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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 39. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 39.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Feindseligkeit der ungcbildelen Elaven, und um ihrer Kinder will« i, deneu die veutiche Sprache die Welt öffnet, aber nicht die polnische ooer czechische. Er bedauert, vag die üstreichische Regierung die Jude» als Fermen der Slaatseinheit nicht beffer beachtet. Berichte nnd Correspoudeuze». Deutschland. Berlin. Wie die „Jüd. Pr." berichtigend berichtet, ist an I>er nenerdaute» Synigoge an der PotSdamerbrücke »ich der Herr Prediger Dr. Apolrnt angestellt, sondern der Herr L>mdrabbiner Dr Cohn au» Mecklenburg Schwerin für diesen Posten berufen worden Derselbe soll die Bo calior angenomiuen und sich bereit erklärt haben, die Einweihung Ixr Synagoge vordem Feste vorzunebmen, sowie schon zum bevorstehenden Roich haschana l»rS neue Amt anzutreten Düffeldorf, 13. September. Ich sende Ihnen statt eines OrigiaalberichtS über die stattgeoabte Einweihung unserer neuen Synagoge die Rr. der „Düffeld. Z." vom 12. d. M., worin sich ein erschöpfender Bericht aus der Feder des Chefredakteurs tzr. L*r. Kohndt findet, der in dem von ihn» rcdigirten Blatte den Vorkommnissen in unserer Gemeinde besten» Rechnung trägt. Der betr. Artikel lautet unter Hinweglaffnng manche» Unwe ei-tlichen wie folgt: i. Düsseldorf, 11. September. Unsere israelitische» Mitbürger haben gestern einen beoenlung-volle» Weihelag begangen Scho» im Lause des gestrige» Vormittag» waren viele Häuser mit schönen Fahnen und Flaggen geziert, denn am 11. September um 4 Uhr Nachmittags sollte eine Gottesitättt eingeweiht werden, welche von jetzt ab für die jüdische Gemeind« Düffeldorfs ein Bet- und BersammlungSort bleiben wird. Zwei Jahre hindurch mußten sich unsere jüdischen Rübürger mit dem wenig auSr. ichenden Locale behelfen, wodurch fo manches Gemeindeglied dem Gottesdienste ferne blieb und da» religröfe Leben überhaupt vielfach stagnirte. Run c der erhebt sich der im maurischen Stile erbaute Tempel, entschieden «ine der schönsten Monumentalbauten unserer Stadt, und gereicht sowohl dem Opfersiml der kleinen Gemeinde — diefelte zählt ja blos e.wa 200 Familien — wie dem Talente feiner Erbauer zur Ehre. rjei dieser Gelegenheit wird es wohl gestattet sein, zu rwähnen. daß hauptsächlich durch die hochherzige Gaben einzelner iSraelisifcher Mitbürger — wir der Herren M. Seelig (derselbe ist nunmehr bereitentschlafen). Koppel und Michel Simzns u. A. m. — wie durch die thalkrästige Förderung der h»hen Behörden ein solch' rasches und günstige» Resultat erMt werden tonnte. Di« Gemeind« besitzt jetzt auch in der Person des Herrn Rabbiner» Dr. Medell einen strebsamen Eeelscrger, unter dessen Händen die israelitisch« Schule bereits erfreuliche Fortschritte gemacht hat. indem die Schülerzahl, Ine noch vor wenigen Monaten sich auf 40 bezifferte, gegemxirtig sich auf circa 100 beläuft. Um 4 Uhr Nachmittag« versammelten sich die geladenen Ehrendste — wir bemerken u. A. den Herrn Regierunspräfidenten Freiherrn von Ende, den Herrn Oberst und Bezirk»commandeur von Schnehen, Geistliche und Divisionspsarrer — in dem mit Fahnen und Flaggen sehr hübsch decoriilen Borzimmer, da» in den Hof der Synagoge führt, wo dbffelben von dem Hrn. Vorsteher Banquier Leonhard Sche rer im Namen der Gemeind« auf« herzlichste begrüßt wurdet. Im Hofe der Synagoge waren die Vorsteher und Repräsentanten der Gemeiud«, Tborarollen in mannichfaltige» Samnethüllen in den Händen haftend, verfammeft, und fetzte sich g«gen 4'/, Uhr der Zu« in Bewegung, um in den Tempel eiuzutreten. Die von Herren und Damen überfüllte Synagoge «achte besonder» bei der Gasbeleuchtung einen magischen Eindruck. Als sich die Anwesenden auf ihre Sitze