Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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»och gor nicht -«dacht hatten. Nenn «ir die» M.' so geht daiäar schon hervor, däß »ir feilte Besprechung deaostcht»tz«n, dir auch bei einem schon . , l unb anertattnten. nach von ua» mehkfach ge- AÜrditzUei Weti« überflüssig' ist. Wir «ollen nur an- und Aäch det'Vorrede de» netten yande* etwa« mitlhelleit Daß 7. Band de« S.. der ebeniall« rasch gedruckt morden war, . schuA folgen konnte, obgleich der vtrfaffer so vielfach auf ito» ist, ist pm Lhell dadurch ermöglicht, daß Zahl und der ritzenett AnMerknitgen von tzrit. Ravbtaowiez t «orden ist. Insofern dadurch eher eia« Möglichkeit N ist, daß großartige Unternehmen zu beende», mag K»nz-Ni sein. Aber zu« Thell ist diese Enthaltsamkeit ckNch hnrch hi« Roth geboten, »eU der Vers. die Druckkosten Üßwer erringen muß. Pltt welchen äußeren Schwierigkeit«« Tm der Matrn zu kämpfen! Reise« zum verkauf de« Buche-, Anklopfrn bei reichen Gönnern der jüd. Literatur — noch rntmer daalte Lied,'die alte Vitsbre I Wie ist doch für jegliche andere' Wissenschaft bestengesorgt, wie ruhig wird da Akt Stiittt-sndveUtiourn ü. dgl. u. dgi. an weilautsehenden Unternehmungen gearbeitet! Und «- ist schlimmer geworden, alt es vordem, mar, den» damalglaubte doch noch der einigermaßen vermögende Jude ein gute« Werk, eine Ritzwah zu chn», wen» er ein Sepher von dessen Berfoffer und Eoipor« trnr tauft«, und wenn er nicht rin Wo« in demselben hätte lesen öder gar verstehen können. — Jetzt aber?! Wer zählt M* Dinge, für die unsre reichen Inden Geld haben, und «er nennt mir ei» Ding, für welchesie weniger Geld haben, als für-ein hebräisch^ gelehrte« Buch?! Das di« «tn« Seit« der Vorrede; die ander«, erfreulich«, berichtet, daß Hr. Rabbiuowirz Einen aefnnden, der für diese» Band di« Druckkosten bezahlt und für di« Zett der »rbeit «ich de» Unterhaü der Familie des Verfasser-bestritten hat. Der Ml« will nicht genanat sein. Ais» doch Einer! vö •HTTTD* Lo almon JUroel, »och nicht ganz. Run rivat Mquou! — In dem mnestrn Hefte de- „Untv. J»r.- wundert sich der Heranögeber über den Bericht unsere« Blatte« an« Rotterdam (Rr. 90), da« Synagogen - Jubiläum betreffend. Waö in Allerwelt die Schlacht bet Waterloo mtt der Syaatchge und de« Holländern zu thun gehabt habe, mrtut er. Ob e« gerade »öthig gewesen, de» Tage« wegen an so »alte Geschichte»- bei der Gelegenheit zu erinnern, lasten wir unerörlert Aber e« wäre doch sicherlich Riemand eingefallen, ivonn man ^de« Tage« von Wbterloo im Allgemeinen in Holland nicht mehr aedächtt. 1 Und daher wollen "wir de« Aed«htniff« de« Hm. Bloch darin zu Hülse kommm, daß dainiil»' nicht bloß Preußen und Engländer im Felde stauben, solidem baß die Holländer »nd da» Mit Holland so innig verwachseue Hau« Oranten an jeam Kämpfen ihre» ruhmbole, Antheii hatten. Auch lag ja da« Schlachtfeld auf da» mal« holliddische« Boden. £. Brrsttl». Wieder hat der Tod durch einen raschen, nnvordertziseheueu Srhldg eine geistig-: und stttliche Kraft gebrochen, einer segenlktichen Wirksamkeit eia jähe« Ende bereitet. Freitag, am'27. August', ist der hier 'in hohe« Ansehen stehende, auch in weiter» Kreisen bekannte R'Samuel Kornfeld, im 6S. Leöen-jahre plötzlich verschieden. De» Otorgen» besuchte er noch ha» hiesige Beth-Hamidrasch, in ibelche« et alltäglich tälmudische Vorträge hielt, und Nach- Mlttag« 2'/, ühr war er bereit« eine Leich«. Korafetd ist tü Hosm geboren, war «in Schüler de« rühmiichst betannten R' vittda Egtr und wurde in" noch ganz jugendlichem Alter besten Schwiegersohn. I« späteren Jahren widmete er .sich deitt Kaüfmaun-ftand«'. übetfiedelt« nach dem Tod« seine» SchMiegerdaternach Bte-lan unv zog sich vor et«a"1V Iahten vom Grschtzft-ledtu gänzlich zurück. Seitdeii» wckr feine Leit au-fchkleßiich 'dem Lernen, Lchrest und Wohlthu« gewid- Kornfeld war ein« letten« Erscheinung. Bescheiden and in feine« Wesen, lehäto-'er jede öffentliche Wirksamkrit. ja sogar in WohltsMakeit-oeretumf jede« Ehr«««t