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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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S; frf mit b«r Ueberschrst't „Religion--Statistik" stellt sich i:.nlich iHe Aufgabe, ren statistisch nachgewiesruen höheren LuldungS rieb bei den Israeliten alS ans Täckschung bemhend k rtustell«». Die jüdische Reugion an sich sei bildungsfeindlich, und wenn die Statistik ergebe, dag die höheren Lek-anstalten von verhältnißniäßig bedeutend mehr jüdische» Schülern besucht werden, so sei dir jüdisch« Religion daran ganz unsünildig, vielmehr liege das i» der sozialen Lage der Juden. Sie wohnen meist nur in größeren Städten, seien überwiegend Kaufleute, unterstützen gern arme Schüler und Studenten ». s. w. Das fei die ganz natüiliche Erklärung des vermrntlichen Wunders. Der Verfasser dieses Leitartikels, bekanntlich selbst ein ' Jude, gejällt sich schon seit einiger Zeit darin, dem Indenthum manche Seitenhiebe zu versetzen; von ihm cireulirt das „Wörtchen '- KTI niK '12 p3* "*2 ..zwischen mir und den Kindern Israels ist es „aus." Dag er hin und wieder für Geiger in die Posaune stößt, steht damit nicht im Widerspruch. (Wir kommen in cher nächsten Nummer auf diesen „Leitartikel" auisührlich^strück. — Red.) VrzskaLun Tewcth. Die Söhne des seligen MarcnS Hausbars haben dessen werthvolle hebräische Bibliothek dem „Brth-Hamidrasch Fränkel'scher Stiftung" Hierselbst geschenkt. Ara»!f»rt a.M., 31.Tecbr. Mit besonderer Befriedigung haben wir vernommen, daß hiesiger Magistrat auf Reclamation drS bei der israelitischen Gemeinde dahier angestellten Rabbiners, Herrn I>r.'Brüll, unterm 5. d. Mts. verfügt hat, daß cuf Grund des A. l l des Frankfurter Gemeinbe- Berfassungs-Gesetzes die Geistlichen der nicht-christlichen Gemeindet denen der christlichen Konfessionen in steuerlicher Beziehung gleichzuhalten seien. Hoffentlich wird diese durchaus gerechtfertigte Gleichstellu ig sich auch aui die hiesigen israelitischen Elementarlebrer erstrecken, deren christliche College» auf Grund derselben grjehlichen Bestimmungen bezüglich ihres Dienstein- I kommcns w e die Geistlichen von den dirccten persönlichen [ städtischen Abgabe» befreit sind. Aus dem Htsaß, im Decbr. Der Rabbiner von Sulz j hat in Folge einer an die deutschen Behörden gerichteten I s Forderung «ine Summe von 6,000 Franken zur Erbauung i einer Synagoge in Gebweiler erhalten. Der Kreisdirrctor hat bestätigt, daß die Rabbiner ebenso wie die katholischen und j protestantisch, n Pfarrer vom Staate besoldet werden würden, , wie es bishe - gewesen ist. (Un. Zsr.) Aus Aogasen (Posen), schreibt man der „Ostd. Zlg.": „Unsere u,.sihlbare jesuitische katholitische Gelstlichkeit leidet J seit längerer Zeit an einer eigenthümlichen Berfolgungssncht, welche me Lchre von der Nächstenliebe im 10. Jahrhundert höchst sonderlmr illustrirt. Es wird nämlich den Dienstleuten, welche bei I lden dienen, die Absolution verweigert, wen» sie nicht den Dienst kündigen. Man kann sich denken, mit welchen Worten von bedrohtem Seelenheil und von dei« verpönten Juden im Beichtstuhl gesprochen wird. Der Probst W. in Rogasen, ein eifriger Unfehlbarer und Mitglied der Genossenschaft Jesu, )at vor einigen Tagen eine bei einem Israeliten i« Dienst sdhende Wittfrau Lp., polnischer Abkunst, vom -^heiligen Aden »mahle und der Beichte zurückgewiesen, weil sie jci einem Juden dient. Die fromme Frau bat weinend, ihr ^wenigstens bis zur gesetzlichen Lbzugsfrist Zeft zu geben, zumal der „Iu!