Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 6 (1875)
- Issue
- 6. Jahrgang Nᵒ 34.
- Date
- 1875-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/5369809-5935045-5937975--2763-5372210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
300 Thlr 4. 5*/( mit der Maßgabe gebe« wallte u»d will, daß die Ziuse» z« Lichter« für di« Menora verwandt «erde« solle», während der Vorstand aus S*/, besteht. Weggelaffeu ist zweite«» der Umstand, daß die Grabreihe nicht aus den bezeichnet«« genannten verstorbenen Personen all nn, sondern auS mindestens 13 Personen besteht, von denen Diejenigen, die i« verwandtschaftlichen oder anderen Bezie Zungen zu Hr. R. stehen, weder Brrvienfte um die Gemeinde haben, noch auch wohlthälig waren und sein konnten, und die für die Beerdigung in der sogenannten ,Ehrenreihe" Nicht» zahlten. ES bleibt also der Thatbestand der Darstellung ir Nr. 29 unverkürzt stehen, mir ist keine Entstellung nachgenne en." Güstrow, 8. August. (Or.-Lorr.) Der Herr Rabbiner I. tz. Bloch, der erst seit einigen Monaten hier amtirte, verläßt zum großen Bedauern sämmtlicher Gemeindemitglieder sein hstes. Amt, um einem ehrenvollen Nus nach Robylin in Posen zu folgen. Herr Bloch wußte sich in dieser kurzen Zeit so sehr die Achtung und die Liebe der Gemeinde zu erwerben, daß sein Abgang fast wie ein Familienoerlust empfunden wird. Dich seine gemüthvollen, zu Herzen dringenden Ranzelredeu viel dazu beigelragen, dieses innige Berhältniß herbeizuführen, wollen wir nicht leugnen; doch wird «S ihm am «eisten unb mit Recht hoch augerechnet, daß er sich in der kurzen Zeit feiner hiesigen Amtsführung sehr warm der hier leider seit Jahren vernachlässigten, ja mau darf sagen, verwahrloste» ReligionSschule angenommen hat. Biel« Rinder, die daS schulpflichtige Aster bereits hinter sich und die Schule längst verlassen hatten, baten nun um Erlaubnis, die Schule nachträglich nochmals besuchen zu dürfen! Unsere Schule verdaust ihm ihre Reorganisation, und eS wäre im Jntereffe unserer heil. Religion und unserer Jugend zu wünschen, daß der Nachfolger dasselbe rege Interesse, dabei auch dass übe pädagogische Geschick und Talent mitbrächte. Herrn ^loch aber rufen «ir im Name» sämmtlicher Gemeindenütglieder ein heimliches Lebewohl zu! Oesterreich. Vier. Der Vorstand der „iSrael. Allianz" zu Wien hat folgende» „Ausruf an die iSrael. Gemeinden Rumänien»" erlaffen: „DaS rumänische Executiv-Comite in Wien") hat von seiner Gründung bis heute unausgesetzt der EntwiÄung Eurer rechtlichen socialen und kulturellen Stellung seine Aufmerksamkest zugenandt, alle Wandlungen Eurer Berhältniffe sorgfältigen Blich» beobachtet und war stet» auf» Eifrigste bemüht, «ine güns ige Gestaltung derselben herbeizuführen, soweit eine dieSb^ügliche Einflußnahme ihm ermügücht und gestaltet war. Wie bisher über unsere eifrige, wenn auch geräuschlose Wirksamknt nur seltm ein« Rund« in die Oeffentlichkeü gedrungen st, so würden wir auch jetzt nicht mit dieser Rurü>- gebung «n Euch herangetreten sein, wenn nicht der gegenwärtige lstoment eine solch« rathsam erscheinen ließe, ja sogar dieselbe gebieterisch fordern würde. Im gegenwärtigen Moment haben wir begründete Hoffnung dafür, daß Eure Rechtsstellung in Eurem Vaterland« eine wesentliche Befferung erfahren wird. Die in de« letzte« Jahren geschaffenen tünstüche» Schranken, welch« Euch von Eueren 3-1,bürgern sonderten, sie werden zuverfichtlich bald fallen, lver junge, aufstrebende Staat, in welchem Ihr lebst, er wird, er kann, wenn er nicht iu sstnen vstalsten Jntereffe« sich selbst schädigen will, nicht länger auf sie rege und volle Theilnahm« seiner israelitische» Bürger a» dem gewerblichen, wissenschaftliche«, geselljchaftstchen und staatlichen Leben verzichten; rr wird, er kann sich nicht länger dem Eindrücke t*r Thatsach« verschließen, daß in alle» Eulturstaatea, wo die Gleichberechtigung aller Eonfessionen gesqlich anSgesproche« t«d auch wirklich auSgeführt wurde, di« Bekenner de» 1 Lugleich «U Lkandator der