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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 42. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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schreibt die „Boss. Zeit." und mehrere andere Blätter Bon den hier citirten Wiener Feuilleton», welche die jüdischen Hauptfeiertage in ihrer Weise „glossiren", liegt einvon I. Opp. in der „91. Fr. Pr “ vor un». ES ist gemäßigt gehalten, verletzt die Gefühle eine» für die Religion nicht abgestorbenen Juden nicht allzu tief. Aber e» wird Schlimmere» geleistet sein. Im vorigen Jahre halte dasselbe Blatt ein Feuilleton über Rasch haschana unter dem Titel „Jeh....'» Gerichtstag", an da» wir noch jetzt nur mit einem gewissen Schütteln und Zucken un» erinnern können. Neusaudez Vorigen Monat kam ein Drohbrief zu unserem durch seine Bannbulle berühmt gewordenen „Rebben", de» Inhalt», daß die Stadt Neusandez einige Tausend Gulden an dem Thore der dortigen Kaserne niederlegen solle, wenn st« nicht von Brandlegern angezündet werden und bi» zum Grunde abbrennen wolle. Al» Antwort solle man auf da» Thor der Kaserne mit Kreide „Ja oder Nein" schreiben. Die Polizei wurde avisirt, man schrieb auf da» Thor da» Wort „Ja" und legte Abend» hinter da» Thor der Kaserne ein Packet von Papier, welche» wie ein Geldpacket au-sah; nur gebrauchte man die Vorsicht, da» Packet von unten mit Pech anzuschmieren. Dann legten sich einige gewandte Polizisten auf die Lauer, um den zu erwischen, der kommen werde, da» Packet zu holen Aber so sehr sie sich bemüthen, Niemand war zu erblicken. Trotzdem verschwand bald darauf da» Packet au» ihrem Gesichte. ES mußte diese» also ein Mann au» der Kaserne selbst geholt haben. Sogleich wurden alle Soldaten untersucht und richtig wurden an einem sehr schlecht angeschriebenen Feldwebel Pechflecken bemerkt. Dieser wurde sofort in Arrest genommen, und al» bald darauf da» Militair zu den Uebungen auSrückte, wurde der Brandbriefschreiber in Ketten mitgesührt. (8. I Z) Pari». Ein Torrespondent dt» „I. World" berichtet: Bet der letzten Prei-oertheilung in der Sorbonne waren der Erzbischof von Pari», der protestantische Pfarrer und Ober- Rabbiner Isidor zugegen. Al» der junge Henry Ber,son mit dem grand prix d'honneur für Rhetorik gekrönt wurde, trat Herr Isidor zu ihm und küßte ihn in Gegenwart der ganzen glänzenden, au» allen Berühmtheiten der Wissenschaft und KUnst bestehenden Versammlung. Abend», al» der junge Bergfon bei dem Marschall Mac Mahon zur Tafel war, sagte dieser zu ihm: „Heute hat Ihre Religion einen Triumph gefeiert, Ihr Gdand-Rabbin ist außer sich vor Entzücken " Die Wahrheit ist, daß ein fünfzehnjähriger Jüngling, der den großen Ehrenpreis für Rhetorik gewinnt, seit SO Jahrtn in rankreich nicht dagewesen ist; damals erlangte der bekannte dwond Aboul dieselbe Auszeichnung in jugendlichem Alter. Pari». An der Spitze seine» nicht ofsiciellen Theile» veröffentlicht da» „Journal offlciel“ vom 10. September folgend« Rote: „Auf Reklamation i»r. Studenten, welche wegen de» VersöhnungStagr» an dem Lonrur» de» Internat» der HöSpltäier zu Pari« Nicht Theil Nehmen können, wird die aüf Sam-tag den 9. Oktober angezeigte Eröffnung de» Eoneurfe» auf deg darauf folgenden Montag verlegt." Diese Nachricht, schreiben die „Lrch. JSr.", scheint un» nach zwei Seiten wichtig zu sein: In einer Zeit und in einem Lande, wo der ClericaltSMu» so viel Lärm macht und eine so hohe Stellung einnimmt, ist e» tröstend, zu sehen, daß die hohen Behörden dieGewiffrn»- freiheit zu wahren wffsen. Andrerseits, in einer Zeit und in einem Lande, wo der religiös« Jndifferentiemu» innerhalb de« t«r. Eultu» (wie auch b«i den andern) so groß ist, ist e» tröstend, authentisch« Beweise zu erlangen, daß unter unfern studtrenden