Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 41.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Vahle«: Pa» E.-Lvmite hat gedacht, daß du Wahlen zut^Srgänzunß eiste« Drittel» feister Mitglieder schon im September würde« ftältflstdwi''tanarn; allein «»' wctt ihm bi« jetzt nicht möglich, dirfelden vorzuber«iti?a; st« werden osther wohl erst Ende Rüdem der c. stattfinden können t 1 tU - * flumäuleu. BuIsreE Da« „Journal de vucarest" veröffentlicht «in von cumästischen Stndentender Königen Universttät an die Redaktion genchtete« Schreiben. Obgleich die stüdeülische Jugend stch sonst, von edlen Gefühlen beseelt,'auf'die Seite der Uulri drückten zu stellen pflegt. Io scheinen die Unterzeichner diese« Schreiben« dennoch solchen Gefühlen nicht im "Geringsten jugänglich'zu sein';' sie flohen die Juden zurück, angeblich, «teil dieselben trotz ihrer patriotischen Kuadgedüngest doch keine «ahrnr Rumänen, sondern vor Allem Juden seien. „Wir schließen un«, sagen sie, jener Anklage nicht an, die stch darauf stützt, daß bit rumänischen Juden ungebildet Und schmutzig seien, daß ste gelockte Zöpfe, lange Rücke tragen, and daß wir ihnen au« diesem gründe keine "Gleichberechtigung zugesteben könnten; wir sage» auch nicht, daß ste in ih'ftr kstziehnngen „unter sich" unmoralisch sind corrumpitt seien; im Gegeatheil. Wir bekämpfen sie und werden Lmlt allen Kräften bekämpfe», Sinzig und allein von, süen und nationalen Gesichtspunkte au« . .V\ Sie sind durchaus nicht uußSbirdet^ «S 'giebt in Rumänien nicht einen einzig?» Juden, selbst nicht untet den Zerlumptesten, der nicht tü seiner Sprach« (einem deutschen PaioiS) lesen Und schreibe« binnte; e« giebt nicht Slste«, der nicht ail» seinen Religion« chriften gewiffe Begriff« van den Unerläßlichsten Kennt- «iffe» de« Leben« gewonnen hatte. Unter ihreui schmutzigen Putz, wie in Lumpen, die siß gröhtentheil« nicht au« Armulh, sondein au« Tetdgeiz tragen, bewahrensie bestandige GesundheiiSddrschristen. Sie stehen einander' bet urft taffen sich nicht zur vnsintichketr, noch zur Lltberlichkeit hinteihen; jä st« hasi den sogar große häuslich« Tugenden." Ader .... st« find Juden! .Wenn e« irgend ein leichte« und lukrative« Handwerk oder >ilew«rbe giebt, so wird e« sofort da« Monopol der Juden. Man wiederholt oft die Redensart: Emancipation der Juden; man sollte viel richtiger die Emancipation der Rumt nen ailstreben .... Wenn e« also in Rumänien „Religion tverfotgung" giebt, so kann ste nur von d«N Juden auS- -ehen.!köir verweigern die Gewährung von Rechten, welch« ein Attribut unserer Rationalität,' unsere« Vaterlandes find und velch« nur diejenigen verdienen, die mit unserer Rationalität, mit nnftttat Baterlande sich zu identificiren befähigt sind Aber die Juden drängen mit ihren Angriffe», mit ihren Berläumt ungen, und wollen diese Rechte mit Sturm eroberst; zugleich rufen sie die ausländisch« Intervention zu Hilfe. Bon welcher Seite also kommt da die Verfolgung? Sie behaupten, baß sie fähig find, sich mit unserer Rational tät zu identificirm; allein wir betrachten ihr Auftreten it; de? ganzen Welt und «eine«, daß sie hi.rzü nicht befähigt "find. Und unsere Meinung ist ein Unheil, da« keine Appellation zuläßt; denn nur die rumänische Ration allein kann über Hgrnschastea verfügen, die nur ihr zukomm-n. .... Die Juden wolle« an« Rumänien eine große jüd. Eolonie machen .... Wir wollen da« Rumänien dev Rumänen und nicht da« Rumänien 'der Juden .' ..." Die juugtw Leute, vir diese» Schreibe« unterzeichnet haben, wiffe» vielleicht 'nicht, daß die Erüwtndungen, die sie gegen die Emancipation der Jüde« erhebest) »»'allen Zeiten und i« all:ti' Ländern gewacht, aber auch in alle« den Ländein, wo die Juden die Gleichberechtigung erlangt haben, auf» Glänzendste bemrsttirt 'worden find? Üeberall steht der PätikoritmU« der Juden außir alle« Zweifel, überall habe,' bteftlben den' Hstdil ^lw» LaNde» in Schwtlng gebracht, und über- «M hübeil