Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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in sehr loyaler, ja fast in deoater Veii« beschwert«, wurde toi» Uberaim Dtrect-r Dr. Schöuboru bishernickt eiumal riaer Antwort gewürdigt. L»v die bei hellst«» Pleffer I«' de» siheu, höre» — und schweigen. Ter ist hier — frag» ich — der mittelalterliche «uv dornirte »Jude-?! —nt— Q 8uunf#»ci|, im August. (Or.-Larr.) Die Rr. 83 Ihres werlheu Hlaues ruthLlt eine Eorrespondenz »aus v-m Lr.inaschweigischen-, welch« »ns ungemein frappirt und peinlich berührt hat. Es erscheint geradezu undegreifttch, wie man skex hiestge jüdische Eutrusangelegenheilen rrferiren kann, dtzse daher Mil einem Worte unseres Geistlichen, des Herrn , Lansradeiuer vr Hrrzfetd, Erwähnung zu »hu», deffen 40jäbrigem unermüdlichen Wirten und Schaffen es in erster IKihe zu dank»-» ist, daß unser Gottesdienst sich vor denjeni» rl vieler «ndereu Gemeinden durch Innerlichkeit und Lief« »otthnlhast auszeichuet. Run aber gar behaupten zu «ollen, daß die allsaddatlichen kurzen Haftara-Borträge des hier feit etwa U Jahren fungirenveu Reltgiouslehrers di« etwa mo- »atlich »iedertehrend« Predigt vollkommen zu ersetzen vermöchten — du 2 ist eine so sichtliche Entstellung der Lhatsachen, daß wir de« auf» Bestimmtest« und Endschiedeustc widersprechen müsse». Herr vr. Herzfeld, deffeg Ruf als Gelehrter ja weltbekannt ist, erfreut sich auch als Kanzelredner des «ngrtheiltesteu veifalls bei der ganzen hiesigen Gemeinde, und »er können nur wünschen, daß wir un» an den Predigten desselben noch recht lange Jab« erbauen mögen! Stoltgart, 3l. Lug. (Or.-Eorr.) Soeben gibt da« H Ministeriums des Kirckrn- und Schulwesens aus: »Statut, Herr, die Pensiousl-erechtigung der Rabbinen der Israelit. Landeskirche und ihrer Hinterbliebenen.- — Die Pension re. erfolgt ganz analog den seither schon für die LioUftaatsdieuer uaßgebrnd gewesenen gefetzt. Bestimmungen. Den bereit» deimttv augesullteu Rabbinen ist der Beitritt freigestellt. — lusrr« isr. Oderkircheudehörde verdient alle Anerkennung dafür, daß sie diese» «eiteren Fortschritt zur »hatsächliche» Gleichrerechtiguug euergisch durchgeführr hat. Oesterreich. Pest. Die vorige Nummer brachte eine kurze Notiz dartder, daß der Ban eines Hause« sür da» Raddinerseminar i» der Straße So-und^« beschlossen worden sei. Seltsam! mag mmcher gedacht haben; einen Sattel kaufen und noch kein lstferd; oder »ach talmudijchem Sprüchwort: »ei, wer macht sich Hauschür und hat noch kein Hau»!- Ab« diese verwunlnrung ist nicht am Platze. Der »P. L.- vom 28. August «uchäü einen lange« »Jahresbericht der Israel. Landeskanzlei.- - »Ja, kleiner Löffel, lebt ihr noch? Doch keine Glossen »ehr. bic Landcökanzlei lebt noch, und dt« Seminarfrage ist in der höchst unerquicklichen Debatte von den Huudstageu vor. is. «cher durch die Hitze de» Gefechtes getüdtel noch durch die iiächerlichkeit des Resultats erstickt worden. Der Bericht sagt, raqdem die Borgefchichte des Seminars, welche« bereit« bis zur rtrahl der Lchrer gediehe» war, kurz erwähnt worden. »Als in de» denkwürdige» Julitagen des vorige» Jahres krtoer der Beschlußauträge die Majontät erlangt hatte, gab lekauntlich der damalige Minister-Präsident das Versprechen, t» der nächsten Session des Landtage« unsere Seminar-Augel-geuheir nochmal» zur Beschlußfaffung zu unterbreiten, was -doch nicht erfolgte, wahrscheinlich aus de« Grunde, weil die 8 Regierung und die Legislativ« mit anderen hochwichtigen Landts-Angelegeuheiieu vollauf beschäftigt waren. »Mittlerweile trat wieder ein Regierungswechsel ein, und de Laudeskanzlei sah sich unter den gegebenen Berhältniffen drrauf beschränkt, bet Sr. Exzellenz de« Herrn Kultusminister un die Verwirklichung der Errichtung der Rabbinerbildungs- »nstalt wiederholt dittlich eiuzuschretten. »Der Herr Kultusminister, vom besten Willen für die Lache beseelt, hat denn auch di« Anfertigung der Baupläne onottaen lassen. (Folgen Details.) »Der Ban wird dt« Oktober de« nächste» Jahre» ganz