Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1872)
- Issue
- 3. Jahrgang Nᵒ 4.
- Date
- 1872-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Vfcie allgemeine Hilfe der GlaubenSgenoffen kann 'ihnen Einige Linderung gewährt «erde» rc. re. N. Adler, 1>r. Dir Nachrichten, welche von Mischer wie von christlicher €ntt, von.Consulaten, Eomitös u. s w über den Umfang und die Schrecken der Hungersnolh.in Persien eingchen, sind Hrausenerregend, übersteigen weit allcö je in Europa (Gehörte, Denkbare. Die meisten unsrer Leser finden sie, kürzer oder ausführlicher, in den Tagesblältern, wie denn auch an so vielen Orten Sammlungen unter und für Christen und Juden verunstaltet werden. Wir halten es daher nicht für nöthig, die Kerzen durch die Schilderung von Ccencn des Entsetzens, wie jie leider in schrecklicher Auswahl zu Gebote stehen» zu bewegen. Die Juden sind nicht nur aus den cinleuchtendsten Gründen um übelsten dra», sondern die Unterstützung, welche für sic bis jetzt gesendet worden ist, ist im Verhältnis zu dem, ivas für die Christen, besonders für die Armenier in Persien gespendet wurde, höchst unbedeutend. Directe Sendungen werden um besten und sicherste» an die Adresse des Koarä ok I)eputie», London 36 Finsbury Circus, befördert. Feuilleton. Die Humorist^. bei den?ndkK des Mtlelallkrs. <Au» einer von!>£ t^übenanii in Wien gehaltenen Vorlesung) (Forlsetziiiig.» Nun aber erhebt sich die beleidigte Feder gegen die An- Miaßung der Schcere. „WaS sie aus dem Gebiete der Schrift- -stellerci wolle? sie sei höchstens gut, Nägel und Haare zu schneiden, sie zerkratze daS Pergament u. s. f." Die Schreie wiederum: „Die Schrift auf den Gesetzestafeln fei auch cingegraben gewesen, sie trinke nicht, die Feder aber laufe in einem fort zum Brunnen u s. f. Kurz, besser und eifriger können Schriftsteller nicht ihr Lob verkünden und fremdes Veidienst verkleinern, wie es hier die Schreibmaterialien thun. Wie den» überhaupt diese Verwechselung und Substitution die eigentliche Absicht unsres Dichters, nämlich die Verspottung der Schriftstellereitelkeit enthält. Endlich macht die Feder einen Vorschlag zur Güte. Man solle die Dinge im Hause untereinander werfe» und einem herbeiznrufenden Manne es anheimgeben, sich der Dinge uud auch der streitenden Parteien nach seiner Gewohnheit zu bediene». „Dann — (sagt die Feder) — erfahren wir bestimmt, — ob er mich oder Dich z»m Schreiben nimmt — jo wird Dein Anspruch gerichtet — und der Streit geschlichtet — Die Feder geht nun auf die Straße und bittet einen Vorübergehenden cmzutreten. Der Mann folgt der Einladung und niacht nun von den verschiedenen Hausgeräihen Gebrauch. Endlich kommt er an die Feder. Dann sah er sich weiter um im (»auf«, — und nach kurzer Pause — fiel sein Blick — zum Slick — auf die Feder; und mit Geschick — begann er damit zu schreiben. — So sollt' et bi» Mittag bleiben. — Da ward er die Scheere gewahr, — und nun ward et »fjenbar —. was ihr« Bestimmung war — denn ... et schnitt damit Nägel und Haar! Nun frohlockt natürlich die Feder, deren ausschließliches Anrecht an der Verwendung im Dienste der Literatur somit -anerkannt ist. Zuletzt ergreift dann noch einmal der Dichter daS Wort und wird in längerer Rede beiden Theile» gerecht. So mag — daS ist wohl der Sinn dieser Rede und deS Gedichts überhaupt — unter Schriftstellern, wie unter Schreibmaterialien Jeder mit seinem Antheil sich begnügen. Er würdigt die Feder, aber auch de Scheere; ihrer hat er sich ja bei Abfassung dieses Erdicht^» bediei. wie er selbst ^t: „Dhne dah ich Feder und Dinte uenoendet, „Hab' ich die« tzledichr geschiieben »iid vollende"'. Gestatten Sie nun, daß ich Ihnen einen anderen Dichter vorführe, Jehvda b. Jsak b. Sabbnlai. Cr )st gleichfalls ein Spanier, ab.