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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1872-01-01 · 3. Jahrgang Nᵒ 4. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1872)
Issue
3. Jahrgang Nᵒ 4.
Date
1872-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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CrttslBHatg füge ich tun die einschlägige» Gesetzespsragraph« cst (3ton 16. December 1871.) „Bollzugsbestimmnno« ZNM ölricjSgesetze vonr 24. Rovmiber IST 1 über Einführung deS Ror!»d«uffch« Bundesgesetzes, betreffend die Beipflichtung zmn Kriezsdimste, vom 9. November 1867 in Bayern. g. 2. Nachdem durch K. 1 des Gesetzes vom 9. Rovbr. 18ffr die Befreiung der in Art. 11, Ziffer 2, 3 und 4 des BersassungsgesetzeS vom 30. Januar 1868 bezeichnet« Kategoriin von der Wehrpflicht mit dem 1. Januar 1872 Hinwegs ällt, so find diese Kakegorim von Wehrpflichtigen von dem letzteren Zeitpunkte an zur Erfüllung der Wehrpflicht beizuziehea, jedoch nach Maßgabe der Bestimmungen des Art. 12 des Wehrvcrfassungsgesetze» zu behandeln." „Art. 11. Bon der Wehrpflicht sind befreit: rc. der geistliche Stand (Tit. IX §. 1 der Verfassungsurkunde) und zwar bei den Katholiken diejenigen, welche eine der höheren Weil»« erhalten, oder in inländischen Klöstern lebenslängliche Gelübde abgelegt haben; bei den Protestanten jene, welch« förmlich ordinirt sind, dann vorschriftsmäßig angestellte Rabbiner.?c. Art. 12. Zeitweise sind von der Wehrpflicht befreit: 1. katholische und protestantische Studirende der Theologie, wÄche sich durch ein Zeugniß der Universität, des Lyceums, des Ordenslectorats oder des Vorstandes einer Missionsanstalt, sonn« mit dem Gymnasialabsolutorium versehene RabbinatS- Kandidaten, welche sich durch Zeugniß eines im Königreiche angesiellten Rabbiners und der betreffenden Eultusgrmeinde als solch« ausweisen." - Diirtßei« «. d. K., 8. Janr. Der hiesige „Anzeiger" enthält nachstehendes „Eingesandt:" In Folg« der schrecklichen Hungersnoth in Persien sah ich nich in der allerjüngsten Zeit veranlaßt, ein Circular an mein! Glaubensgenossen im deutschen Reiche, mit der Bitte um Mnsenden von reichen Spenden, zu versenden, das auch, dem Himmel sei Dank, wie so oft schon auf empfängliche Herzin traf und bis heute schon mehr als 2000 Gulden erzielte! Nicht genau wiffend, in welchen der tausende deutscher Gemeinden keine Israeliten wohnen, schickte ich viele Exemplare des betreffenden Circulars aufs Geradewohl hin, von dener manche mit der Bemerkung: ,Hier existirt keine Synagogengemeinde", wieder den Rückweg hierher antraten; eines derselben aber: nämlich das nach Pfarrkirchen in Rieder- Bayern gesandte, gerieth, ich weiß nicht wie, in die Hände des dortigen Bürgermeister-AnlteS, das daffelbe mit nachfolgenden Worten bei den Bürgern Pfarrkirchens circuliren ließ: „Obwohl hier keine Juden sind, so eignet sich obiger Aufruf dennoch zur Mittheilung an die verehrlichen Honoratione i und unS befreundeten Bürger, weil die Roth eine enorm groß« ist, und jeder Hilfsbedürftige der Unterstützung eines Christen versichert sein darf. Wir laden deshalb die Genannten zur Zeichnung freiwilliger Gaden ein, die wir sofort an Herrn Dt. Salvendi absenden werden." Hochachtungsvoll! Pfari-kirch«, am 26. December 1871. Stadt-Magistrat Siwinger, Bürgermeister. Diesem mildherzigen Aufruf ihres Bürgermeisters folgte die Einwohnerschaft Pfarrkirchens. „Zu meiner Freuds, so schreibt der Erster« in eine« die Spendenliste begleitend« Briese an mich, „hat sich ein großer Thell der hiesig« Bewohner an dm Spenden betheiligt, so daß ich laut »itfolgender Abrechnung im Stande bin, Ihn« dm Rrtto-Betrag von fl. 2 ) per Postanweisung zn übeksendm, begleitet «st he« Wunsch; rc. . . ." Eine solch tble, Mm Geiste wahrster und lauterster Hunianikät cingegebciie Handlungsweise verdimt der, westest« Kreis« kundgtgeb« zu werde». Dt. Adolf Salvendi, Bezirks-Rabbiner.