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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 43. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 43.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Türkisch als Slavisch, Rumänisch oder sonstwie Griechisch- Orientalisch, oder wa« dasselbe sagen will, Russisch." Jassy. Ja einem Feuilleton-Artikel der „Deutschen-Zeitung" (v. 6 Ocrober) von OStar Berggrün („AuS dem Hinterlande der Lzernowitzer Universität") wird der Einstuß der neugegründeen Universität auf die den BildungSdrang der rum. Juden, besonder« in hies Stadl, hervorgehoben. Wir lasten die belr. Stelle hier folgen, sie ergänzt die vorstehende Schilderung in manchen wesentlichen Punkten): Ein sehr wesentlicher Factor der BeoSlteruug der romanische« Städte, so insbesondere Jaffa'«, rüstet sich auch bereit«, Mn der n mn Universität Nutzen zu ziehen: die Juden. Dieselben stamnen in großer Zahl au« österreichischen Provinzen; Mitglieder d,r vermöglichftrn und gebildetsten jüdischen Familien au« Galizien, hauptsächlich au» Brody und Leniberg. haben sich seit vielen Jahrzehnten in Jassy ansässig einacht und sind, zum Theil« schon in zweiter und dritter Generation, zu großem Wohlstand« und Ansehen im Lande emporgeftiegen. Wenige von ihnen haben dir österreichische Rationalität ausgegeben, die noch heute th,en zum Schutze gereicht, und Alle hänge» sie nach Tradition und Bildu»g«bedürsniß am Deutschthum. Raun» Eine bester« jüdiscke Familie in Jaffy, wo nicht ein oft au« dritter und vierter Hon» herübergereichte« Wiener Journal zu finden wäre, rio nicht deutsch« Autoren auf dem vücherbretlt »ad deutsch« Musik auf dem Elavierpult lägen Diesen Familien ist die neu« Universität hochwillkommen; ihre Söhne werden »ach Ezernowitz strömen und Schätze deutscher Bildung in die Heimath nutbringen Dieser geistige Gewinn wird dann ohne Zweifel auch dazu beitragen, ihre Stellung im Lande in Bezug au' die Sffentlichen und privaten Rechte zu heben. Wa» di« nat anal-ökonomische und sociale Seite ihrer dortigen Existenz anbelangt, so haben sie sich, trotz de« periodisch in der europ tischen Presse aufiauchenden Geschrei» über Judenverfolgungen, kaum irgendwie zu beklagen. Den» ohne alle Uebertreibunt kann behauptet werden, daß die Juden in Ro- «änien — diese Bezeichnung erscheint un« philolog sch richtiger al« da« übliche „Rumänien" — eine sociale und national-ökonomisch Rothweudigkeit st d: di« „rothen" Judenfresser vom Schlage gewiffer parlamentarischer Maulhelden würden wegen ihrer Existenz in die allergrößte Verlegenheit geratheu, wen« die Juden sämmtlich auSwandern oder in ihrer ErwerbSthätigkeil Strike machen wollten. Einen solche» Strike wollten die Juden zu Jaffy in Scene setzen, al« die ersten Ukase gegen di« Juden erschienen, die sie von gewissen Erwerb«arlen aaSschloffen; allein die städtischen Behörden w-ndetea alle« Mögliche an, um den Strike hintanzuhalten, und drohten sogar al« Repressalie dir Absperrung der Wasserleitung in den jüdischen Stadttheilen und Häusern an. So blieb Alle« beim Alten; die Juden besitzen, wenn auch unter fremdem Namen, Häuser, Felder und Weingärten, und sind mit der bekannten Anstelligkeit ihre« Stamme« da« Triebrad alle« Handel«, alle« Verkehres, aller productiven Arbeit mit Ausnahme de« unmittelbaren Ackerbau««. Der Romane der untern Volksschichten kennt nur den Ackerbau als ErwerbSthäligkeil, und je mehr er sich der Arbeit entziehen kann, desto erwünschter ist e» ihm; der Romane der Hüt ern Stände ist entweder als Grundbesitzer Rentier und arbittel nicht», oder er lebt vom Staate, fei e« al« Beamter, fei e« in politischer Earritzre, und arbeitet bi« in die neueste Zeit auch so wenig al» möglich. So sind eS denn dir Juden, welch« jede« Handwerk, jeden Handel treiben und jede Kunst, kie in dem Lande geübt und benöthigt wird. Galizische Juren in unverfälschtem Eoftume, daS sie au« der Heimath mirx ebrachl, besorgen den Damen der Jaffyer Kaut« vol6e „Pariser" Toiletten und haben genug französisch gelernt, um sich mit chaen in dieser