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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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■r- U- - t — M vtehüngt «erden." Ameisen fügte sich nicht, und 'der 'Bann erffoß denn auch nach einigen Lagen und wurde in allen dortige» Synagogen verkündigt. Daß dieser van» bei den Juden in Reu-Sandee die tranrigsie Wirkung hatte, hat sich bald bewahrheitet. Der excommuntctrte Ameisen ging materiell zu Grund«, und er und sein« Familie wagten nicht, in der Nacht auf der Gaffe zu erscheinen, au» Furcht, mißhandelt zu Werde». Ameisen verklagte nun dt« Rabbiner, die verhaadlnng ergab, daß diese wirklich den Bann verhängt hatten; Einreden gegen diesen Umstand, sowie ein von Halberstamm »rrsnchter Altbtbewet» zeigten sich al» hinfällig, worauf Halberstamm »nd Kleingut zu sech» Wochen, vergmann zu einem Monat schwere« Kerker», verschärft mU einem Fasttage in jeder Woche, verurthellt wurden. Daß diese» Urthetl dt« Juden 1« Rru-Saudec mit Duth gegen Ameisen erfüllte, zu verschiedene» Au»brüch«u de» Fanatitmu« und schweren Drohungen führt«, und daß Ameise« »ach allem vorgefallenen genßthtgt sein wird, Neu-Sandec zu räumen, kann man sich leicht denke». Wir wollen nun vor allen weiteren Erärtrrungen bemerke», daß wir di« Bestrafung der Neu-Sandeeer Rabbinen für wohlverdient nud wohlangebracht halten. Denn wir Jude» in den Lnlturläader« Europa'» in»gesammt weisen jede Solidarität mit de» Ehafstdim de» Osten», mit ihren Rebben und Wnnderthätera wett von un». Ihr FanatUmu« und ihre vtldnngsfeindlichkeü erfüllte« un» mit Schmerz und Widerwillen. Dir «eisen daher jeden Angriff und jede Verdächtigung, die man an« dem Thun und Laffen der Ehafstdim gegen da» Judenthum überhaupt, gegen dt« jüdisch« Gesammtheit ableiten will, von vornherein znrüL Sir würden auch an sich nicht« dagegen sage» kän' mn, wenn polltisch« Blätter bei gegebener Gelegenheit die Ehasstdim lächerlich machen, aber e» fruchtet nicht», sie selber nehmen davon keine Notiz, und wenn sie e» läsen, so würden sie darauf nttt mit Verachtung blicken. Haben aber einige Blätter die Reglerungea aufgefordert, gegen den Thassidi»- mn» al» Richtung «ll Gewaltmahregeln einzuschreiten, so ist da» einfach albern; gegen ihn hilft nur Bildung, Unterricht; wäge di« österreichische (und russische) Regierung Schnlnnterricht, Schulzwang mit aller Snerg ie fördern »nd durchführe», dafür wird jeder Jude in Deutschland u. s. w. sie rühmen und segne». Gegen Mißbrauch rabbtnischer Macht, ber in jene« Gegenden wohl vorkommt, verfahre man nach aller Streng« de» Gesetze», ftatuire Exempel; wir find ganz einverstanden. Und daran» geht wohl schon von vornherein hervor, wie wenig die Angriffe, Verdächtigungen und Exemplifikationen der „Germania", der „Fuld. Ztg." re. re. an nnfte, d. h. alle Inden in Seftenropa, Adresse gerichtet fei« können: wir treten ja nicht für da» Bannrecht der Ehasstdim-Rebben ein, verlangen nicht,'«» vom Staate gehütet, ja refpectirt zu sehen, wie die Ultramontanen die» für ihre Priester thun; wir wünsche» im Segenthetl, daß e» in gesetzlicher Weise und durch gesetzliche Strafen, wen» nöthig, au» der Welt geschafft werd«, wie den» in Westeuropa seü hundert Jahren kein Rabbiner «ehr an Excommunictreu denkt. Wir haben -jedoch über den jüdische. Bann, «ie er bestund«» hat, im verhältniß zum katholische« und über di« MMaffunge» der nllraMoutane« Blätter über' den Neu-Saw derer Fall »och im Allgemeinen zu reden. (Schluß folgt.) Berichte nad Lorrespoudeuzeu. Dentfchland. L. An» Im Pofenlche». (Or.