vollendet fein; wen» daher die geehrte Versammlmtg bskFest»' ftrlluug de« Budget» auf die Möglichkeit der Atqniriru'^ tüchtiger Lehrkräfte zu achte» die Güte haben wird, sind wir in der Lag«, di« seitliche Eröffnung der langersehnte« Ratbiner-Bildungsauftalt Ihnen für Oktober kommenden Jahres in bestimmte Aussicht zu stelle». »Die Landeskanzlei hat stets dt« Ansicht vertrete», daß unser- Eeminar-Angäegenheit «ine rein administrativ« und speziell konfessionell« ist, in Folge des legalen stongreßbeschluffes nur der Ueberwachung der da» Oberaufsicht-recht übende». Arme untersteht, keinesfalls aber in die Komvetenz der Legis». (atiM fallen kann. Sollte jedoch wieder au da» Bottttn des Abgeordnetenhaus«« apprllirt werden, so glauben wir tu Anbetracht des daselbst herrschenden Geiste« für Fortschritt und Wissenschaft um so gewtffer auf die Gutheißung der Errichtung unserer Radbinerschule rechnen zu dürfe», da es sich auch im vorige» Jahre daselbst nur um «ine» Prinzipienstreit über di« Beschaffenheit unser«» Fond« handelte, ge g« u die Radbinerschule jckoch keine einzig« Stimme sich erhoben hat. (Schluß folgt.) Larlsßüd, End« August. (Or-Eorr.) vier bedeutend« Eurorte zählt Böhmen, zwei davon mtt bedeutende» jüd Gemeinden. iji allen diesen stellen die Juden verhältnißmäßig das größte Kontingent und doch von keiner Seit« ein Bericht über die jüd Bewegung daselbst. Ist es B"U *T1K oder mangelt es a« Zeit vor lauter — Müßiggehen. Ich leid« zwar auch lehr an Müßiggang, will aber dennoch diesen Schmerz überwinden, um die jüd. Berbältniffe in Earlsbad, in sowett es einem Eurgaste während einer vierwöcheutltchen Anwesen» heü wahrzunehmen gegönnt ist, schildern. Earltbav ist zu riner 200 jüd. Kamilir» zählende» Gemeinde herangrwochsen Der Tempel, der nebst de« Spital« zu einer Zeit, wo noch kein Jude da wohnen dnrfte, erbaut wurde, ist natürlich jetzt viel zu klein, daher ward scho« von dem früher» Vorstände, deffen Präses Herr Knöpfelmacher, «in Ehrenmann i« ganzen Sinne des Wortes, war, ei» neuer Trmpelbau projretirt, der Platz' dazu angekauft, deffen Ausführung von der Energie des jetzigen Vorstandes bald zu er« warten ist. Der Vorsteher, H. Moser und deffen Stellvertreter H. Herschel — die andern Herrn des Lorstaudes habe ich nicht krauen gelernt — find Männer der That, eifrig bestrebt, dies jüd. Gemriadewese» zu hebru, den alte« jüd. Wohllhätigkeilsfinnzu bewähre», so daß da« Armen Bndg.'l (iaßer den Zpilile. das ooa ein.-m flriger Lomile geleitet wird und dem auch all« Spenden im Tempel zufallen) di« respeetablr Summ« von 1500 fl. jährl. beträgt. Lud wie sinnig und zartfühlend vertheilt der Vorstand di« reichen Spenden! Di« jetzige Larlsbader Gemeinde ist gegen die vor wenige» Jahren eine ganz neu« Schöpfung. Um die Eonstiturung dieser Lultusgrmeiude hat sich namentlich H Herschel, der auch Mitglied des vorigen Vorstandes war, groß« Verdienst« erworben, er hat viel Zeit und Mühe geopfert, kein« Koste» gespart, um all« Hinderniffe, deren nicht wenige waren, zu besettigen; er hat auch schon eine n*0 mit VHp in Bereitschaft als Spende für den neuen Tempel, deffen Ban (iaelusioe Bauplatz) auf 150,000 fl. komme» wird. Die bewegende Kraft diese« ehrenwerthe» Vorstandes ist unstreütg der Rabbiner Hr. vr. Plaut. Auf talmudischew Gebiet« heimisch und schlagfertig, auf der Kanzel zündnch, blumenreich, begeistert und begeisternd; die Religiousschnle «ü Hingebung uud Gewissenhaftigkeit leitend. Ganz Mm* der« hervorzuhed«, ist sein liebevolles, menschenfreundliche« Herz, seine bereitwillig« Verwendung für würdige arm« lltorgäft«, denen er auch unanfgefordert hülsreich deifteht. Sein« Thür ist zu jeder Zeit für All« uud Jede» offen, und das will in Earlsdad viel sage»! Vr. Plant hat sich auch die Lieb« uud Achtung seiner Gemeind« erworben und ist eiue beliebte Persünlichkeü bei allen jüd. Enrgästen, selbst Polen nicht ansgenommen. Auch die Rabbinen uud Predig« Hab«, ihr inatn gestellt; «s weitten hier Hr. Tewel«» ans Prag, Hr. Qm*