Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 41.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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diu«, xr trotz «eine» nur turpu Hierscint bereit» die Herzen Aller gewonnen und au« den Herzen Aller gesprochen, durch «in kräftige» Hoch auf denselben lnulen Ausdruck zu verleid« n, weiches denn auch alle Anwesenden nur weithin, schallender Llunuie unlersiutzteu. Aach fröhlichen Spuln bei einer vom Eomile u. A. veranstalteten Lotterie, und nach nochmaliger veipflegung wurde der Rückviarsch angetreleu. Die Schüler und Schülerinnen erhielten zahlreiche Lampion«, und in stattlichen» Zuge, dem sich Bt>l« auschloffen, bewegte sich die Kutderschaar nach der Stadt and brachte den Vorsteher» der Gemeinde, sowie dem Borsitzenden der Repräsentanten, Herrn Louie Bacharach die woh>o«i dien te Ovation. Herr Rabbiner Dr. Wedell haue «ine joche dankend »bgelehni. mt beweglr» Worten dankten die genanuteu Herr» Sem Festcoviiler und de» Kindern. Herr Bucharach hob in seiner Patriot! ichen Ansprache au die Kinder noch besonder« hervor, daß sie Ilch glücklich schätzen mögen in einem Staat« und in einer £<ii zu lebe», wo alle Schranken de« m»lelaiterlichen Borurineil« gefallen uns ihnen gleiche Rechte m» allen übrigen Stc adsvurgern zu Tyol werden uns sie deshalb um so eifriger dahin zu itreven haben, «ich diese» glücke« würdig zu zeigen. Ai« Beweis hierfür hob Herr B ichacach hervor, dag der Impuls zu dem heutigen Feste von einem christlichen Mitbürger, der in seiner Bescheidenheit nicht genannt sein wollte, gegeben sei, der ihm schon vor Monden einen namhaften G« dbeirag überreicht habe, um bei dieser Gelegenheit den Kli^era «„, Ae,l zu bereiten. Wir wolle»« unjeru Bericht nicht schließeit, ohne einer Feier Erwähnung zu »hu», die sich der «»gen licht« Elnweihung«sei>r der Synagoge in würdigster Weise anschloß, nämlich de« ersten Morgengollesvlenste» im neuerbauten Tempel de« Herrn Nachdem in üblicher Weis« der Wochenadtchmit,iu« de» Gesetzesrollen oorgetrsen und dieselben wieder t« den heiligen Schrein geslelli waren, bestieg Herr Rabbiner Dr. Wi dell die Kauzel; mll Andacht und frommer Erbauung tauschte dt« Gemeinde de» erhebenden Worten desselben; er o«rstanl> e«, den Gefühlen der Gemeind« den würdigsten Ausdruck zr gebe», und es ehre» ihn vor Allem lelbit die ehrenden Worten der Auerkeunui^, die er in seiner Einleitung zur Prrdlgt der Amlslhärigteit seine« Borgänger», de« Herrn Rabbiner L*. Feilchenfeld, der gerade heute vor S Jahren au« de, hieiigeu Gemeinde schied, widuiete. E» leuchtet au« feinen Worten uedeu frommer Bescheidenheit der hohe Ernst hervor, mit welchem Herr Dr. Wedell seinen Berus auffaßt und wie er trotz ,etne» noch jugei,blichen Alter« bemüht ist, »einem bewahrten Amtsoorgänger mit allen Kräften nachzu- »treben. Wir geben uachftrhe,»d den Wortlaut dieser Einleiluug wieder, dt« bei der Stellung, welche Herr Dr. Feilchenfeid früher in unserer Stadl rinnahm, jedenfalls von allgemeinem Ir terrffe sind. „Harcliiwi Meltom Uholech. etc“ „Erweitere die Stelle Deine« Zelte» und dl« Teppich« Deiner Wohituagen, sie mögen sich ausdehiieu, verlängere Deine Ztricke und schlage fest Deine pflöcke." Mil diesen Worte«, welche wir der heutige« Hophihara eulnommen, schied au dem heurige» Gabbath vor S Jahren au» der hieitgen Gemeinde mein verehrter »mtSmrgänger, Herr Dr. Feilchenfeld, der durch die Lauterkeit ernet Eharakler», durch den Ernst, mit welchem er feine» Beruf erfaßte, durch die Grwiffenhastigkett und Treur« «1t wr.cher er ihn erfüllt«, durch seinen edel» Ein« und durch seine stete BereitwAigkeir zu helfen und beizuftehen, zu trösten und Theilnahme zu beweise», eia bleibende«, ehrenwerthes Achenken sich in dieser Gemeind« gegründet. Ich halte es best alb an diesem Tage, an welchem wir'zum ersten Mal« un» hi r in diesem Gotiethanje versammeln, um den Herrn zu preise» und zu verehre» und di« Borlesung au» feiner heiligen Thora zu oeruehmeu, an diesem Taae, halte ich