ab, nnb doch war er dir Hitteümnkt nvä I.U Seel« drrselben. Wo r« galt ein wohlthät^e« Werk z» fördem, einen oerschämten Srme», eiqen dürftigen Gelehrt«» zu Unterstütze», da war «ornfetd a» der Spitze. Er war von strengster Religiesttät und' nahm e» auch mtt de« geringste» ral» Gebot« nicht leicht, so daß er beispiel-weise setbst-tmstren-sten 'Water e« nicht versäumte, trotz seiner angegkiffrnen lliesundhett, die Mitwatz» besuchen. Dennoch wußte -r — u,d da« ist da« Lharakuristijche an ihm — anch dt« moderne Bildung zu schätzen, bemühte sich, da» Wesen der w/derer«- chten jüd. Wiffeaschaft, sowie dt« vestrrbungen nufere: Zeit zu verstehen. Kornfeld war et» streng und gewissenhaft religiöser Mann von au-gebreitelem talmudischem Wißen, aber er mar kein Orthodoxer i« modernen Siinn« de- Worte«, weil ihm der Grundzug unserer modernen Orthodoxie, de: Fauati-mu«, gänzlich fehlte. Da« hiesig« jüd.-theoi. Seminar nerliert t, ihm «inen «armen Anhänger «nd Kreuch). Mt dem vtr» «wigten Direktor Frankel war er innig besrnlndet, bo» suchte uaan«g,setzt deffen Vorträge an« Talmud Jemschalmi» und wurde bet jedem rabd. Examen znr Prüfn«g»«omiaissto»! »gezogen. Mtt den Lehrern de« Temiuar«' nnterhiett er reundschastiiche Beziehungen, die Hörer »ixen ihm in Lieb« zugerhan; gar Manche» von chnea — besonder« «m» den ersten Jahrgängm — widmet« er gern di« Winicriö -nde zu einem Privat-Schiur. Ein solch biederer und lUbenMoürdi-rr Eharakter mußte sich die Liede uud verehimng aller Parteien erwerben. Zeugntß davon legte die allgemein« Betheiiigung bet seinem Leichenbegängnisse ab. ljeide Raidiner der hiefigm Gemeinde sprachen an seiner Bahi r. Nachdem Herr Rabbiner Li kt in seinem Schmerze einen Au-drnck gegeben batte, der sein« Wirkung auf da« Publikum nicht vecseht« habe« wird, ergriff Herr Rabtziner vr. Joiil da« lvon »nd zeichnet« in kräftigen Zügen da« eigenartige Wese» b'ornfetd'«» da« darin bestand, daß er mit seiner Giaitt/entstärke Mid«, Duldung und Menschensreuadiichtett verbaio, Eig« «schäften, die leider ün unserer Zett so selten im Gef»>lge der tölauben»- stärk« m finden stad. Dies« Eig«>tarl — führte der Redner an« — hatte der verewigte ve« Umgang,- mit seinem berühmten Lehrer und Schwiegervater zu dan!ea, von dem man ,-NV> und JTH8 Urnen könne. WirIschließeu mit dem Wunsche Joel'«, daß der Ehaeatr«r de« verewigten bist der Heranwachsenden Generation Rächahit ung stn»«a nüg«, damit so sein Andenken al» da« eine« Frooime« urd Gerecht len wahrhaft segln- und heilbringend' sei! AHsOberfchleste», tmSug. vr.-Sor. (DlePionnirtederEultnr und Sivllisation im polnischen Oberschleirn.) «Sett einigen Jtchreü verdankt P leß der Munsfkeenz s'ine« Fürsten etn« FürstenschnU mtt dem au«gesprochea«n Ehträtt» «ine» zu Recht bestehenden evangelischen SyMnastum«. <Ü versteht sich von selbst, daß alle Freund« der Hnckaaitäi ist hie stger Gegend diese« Institut, al» Pflanzstätte ver Aitttur uift Eipittsötion tzirad« in diesem oöN «ikkamoatanen Lgitaüönen über die iSevühb gehetztea Winkel odn Oberschiesu N auf >«« Freudigste begrüßten. Wie benimmt sich aber bat Lehrerkoüiglum den jüdischen Gymnasiasten gegenüber? Die Lehrer affen sich Gewaltakte gegen die jüdischen Schüler zn Lchnidea kömmt», «eiche an ritten Tewiffen«z«aag' grenze«. iSor einigen Wochen ließ der Ordinarin» der Quinta just r« Sai>dach eui Specimrn schreiben. Die jülüschea Schiller rrmouftrsrten ver» gtbitch. Dir meisten Inden «nthitttc» fick, gieichioohi de« Schreiben«.' - Der Lehrer droht« ihnen in Kc lg« deff,» allerttt Strafe» an Herr Prediger Alexander, davon in Kntntniß gesetzt, wurde sofort beim Dreclor vorstellig Der Direktor versprach alle« Mögliche in i>beralster Weise, llnv «at tyat Ordinarin« der Ontttta? Sämmütch« Juden, welch« nicht geschriede» hatten, wurde» tu rin« desonbere lSank pesttn und al« dtt ^Letzten ttl der Klaffe* all-rangirr. Herr' Prediger. «letzander, weicher über dies« üßd vielt ander« gehässige, jadeafittlditche Ehicaaea von kielten der Letzter sich schriftttch