Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 40.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5369809-5935045-5938001--2819-5372267- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
und bk Feder führt. Daß dieser Feder aber auch kein Zag •» schn»er fällt, da» «olle» »ir »U ei,e« Beispkle*) beleßk». Dk Germania druckt «iae» lLagere» Artikel der „Ude- «tim, altkayottschen" Wieirer „Vorstadtzeitung" ad, der >.a» Galizien bittere Klage über Wucherer erhebt uad Wiederhetftilluug der Wucher^esetze fordert. Sie setzt hinzu: »Da ia der Redaktion der Vorstadt-Zeit, selbst «i»ige Juden sitz.-», so Habe« wir es natürlich, wenn da« Blatt die notorisch« Thatsache ignorirt, daß diese Wucherer, diese Blutsauger und Bim - tzyre sammt »ad sonder« Juden stad " — Ader e« hat unlängst ein polnischer und katholischer Graf öffentlich nachge- »ksen, daß di« niederträchtigsten Aussauger de» galizischen Laadvolk« polnisch« Adlige find! Genug für diesmal. Andrrutheil« »iffen unsre Leser, wie der Verein „Schomer Israel" de« Wucherwesen entgegentt itt. E« ist ein Heer von Feinden, ein Lager von Gegnern, die unser Fleisch verzehren «ollen. «Sie werden stürzen und fallen. Da» ist unsre Zuversicht, »lind e» erhebt sich »och »ei« Haupt über «ein« Feinde ring« um mich, und opfern »Ul sth in Seinem Zelte Opfer de« Jubel« — der Teruah" heißt es weiter im 27. Psalm. Aber auch daselbst die Bitte: »gieb mich nicht hin der Gier meiner Feinde, denn e« stehen gegen mich auf falsch Zeugend« und Rache-Schnaubende." — Bit könnte« un« nimmer der eitlen Zuversicht hingeben, der Selbstüberhebung, al« ob alle jene Hetzereien ganz ungefährlich und wir selbst, auf un« allein gestellt, stark genug wären, un« ihrer aller zu erwehren, ihrer zu spotten. Die Zuverficht steht auf dem, der von Haman ab tausend« und aber tausend« seiuer Nachfolger hat stürzen uad falle» machen. A» andere Seiten de« Kampfe« «erden sich erläuternde Bemerkungen hierüber knüpfen. Darüber in einem folgenden Artikel Soviel aber wird einleuchtend sein, daß da« alte Wort: »wenn ihr zum Kampfe treten müßt im Lande gegen den euch bedrängenden Feind" — noch immer nicht antiquirt ist, der Nachsatz lautet aber: nnxxro onjrtm »so bringt beim Tone de« Schofar euch in Erinnerung vor de« Herrn, eurem Gotte!" Berichte Md Correspoudeazeu. Deutschland. Stritt», 20. Sept. Bor einigrr Zeit (s. Rr. 32 zweite» Leitartikel«) hat »n« der Bericht über einen von einer Jüdin a, de« leibliche» Sohn« versuchten Giftmord, verbunden mit der Erinnerung an ewige andere seit etwa Jahresfrist von Juden verübten Mordtaten, einen Schmerzensschrei «ntpveßt: Derartige« ist früher durchaus unehirt gewesen! t» läßt sich schwerlich ia Abrede stellen, haben wir gesagt, daß da« Lockerwerde» der Baude de« jüdisch-rrligion«gesetz' lichen Leben« die Schuld an dem drohende« verderbe» trägt; wir wolle» uns jedoch eine« Anderen und veffere, gern belehren taffen, haben wir hiruugefügi. Diese Belehrung erhalten «ir jetzt au« — Amerika, von Herr» Dt. Sanneschein i» der „Deborah." Er stimmt un« zwar bet, er giedt unser» Satz zu, aber, sagt er, an dieser Lockerung der Religion hat die Halbheit eurer Reformen Schuld. »Ihr trugt noch «in Dali«, wen» auch nicht mehr über den Kopf, ihr *) «ir ■oDm ow setz» »Hüchmnd taurtai, daß fast «Ort hier «Md fall folgend«» IbtiM «u» de» »nz»fatz«Ud« «rt «tuen» »tnztg«» tzcht de» Atatt» zwei Sette», mtHHamm i|t. stock» «ich, ,«» «iMw Ssttz-w»» l ... j. , laßt noch Schofar blase, ». d. «. So ist dk «inst so solid» jüdisch« Religiosität erschüttert. Wer de, Bekenner» de« I» denthum« de» feste» Hast im religiöse» Kult»« rared», der sollte sich nicht wunder», wenn dieselben anch den festen Holt religiöser Sittlichkeit einbüße«." — Spricht