Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 43.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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gesondert sind, bestehe» G. s. D. in den hiesige» Bezirken nicht. In Rubrik 13 ist da» besonders zu bezeugen; wie auch in derselbe» sonstige Bemerfungen, Wünsche und Aniräge, namntlich in Bezug aus den eventuellen Austritt auS der Eynrgogeugemeind«, niederzulegen find. Bei der Wichtigkeit nnd Dringlichkeit der Sache muß ich um hunlichste Genauigkeit und Beschleunigung ergebenst ersuche, und die Einsendung der Nachweisung bis spätestens den 2 6. b. M. arwänige» " 8. Ans der Niederlaofitz, im Oct. ^Or.-Eorr) Wie man aus den CorreSpondenzen mehrerer Nummern der „Israel» ijchen Wocbenschrift" ersehen tan», werden in neuerer Zeit von vielcu Z.iluugen, 'elbsi von de,,'liberal'gefärbte», Anfe «düngen gegen das Judenthnm geschleudert, die niit einer gewissen Eonsequenz sortgefübrr werden. Auch hier zu Lande, in den Städten, wo die jüdiiche Gemeindemftaliederzahl eine geringe ist, und wo der Jude durch die Schranke, die i> iner schwache» Minorität der spießbürgerliche Geist Vorhalt, gar nicht zur Geltung kömmt, auch hier wird eS nicht versckiuähl, gegen unS zu Felde zu ziehen und — wie der Lattfitzrr sagt. — da» Indenthum im Keime zu ersticken. Lasten Eie ich erzählen. In So rau brachte jüngst die dort erscheineiib, „Sorauer Zeitung" einen Artikel mit dem Aushängeschild: „DaS moderne Iusenthuiu" Dieser Artikel war so maaßlos gehalten und strotzte derartig von Gemeinheiten, daß selbst Christen den Autor deffelben verdammten, da nach ihrer Ansicht er die Sache zu ungeschickt ungesagt habe . Die Juden i» Sorau verhielten sich deswegen auch ganz passiv, nur gaben sämml.ich,, da gerade Qnartalswechscl war, ihre Abon- » neme US für diese Zeitung auf. In Geldsachen hört bekanntlich lie Geinuchntzlert uns, das sehen wir täglich, und auch hier >«igle e» sich, daß der betreffende Redactenr, der zugleich Betleger d-S Blattes ist, durch diesen „Brodkorb"-Schachzug getroffen worden, denn — er will plötzlich ein Indenfreund geworden seui. So traurig diese Verhältnisse unS Juden berühren, und so ernst sie uns auch stimmen, e» weben »ns doch ruch heitere Stunden bereitet. Mitnnter betritt der RiichaS in seiner blinden Wnlh ei» Gebiet, das ihiu den Spott seiner eigene» GesinnnngSgenoffe» zuzieht. (Der Herr EorrJpoadent erzäh.t hier die unser» Lesern bereits bekannte Affär e „EotibuS" (s. Rr. 42), w. lchejauch von christlicher Seite dem örtejstelle» vielen Tadel zugezogen habe ) Lorke» (Westfalen). Aur 1. Selichotte-Tage waren es SV Jahre, daß Herr H. Jonas daS Anit eineerste» Borstehers in dortiger Gemeinde bekleidete. Daß derselbe alle Vorzüge besaß und noch besitzt, die ihn zur Führung eine» solche, Amtes tüchtig machen, gehl ivohl daraus hervor, daß bei jeder neuen BorstaudSwahl sich fäinmtliche Stimmen der Wähler auf ihn vereinigten. Mit Gottes Hilfe ist es ihm denn auch gelungen, durch seine unwandelbare Frömmigkeit, seine Ehrenhaftigkeit, sein« Menschen,iebe, vor Allem aber durch seine Uneigeirnützigkeit und außerordentliche Bescheidenheit tie Gemeinde zu dein Standpunkte zu erbeben, auf welchem sie heute sich befindet. Der körperlich wie geistig rüstig« 86jährige Greis, der in jeder B-ziehung vielen jüngeren AnitSgenofien als Muster dienen dürfte, hat nimmer in der Gemeinte herrschen wollen, sondern in größter Anspruchslosigkeit giilg er als treuer Hirte stets der ihm anvertrauteü Heerde voran, zu allem Guten durch sein Beispiel sie ermunternd Uird diesen» Umstande dürft« di« heute leider seltene Erscheinung zuzuschreiben sein, daß in der Gemeind« ,T2 sich auch nicht ein Einzlger benfivet, der; nicht fest an der heiligen Religion Israel« hielte. npTJt r6fin TIW finden dort ihre Pfleg,:, und mit Stolz darf di« Gemeinde zu de» frommen zähle», di« leider immer seltener werden in Israel Um sich und da« Verdienst ihre» würdigen -tihrerzu ehren, hatte di« Gemeind« beschloffeir, den