es um so mehr für eine Ehrenpflicht, ehrend seiner 'zu geden-' ken, ata e» sicher gar Mancher bedauert, ^lhn au diese«,' füv «asm Semeinde so wichtige, »no frrndigen Läge, nicht in" unserer Milt« zu sehen, als «4 sicherlich nicht Wenige sind, »nlche ibnl gern, die Freude gegönnt, diese» Tatu der Mitte seiner vielen Verehrer und Freund« zu verleben. War er cs doch, welcher nicht ermüdete, mir warmen, rtiidriuglichen Worten e» der Gemeinde an'» Herz zii legen, die Stätte de» Herrn würdiger auszustaiten und geräuniiger zu gestalten; beschäsligte ihn dieser Gedanke doch noch in der lehren Ansprache, ivelcher er von heiliger Stelle an« au die Gemeind« richtete, ui»d welchem er oben genannte Worte zu Grund« legte: „Harchiwi Mekom Oholech!" Run, daß dieser würdige Mann nicht vergeblich gesprochen, daß sein« Worte beherzigt worden, nno o,ß dies« fromm« Gemeinde mit Ernst vorangegangen und unier Gotte« gnädigem Beistand es erreicht hat. seine Zelt« zu erweitern und mit würdigem Schmuck« ausznst itten, diese heiligen Räum« zeigen es deutlich geuug, u. s. w." An» der Provinz Posen. Daß Streiiigkeiten in einer Gemeinde zu Berwilderung und zur Verwirrung aller religiösen Begriffe fuhren müffen, »st so u-nürlich, daß «in einzelne» Faktum als Beleg dafür erzählt, Riemand rn Erstaunen setze» kann. Dennoch ist solgende Thalsache, welch« der „Jüd. Pr." berichtet iviro, und für deren Wahrheit der Lorresponvent de» Blaite», wie die Redaktion hinznfüql, die voll« Garantie übernimmt, sehr anffallen». In der so viel beiprocheue« Gemeind« Schrimm ereignete sich der Fall, baß ein Gemeindemitglied den mip ^P3, der schon jahrelang iioaori» oauoa diese» Aint bekleidet, und der auch ein Gelehrter ist, als das Sepher offen laz, und er mir dem Borlrsen beginnen wollte, durch rohe» Schreien und Lärmen daran hinderte. Di« demselben angethane öffentlich« Schmach forderte Genugthuung und führt« den Uedelthäter vor Gericht. Diese» vernahnr den in der Synagoge anwesend gewesenen Dr. Tietz al« Sachverständigen über di« Bedenlnng der Thora-Vorlesung, und dieser erklärte geradezu. »Dies« sei gar keine gottesdienstliche Handlung und de« ren Störung kein« Gebetftörnng" (If) Oesterreich. —r— Prng, 33. September. (Or^Eorr.) Sie reg«« sich, unser« gute» Freund« und sind voller Eifer, die Drachen« jaal de« Judenhaffes in unserem Lande zu verbreiten. Ihr Eorresponvenl „au« Böhme»" hat Ihne« bereit» von dn» Erscheinen einer czech'schen Uebersetzung de« berüchtigten Pamphletes „der Talmuojude" berichtet. Da» sauber« Product hat schon du zweite Auflage erlebt, da der Uebersetzer äußerst freigebig es gratis unter seine« Gesinnuugsgenoffe» zu verbreiten sucht. Er gehört der alrczechischen Partei an, und wie ich vernehme, wird von der jungczechischen Partei ein« Entgegnung vorbereitet. Aber auch in einem feit Kurze« hier erjchetaruden ciericaleu Socheublalte in deutscher Sprache wir» gegen Juden und Invenchu« zu Feibe gezogen; dem Redakteur gelüstet nach den Lorbeeren der entschlafenen Wi.s«r Kirchenzeituug, und um seinem Blättchen auf die Bein« u» Heise«, speculirl er im Judenhaß. Bei de« schlechte» Geschäft»- gang« aber will auch diese Speculation nicht verfangen, di« Weil ist so schlecht, da« Blatt nicht zu lesen, obwohl «» an» dev» Schaukasten einer Buchhandlung ganz verführerisch znr Pränumeration rinladet. Jede Zeit und jede» Land habe» chre Hamans, und e» lohnt sich nicht der Mühe, ihnen den Mund zu stopfen, sie oerschwinden spnrlo«, wie sie gekommen, von selbst. — Vorige Woche starb hier Herr R. Fürth, Mitglied de« hiefigeu Oberradbiuate», i« Alter von 34 Jahren. Er war ein friedliebender Mann, der dt» zu seiner letzt,» Ledentstund« mit,rmsigeul Fleiß« die vier Elle» der Halacha ftudine. Unsere Gemetnde verliert in chm einen tüchtige» Lamdan. Da» Hinscheide» de» Dr. weck Fellrr wird omch in unserer Gemeind« allgemein betraue«. Al»,. Mitglied der, slultusgemeinve-Aepräsentanz und Vorsteher vieler Berestm h« er sich 'ttvOd' Gtliginhiit entgehen tafsni, für fei« >iai^.