Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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,t*ir i geradezu «rfntil in seiner 01 er gemein! ist, «erden die tumultuirindeu JudW iM giRkkst Mttzvrv ge von einer Untersuchung und einem Einschreiten gegen die ß»t. U dar»«« fich schwerlich ganz ruhig von galtzische» Juden mit Schlügen und Pistolenschüsse «erden traktiren lasten, da di« „Germauiaselbst berichtet, daß der Staatsanwalt sich lediglich veranlaßt gesehen habe, »dem Rabbi begreiflich ,u machen.*) daß er b«i dem Ansehen, da« er genieße, für alle llebrrgriffe und Gewaltthaten der Judenschast verantwortlich sein werde-, so liegt jedenfalls Uebertreibung vor. Wir müffen diesen Punkt jedoch auf fich beruhen lasten, da er den Lern der Sache nttst berührt. Rn» aber heißt e« «eiter: »Es ist nicht da« erste Mal, daß Rabbi Halberstamm von dem Talmudbanne Gebrauch macht. Rachwei«lich hat er denselten in den letzten zehn Jahre« gegen acht namentlich bekannte Christen (Postmeister Jafin«ki, Uhrmacher Ro- «akowSki rc.) und vier Juden ausgesprochen.- — Hier ist »ieder eii»e offenbart Entstellung. Daß ein Rabbiner Christen in »n vaNn lhue, ist ein Unding; «ean an der Angabe elw t« Nähre« ist, «a« wir der Ramensangab« w»g«n aunehme»! wolle», so liegt die Sache so, daß den Juden bei Banr strafe verboten ist, mit dem R. R. in geschäftliche» Verkehr ja treten Auch da« wollen wir Nicht etwa gut heißen oder in Schutz nehmen, aber e« ist doch etwa« ganz An' dere« in vrziehung auf di« Folgerung, welche die ultramontanen Blätter daran« ziehe«. Da« weitere Hauptargument geht uäalich nun dahin, daß der jüdische Bann lediglich ei« Akt der Rache sei, unv daß e« fich dabei nicht un» Ausschluß vln religiösen Rechten handle, sondern »m Zwfügung i seitlicher Rachtheile, während die katholisch« Exkommunikation lediglich — au« Lieb« vollzogen werde? — da« sagt man freilich nicht, — aber doch nur religiöse Beweggründe kenne und nur religiöse Rechte absprech«, »ohne den geringsten zeitliche» Rachtheil mü fich zu führen.- — Davon wußten freilich feil den Zeiten Gregor« VII. bi« heute Zehntausend« ei» Lied zu fingen, denen die Exkommunikation keinerlet irdischen -achtheil gebracht!! Oder meiut di« »Germania-, daß sie Heu:, etwa in Preußen, ganz unschädlich sei? da« kann sein Lasten wir da« aber auf fich beruhen und den Artikel selbst weiter reden; der Schluß, den wir vollständig mittheilen, zeigt die ganze Verwerflichkeit der Art und Weis«, in der He Sache zu Nutz und Frommen der ultramontanrn Strebungen und Hetzereien verwendet werden soll. »Aüch scheint t>te Anwendung diese« Banne« mit Einschluß der Todesaadr chuag und der Aufforderung zum Morde nicht gegen die Grundsätze de« Judenthum« zu verstoße« oder gar nur «in u»t:r de» hiesigen Juden verbreiteter Mißbrauch zu sein, den» so »st wurde fich doch nicht di« gesammt« Judenschast von Riu-Sacz wie Ei« Man« für ihren Rabbi erheben. Au« alle de« ergiebt sich, daß der in Reu-Saez ansgesprochene jüdische Bann-sowohl in Bezug auf seinen Beweggrund Warum hat «au nichtdaesets« sehr ««rrett» «erfahren kath. Heusser «IM onnachtt H» Mrtr dadurch mancher •*« cd mrtztlet und —hetzte «nerlein »er •st Schema nUd Strafe