Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 41.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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bensbrüder |u roirfeu. Sein Andenken »ird in unserer Nttt« sich lange erhalte». — Erfreuliche« kann ich Ihnen mittheilen, dag an einer dies. Eommunalschutt «in jüdischer Lehrer angestellt wurde. Li« Anstellung eine« jüdischen Lehrer« an einer Lommunalschule ist leider noch immer ein Ereigniß in unserem Lande, vielleicht dürste da« Beispiel der Hauptstadt, wo nunmehr ein jüd. Lehrer und eine jüd. Lehrerin Anstellung gesunde», auf die Landstädte wirken. Auch an der hiesigen StaarSrealschu.e wurde ein jüd. Lehrer oom Ministerium angestellt. ' E« wäre wirklich schon Zeit, daß bei Besetzung von Lehrerstellen nur die Tüchtigkeit und nicht die Eonsesston entscheiden soll. In Riederösterteich, namentlich in Wien, ist diese Ansicht schon «um Durchbruche gekommen, die Anstellung jüdischer Lehrer au den städtischen Bott«- und Bürgerschulen kommt häufig vor. — Hebet Die Frequenz jüd. Schüler an den Mittelschulen im vergangenen Schuljahre in Kurzem Folgende«: Die beiden deutschen Realschulen wurden von 288 jüd. Schülern srequentirt, die Zahl derselben am Kleinseitner Gymnasium betrug 183, da« Renstädler Gymnasium und da« Realgymnasium «eisen jede« für sich noch eine größere jüdische Schülerzahl au». Die öffentlichen Bolkt- und Bürgerschule» «Heben von mehr als tausend jüd. Schülern und Schülerinnen besucht. Der R-ligionSunteccicht wird oon vier Religionslehrern eriheill und ist obligatorisch Zn der hier bestehenden Taimuo-Thoraschme, welche mir Beginn diese« Schuljahre» in die Lokalitäten der Josefsiädter Schule verlegt wurde, genießen die Schüler einen erweiterten Unterricht in der Religion, welcher oon vier Lehrern erthelit wird, darunter ein Lehrer sür Mlschna und Talmud. Der seil einigen Zähren hier bestehende jüd Foridiloung«oerein läßt auch Knaben und Mädchen oon drei Lehrern außerhalb der gesetzlichen Schulstunden im Hebräischen unterrichten, so daß der Fortbestand diese« Berein« nur sehr zu wünschen ist. — In dem am Schluffe de« vorigen Schuljahre« aus gegedenen Jahresberichte k» Gymnasium« Augsburger Eonsejfion in Pest la« ich, daß unter 299 Schülern 81'/,'/, J«> raelilen waren. Unwillkürlich drängte sich mir der Gedanke auf, warum die Juden m Ungarn n chi ihre eigenen Gym nafien, wie die Proteitanien uno Katholiken, haben; e» ist doch ganz eigenthümlich uno wirs« ei» ungünstige» Licht auf die jüdiich« Opferwilligkeit, wen» 61'/,'/, jüd. Schüler eine sremdconfejsionelle Anstalt besuchen müffen Würde diese« bei einer SlaatSschule der Fall sein, dann wäre die Sache in Ordnung, aber warum sollen die Juden in Errichtung von eigenen Schulen den Protestanten nachstehen? E« ist die« nur eine gelegentliche Bemerkuilg. ich komme noch auf die »>«> Sarisch jüdischen Zustände, welche ich jetzt durch eine längere leise durch Ungarn näher kennen lernte, zurück. Arenrkretch P«ts. Monat«-Bericht der All. J»r. Unio. für September. (Nene Mitglieder: 6». Berichte über Rumänien und Persien geben wir weiter unten unter betreffender Rubrik. - Türket:) Di« in Melasso wegen der, von den dortigen Griechen an den Israeliten begangenen Gewaltthätigkeiten erüsfnete Untersnchung wird von dem Gonvernenr der Stadt in Assistenz de« Gon »erneu r< von Mulha geführt; über da» Benehmen de« Letzteren beklagen sich die Israeliten. Da« C.