Tag festlich zu begehen. Zu diesem End« hatte sie am 0'2X3 'v FO,V die Syuazog«, sowie de«: Sitz de« Jubilar» durch Blumenkränze und saffsad« Inschrift«» Prachtvoll dekoriü und al» Ausdruck des Danke» und der Anerkennung nach beendigtem Morgengottcsdicnst de nt vebMnsivollen Vorsteher ' Hnfit sehr schönen;; silbernen Pokal als Ehrengeicheut überreichen laffen. Derselbe wnrde in Gegenwart der ganzes'Gemeinde unter einer sehr , gediegenen Ansprache de« Herr» Lehrer Feith dem Jubilar -j übergeben, der alsdann sämmtliche Anivesende festlich brwirthet«. (J«r.) nj Oesterreich. , J Wie». (S chulbesnch-vefreiuug jüdisch er Sch ü -_j (er) Der niedcrösterreichische LandeSschulrath hat sich be- J. stimuit gesunden, an seine Normalbestimmnng vom I. Octbr. rj 1873 zur genauen künftigen Dauach.ichtnng wie folgt zu er- - inneru: Aus Anlaß der von einer Gymnasial-Dir.klisü Ik J Wien gestellten Anfrage bezüglich de» den Schülern mosaischen . Glaubens an den Wiener Mittelschulen aus Anlaß der für I sie gebotene,, Feie»tage zuz ig-stehendeu DiSpenS vom Schul» . - besuche hat sich der Borstand der israelitischen EnlluSgemesade 4 in Wien ans Ersuchen deS k. k. LandcSschulratheS folgender» i maßen anber geäußert: „Die jüdischen Festlage, an denen di« israelitische Jugend vom Schulbesuche befreit zu werden An» J spruch machen kann, sind der 1, 2. 7. und 8. Tag deS Pas» " sahfcstcs; der 1. und 2 Tag des Wochenfester; der 1. und J- 2. Tag de« Neujahrsfestes; der BersöbnungStag, der 1., 2., -- 8. und S. Tag des LaudhüttenfesteS, zusammen dreizehn Tag« im Laufe eine- JabreS, von denen die ersten Tage des PassahscsteS, sowie die beiden Tage de» Wochensests oft mit de« christlichen Ostern und Pfingsten znsammeillr. sfen, fo daß dt« jj Schulordnung durch die jüdischen Festlage eine nur geringe Störung erleidet. Von dem dogmatischen Verbote, am Sab-;'*j batd zu schreiben, sind wir nicht in der Lage, DiSpenS zu 1 ertheilen, und muß die' Beobachtung oder Nrchlbeodachluüg - diese» Verbotes dem freien Ermeffen ver Schüler oder richti- , ger der Eltern derselbeit anheinigestellt bleiben. > — (Stiftungen.) Am 23. December d. I kommen zebn Jonas Freiherr v KönigSwarter'sch.' Stipendien per 425 \ fl. aus ein Jahr zur Verleihung Von diese» zehn Stipendien sind drei für Hörer der Rechte, zwei für Hörer d»r Me» "I dicin, drei für Hörer der technische» Hochchule, und zwei für Schüler der t. k. Akademie der diidendea dünste oder einer -■jj behördlich autorisiru» Meisterschule, alle nur für Wien be- Ijj stimmt. Ansprüche auf ein solches Slipenbiuni haben stmr jene Candidaten, welche in Wien geboren sind nnd dem' Gev| meindevelbande ver Stadt Wien angehören, ohne Unter- 'Ä schied der Confession ' Bewerber um diese Stipeubie» - '3 haben ihre Gesuche bi» längsten» 31. Oktober d. I. bei de» jSj Wiener Magistrate zu überreichen. . « In Neu-Saud«, woselbst dekannllich der EhassidiSmu» in hellster Blüthe steht, uud wo der dortige Wundir-Rabbi einen Herrn Ameisen, der sich seiner Gerichtsbarkeit nicht fü- Ja gen wollte, in den „schweren Bann" thal, hat e» am jüdischeu ReujahrSfeste(Kreiiag d. 1. Ort.) Excrffe gegeben. Jener H Ameisen wurde, da er als Einer vom „Priesterstamme" a« '« Segnen der Beter lheilnehmen wollte, von mehreren Fattati- 4 kern thärlich mißhandelt; in der Synagoge erhob sich eist hef» tiger Tumult, und nur die Sicherheit-wache tonnte dir Ruhe wicderherstellen. Am meiste» lärniten die fremden jüdische« Wunderanbeter, denen die Behörde da» Wallfahrten "«ach WI Reu-Sanvec endlich energisch verbieten sollte. Pest Di« hiesige israelitische EultuSgemeind« wurde a« 28. v- M um eia neue» Mitglied bereichert. Am genauqte»8» Tage trat nämlich der Lieutenant in der, gemeinsamen Johann Fischer, au« Wien gebürtig, katholischer lsteliAo«,4M unter dem übliche« Seremoniel (veschneidyng) zu» Judeytheutz^W über. Der Eonverlit wird am 1V. Oktober im Pester «öpmü^W -iitischen SultuStempel keine Vermählung mit einem jühzsch«tz^W Fräulei , au« Papa sehern. (R. F. i - Heber