Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 36.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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vor eia er vollständigen unnützen Mehrausgabe von 850,000 fl bewahrt, daß er der Stadt die Pläne zur Wasserleitung zum Geschenke gemacht and dergleichen mehr, das kümmert den Ciflichen PaWräie« ebenso wenig wie den Pfarrer uqd r Dyrsnatär. Da« Traurigste an der Sache ist, daß durch die Niederlage Priester'« auch da« Land w Schaden kommt, indem e« ein offene« Geheimnis» war, dag Herr Prister, um den Vau einer LandeS-Jrrenanftalt zu ermöglichen für den Fal seiner Wahl einen ihm gehörigen, nächst der Stadt gelegimeu großen Grund dem Lande zu« Geschenk machen werde. Jelcnfall« wäre e« nicht nur für Herrn Priester, sondern auch für die kroatische Judeuschaft eine Genugthuung, wenn die oberwähnten Vorgänge unsere Landesregierung veranlaßten, ei»! strenge Untersuchung anzuordne«. (R. Fr. Pr.) Vermischte und neueste Nachrichten. Girlitz. Nus Antrag de« hies. Semeindevorstande« habe» die städtischen Behvrd ea 'beschlossen, daß den jüd. Schülern am Gymnasium und der Realschule — in wöchentlich 4 «stunden — Religionsunterricht vom Rabbiner Dr; Freund «1h eilt werde, und daß Letzterer hierfür au« der städtischen «tafle mit vorläufig 300 Mark jährlich honorirt werde. Darmßadt. Seit der neulich ftattgehabten Wahl de» HofzerichtSadookaten Hirschhorn in Gießen fitzen in der heff. Kavuner zwei JSraelsten, nämlich der vorgenannte und Herr. Sdiilger au« Worm«. Stuttgart. Rach der Zusammenstellung im Lentralblatt für Gelehrten- und Realschulen in Wüetemberg ist auch in dies,« Lande die Zahl der jüdischen Schulen der Gymnasialnnd Reallehranstalteu ganz unverhältnißmäßig groß. E« betrag nämlich am 1 Jan. 1875 die Zahl der Gymnasien und Lateinschulen: Protestanten 5303, Katholiken 1525, Juden -28 — in Realschulen: Protestanten 5535, Katholiken 1201, Jüdin 830. — Würtemberg hat 12,000 Juden unter 1,900.000 Einwohnern. Pefl. Wie „Pest Lloyd" u. „Raplo" melden, hat Minister Trefort den Bauplan de« 8ande«rabbinerseminar« bereit« dem Magistrat Behuf« Ertheilung de« Bauconsense« vorgelegt, und soll da« Seminar an der Ecke Holländeru. Fintergaffe errichtet «erden. Lemberg. Die „R Fr. Pr." enthält drei sich auf einander beziehende „Eingesandt", vom 31 Juli, 2. und 6. August, von dem ReichStagSabgeordneten Dr. 0 Hönigmann au« Lemberg einerseits, und dem Vorsitzenden de« Verein« „ychomer JiSrael", Hr. Mansch, andererseits, welche zusammen einen peinlichen Eindruck machen. (Er Handel» sich um die, hier bereit« besprochene, angebliche Voreingenommenheit galhgscher ÄerichtSpersonen gegen Juden.) Wir enthalten un« jede,» Unheil« in diesen Personalangelegenheite«, aber die Sai»e ist, wie gesagt, peinlich, — mehr d» da». ES liegt jede ifall« ein Nichteintretenwollen, eine gewisse Lesorglichfeit und ein Streben nach einer Art von „trockener Pelzwäscherei" vpr, uyd dann ist e« jedenfalls besser, um sich jede Blamage zu ncfparen, den häuslichen Streit nicht in öffentliche» Blätter« auSzurragen. Kroko» Unser Prediger, Herr Dr. Da-nkowioz, ist zun. Rabbiner inSchwetz gewählt worden. Rerderneh, 25, August. Sestern vormittag hatte da« neunjährige Tochterchen einer zur Pur hier weilende» Familie sich di« au da« äußerste Ende einer vrchne am Damenstrande genagt und war, durch einen Fehltritt wahrscheinlich, in die Sen gestürzt. ES war noch Badezeit, und daher befanden sich fienen nicht in der Nähe, Eine junge israelitische Dame aut Berlin hatte aber kau« de« Unfall wahraenopune«. al« sie mit Todesverachtung flch dg« Kinde nachMrzte. hhge jedoch ihre« schönen Zweck zu erreiche»; auch