-Eomile hat sich hierüber nähere Miitheilunge» erbeten. — Ta« Eomite oon Eonstaminopel hat in dieser Angelegenheit au den Gouverneur von Smyrna geschrieben; auch H. v. Eamondo beschäftigt sich mit derselben. — Anläßlich der Unruhen von Kufteadtl hat da« Somit« oon Eonstantinopcl ein Dankschreiben an den bulgarische» Exarchen zu Eonsumttnopel gerichtet, der „durch sein« «ble» Rathschläge in bedeutendem Rahe zur Beruhigung der. Gemächer bAgetrage» bat". Hirr di« Antwort desselben an diese» Eomite: Eonstantinopel-Ortakeui, 30/12. JuÜ 1875. »Meine Herren! Mit wahrem Vergnügen habe ich Ihr geehrte« Schreiben vom 1. d. M. erhalten und danke Ihnen herzlich für Ihr« Gesinnung gegen mich. Ich überlaffe mich gern dem Glauben, daß durch unsere gemeinsamen Bemühungen die Beziehungen guter Freuudschasl zwischen Israeliten und Bulgaren von dem beklagenSwerthen Borsall zu Kurstendil keine Schädigung erfahren, und daß sich in Zukunft ähnlich« Unruhen ni.. t mehr wiederholen werden. Genehmigen Sie w." lieber Tripoli erhält da» <5. E. folgende diachrichten: „Die israeülische Bevölkerung oon Tripoli beträgt ungefähr 5000 bi« 6000 Seelen; in der ganzen Regentschaft beträgt die Zahl derselben circa 25,000 Familien. Der Handel ist fast vollständig in den Händen der Israeli'«», von denen einige sehr reich sind. Die Mittelklaffe ist ziemlich zahlreich; fast überall herrscht Wohlstand, trotz der schlechten Sitte, die Kinder in früher Jugend (zu 15 bi« 16 Jahren) und ohne jede gesicherte Zukunft zu verheirathen. Obgleich die Israeliten dort in gewisser Achtung stehen, bekleiden sie doch bei der oltomanischen Verwaltung nicht ein einzige« öffentliche« A»u; nur einige Tonsuln liaben israelitisch« Dragomanen. Auch eine Anzahl europäischer Familien, größtentheil» Italiener, gehören zur tsr. Gemeind« von Tripoli. Bon den 8 ch../tlichen Schuleil, die dorr bestehen, sind 2 italienisch und 1 scanzüsisch; Letzter« wird auch von circa 30 israelitischen Kindern besucht, während in den beiden anderen deren tau« 2 oder 3 sein mögen. Die Gememd« erhebt jede Woche von der Ileischsteuer eine Summe von 1800 Ptasteril für di« Armen; mehr al» die Hälfte dieser Summe wird verschleudert, und man glaubt, daß man 400 Piaster davon wöchentlich zur Unterhaltung einer Schule bestimmen tönme, wenn di« Alliance ihrerseits sich dafür interessiren und daran Anthell nehmen wollte. Diese Schul« würde schon anfänglich 150 bi« 200 Zögllnge und mit der Zeit sicher deren noch wett mehr zählen. Bon den Schuinachrichteu heben wir einige, die Ackerbanschule zu Jaffa betreff., Notizen Hera»«. Bauten — ®« sind die Malerarbeit«» an dem Flügel Goloschmidt, die Treppe zur Tecraffe an der Fayaoe und ein Wagenschuppen von 19 Meter Länge. und 9 Meter Breite beendigt; auch ist da« Wäfferungsrao zu dem dritten Ziehbrunnen der Anstalt fertig ausgestellt. Da« Bassin diese« Ziehbrunnen« und der von ihm zu speisende öffentlich« Röhrdrunnen, sowie ein Gärtnerhm» mit Stall.mg sind in Arbeit und werden vor Eintritt der Regenzeit beendigt sein. Bielleichl wird man di« dahin an v.-r Haupts iyade de« Flügel Goldschmidt auch die 4 Zimmer de« ersten Stocke« fertig machen und so die letzte Hand an diese« Gebäude legen, da« nicht weniger al» 80.80 Meter Länge und 11,50 Meter Breite hat, also «inen Flächenraum von 1858 Meter i« Quadrat einnimml. Di« Preise sür Handarbeit und Baumaterial sind gestiegen in Folge der Bauten, welche in Jaffa an den voi» der Regierung verkauften Plätzen der FestungSgräben und Glaci« ausgesührt werden; dieselben werden sicher nicht billiger «erden, wenn da« oon einigen reichen europäischen Katholiken au« religiösen Gründen wieder aufgenommene Projekt einer Eisenbahn „ach Jerusalem «»«geführt werden sollte. Gartenarbeit. — Da« Sabbathjähr geht zu End«, und bald werden die Garten» und Feldarbeiten in umfaffendster Weise wieder beginnen können; e« ist begründete Hoffnung vorhanden, daß der Boden, durch da» ihm so nöthig gewesene Ruhejahr gekräftigt, i« Jahre 1878 eine Ernte liefern wird, die den Verlust von 1875 vollständig crs.-tzen wird. — Die Aeinftöcke, mit Ausnahme der von den Eleven gezogenen, stehen gut und versprechen für 1878 eine erste Lese; man wird bald an den Bau von Kellern denken müffen, für die der Platz berett« bezeichnet ist. — Der Garten Nr. 1 ist mit Bäumen bepflanzt, die gleichfalls schön stehen; auf eme erst« Obsternte ist jedoch vor 1878 nicht zu rech»«». Der Barte» Rr. T der bereit» seinen Bninne» und sein Bastln hat, ist zur Bepflanzung berett. —