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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 40. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 40.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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tcffcnOQ der Gehälter der israelitischen Elementarlehrer ein- «leitet haben, bei welcher Gelegenheit Ihre Gesuch« eben wohl Erledigung finde» »erden. König!. Regierung. Lbthetluag für Kirchen- und Schulsachen. An de» israelitischen Lehrer Herr» Joseph Oppenheim Wanfried, Kr. Eschwege. (In der Provinz Hannover ist die Bewilligung und Heaultrung der Gehaltszulagen für die jüdischen Lehrer schon lange erfolgt. Red. d. Jsr. W.) Telgte (Westfalen). Lm 8. September wurde in diesem Städtchen, brffrn Einwohner, wie die der Umgegend, al« sehr nltramonla» gelten, ein« neu« Synagoge eingeweiht, und manch« Unbill, welche hier und im Umkreise in jüngster Zeit gegen Inden verübt worden war, hat durch die Haltung der Bevölkerung eine Sühne gefunden Wir entnehmrn einem ausführlichen Berichte der »Wests. Zeit." einige Sätze. „Der Laudralh, sowie der hiesige Bürgermeister mit dem Magistrat uud den Stadtoerorvneten, batten im Festzuge ihre Plätze ein« geuommeu und betheiligten sich an der Einweihungsfeier Der Herr Oberpräfident von Kühlweller hatte schriftlich mit dem Ausdruck seiner besten Wünsche sein Ausbleiben mit dringenden Dieustgeschäften entschuldig«. Den religiäsen Tdeil der Feier leitete der Prediger Herr Blumeuau aus Bielefeld, der sich auch, wie wir hären, um das sonstig« Arrangement des Festes, namentlich des musikaltsche» Theile«, verdient gemacht hat. Freitag Rachmittag um 4 Uhr setzt« sich der Festzug, nachdem ein letzter Gottesdienst mit einer Abschirdsred« in ver alten Synagoge statlgefnnden, von dort aus in Bewegung. Am andrrn Morgen wurde der erst« Hauptgotlesdirnst in der neue» Synagoge abgehalten. Das Gebäude ist einfach, aber recht würdig und zweckmäßig eingerichtet und zwar zum Fest« mit Laub und Blumengewinden schän geschmückt. Die außerkirchliche Feier, welche in einem große» Feftballe bestand, hielt die Festgenoffen bis zu später Stund« in fröhlicher Stimmung zusammen. An diesen Feierlichkeiten brthriligten sich auch, obgleich vou der Geistlichkeit di« Parole ausgegebt« war: eine vetheiligung an diesem Fest« komme einem Abfalle vom Lhriftenlhume gleich, rin« Anzahl Herren und Damen aus gebildeten Kreise« der uichtjüdischeu Bürgerschaft. Ueberhaupt nahm das ganze Fest «tue» sehr würdigen uud ungestörten Verlauf. Das schaulustig« Publikum zeichnet« sich durch eine ruhige Haltung au«, die au de« Orte, wo eia Profeffrr Rohling seine Saaten gestreut, de« Beweis liefert, daß der Bevölkerung ein gesunder Sinn der Duldsamkeit innewohnt, der nur durch direkte Aufreizung zu Ausschreitungen verleitet werde» kann." Zu« Schluffe darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Gemeind« nur au« elf mittelmäßig begüterten Familien besteht, die allein durch große Opfer und rastlos« Energie das schöne Ziel erreicht haben. Oesterreich. Lemberg, 7. Sept. (Or.-Eorr.) Sie sprechen (in Rr. SS unter „Stettin") Ihr Erstaunen darüber au«, daß der in einen, Leitartikel des hiesigen „Israelit", de« Organe« de« Schonier-Jsrael-Berein«, gegebene Nekrolog über den verstorbenen Grafen Goluchowski so ganz anders laute, als der von mir iür Ihr Blatt ( Nr. 3ö) geschriebene. Aber Ihr Erstaunen theil« wohl jeder Jude, der in Galizien seine Zeit verlebt hat und der Eharakkeristik de,pflichtet, deren Sinn Sie mit den kurzen Worten iciD 10 v6n/10 Wn KM gar nicht anpaffend wicdcrgegeben haben Gern sei dem Tobten die Ruhe gegönnt und des Tode« sühnende Macht anerkannt; ein paar Worte der Erläuterung seien mir aber doch gestattet. Der „Israelit" grstehl zu. daß Goluchowski di« zu einer gewiffen Zeit Judenfeind war; aber er war auch nachher nicht das Gegencheil! Als Minister war er nicht don» üäo, wie der erleuchtet« Kaiser Josef, für bi« Hebung unserer Glan" bensgenoffeu» sondern