>e" ihr den 14tägigen Lirchenbesuch ebenso gern -zestluui«, alS die Feier aller katholischen Festtage. Aber W. .blieb «aervrttlich und die in ihrem Seelenheil bedrohte Frau kündigt« sofort, wenn sie auch kaum weiß, wo sie ihr Haupt hinlegen soll." AnS Diekih «Oester-Schlesienl wild mir folgender, mit-- theilungswerther Akt der Hochherzigkeit geineidet, der sich selten' wiederhole» dürfte. Der dortige Gemeinderath har beschlossen, zum Bau der.jüdischen Schule einen Zuschuß von 5000 Gulden, in jährliche» lliaien zu 1O0' Gulden zahlbar, zu bewilligen^ Außerdem soll einem der jüdischem Lehrer eine jährliche Subvention von 10'>0 Gulden aus der Eommnualkasse zngesicherk werden. i — den 24. Deceinber. (Korrcsp). Unter den aus Anlaß der neuen Gerichtsorganisatiou erfolgte» Massenerneiinuiigen sind 5 Juden zu Richtern ernannt. (U. j. W X' Ankkand, im December. Nach dem neulich erfolgte» . UkaS sinv die Juden im Kaiserthum Rußland den übrigen christlichen Rcichsbcwohner» gleichgestellt- Mit dem 21. Lebensjahre haben sich die jüdischen Jünglinge zusammen mit den christlichen zur Assenkiruug zu stelle». Auf je UXH) Seelen entfallen 16 Männer als militärpflichtig. (Presse.) * ^aris, 15. Januar. DaS der Nattionalversammluug vorgelegte Budget für 1872 enthält folgendes Eapitel für deir israelitischen Eultus: „Eredit für 18(2. 164,500 frS. „Eredft für 1871 bewilligt 244,000 frs. weniger 66,100 frs. Es würden die Ausgaben in diesem Eapitel durch die- Abtretungen a» Deutschland (durch welche 3 Großrabbiner 46 Rabbiner und 40 Eantoren in Wegfall kommen) sich um! 80,100 frs' vermindern: aber man glaubt 23,000 frs. mehr j fordern zu müssen, näinlich: 1) 2000 frs. zur Erhöhung deS- I Glattes für den Grandrabbin des EentralconsistoriuulS, desien Gehalt von 10/100 frs. schon lange als nicht in Berhäln.ißzu der Wichtigkeit seiner Stellung stehend, erkannt ist. 2) D»e israelitischen Eonsistorien von Metz und Eolmar sollen nach Lille und Bclfort verlegt werden. Hierzu sind erforderlich für 2 Großrabbiner je 3500 frs.; 2 Eantoren je 1000 frü.’r Administrationskosten 2000 frs. 3) Zur Erhöhung der Dotation des israelitischen Seminars 10,000 frs. Diese Anstalt ist so ungenügend ausgestattet, daß sie ei» Deficit von mehrals 40,000 frs. hat, welches hauptsächlich durch die Thcuerung. aller Lebensmittel entstanden ist Sie bedarf, uin fortbestehet« zu können, einer Erhöhung von mindestens 10,000 frS. (Univ. Jfr.) — Die Akademie des inscriptions etc. hat den Dr. I. Derenbourg zum Mitglied (membn* titulaire) ernannt. Er' ist in der Thal, wenn auch-nicht dem Eintritte nach, der Nachfolger des sel. Sal. Munk. (Rev. Isr.) — Unter den von der Rrgiernng zur Belehrung der französischen Offiziere heiauSgcgcbeuen Bänden einer Militäc-- bibliothek befindet sich auch der Bericht über die Be.'agerurtZ Jerusalems von FlaviuS Iosephus- (Das.) Gersten. Herr Ober-Rabbiner vr. Adler in London sendet der Redaction nachstehendes Eircular: London, 5. Januar 1872. ,Hochzuverehrender Herr Rabbiner! Obgleich ich überzeugt bin, daß Sie dem Rufe des hiesigen „Board of Deputies" die weiteste Verbreitung verleihen werden, so will ich doch nicht verfehlen, Sie zu bitten^ durch Wort, Schrift und Thal für unsere armen Brüder in Persien eifrigst wirten zu wollen. Die neuesten Nachrichten, die unser edler Freund, Sir Mose- Montefior« von dort erhalten, sind sehr betrübend. Unsere unglückliche» Brüder in Persien leiden schrecklich. Nur durch

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