temnhrt »arden sein? als auch in sein« Folgen «ine« Eingriff fa^Me Desetzgebnug Zeit gewöhnlich dadurch rüiairt dastehe. — Wissen nnn die ' ** "Wfff der Trift«» -hieses «tznnet? Denn die katholische Kftch« gegen eind ihrer mßtne» Mitglieder nach oftmaliger Verwarnung au« rein religiöse» Beweggründen die Exkommunikation ausspricht, die für den Betreffenden nicht den geringsten zeüliche»' RachtheU mit fich bringt; wenn ein Cxcommunicalor Jemande» an» der Kirchengemeinschaft als entlasten erklärt, der fich Vorher durch sein verhalten schon thatsächlich aus derselben ausgeschloffen, dann wird das von der jüdische« Prest« als «in Eingriff in die Recht« des Staate« hinge stellt, uud es wefhtN JftK. JUB Excommunieator die härtesten Strafen gefordert, de« Schreiens über römisch« Knechtschaft und dergl. ist kein Ende. S9U steht es nun hier?- E« soll da also zunächst die Gefährlichkeit eines solchen jüdischen Banne« uachgewiejea werden. Tr ist ei» »ich? zu duldender Eingriff in die Gerichtöhoheit des Stonts —- da« geben wir vollständig gu ->z»d choden beM» gesagt, daß wir Bestrafung sehr in Ordnung finden. Run aber wird durch eine echt« Spiegelfechterei da« in einem gottvrrlaffene» Chasfi« dim-Winkrl der Polackri Borgefalleu« auf alle Juden htnübergeworsen. Zunächst wird argumentirt: well di« JüdeN j» Reu-Sander allzumal (ist auch das nur eänstatittf) fich für den Rabbi erhoben haben, so müffe« fie all« «Ü deist Banne einverstand«« sein, und daraus wird »durch bloße Fiagstferligkeil, ohne Hexerei-: folglich liegt solche« Banne« intl. Aufsorderuug zum Mord in de« Grundsätzen de» JudenthnU«, und »scheint- (man merke das feine »Scheint-) nicht blo» in Reu-Sandec vorzukommen, sondern »weitverbreitetzu seist — wo? in Berlin? in Fulda? Da« soll wahrscheinlich der Lestr grujeind vermuthr«. — Thun wir nun wohl den fraglichen Blättern Unrecht, wenn wir fie bewußter Entstellung, °bkr Verlogenheit zeihen? Wisse» fie etwa nicht, daß edensostst» nig in Berlin wie in Fulda oder sonstwo in Deutschland u. s. w. eia rabbinischrr Bann gegen Juden verhängt wird? Mußten fie denn davon nicht hören? Sehe, fie nicht, «iffen fie etwa nicht, daß kein noch so orthodoxer Jude in Berti» und Fulda dem radikalsten Reformer «in Haar zu krümme» denkt? Aber noch mehr; fie behaupten ja wiederholt, »aß auch gegen Christen jüdischer Bann ausgesprochen werde; glast, den fie, daß auch da« hierzalaad« geschehe; ist es möglich, daß sie selbst daran glauben? Solchen Lügen muß dann freilich durch Dreistigkeit »achgeholfen «erden, und dar,» läuft die Argumentation darauf hinaus: »wtsten nur die vs» '■ Juden redigirte» Blätter von der Existenz dieses Bannes?- Natürlich soll uud muß «ach de« voraufgegaagrneu und Folgenden der Leser der »Germaniaergänzen: fie «iffe» es . wohl, aber sie schweigen darüber, sie lärmen aber nur darn» - gegen Katholizismus, well fie verhüllen wollen, was unter \ den Juden täglich geschieht. — Wir haben schon oben darastf J, hingewiese», daß die liberalen Blätter nicht geschwiegen hü- /■ beu, es giebt kein solche«, welches nicht über de» Reu-Sauhecer . - Prozeß Bericht und «losten gebrach) hätte. Di, »«dncteur, / der ultramontauen »tste, das sehr wohl, aber d »nß «b«