er wollte de» galizischen Jude» eine fast unübersteigdar« Schranke aufrichten, damit st« in dieser Generation, also bei seine« Lebzeiten, gar nicht oder mit nur geringe» Ausnahmen Srund und Beben erwerben könne». Daß Goluchowski dieses i« Kreis« seiner snedale« Freund« offen geäußert, weiß man hier allgemein. E« war daher nicht sein Verdienst, daß da« Bürgermiaifle'ium ans die Gleichstellung der Juden in Galizien drang. War ja doch für de« Fall der Nichtannahme der Emanzipation da« Auflösungsdekret für den Landtag beschloffen« Sache. Mußt« der Graf da nicht seinen ganzen Einfluß einsetzen, um sich doch etwa* al» regierungsfähig zu zeigen in einer Zeit, in welcher die Polen durch die Resolution derselben Regierung so nnuöthige Verlegenheit bereiteten. Und — Goluchowski liebt« ja das österreichische Geld, mit welchem er sich vom armen Magistratsconzipientrn bis zum reichsten Gutsherr» hinaufgeschwunge» hatte. Die Pensionirung wäre ihn, ja uulieb gewesen — Die sauber sein Apparat und seine Vezirkshauptleute gegen Juden sich benommen, wird Jedermann, der in «ine« dieser Peschalk« in Galizien zu leben da« Glück hat. bester beurtheilen, al» ver Herr Leitartikelschreiber des „Israelit" zu wiffeu sich die Mühe nimmt. Der ganze Effenz diese« Nekrologs läuft aber darauf hinaus, den polnischen sogenannten Freiheitsmäunern einen Hieb zu versetze», indem man ihnen zeigt, daß ein edler Vürraukrat besser sei, al« jene Demokraten. I« Uebrigen bildet der Nekrolog einen verlockenden Obulu« für unser« guten Freund« in Galizien, welche denselben Weg in ei« besseres Jenseits wandern wollen. So weit hat der Lettartikel seine Berechtigung. Sie, geehrter Herr Redakteur, haben nichts, gar nicht« auf Ihrem Gewiffen, was Ihr Berichterstatter durch sein« Evrrrspm.de»» verursacht hätte. Sind doch Blätter, wie di« „N. fr. Presse", „Deutsche Zeitung", „Preffe", anch verläßltche Orgaae, und ihr« Eorrespondente» höbe« ebenfalls — ein Gewiffen. Indessen der Statthalter ist todt, und nun leb« der Nachfolger. Die Frag« über diese« lft aber keineswegs darnach angethan, die jüdischen Kreis« mit Befriedigung zu erfülle». Die Polen streben jetzt dafür, einen Landsmann und zwar Vollblut als Landeschef zu haben, welcher nur der Krone verantwortlich und im Land« der Stellvertreter Sr. Majestät fein soll; eine Art von Personalunion. Die Rnthenen perho.resziren ein« derartige Belehrung auf's Entschiedenste und di« Juden ganz natürlich nicht minder. Di« Ruthen«» verlangen daher einen deutsche» Statthalter Di« Jude» (wie Sie, Herr Redakteur, bereits selbst wahrzunehmen die Gelegenheit hatten) haben bis jetzt nicht den Muth gehabt, irgend welche« Lebenszeichen von sich z» gebe»; der Pelz soll, wie Sie sagten, trocken gewaschen «erden, lind doch müßten die Juden ihren berechtigten Wünsche« Geltunzu verschaffrn suchen. Dieser Aufgabe zu genügen ist Sache der jüdische» Reichsrathsabgeordneten: Herren Dr. Honigsmann, Kallir, Dr. Landau, Miese«. Schon instinktiv möge» diese Herren auf di« Rothweudigkeit des Zusammengehens mit den Rutheuen in dieser Frage geführt »erden. Eine Intervention an kompetentem Orte wird mehr nütze« als all« Resolutioneu, und di« österreichisch« Regierung hat daher nicht mit Unrecht die Besetzung des Statthalterposten« dis auf die Zeit de« Zusammentritte« des Reichsrathes verschoben. Unser« jüd. Abgeordnete mögen daher diesen wichtigen Augenblick ja nicht versäume», es gUt diesmal auf «in« selten« Seif« den polnischen Schlägen zu entgehen. Bezüglich der von Jhue» erwähnten verschiedene» so unliebsamen „Einarsandt" Hab« ich nachzntragen, daß ebenso sehr wie di« Bloßstellung des Dr Honigsmaa» sehr unangenehm, sogar höchst ungelegen und als ein Formfehler des Vorsitzende» zu betrachte» ist, so ist es andrerseits auch wahr, daß Dr. Honigsmau» gefehlt hat mit der Gerirung «äff den Schomer Israel, der ihn nicht dar«« angegangen, und mär« dies sogar geschehe», (was nicht richtig), so sollt« Dr. H. der-

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