-Eorr.) Ein Prachekrmplar von einem Schnorrer ist Bernhard Boa» Hecht, gebürtig au» Schrimm, wohnhaft (?) zu Ostrowo. Im Februar c. rat» soanine er im Wartesaale de« Bahnhak» zu Rawttlch in furchtbarer Weise auf „die Lumpen, die falsche» Seid giten", auf die Juden, di« beschwindeln, und ließ sich sodann ein paar Würstel für diese» falsche Geld geben, da» er in R.;|u> sammengebettelt. Hierbei erhielten dt« anwesenden Juden, die wegen diese» Benehmen» einander zunickten, noch eint Füll« von Eomplimenten. Einig« Wochen damnf sich ihn ein Rabbiner, der dieser Scene beigewohn», zum Armenvorsteher gehen und ersuchte diesen, unter Schilderung de» Vorfälle», diesem Menschen keine Gabe zu verabreiche», Alle Schwüre Hecht», er sei nie in Rawitsch gewesen, vermochten da» bestimmte Wiedererkennen seiten» de» Rabbinen nicht wegzuschaffen Da erhielt denn dieser Rabbiner eim« Lag später au» einem Nachbarorte ein anonyme» Schreiben, in welchem „Schw.d" da» feinste Wort war, worin er per Du traltirt und ihm gedroht wurde, den Spieß u»,ukehreu und chn öffentlich de» Lrefa-Effen» im Bahnhof zu R. zu beschuldigen. Mehrere Wochen darauf folgt« ein zwei-!«» weniger grobe» Schreiben, in welchem di« Aller«» tiv« gestallt war: „Entweder 1'/, Kchlr., oder Du kommst in der tung". — Beide Briefe eulrsirten in der Gemeind« de» RI»bbinen und erregten natürlich die höchst« Entrüstung. Da wrtgt «4 Monsieur Hecht am N0V N"N in dieselbe Gemeind« zu demselben Armenvorsteher zu kommen. Er wird der Polizei übergeben. Bei der Visitation werden di« Tasche« voller Semmel gefunden und beim Ueberführen in'» Gefängniß iriitkt H. noch tüchtig jkSN-Schaap»: Sech» Woche« Gefängniß und Ueberlieferung an da» LorrectionShau» Kosten — wo er zur Zeit wohl noch wellt — waren sein« Belohnung. Er sei hierdurch besten» der Huld weiterer Kreis« empfohlen. — Biel zu wenig Aufmerksamkeit wird dem Eebahren mancher Gymnasiallehrer und Direktoren geschenkt, "dir eine Verleitung der jüd. Schüler zur Entweihung de» Sabbäth aastreben. In Jnowrazlaw ließen die Lehrer einer Klaffe iuti Sabbath Uebersetzungtspecimen schreiben, mit dem Bemerken, wer nicht mitschreibt, wird nicht versetzt. — Und die Juden? Schrieben Alle! In Krotoschin wieder ließen einige Lehrer während der Peßach-Feiertage trotz de« Fehlen» der jüd. Schüler Extemporalia schreiben. Die sofortige Beschwerde de» Rabbiner» vr. Joel (der Religion»lehrer der Anstalt ist) hatte ein stillte» verbot de» Direktor» an die betr. Lehrer zur Folge. E» ist Pflicht der Vorsteher und Rabbiner, sorgsam zu wachen und energisch dem entgegenzutteten. Da» Gymnasium ist Staat»- und nicht Misfion»anstalt. — Unter den Berichten über die Trauerfeterlichkeitim nach dem Hinscheiden Frankel« Vitt vermißt« ich den über dt« in der Brüdergemeinde zu Posen durch vr. Bloch abgehaltene. Er hob besonder» Frankel» liberale Gesiinnung hervor, die nie Aeußerlichkellen und Forme« höher stellt«, ml» den Geist, und zeigte, wie man mit Frankel orthodox sein könne unt doch der Zeit gemäß * Au» der Provüy Pose» echirlten wir ck. d 38. Juli") von dem Verfasser der Lokrespondenz an der Spitze der S!r. 3S eine Duplll gegen die Replll in Nr. 81. welche den Bcrwurf tendenziöser Entstellung zurückwrisen will. — Wir |dttn e» nicht für abgemessen, auf die Einzelheiten noch näher etnzugehen, well wir die betreffenden Personen nicht namhaft machen wollen. Di« Berichtigung besteht wesentlich in Felgendem. Der Hr. Torrefpondent sagt ersten»: „Entstellend hinzngrfügt ist di« Mttthrilüng Über da» nächherige Feilsche:,, während «» Lhatsach« ist, daß die Wittw« ein« Hypothek von *) Durch «in Bersch«» uuserrr Veit» «erspötet derückfichtigt. sBed)

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