-r gehört einem früheren Jahrhundert an und! schrieb um 1213. In seinem humoristischen Cedichle behandelt I er ein oft variirteS Thema, die Frauen, Wie er aber über I sie denkt, daS sagt der Titel seines Gedichtes, der allerdings nur zur Hälfte von ihm selber stammt: Opfer Juda'S, deS Weiberfeindes. Die Handhabung des Hebräische», Humor und Verskunst stellt» dies Gedicht noch über das vorerwähnte. Auch dies größere Gedicht will ich zu in Th eil in der Uebersetzung und in Versen wiederzngebcn versuchen*» Ei» wriser Mann, Namens Tachkeinoni, n«S Thema«, dem Lande der Weisen, richtet an seinen Sohn Serach seine letzten Mahnungen. Er hat aus seinen langjährigen Erfahrungen die Ueberzengung gemonncn, an allein Unglück in der Welt haben die Frauen Schuld. Scho» die Erzählungen der Bibel bewiesen daS. Eva habe ihren Mann unglücklich gemacht, Rahel hätte Jakob Ungelegenheiten bereitet^ und wenn Israel unter den Abkömmlingen Esan's viel gelitten, so sei ciacistlich auch nur Nebccka daran schuld. Wären die goldenen Lchinucksachcn der Weiber nicht gewesen, so hätte Israel in der Wüste kein goldenes Kalb machen können, Abrahani habe aber zum > Lohn für seinen frommen-^Landet keine Tochter gehabt 'Dem^ Hiob sei alles verdoppelt worden, nur die Frau nicht. Endlich! bezeuge noch Delila, das Weib Simsono, daß die Frauen; von Uebel in der Welt wären.- G» singt deS'.ialt^: (bar grob war Pharao'« Bersiand! — Er wußte schlau zu wähl.», A!« er den Plan erfand. Die Juden recht zu quälen! Er mehrte ihre Nolh, Berbinerie ihr Streben: Er schlug die Söhne todt, Ti. r r ch ttxrfeSjr leb«,! _ ^ons. s^,.> Gut geschnorrt Von den, ivegeu ihrer seltenen Mnnifizenz nicht minder geehrten als berühmten Gebrüder» Gntrinann in Wien erzähl» man mir jüngst einen Lug, der obgleich an'S Anek-! dolcuhafie streifend, doch auf Wahrheit beruh^ In der Nähe von Javarno im westlichen Galizien, wo jene große Firma ein Kohlenbergwerk besitzt,, befindet kleine jüdische Gemeinde L. Sie wandte sich be'^oeginn dieses Winters an die Gebrüder G. mit der Bitt^, ihr zur Vertheilung an Arme, worunter wahrscheinlich die ganze Gemeinde vom Rösch ha-Kohel (ersten Vorsteher) bis zum Schulklopfer verstanden sein'konnte, 61XX) Zentner mit Preisermäßigung zu überlassen. Die Besitzer des Kohlenbergwerkes bewilligten 6 <»• Zentner um dir Hälfte des gewöhnlichen Preises. Die Vorsteher fanden sich ein, und ersuchten: „Da wir blos die Hälfte von den Kohlen zu bezahlen haben, so geben Sie uns vorläufig die 3!) >0 Zentner, die wir nicht zu be-! zahlen brauchen." Herr Guttniann, ein Freund und Kenner eines guten jüdischen Witzes, machte auS dem Spaße Ernst, und ließ! ihnen die verlangten Kohlen umsonst ausfolgen. L (U. j. 28.» ) *) Di« von Geizer sZinm S. 38) erwähnte Stein'ich« Ueberlctzmio" haben wir nicht erlangen können. Sie steht in Klein'» Bolktkal 1 tü>7 (Im genannte» Jahrbuch von Klein befinde« sich n«r «in Auszug; di« vallr, ständig» llebers. giebt Stein i« „Atritagabwid", Jahrg. 1859. Red.) 1 Vertckttgnng. In vor.?tr. S. r4 b, Z ü, st. wurd-n ober, lies, wurde über.