ste^zü dein altze»^ei«At Lvhl 'deigeirageü. E« rästn (sicherlich nicht im Grnste behquptet «erde», daß man die Rollen vertauschen und die Rumänen al« Opfer der jüdische» Verfolgung bezeichnen müffe; zu traurige Erinnerungen sind noch ick GedSchtniffe Aller, al« daß eine solche kühne Behauptung» wie originell und geistreich' sie auch sein mag, irgend welche Aussicht hätte, von der öffentlichen Meinung angenommen zu werd'en. Die Wahrheit ist, daß die Juden von Rumänien um ihrer Religion willen bedrängt und verfolgt werden, und daß blinde Borurtheilc ihnen seit Jahren nachsetzen und sich bemühen, sie zu vernichten. E« wäre schön, wenn die rumänische Jugend sich auf Seiten dieser aruie» Opfer de« Fanatismus Und der Intoleranz stellen Und den Feinden drrseltstn entgegentreten möchten; da« wäre die wahre Roll« der Studirenden der Universttät, die einzige, die sie mit Ehren aurführen könnten, und welcher ganz Europa gern seinen Beifall zollen würde. (Au« dem Berichte der All. J«r. Univ. für September. Daselbst ist weiter co.istatirt, daß alle Hoffnungen, die man in Betreff der Rechte der Juden, auch nur der österreichischen Unterthanen in'Rumänien, auf den Handelsvertrag gefetzt hatte,' ganz und gar illusorisch waren und von der rumän. Regierung auf da« Bestimmteste 'znrückgewieseu worden stad — wie die« in diesem Blatte schon vor längerer Zeit bat1* grlcgt worden ist.) 1 sperren. Da« E. - Eomilä der All. J«r, Univ. hat von Israeliten au« Teheran bei deren Durchreise durch Dari« über die Lage der persischen Israeliten Mittheilungen erbalten. Ihre Roth, faßen sie, ist sehr groß, sie sind allen Gewallthäligkeiten Seiten« der Bevölkerung auSgesetzt, und die Behörden sind'beim besten Willen nicht im Stand«, sie gegen so vielerlei Bedrückungen zu beschütze». Man insultirt sie auf der Straße und in ihren 'Häusern, man profanirt ihr« Synagogen, man schlägt sie'auf der Straße ohne alle» Vorwand; wenn Einer von ihnen ein neue«. Kleid trägt, so ärgern sich die Muselmänner darüber und beschmutze» oder zerreißen e«; wenn vollend« Einer von ihnen ein weiße» Gewand trüge (wie z. B. an Jom Kippur), so würde er sich der Todesgefahr ausjehen, da die weiße Kleidung den muselmännischen Priestern Vorbehalten ist. Ihre Berührung wild ak«i Unrein betrachtet, und in gewissen Städten werden st« gezwungen, ein Abzeichen, daS ste kenntlich inacht, zu tragen. Da ihr Zeugniß beim Gericht nicht zngelaffe« wird, k» können sie nur selten für die ün ihrer Person oder an ihrem'Vermögen begangene« Frevel Ersatz erlangen. Der ast einem Israeliten begangene und constalirte Mord wird mit einer Geldbuße von 30 Toman« (300 Frc) bestraft, während die Ermordung eines Perser« mir dem Tode bestraft wird. Die israelitische Bevölkerung von Teheran zählt etwa ISO Familien. Um ihre Erhebung vorzubereilen, bedürft e r« einer guten, von einem Eltropäer geleiteten Schul«, bereit sämmtliche Kosten dir AUiaacBttragrti müßte. Reiche Israeliten giebt es in Teheran überhaupt nicht; die ivMhgbendste« würden höchsten« 8 Fr., Ander« nur eine« halbe« Kr. monatlich zahlen können, die Meiste» Mßte» Unentgeltlich ausgenommen werden. — Dir Gründung esne» Swnle würbe dort von Jedermann mit der größten Freude begrüßt, «erden und wurde in den religiösen Vorstellungen, btt lkev-s.» keruag nicht de,, geringsten Widerstand finden. Elle, .Ksitder ohne Unterschieo, etwa SSO. worunter circa 1Y0 Waise» »uh Arme, würden die Schule besuche,ü (Per. .tat A, J.A) , «fr»«. * Ott». Bor dem Geschwörenen-Gcrichte wurde am S. Juli ein'Mtreffanter Prozeß vechändelt. "Die Gä'&tte 'Seit Tribunaux theilt daS Verhör de» Angeklagten,' w?fthe-'l?ia^kt' küttten Einblick' in Vit Stkafprozetzsäche gewährt","'bollsiäudia ukir/'ünd' wir' gebda dastach einest' Bericht Über tüesttsie.' BikNstMlich'hat da« Dekret' deL prößisckrischtst Reßieruug zu Tostr« uni«r deck 24 ' Octöd.' 1fl70 best' aWttschejt'ÄiÄ^ liten'dä»''fth«zöfffch«"Bürgerrecht gewählt,' witzelest für