niederljeßrn, betrat Herr Dr. Wedell die Kanzel, auf welcher er eine» trefflichen Segensspruch und ein Weihegebet sprach, worin er besonders die unermüdliche Opserfreudigkeit der Herren Baumeister und der übrigen Förderer de» Baue» rühmend hervorhob. Ein Männerquartet stimmte nun das hebräische Gebet Israels: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einig-einziges, ewiges Wesen" u. s. w. an, nnd der eigenthümlich orientalische Gesang des mit einer kräfttgen Tenorstimme begabten CantorS Herrn Rettler üble eine» ganz ergreifenden Eindruck auf alle Anwesenden aus. Während des Umzuges mit den Gesetzesrollen und indem hebräisch« Lieder und Gebete gesungen wurden, zogen allerftebste kleine Schulmädchen, in den Händchen Blumenkörbchen haltend, um die BundcSlad« herum, auf den Boden Blume» streuend. Der Ps. 84, der gleichsam auf die Einweihung einer Synagoge gedichtet zu fein scheint, wurde hieraus von dem Rabbiner gesprochen, und nachdem noch die ewige Laiirpe angezündet und das entsprechende Gebet gesungen wurde, ertönte deutscher Festgesang. Hierauf hielt Hr. Dr. Wedell eine tief empfundene, gedankenreiche Predigt, worin er die Bedeutung de« Gotteshauses nach allen Richtungen hin erörterte; ein« dreifache hohe und hehre Ausgabe habe die Synagoge: dieselbe soll erstens unser Herz zu einem Tempel machen, wo wir ganz aufnehmen die Herrlichkeit Gottes; wenn wir erfüllet sind von den erhabenen Icheen der Gegenwart, dann kaim sich auch ein heißes Gebet unserem Herzen entringen. Da« Gotteshaus ist zweitens nicht nur ein Bet-, sondern auch ein Berfammlungs-Haus, welches die Menschen zujammenfindrn läßt in der Verehrung Gottes, welcher Richtung, Gesinnung und Stellung sie auch im Leben angehören mögen. Da« Baud de- Gotteshauses darf nicht durch die weltlichen Borurtheile gelockert werden. Der dritte Grundpfeiler der sittlichen Weltordnung. also auch der Synagoge, ist die Lehre. Die reine Gotteskenmniß ist auch die lauiere Quelle für Herzensreinheit, für Lauterkeit der Empfindung uitb Thai. Die moralisch« Lehre bfteb stets fern von dem Wahn, als ob die reine Wissenschaft sich mit Gottesfurcht nicht vereinigen ließe, u. s. w. Nachdem noch vom Rabbiner das Gebet für den Lande»- herrn, die Obrigkeit und alle Anwesenden gesprochen nnd al« Schlußgesang Ps. ISO ertönte, betete die Gemeinde da» gewöhnliche Abendgebet für Samstag. L. Losch«!» (Posen.) (Or.<C.) Schon einmal leiteten wir einen kurzen Bericht in der „Wochenschrift" ei« mit „Recht muß doch Recht bleiben" Auch heute können wir. G. s. D. dasselbe künden. In unserer Begeädnißnffaire sind nach soeben ringegangenem Bericht de» Rechlaawaite«. Herr» Orgler, unsere angeklagten vom Kgl. Appcllationsgericht in Posen freigeiprochen worden. Rur einer derselben, der beleidigende Aeußernngen gegen den Commiffariu» ausgeftoßen zu haben bezichtigt war, wurde mit einer Geldstrafe belegt. Der erste Act ist abgespielt. Doch noch fällt der Vorhang nicht. Der zweite Act soll da« khema behandeln: Wa« darf ein Beamter nicht ihun? Darüber berichten »uc seiner Zeit. Reckle»ß»rg-Schwert». Der Rath zu Rostock hat'de» Dr. Abraham Strelitz au« Gnrsen al« Lehrer der klassischen Philologie am Rostocker Gymnasium berufen. Derselbe ist der erste Jude, welchem ein Lehramt an dieser Anstalt verliehen wird. (voff. Zig.) OeO erreich. SlfcQKfc 8. September. (Or-Eorr.) Die letzten Augusttage Hutten für di« fett fo langer Zeit in Schweb« gehaltene Angelegenheit de« jüdischen Seminar» zwei entscheidend« Momente gebracht. Ersten« wurde der vom Unterricht«»!»!.! ftertum eiagrreichl« vauplan von der städtischen vaucommissto» genehmigt, und jene« wird ohne Verzug an die Errichtung de« auf 200.000 Gulden Koste» veranschlagten Semte nargrdänd««, «eiche« gletchgeitig «ch di» Rä»mlichtette» der ■ *

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