tim. tfilffcftomttrt i» Berlin, Brüsiel. L-ado«, New-Aork, Part«, Rotterda« und Trrrt». JudenthumS auf alle« Gebiet« der Wffenschaft sowohl, wie der Runst, der Gewerbe und der Agrikultur sehr rasch «ud in hervorragender Weis« sich hervorthaten. Aber diese brdemenden, diese raschen Erfolge, sie «nuten wefrntstch vorbrrestet oder gefördert durch die Hebung de» jüdischen Un:errichtS- oder Erziehungswesen», wodurch di« Rinder schon von den frühesten Anfängen ihrer Entwicklung für die Stellung vorbersttet wurden, welche sie im gesellschaftliche« wie im staatlichen Leben ihres Vaterlandes einnehmen sollte«. Di« hohe Wichtigstit und di« volle Bedeutung der „Schule" erkennend, fühlte sich da» rumänische Executio-Eomite im verigen Jahr« dazu bewogen, den Redakteur de« „Haschachar", Herrn Peter SmolenSkp, mit der Miffion zu betraue«, auf stner mehrmonatlichen Reise durch Rumänien de« Stand der dortigen jüdischen Schulen zu studiren und eine Subscription für in Rumänien zu errichtende Lehrerbildungsschule» )« veranlaffen. Aus einem Memorandum, woriu Herr EmolenSky di« in Rumänien gemachten Wahrnehmungen niederlegte, ersähe« wir, daß gegenwärtig daS jüdisch« Schulwesen in Rumänien leider sehr im Argen liege. E» mangelt an tüchtige« Lehr» Kästen, an fixen Fond» oder stabilen Einnahmsquelle», ans denen die Rosten der Erhaltung der Schulen bestritten »erden können. Durch das Aufhören de» Gemeindezwang«» w»rden die Gemeinden zerrüttet, fielen die Schullaxen und mst diesen auch die Schulen selbst. Durch di« Ungunst der 8er» hältniffe haben selbst eifrige Freunde und Förderer der Schul« — deren eS gottlob in all' Euren Gemeinden noch viel« giedt — da» Vertrauen zu fich selbst, zur eigenen Thatkrast und LeistungSfähigkstt, die Hoffnung auf den Sieg der Bildung und der guten Sache verloren. Zur Befsttigung der Uebelstände, oder doch desjenigen Theils derselben, den zu bessttigen in Eurer Macht liegt, er» scheint eS als daS Serathenste, in den beiden Hauptstädte» Eure» Landes Mittelpunkte wissenschaftlicher Entwicklung, jüdisch« Mittelschulen und Präparandien zu gründen, welch« all' Eueren Rindern Gelegeicheit bieten könnten, im Land« selbst und in der Landessprache im ausgedehntesten Maße fflr ihren künftigen Beruf, dem rumänischen Staate al» gebildete und gefinnungStüchtige Bürger und der rumänische« Nation, welche sie in die Reih« der Ihre» ausgenommen habe« wird, mit all ihren Bestrebungen anzugehören, fich auSzubilde». Welche Segnungen solch« Schulen Euch zu jeder Zeit und besonder» im grgenwärtigen Momente, wo Euer und Eurer Rin» der Eintritt in der Gleichberechtigung mit den übrige« Bürgern Eure» Landes vorbereitet wird, bringen würden, die» bedarf wohl keiner längeren Auseinandersetzung. In den Orten, welche unser Delegirter im vorigen Alhre berührt«, wurde der von un« angeregten Idee ein so lebhafte« Jntereffe u«d ei» so vollkommenes Verständniß «ntgegengebracht. daß wir nicht daran zweifeln, e» werde die vorgeschlagen« Fördenuig Euere» gesammten Schulwesen» von Euch Allen ihrerganze« Bedeutung nach gewürdigt. Wir und die mst uns verbündeten Tomite'S in Berlin, Brüssel, London, Rew-Uork, Paris und Rotterdam find bereit. Euch bei der Ausführung moralisch und nach Berhältniß unserer Rräste auch materiell zu unterstützen; aber an Euch, die Ihr diese Schulen dringend bedürfet, liegt e«, zu einer Thal Euch zu ermannen, welche, einmal vollbracht, Eure» Rind«» zum Segen, Euch selbst zum Ruhme und zum Ansehen gereichen wird; denn Euere Mitbürger werden anerkennen müssen, welch« Opfer Ihr fähig seid, Eune Rind« für de« fri«d» liche» Wettkampf d« Bildung und der Wffenschaft würdig vorzubereiten. E» sind noch während d« Anwesenheit de« Hern» S«olenSky in vielen Gemeinden Rumänien« Sudscriptione» von beträchtlich« Höhe gemacht worden. Wir ersuchen «UN höflichst, dies« sudscribtNen Summen einzusamutel», da« Werk ' der Subskription etfrigst fortzusetzen, und in Gemeinde», „ diesbezüglich «och Nicht« geschehe», dasselbe so rasch wie mög- ».■■ ltch aufzunehmen.