Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 39.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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' t' — 312 — Dt. Fall während sei«« Nusenthalte« am Rheinmit folgender rtgenhändtger Zuschrift: „> Ä. V.anenlyst, 26. August 1875. Euer WmgSoreü Säirfft «der metii« Reise in der RheinprMtijs ist mir von den: Herrn Unterstaat«sekretair Sydo« hikher nachgesandt wbrdeu. Sie hat mir und meiner Frau nicht blo« eine an» genehme Rückerinuerung gewährt, sondern un« auch von Borkommntssen in Kennlniß gesetzt, welch« UN« bisher nicht bekannt w»en. Haben Sie htefür sowie für dir Müh« und di« woh! wollend« Sorgfalt unseren beste» Dank, mit ivelcher Sie so rollständig Alle« zvsammenfahten. Ja virzügktcher Hochachtung Ihr ergebenster Falk/ Druden. Hr. Ldvocat Emil Lehmann, Borsteher unserer Gemeinde, ist gestern mit imposanter Majorität (724 gegen 177) ali» Sandidat der Fortschrittspartei zuin Landtag«-Abgeordneten gewählt worden. Fulda. Me die „Jüd. Lolttz." mittheiit, ist der Verfasser der hier mehrfach erwähnten Artikel in der u trainontanen „ $ulb. Zeit." «in Zögling de« Collegium Germanicum in Rom, er ist au« dem Hessischen gebürtig und ursprünglich Pro «staut. Sei» Baker, ein Schneider, ist vor einigen Jahren ebeusallS zum Katholiciömu« übergetreten.. Beintnrg Unserem greisen Lande« Rabbiner, Herrn vr. Herxhrimer, ist eine wohlverdiente Freud« dadurch bereitet word, n, daß sein Religionöbuch „^eooäe iin-liiorak Glauben«- urd Pflichlenlehr« für t«r. Schulen" in der Auslage ersihienen ist. Die erste ist im Selbstverlag« Üit Berfaffer« 1831 erschienen. E« ist hier nicht der Ort, da« Buch zu beurr heile» oder die Eigenschaften und Vorzüge hervorzuheben, d irch welche e« sich vor allen vor, mit und nach ihm herauötzezebenen ähnlichen Religion«büchtrn, deren Zahl bekanntlich sehr groß ist, einer so großen Berbteiiüng erfreut. Genug, ,t steht in dieser Beziehung einzig in seiner Art da, deün noch hat kestr vor oder für Juden geschriebene« oder gedruckt«,» Buch — von der Bibel, liturgischen Büchern und anderen alten Werken natürlich abgesehen — auch nur annähernd eine solche Anzahl von Auflagen in verhältnißmäßig uicht laügn Zeit erle'ot. A»s Thüringen, 10. September. In Gera passiren unter dec Amtsführung de« Oberbürgermeister» Soerger sonderbare Geschichten. Derselbe hat für die Bürger jüdischen Glauben«, die i» Gera ausgenommen werden, «tuen neuen Judenetd versaßt, in welchem bei „Adonai, d«m ewigen Gotte Israel«" geschworim wird. Die« steht in striktem Gegensatz zu der dortige» Gesetzgebung, dt« blo« »erlangt, daß der Auszunehmend« sagt: „Ich schwöre Treue dem Landesfürsten. Gehorsam dem Gesetze und Beobachtung der LandeSoerfaffung". Bon Adonai steht in diesem Eid« ebenso wenig ctaM» wie von Allah, dem Gotte Di ohamed'S. Hoffentlich wird da« Ministerium in Gera Remedur eiutreten lassen. (Magd. Bolk-zeit.) Awstertz«». Ein dieser Tage auSgegebene« Circular, «elcher zur Begründung eine« neuen Wohlthätigkeit« Institut« auffordert, gibt an, daß di« Zahl der jüdische« Armen in AmstervaM elf tausend übersteige. (I World.) 