- Oesterreich. Mir», 11. Januar. (Orig.-Corresp). Kürzlich habe . ich Ihn« etwas die Judm Betreff«des aus einem Bortrage in der hiesigen anthropologischen Gesellschaft mitgetheilt. Diis-- selb« thue ich heute, indem ich Ihnen folgende Notiz aus eine« Bortrage deS Herrn F. Kaunitz über die bulgarische Donauterasse zusmde. Ueber die Juden der dortigen Gegmd sagte er nach der „Pr." „Während bei uns und auch anderswo in Europa der jüdische Stamm sich durch größere Gewandtheit und Schlau- /- heit in Geschäften vor seinen christlichen Mitbürgem auSzeichnet, ist in jenem Landstriche und wohl überall in der Türkei das Berhältniß ein ganz anderes. Es herrscht dort ein Sprüchwort: ,,Aus einem Griechen kann man zehn Juden mach«" und das Sprüchwort ist buchstäblich wahr. Der Handel ist den Juden von dm viel schlauer« und spitzbübischer« Bulgaren beinahe vollständig aus den Händen genommm. Judm und Türk« find der Amboß, die Bulgaren der Hammer. Dies ist auch die Ursche, daß die Judm der Türkei, einzelne Ausnahmen abgerechnet, in sehr kümmerlichen Berhältniffm leben." Ich füge hinzu, daß in der Schweiz das Sprüchwort umgeht: „Aus einem Baseler Kaufmann kann man drei Judm und aus einem Genfer kann man zehn Baseler Kaufleutr mach«." Die Genfer übertreffm also noch die Griech«. Me«. (Schulbesuch.) Die hies. Journale bracht« jüngst eine Notiz über die Schüler des Leopoldstädter R«l-Ober- Gymnasiums ihrer Confession nach. ES befinden sich nämlich in dieser Lehranstalt 346 Israelit«, 126 Katholiken und 10 Protestanten. Auch in der Staats-Realschule zu Et. Jobann in der Leopoldstadt ist die Zahl der israelitisch« Schüler fast so groß als die der Schüler anderer Confession«. ES be- K finden sich nämlich in dieser Lehranstalt im heurig« Schuljahre 356 Schüler. Bon diesen sind 234 Israelit«, 119 Katholik«, 2 Protestanten und 1 Griechisch-Unirter. Selbstverständlich mtsprechm diese Zahl« nicht der Bevölkerungsziffer. Nach der letzten Volkszählung am 31. December 1869 > beträgt die Bwölkerung Wiens 607,554 Seelen; darunter sind 40,230 Israeliten. Die Bevölkerung der Leopoldstadt betrug 84,477 Seel«, und darunter waren 19,657 Israelit«. Diese Zahlen liefern den Beweis, daß die Judm verhiltnißmäßig ihre Kinder mehr zum Schulbesuche anhalten, als di«S bei andern Confession« der Fall ist. Doch könnte man meinen, daß dies nur in örtlich« Verhältnissen rc. liege. Dem ist aber nicht so. In dem 3. Hefte des 18. Jahrganges der „Mittheilungen aus dem Gebiete der Stattstik", herauSgegeb« von der k. k. stattstisch« Central - Commission, heißt es Seite 69: „Wmn man nun obige Antheilziffem der emzelnen Religions-Bekmntniffe an der Frequenz der Hoch- und Mittrlschulm mit jener Ziffer vergleicht, welche dem Verhältniffe der verschied«« Confession« in d« im ReichSrath« vertretmm Königreich« und Lände« mtspricht, so ergibt sich, daß die lateinisch-katholische Religion um 0,, Percmt mehr als die volle Zahl der Studirmdm stellt, während die Griechisch- Unirtm um 6., Percmt und die Griechisch-Orientalisch« um 1-i Percmt im Allgemein« zurückbleib«. Besonders günstig . ist dieses Berhältniß bei dm Jfraelttm» welch« um 6., Percmt j wehr an der Frequenz der Hoch- und Mittelschulen als

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