb eine« Kloster« vollzogene Auto da fö am 11. Oktober 1778. Jetzt find alle Spuren dieser grausamen Institution verschwunden, und Juden und Christen leben mit einander in schönster Ein» acht. Holland. Lntsterb«», I I.Oct. Der „N. F. P." schreibt man: Auch da« hiesige ultra-orthodoxe Organ, der „Standard", bemüht sich, den Glaubenshaß ne« anzufachen, indem e« über den jüdischen Deputtrten Amsterdam» spöttelte und bei dieser Gelegenheit allerlei Gemeinplätze und bissige Bemerkungen zu Markt brachte. Mehrere liberale Zeitungen leuchteten indeß dem Standard mit vielem Glücke heim, denn Herr Godefrot, der Amsterdamer Deputlrt« und ehemalige Justizminister, welchen er *ut Zielscheibe erkoren ist einer der bedeutendsten niederländischen Recht-gelehrten und ein Ehrenmann vom Scheitel bi« zur Zehe, der fich bei allen Parteien der höchsten Achtung Erfreut. Die besten Ld»o«aten sind übrigen« die Juden hierzuland« — ein Umstard, dem folgend« Anekdote ihr Entstehen verdankt, welche, vahr oder nicht, wa» ich nicht entscheid-m will, jedenfalls pikart und charakteristisch und der Mittheilung wohl werlh ist. Brr einigen Jahren hatte ein Deutscher einen verwickelten R« chtShande'. hierzulande und erkundigte fich im Haag nach ein nn der tüchtigsten Rechtsanwälte. Man wie» ihn zu einem Juden. Im Laufe des Proteste« kam ec mit verschiedenen Magistrat-Personen in Berührung, und stet» wollt« e« der Zufall, daß et Juden waren. Al» er bald darauf eine Ardienz vom Justizminifter erbeten und erhalten hatte, fand er sich ebenfalls wieder in Gegenwart eine« Juden. Der Minister ,>ab ihm den Rath, sich in seiner Angele nheit an de» König z» wenden. Exalleuz," platzte der Vittsteiler heran«, „ist der etwa auch «in Jude?" Vermischte und neaeste Rachrichte». Berlin. 27. Oet. Dem Abgeordneten Dr. LaSker würde heute im Ramen seiner Meiningischen Wähler durch die Abgeordneten von Frockenbeck, Miquäl und Rickert rin prachtvollesilberne« Schreibzeug überreicht. Bejgesügt war et» Schreiben de- Comitr« der Wähler, in welchem diese ihrem verehrten und hochverdienten Abgeordneten ihre Glückwünsche zu seiner Wiederherstellung aurdrücke» und ihn bitte», da« erwähnte Geschenk al« eiu Zeichen ihrer Auerkeuuung u»d Verehrung anzuuehuieu. Da« Schreibzeug, welche« hier in Berlin angesertigt wurde, ist außerordentlich kunstreich nnd geschmackvoll auSgeführt. In der Mitte ber Rückwand erhebt sich die Statuette der Germania, zu deren Füßen man den Wahlspruch ließt: „Durch Einheit zur Freiheit". Weiter unten ist die Widmung an den Abgeordneten LaSkrr «iugravirt. Berlin, 25 Octbr. (Or.-Corr.) Die Reihe der Gastprrdiglen in der hies. Synagoge soll nunmehr nach den Festtagen wiederaufgenommen werden. We ich höre, hat man in dm leitenden Kreisen den bither festgrhaltenen Standpunkt der Fernhaltung oer au« dein Bre«lauer Rabbinerseminar hervorgegangenen Prediger endlich ausgegeden und soll bereit« nächsten Sabbath Hr. Dr. Klemperer au« Land«drrg a. d. Warte eine Gastpredigt abhalten. — Der Verein zur Gründung i«rel. Waisenhäuser in Palästina läßt vorläufig vier Waisen aus sein« Kosten in der Ackerbauschule zu Jaffa erziehen Magdeburg, 29 O:t Der soebm ««»gegebene „Kaffm- Bericht" de« liies. i«r. Wittwen- und Waisen-Unlerstützun-«» Fondweift ein Gesammtoermögen von 2 3,20 5 Rad ans. Ü» sind im Laufe de« Jahre« 7 Wittwen und 17 Waism unterstützt Trotz der geschäftlich ungünstigen Zeit ist da« Berein-vermSgen auch in diesem Jahre etwa« gewachsen, und zwar um 968 Mart. — Gelegentlich der Berheirathung seiner Tochter hat der Vorsitzende unsere« Gemeindevorstande» Hr. Jul. Alm« seid 300 Mark zum ArmenunterstützungSfond« gewidmet. Eine gleiche Summe hatte derselbe bereit« früher zu ähnlichem Zwecke dem Vorstände überwiesen. Evttßn«. Die „Cottb. Zeit." enthält eiu längere« offene« Sendschreiben de« dortigen jüd. Prediger« und Religio»«« lehrer« vr. Dienstfertig an den durch seinen sonderbar stylisirteu Ablagebrief bekannt gewordenen Guperintend. Ebe» ltng. Die „Protest. Kirchenzeit." schreibt darüber: Einig« neutestauientliche Stellen dürste e» geben, wonach Jesu« sei« ber, wenn ihn die J«raeliten oder selbst Zöllner und Sünder zu gemeinsamem Bebet oder auch zu gemeinsamem Festmahl gebeten hätten, kaum würde abgesagt haben." Nordhanse». Di« hiesige Synagogen-Bemeind« hat dm Rabbiner Dr Leindörfer au« Wien zum Prediger und ReligionSleyrer auf ein Probejahr gewählt Elbing Zum Prediger der hies. Synagogen-Bemeind« ist Hr. Dr. Schreiber gewählt worden. Königsberg, i. Pr. (Reicher Kindersegen.) Am Mitwoch traf auf dem hiesigen Ostbahnhofe ein« jüdische Frau von sehr hübschem Aeußern und sicherlich nicht über 40 Jahre alt, au« einer Stadt Westpreußen« mit ihren 17 Kindern ein: da« 18», die älteste Tochter hat vor 4 Woche» gehetrathet. Die Familie nahm fast einen ganzen Wagen ein. E« gehört in der Thal ein ganz besonder,» Bedächtniß dazu, den Ramen «ine« jeden Kind«« sicher zu wiffen. (Ges.) Münßerberg E« ist kaum glaublich, wa« «ln Bürger von Rünsterberg im Sprechsal der „Schlesischen Preffe" . v.

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