8<>ßON. Sir Mos. Montesiore ist ö« 30. Aug. über Lexaudi^e» und Neapel kn Marseille au^elanat, und nachdem er eine z«m Glück auf 5 Tag« beschränkte stuarantäne daselbst befänden, am 4. September wohlbehalten i» England und zwa : auf stinem Laudefitze zu Raiüsgate eiaartroffen. Nähere« über beü Erfolg seiner Reise in nächster Nr. Petirößmg. Am 21. August starb der Rabbiner und Prediger Dr Abr. Neumann. Derselbe ivar au« Bayern gebürtig Uttd> gibt- »or etwck dtBßbg JahiUN Uüch Rußland, wo er in Riga, und dann teil zwölf Jahren in der Reich«- hauptsla»! iu angegebener Eigenschaft suagirt«. Sen» Berlust wird schmerzlich empfunden, da er hier sehr beliebt, stet« für da« ivaht »er russische« Glaubensgenosse« lhätig und durch Gelehrsamkeit und edle Gesinnung ausgezeichnet war. Er ruhe iu Frieden! (Hazephtra.) (Wir bemerken bei dieser Gelegenheit, daß di« hebr. Wochenschr. Hazephira, Redacteur Sei. SlonimSky, seit dem 1. Sept. von Berlin nach Warschau üdergesiedelt ist.) Athen. Der Correspondent der „Hour" in Athen bespricht den Amt«mißbrauch und die Drohungen, der«, man sich bei den jüngste» ParlamentSiuahltn bedient hat, und schreibt dabei Folgende«: „Man sagt« zur näu»lich«n Zeit den Judenwelche iu großer Zahl auf Corfu leben, daß der König e« gerne sähe, wenn di« Minister wieder gewählt würden und daß er, bei Nichldcsolgung diese« tönigl. Winke«, der Krone Griechenland« entsagen werd«. Den» fügte man bei: di« Soldateska würde, >ven» di« Juden nicht für den Marineminifter volirteu, jene blutigen Borsäll« von vergangenem Jahre, bet welche» einige Juden getövtet wurde», erneuern " (I Ehr.) R«rd-A«erüa. In Nr. 88 haben wir erwähnt, daß in Buffalo ei» Eougreß jüdischer Gemeinden au« verschied«««» Lheilen der Union ftaltgefunden hat, um einen „Grmeindebund" zu Stande zu bringen. Den» man dem „Äüterican J«raelite", dem Organ de« Haupt-Agitator« für die« Unternehmen, glauben will, so ist'diesmal Hoffnung oorhandtn, daß die Idee sich verwirtlichen «erde. Da« scheint auch so. Zu bin Projekten, welch« Wise seit vielen Jahren hegt und betreibt, und die nun durch die neue Bereinigung reäNsirt werden sollen, gehört u. a. di« Gründung einer jüd. Hochschule, („College"), eine« Rabbiner-Seminar«, odtr wie Mäil'« nennen will. In fetten Initiale» kündigt nuN da« genannte Blatt an: „da« College wird im nächsten Octobbr eröffnet werden. Zwölf Studenten sind bereit, «inzutreten — da» College ist dazu bestimm t, die grüßest« Pflanzstätte jüdischer Gelehrsaatkett zu werden, welche die Welt je gesehen hat." — Räddt Lkiba soll 24,000 Schüler gehabt haben. Da» mag tzyvitdel sein. Daß aber die Zahl vtr „Sludenleit" aüf den Talmud-Akademien Babylon« mehrere Lausende betragen bat, ist vollkommen sichere historisch« Thatsach«. Ader di« bürt Wise zu gründend« College wird Sura uuo Rehardea weit übetflügeln. Ls geht uicht« über Bescheidenheit So etwa« billigt in der Thal kein Deutscher, der ln Deutschland bleibt, fertig. Wer den Humbug will verstehen, muß in varnuat« Lande gehen! Feuilletoü. Auch et«« Bt»t-ef«hichte. Die „Tribüne" bringt iu Rr. 80 vom 5. Aug. e. von St. E. Franz»«, durch sein« trefstichen Schilderungen au« de« podptt» schen Ghetto wohl gelaunt, die nachfolgende Erzählung, die sich den jüngst in der Wochenschrift mitgetheilten «ürptg auschließt. Eine alte jüd. Frau erzählt au» ihrer podolische» Laterstadt: ... „Unser Städtchen gehörte dem adeligen Geschlecht« der v., denen später der gute Kaiser Josef den Grafentitel. gy, schenkt hat. Iu jenem Jahre hatte gerade der junge Joses BawarowSky.da« Befitzthüm angetreten, — fr war. in »ine» Klöster erzogen worden. Gegen seine Unterthane« iparyx sonst gerecht und liebreich. Wir frestich bekamen weuig vqn seiner Lieb« und Gerechtigkeit zu spüren, gegen ua« wgr. er hart und grausam, „denn," hatte er einmal zum reichr« S^ muel gesägt, „Ihr habt mir «einen Gott gekreuzigt!" Uyb. selbst wenn sich da« Herz in ihm regen wollt«, so wutzt« die« sein ehemaliger Erzieher zu verhindern, der jetzt sein Schloßcap lan war und großen Einfluß auf ihn halte. Set» Name ist nicht stuf üu« gekoMsste«, «an pflegt ihn immer n»r dtii" „schwarze» Herr»? zu nennen. -