io «i» fanatischer Orthodoxer? Begegnen einander dk Streme? Nein, so lhöricht sind unsre extremsten Ortbodoren nicht, um ihrerseits zu behaupten, die Sittlichkeit sei an dk Beibehaitnng aller Pijulim geknüpft, und von Einführung oder Zulaffnng gewiffer EultuS-Reforme» sei der Weg zu Mordthaten gebahnt: Sie wiffeu und sagen es, daß »ach der Richtung hin aller äußer« Gottesdienst und alle« S,»agogen>oesea nicht in der erste» Linie steht, daß «an guter, frommer Jude sein könnte, ohne da« ganze Jahr überhaupt öffentliche» Gottestbkaft za b.suchea, sei e« reformirter, sei e» ganz unveränderter, ünd wa« meint Sonneschein? Ihr müßt Tali« u»d Schofar ganz abschaffen, weil ihr auf halbe« Wege stehen bleibt, dar»» verlieren die Juden den festen sittliche» Halt. Ist damit denn dk ganze Reform geschaffen? Muß Sabbath, Feiertag, Gottesdienst ganz weggeschafft werden, um wieder ein« ganz« Religion zu haben, muß da» Judenthum ganz weg» cesormirt werde», um wieder ganz« — Juden zu erziehe»?? — Aber Dr. Sonneschein predigt selbst und will am Seckbach und Festtag ein volle« GotteShau« haben. Doch wir wolle» dem Manne weder auf sei»«» praktischen schroffen Uebergängen, noch auf seinen Sedaaöenspcüuge» folgen, wir wollen chm sagen, wa« wir «einen, womit e r zum Theil üdereinstimmt, und wo der Jrrthum liegt, »er chn auf seine seltsamen Behauptungen führt. Da« jüdischreligiöse Leben war vordem durch da« Religion«gesetz streng geregelt; jetzt sind Biele schwankend geworden, sie übertreten Religionsgesetze, verwirren ihr Gewissen, »erlkren die Furcht vor der Sünde, die Scheu vor verbotenem, indem sie bald wiffentlich Verbotene« lhun, bald sich einreden, da» verbotene sei erlaubt — dadurch wird ihr moralischer Halt geknickt, jedem verbrechen ist bei gegebener Gelegeuhest und heftiger Versuchung die Pforte geöffnet. Da« meinen wir, Sonneschein giebt e« eigentlich zu, er fühlt ja, daß e« so ist, er kann'« nicht in Abrede stellen. Daher kehrt er, wie man zu sage» pflegt, den Spieß um. Eden darum, sagt er, müßtet chr ganze Reform bekennen. Also wie? Die ganz« Thora abschaffen?! Wer nun Alle« ißt und trinkt und thut, was Israels Gesetz dem J-raelite» verbietet, ist der in seiner Sittlichkeit gefestigt? So verkehrt kan» Sonnesche,» doch nicht denken. Die Sach« ist diese: Wir meinen da» Gesetz de« Leben» für den Juden, da» Gesetz der Torah, uad darin wollen wir gewiß keine Halbheit, dre da verderblich wirkt. Sonneschein denkt nur an dk Lultu« Ordnung, an die armselige — wir fürchten indiesem Zusammenhang« kein« Mißdeutung de« Beiwort« — Synagogen-Reformfragen, einschließlich der Familiensitz« für Männlein und Fräulein, die Pürnacee der amerikanischen Reform. Und daher kommt er schließlich auf seine lächerlichen Behauptungen: schafft Tali« und Schofar ab, dann seid ihr ganz, und eure Leute sind ganz und ihre Sittlichkeit ganz. öl. O. Magdeburg. Die „Juden-Artikel" der „Germania," „Kreuz-Zeitung" und jene » obscureu Blatte«, welche« sich „Deutsche Eisenbahn-Zeitung" nennt, sauge» bereit« an. ihre Wirkungen fühlbar zu machen. Wenn in derartigen Artikeln von Religion, tief eingeprägtem Widerwillen de« Arier» gegen den Semiten, Zersetzung der christlich-germanischen Eultur durch de» ätzende» Witz eine« jeder Affimilation unfähigen Bolksstamme« und andren schönen Schlagwörtern und Phrase» die Red« ist, so find alle dkse schönen Redeblumen nicht« weiter al» der Deckmantel für da» niedrigste aller Gefühk, für den kaffen Neid, dem sich nun einmal Jeder autfetzr, deffen Berhältniffe pro«perircn; am meisten haben p allen Zeilen di« Juden darunter zu leiden gehabt, zu bespreche» au» »elchen Gründen würde m« hier zu «eit führe«. Jedenfalls müßt» der gebildet«. Tbeil der Deutschen l^eff«