sie ging unter, da die See an jener Stelle 40 Fuß tief. Inzwischen waren einige Herren und die Stranddiener aufmerksam geworden, und während Elftere die junge Dame noch lebend an« Land brachten, gelang e« den Letzteren, mittelst eine« Boote« da« bereit« erstarrte Kind hervor zu holen Glücklicherweise find die Wiederbelebungsversuche gelungen und da« Kind gerettet. Heute Morgen wurde derjungen Berlinerin «in Ständchen gebrachst. Pari«. Zu Ehren de« Rabb. De. Landsberg au« Liegnitz, welcher von voulogne au« einen Abstecher nach Pari« gemacht hatte, hat da« Eentralcomite der Alliance J«r. Uuiv., dessen überau« thätige« Mitglied Derselbe bekanntlich ist, ein Festmahl am 2. August veranstaltet, bei dem Cremieux prästdirte, woran viele der hervorragensten jüdischen Rotabilt» täten der Stadt Thetl nahmen. (Einen authentischen, für diese Rr. zu spätkerhalte» neu Bericht, werden wir hierüber in der nächste« Rr. bringen. Red.) Fcrant. Oberrabb. Israeli AScoli, Mitglied de« Eentralcomite« der Alliance Irr Unio, zu deren ersten und cif* richsten Förderern in Italien er gehörte, ist gestorben. Amsterdam. Zu der Jubelfeier der portugiesischen Synagoge war u. a. auch der Vorstand-der Amsterdamer evangelischen Gemeinde eingeladen. Statt aber diesen Vewei« der Toleranz zu würdigen, .richtete letzterer eine für da« religiöse Gefühl der Einladenden ziemlich verletzende Antwort an dm» jüdischen Kirchenvorstand. Andereriest« schickten aber sowohl die freisinnige Minorität der eingeladenen Verwaltung al« die lieberalen Mitglieder der Gemeinde überhaupt Schreiben ein, in welcher die Haltung de« evangelischen Kirchenrath« ziemlich scharf gerügt und al« nur den Absichten eine« klemm Theil« sämmtlicher Protestanten entsprechend bezeichnet wurde. Zu gleicher Zeit kam e« aber in der nämlichen Stadt zu wett gefährlicheren Eollifionen zwischen Ehristm und Juden. Ei» JSroelit sollte nämlich einer Magd eine Ohrfeige versetzt haben. Der Bräutigam derselben begab sich nun «ach de« Judenviertel und beschimpfte den angeblichen Thäter, wobei selbstverständlich dessen Glaubenebekenntniß nicht ungeschoren blieb. E« entspann sich nun eine Prügelei, welche später in eine förmliche Schlacht zwischen der Bevölkerung de« Judenviertel« und den zugeströmten Christen auSartete, wobei nicht bloS von Steinen und Dachziegeln, sonder» selbst von fieden» dem Wasser Gebrauch gemacht wurde Zwar wurden die Tumultuanten schließlich von der Polizei au«einand«rgetrieben, leider aber lassen alle ähnliche Zusamownftöße gewöhnlich währenv längerer Zeit eine bedauerliche Gährung hinter sich- («off. Z.) Stockholm, 24. August. — Bei der feierlichen vertheilung der von der Jury der geographischen Lutstellung in Pari» verliehenen Preise ist einem Mitgliede unserer Gemeinde, Herrn Professor Rubenson, Vorsteher derKönigl. meteorologischen Eentral-Austalt hier, eine der seltensten, höchsten Ehrenau«zeichnungen, ein goldener Palmkranz, der sonst nur den Rittern der Ehrenlegion 'zuertannt wurde, zu Thell geworden. Herr Professor Rubenson hat auf dem Longreß eine “ artificielle Darstellung de« Nordlicht« vorgeführt, die große« Ä Aufsehen erregte. zfl Tjbcrja«. Wie dem Mainzer „JSraelft" geschriebm ■;] wird, sei Sneersohn wirklich plötzlich wahnsinnig geworden. ' , E« heißt Hort: „Wie un« H. Sam. Heller von Liberi«« miti thellt, hat nunmehr die gerichtliche Untersuchung ergeben, daß * die Israeliten von Tiberia» vollständig unschuldig sind. Die. amerikanische Regierung hat denn auch in Anerkennunn desfea, die Beamte», welche sich hei Einkerkerung und Mttzhgad» '^3 lung der JSraelite» Uehergriffe haben zu Schulde» ,ko««a» lassen, ihrer Aemter entsetzt. .A