Sprache zu verständigen; ebenso sprechcn die Judenmädche«, welch« al« Modistinnen, Weißnäherinnen uud Stickerinnen ihr Brod verdienen, dies« Sprach« geläufig genug, um »ü chren Kunden di« eingehend« stea Toilettt-lSerathnnge» za pflegen. (Schluß folgt.) <Cblri«Mti. In Beziehung auf den Artikel von Dr. S. Sonneschein, den wir in Nr. 40 besprochen haben, bringt jetzt di« „Deborah" selbst ein mit „ein jüdischer Arbeiter" unterzeichnet«« Eingesandt folgenden Inhalt«: „In der „Deborah" Nr. 8 brachten Sie die unrrfreuliche Nachricht von in Deutschland unter Juden und Jüdinnen vorkommenden Verbrechen mit einigen ediloriellen Bemerkungen. welche thatsächlich auch un« in Amerika zur „Eonfideration" Gelegenheit geben können. Ob die Schuld an diesen unwillkommenen Erscheinungen in Deutschland, wie Rabbiner Treuenfel« sagt, dem Mangel an Religion, over wenn ich recht verstehe, der Unterlassung der bt«her bestehenden rituellen Gebräuche zuzuschreiben sei, ist eine Frage, welche jedenfalls auch bei un« in Amerika der Beachtung vollkommen werth ist. Ich bin durch Alle«, wa» mir hier zu Augen und zu Ohren kommt, fest überzeugt, daß wir auch hier noch sehr weit davon entfernt sind, ein „Am Kodausch" zu seit:. Um, wie ich da« bei den Tempel-Besuchen regelmäßig zu hören bekomme, ein „heilig Volt" genannt zu werden, sollte» die Wahrnehmungen, die ich im hiesigen Jinenthum mache, noch viel erfreulicherer Art sei», al« sie e« im Allgemeine» sind. Trotz allen öffentlichen WohithätigkeilS-Anstalten und allen in den Zeitungen veröffentlichten Subscriptionen, ist der früher im Juventhume so herrschende WohithätigkeitSsinn im Abnehmen begriffe». Die Aufführung unserer Jugend, obschon sie noch nicht triminaler Natur ist, hat schon vor zwei Jahren 0r. Lilienthal Gelegenheit zu Predigten gegeben. Die Familienbande sind lange nicht mehr so innig und stark, al« e» zur Föroerung de« Juoenthum» und zum Wohl der Menschheit wünschenSwerth wäre. Ob die Ursachen der hier aufgezähltea Uebelstäude der halben oder ginzen Reform zuzuschreiben sei, wie sie von tie» hiesigen Rabbinern den Gemeinden direct oder indirekt aufoctroyirt wird, ist eine offene Frage, die der Rabbiner nicht „bei der Studirlampe", sondern auf der Straße „unter dem Volte" ermitteln kanu " Dasselbe Blatt bringt einen Artikel über Brttelnnwesen, au« dem man ersieht, daß sich seit etnlger Zeit in Amerika «in jüdische» Schnorrerthum organisirr und in Hellen Haufe» einherzieht, von dem man dort noch vor sech» Jahren gar keine Ahnung hatte. Die GeschäftScalamitäten seien nicht die eigentliche Ursache. Ferner lesen wir daselbst eine intereffante, wenn auch eigentlich nur negative Notiz über: Hebr. Autoren in Amerika. „In der New-Kork „Nation" finden wir folgende bibliographische Notiz: „In den Vereinigten Staaten ist bi« jetzt nur ein einzige« hebräische«, selbstständige« Wert erschienen, nämlich: Joshua Falk« „Abne Jehoschua" (ein Eommentar zum Mischnah-Tractate: „Aboth"), da« im Jahre 1860 in New-Aork herausgegeben wurde. Vielleicht mögen auch noch andere bedeutende hebräische Autoren hier eingewandrrt sein, in diesem Falle wird aber wohl die amerikanische Atmosphäre nicht sehr ermuthigend auf sie eingewirkt und sie zur Einstellung ihrer hebräisch-literarischen Thätigteil veranlaßt haben. Wir erinnern un« in diesem Augenblicke uur eine« einzige« hebräische,» Autoren von Bedeutung, der hier einwanderte, nämlich P. M. Heilprin (in Fürst'« „Bibliotheca Judaica“ und den Katalogen von Zedner u. Röst irrthümlich al« Heilpern aufgeführt), der am SO. Januar 1863 »in Washington Eily starb." Vermischte und neueste Nachrichten. Mllgdebnrg. Mit der Versendung der 2. Serie der diesjährigen Schriften de» „Israelitischen LiteraturoereinS" wird nächste Woche begonnenwerden können. Die Mitglieder erhalten— außer dem bereit« versandten Band. II. A. von Grätz—nunmehr: a) Han« «ch Allster, zeitgeschichtlicher Roman von D. R. Hammerschlaa. b) Studien zur Srschlch« Ua| der «lchrdrntfchn, «kernt» von Rabbiner I. E» »l«ch.

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