Glauben»» genoffeu der t»r. Glaube noch feste Wurzel hat. Amsterdam. Eine 'neue Straße in Amsterdam wurde «ach Sir Mose» Montestore benannt. Nrnstrlint» Zu Ourava fand die Wahl eine» Maire'» statt. Einer der Sandtdaten war unser GlaubenSgenoffe, Her- Samuel SchrimSki; er hatte al« Toncurrenten H. Sumpter, einen Mann von großem Rufe, Parlamentsmitglied, Magistrat«mitglied, Tapitän der Freiwilligen rc. rc. Ungeachtet der hohen Stellung diese« letzteren ist Herr SchrimSki mit großer Majorität gewäblt worden. Er hat S46 Stimmen, fein Gegenkandidat 161 Stimmen erhalten. Herr SchrimSki erinnerte in seiner Rede an seine Wähler, daß er in eine sehr prekäre Stellung in Neuseeland eingetrelen sei. Der neue Maire ist einer von den Gründern de» städtischen Hospital»', un'a seit dessen Bestehen Mitglied de» AufsichtSrathe». Sin Beweis der Popularität, deren er genießt, ist die Huldignng, welche ihm feine Mitbürger nach seiner Wahl dargebracht haben. Sie haben ihn mit Gewalt auf ihre Schultern gehoben und im Triumph nach seinem Hause getragen Jerusalem. Bor drei Jahren gab eine au» Alexandrien gebürtige jüdische Frau ihre drei Töchter in die Töckrerschule der Missionäre Bor einigen Wochen wollte sie ihre Kinder au» diesem Institut nehmen; aber die Mädchen, die 14, IS und 11 Jahre alt sind, weigerten sich, auf Anstiften der Lehrer, mit ihrer Multer zu gehen Da» jüngste Mädchen wurde wohl rntlaffen, und bei dieser Gelegenheit entfloh auch ein andere» IS Jahre alte» jüdische» Mädchen au» dem Institut. Ai» die Mutter geltend machte, daß ihre Töchter noch nicht in dem Alter wären, wo sie über ihre Religion bestimmen könnten und sie daher auf die Entlastung '.derselben dringen müsse, wurde sie hinausgeworfen und mißhandelt, und befindet sich dieselbe noch heute in Folge diese» im Rothjchild'schen Hospitale Da» jüngste, sowie daS bei der Gelegenheit entflohene Mädchen besinden sich im Hause de» Rothschild'schen Horpitalarzte« Dr. Schwarz Die Thalsachen wurden an die „All. J»r." berichtet, von der zu erhoffen ifi, daß ihre Schritte zur Herausgabe der gewaltsam zurückbehultenen Mädchen mit Erfolg gekrönt sein werden. (Habazeleth.) Feuilleton. Der Tchtktzjude. Lim historisch« Erzählung au» d«r Srschicht« bm Juden in Magdeburg. (Fortsetzung.) „Mich sollen diese Hänse wegen Landfriedensbruch nur zum Tod« verürtheilen, auf der Richlerstätle nieoerstechen, an den Zaüm rinc« Pferde» binde» und bi« zum nächsten Busche htnschleifen, um mich an den Testen eine» Baume» zu erhenken, wie mir «ine alte Hexe prophezeiht hat, wenn ich ihnen nicht den Hirnkasten spalte," p.ahlte Dietrich. „Hollä, Kuno, bring' un» Wein!" Der Kellermeister gehorchte augenblicklich dem Befehl« seine» ergrimmten Herrn. Sr wußte, daß ihn int Zorn die Fliege an der Wand zu ärger« vermochte, und deshalb zwängte er sein wohlgemästete» Ränzlein durch die aufgestapelten Reihe« der Weinfässer, die die stattlichen Räume de» gräfliche« Keller» beengten. In diesen in den Felsen gehauenen Gewölben lagerten die edelsten Sorten damals bekannten Rebenblute» Graf Dietrich wußte den VNrch reichliche» Verbrauch veranlaßten Abgang an süßem Malvasier noch reich« licher durch seine Erpressungen auf Landstraßen und Waldwegen wieder zu ersetzen. Zumal den Magdeburger Flandernfahrern legt« er unfreiwillige Tontributtonen auf, so daß er stich scherzweise rühmen konnte» den auSgebreiteften Wein- Handel zwischen Magdeburg und Brügge zu vermitteln. Denn aller wä.sch« Wein wandert« in seine Keller, ehe er den Ort seiner Bestimmung erreichte. Wenn er dann behäbig dir Hand auf den «ohlgepflegten Leib legte, NM „dm Orr seiner Bestimmung" anzudmles, so pfltPte er in ein krampst aste» Lache», anägnbrechen, »» sich selber ffls dt« Witz weidiich zn belohne»

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