Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 40.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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«V? f? bcitx eigemlich vor? Warum Woher änf einmal enth^nttt, , uud rHtzst der um» MM «lM>, als ok^ ge^lH > sgte wird plötzlich alles wieder uadNrite», gegen-«>F %t- Wa« liegt diese Hetze, daß wieder eine »I Germinia re. re es wirtlich galt noch «inmal |u stelle«? anfl de«! sagt rwrden worden ist? Wir habe» «»< darüber schon gelegentlich geäußert und lasse» diesmal di« ebenerwähnte „Br«sl.-Zeit." antworten. „In lstagdad hat der Pöbel kürzlich einen Jude» verbrannt, i» Berlin schlachte» »Germania" und „Kreuzzeitnng" täglich Lause «de von Jude» — allerdings nur in Leitartikeln — ad. Wer I>ürgt uns dasür, daß ohne da» Äuge des Gesetze« nicht unsre fanatifirte« Mlramontauen eben so gern in Berlin und äJHttdKn dasselbe thun würden, was in Bagdad geheüigler Braur» zu sein scheint? Ist doch die neueste Judenverfolgung, zu der die „Kreuzzeitung" die Ouvenüre geblasen und di« di: »Germania" jetzt in Scene setzt, nur ein Eapitel au» der graste» Geschichte des Judenhasses, der bis in die Zeiten des grauen Alterthums hinaufreicht, besten Erscheinungen und Symptome aber fast zu alle« Zeit«» dieselben geblieben sind. 4i» ist nur eine stet» wiederkehrend« Phase diese» ewigen «eUgeschichtlichen Kampfe», daß er stet» nach großen Katastrophen immer von Neuem in alter Heftigkeit entbrennt. Wie inan im Mittelalter nach der Pe st epidemi« oder den Krenzjüge» frisch, fromm und frei stets einige Tausend Juden abschlochlete, so unternimmt nach der große» Geldepidemi« unserer Zeit die »Germania" ihre» modernen Kreuzzug. Die Flush, die über den Marks dt» Verkehr« dahinraste, sie hat keine 'perlen, sonder« nur Verwüstung und Gestrüpp zurückgelaffe i, und die Juden, die damals die Pest in» Land gebracht und die Brunnen vergiftet habe«, sind natürlich auch di« Urheber dieser Lalamilät und diese» Unglück». — Und fragt« mau noch weiter: »Wozu der Lär>n, wa» steht de» Herreil zu Dienfteu?" Welche» Grund haben die Ultramontauen jetzt in dieser Weise gegen Jude« und Judenlhum aufzulret»»? so liegt di« Erklärung für diesem Kampf, der auf der gt nzrn Schlachrlinie von der Spree bi» an die Donau, wie auf Eommando, gleichzeitig begonnen ward«, einfach in der alten Tactck der Ultramontane«, den fanatisirlen katholischen Bolle den Lcheralisinu« ans jede möglich« Weise zu verbäcsiigen! Zu diesem heilige,» Zwecke ist ihnen kein Mittel zu schlecht. Sie haben den Reichskanzler, ja selbst die Person des Kaisers, in frivoler Weise in den Kampf gezogen, sie haben alle erdenklichen Lügen und Berläumdungen gegen die Liberalen ersonnen und verbreitet, nun müffen auch die Juden herau,.als letzte» Argument gegen de» „Culturkampf", als ein Argument, das in glauben-festen Tagen ja nie seine Wirkung verfehlt hat." Jndesten die Ultramontanen und ihre treuen Verbündete« oter »halb-gezogenen, halb-hinsinkrnden" Schleppträger, die Feudr l-Pietisten find e» ja nicht allein! Ist für diese der CulturkampfGrund und Vorwand, Anlaß und Aushängeschild ihres »Judenfturms", so ist es für Andere die Geschäftscalamität. Nicht obgleich, sondern well unter den verderblichen Gründern ein Langrand-Dumonceau, der vom Papst gesegnete Gründer vor der Epoche der Gründungen, Heqöge »ud Fürste», frommst« den, unzweifelhafte Mgermane» gr! nb«d. " erster Linie \ ans die Jude» wahr, wen» jüHstßtn «Hu WchßegharaißHwiKchHRM, daß nur et» Jude (vom Thüringer Bankverein) sich unter de» vom Staatsv^rapypPituna» g-tzgtz^iGsShder» Mnda^otz gibt deren noch einige mesp7, abtr 'wst' kaüii nmtk 'gegetklkRr wellkundigen Thatsache» die Juden als Haupt-,, ja ass allein Schuldige hiuftellrn? Und da» thun wieder nicht nur solche Leute, die der Logik der Thatsachen gegenüber da« »Opfer der Vernunft" zu bringe« gewobnt find. Da ist di« »Eisenbahn-Zeitung", in Sachen des Lullurkampfes sonst schwerlich verbündet der »Germania", die wohlgefällig di« Artikel der l etzteren in einer Blumenlese der kräftigsten Stylblüthen wiedergibt. Z. v. folgende: »die Jndenfrogt ist gestellt... durch himmelschreiende Mißstä^de geistiger npd materieller Natur, als deren vorzüglichste Urheber die Inden tusdesonder« i» Folge des Krachs endlich auch in «eiteren Kretsep eHAMk find. Die Jude« vorzugsweise und es gewesen, welche' dos Ehrlstenthum aus so vielen Herzen, vor alle« f» den protestantischen Thrilen unseres Volkes, gertsten habe«, nicht durch wiffenschastliche Angriffe, sondern durch cpnischen Spott, u»d freche Verleumdung gegenüber de» Lehren, Institutionen und hervorragenden Persönlichkeiten.des Ehristenlhums in der Tngespreffe, in Witzblättern, in Posten und Couplet», in Romanen u. s. w. Und während die Juden so gegen die ReUgion hetzten, und di« Aufmerksaackell weiterer Bolkskreise auf einen vou de« Jude» fignallsirte» und von den Jude» mit alle» Gräueln der Dummheit und Bosheit ausstaffirtr» Feind gerichtet hielten, unterdeffeu hoben wieder»« »orzpgsweise die Juden pls Wucherer, Börsenjobber» Gründer, kurzals Ausbeuter und Halsabschneider di« Tasche« der Bürger fr geleert, haben Arbeitslosigkeit und Arurulh weithin verbreitet, unter einem Volke, dem sie mit der Religio» den beste» Tnch . in. aller Leibe»- »ab Seelennoth genommen! Und. gegenüber der Aufdeckung solcher Zustände operiren Juden und Jude» genoffe» in den sogen „Witzblättern" u s. w." Sv schreibt also die „Sisrnbahnzeituug" der> Germanianach, sie, bi« früher (oder deren Vorgängerin) da« Judenthnm nicht tiefer kränk» zu können glaubte, als wen» sie' in Rose« da« Vorbild der Jesuiten uachznweise» sucht«. — St« folgten daun wieder beid« zusammen der- „Krenzzeitung" in den Angriffen und Berläumdunge» gegen „Bltichröder-Han» semann-Miquel". Und obgleich uns als Juden der erste - von diesen Dreien gerade soviel angeht, wie die-zwei An»«- - ren, so liegt doch die Tendenz klar vor^ es soll nicht etwa der Jud« geehrt werden, indem man ihn. als Genoffe» »nd 1 „ Leiter der. Andere« hinstellt! Dieselbe <ts«»b.-Z. nimmt sich * da»» weller — ohne Roth — der „Gartenlaube" an, die wegen des.(»»lSngst hier erwähnte») Artikel» von Otto Slogaw „der große«- jüdischen Excommunication verfallen" srinvsoll, und sie gtebt höhnffch zu, daß das Gründenallerdings kein „jüdisches Dogma" sei. Doch wir können von diesem .7^ Blatt« nicht, weiler reden, es bietet die nackte Gemeinheit, -.4 der man nämlich alsbald anmerkl. daß es sich um reinen b»»' benhaflen Haß einer-, u« gutbezahlt« Lohnschreiberri andrer-^^ seit» han-elt» während, bei der Gmuania. doch «i» Priiqip,-^ ei» grundsätzlicher Gogwtsatz «ege», das Judenthu« oorliogtz-^g