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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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,-jW ’ •' -/7' iV*™ .!jfV> ■-■•■• > ^.; r£ - H? ‘ Ä^s äch-sölßW sich Alle für ein« von beide,' entscheiden f ' - '. ' i j; > altere Rltul eingeführt worden ist, die BedentaNg^tztesr^Oeis meinv« rechtfertigt e« wohl, wenn wir dem do« anrubabnenden Wege zu ein^ friedliche« ApreiaauheHtzung zwischeg den religiösen ssiarteiG rascher GzmelqA 'W^HartijMnckdmei^. um so meh:, dacher ospges^ageiW«ch». Meitzer ift. Di« Gemeiiwe zu v reslar^ hat i nämlich da«"bleibende Verdienst, chon vor dreihig Jahren, bet ooKständiger Wahrung dgrz^ylPktz^g^den beiden Hauitpaneien, der ort odoxen und der reformirenden, sogenannt« LultuSeimichtungeu hergestellt zu haben. Die« Vorbild — freilich nur in Grobgemeinden anwendbar — hat jedoch, zu großem Nachtheil für die Grsammtheit, keine Nachahmung da gefuuden, wo die Verhältnisse Sehnliche« an di« Hand gegelen hätten, wo namentlich di« Mitgliederzahl so groß ist, daß ei« SötteShau», wenn man chm nicht ganz» unzwrckmäß ge Dimensionen geben will, überhaupt nicht mehr für-Alle autreicht. Da« ll!eu« in dem in München Ungebahnten liegt in folgenden Punkten: 1) Fordert der Vorstand zunächst di« Ge« meindemitgl eder auf, sich bestimmt zu einer der beiden Parteien zu bekmnen. Er will demnach bemessen, wie, viel Raum, er für jede von beiden herzustellen Hab«, und nach diesem Zahl« und Raumverhältmß wird sich natürlich auch noch manche« Andere richten 2) Er will ein einheitliche« Rabbinat für beide Parteien resp. Lulte beibehalten — in Breslau bestehen bekanntlich zwei solche. 3) Er verzichtet von vornherein nicht nur aufjeden versuch eine« weiteren Tompromiffe» zwischen lxn Parteien, sondern er will für jede von beiden gleich «in lrxtrem aufstellen und Herrichten. Da« von ihm für den Gottesdienst der Orthodoxen aufgestellte Programm ist freütch e wa« vage gehalten, aber e« ist an die Hand gegeben, für Diese Alle«, wa« vor fünfzig Jahren bestanden hat, zu ref^uriren. Desto genauer ist da« Programm für de« reformirten Gottesdienst formulirt; eS soll alsbald den Forderungen der äußersten Linken volle Rechnung getragen werd««. Alle« oder Nichts l Da« stimmt ganz zu der Parole der extremer. Partei; wir stnd auch weit davon entfernt, diesem Standpankte theoretische Berechtigung abzusprechen; aber die Parole gehört einer Partei an, und diese Partei ist klein, und (war da» Wichtigste ist) Fragen de« öffentlichen Leben« lasser sich nicht nach bloßen Theorien ordnen. Wie gesagt, ist da» Programm für den orthodoxen Ritu» unbestimmt, »nt eS ist fraglich, ob die kürzlich Angeführte oder die frühere oder die ganz alte „Ordnung" (Mitzwothversteigerung, Homanklopfen, Cantorgefang ohne Ehor re. rc.) zu Grund« gelezt werden soll, während doch die Mitglieder sich alsbald für die« unbestimmte „Alles" entscheiden sollen — aber auch daS Programm der Reform ist noch kein „Alle«" resp. „Nicht«", da giebt e« ja noch gänzliche Beseitigung de« Hebräischen, der Vorlesung auS der Torah, Entblößung de» Hauptes rc. rc. Doch auch die« schlägt in da« Gebiet der theoretischen Fragen; in Wirklichkeit will ficherlich die Mehrheit der Münchener Gemeind«, wie jeder andere in Deutschland, weder da« eine noch da« andere theoretische Extrem und — wak rfcheinlich auch nicht da« in dem Programm de« Vorstände« ausgestellt« Entweder-Oder. Sollten wirklich diejenigen Münchener, welch« nicht de« alten Ritu« unverändert beibehalten wollen, nun alsbald dem ganze, Programm der jetzt «inesteu Berliner Reformcommisfion zustimme» k k Darum haben wir zu der veberfi^ift est^Lragezetche» gefetzt, weil wir den «Wgeschlagisten MgMuMKr einen richligest,.,d. fe praEscht dUchfWvßpre». untz, zMstedlicher In«. - eincktlDrse-utztz letzetztzeqzhaWng MW sG» H>ß e« nicht möglichstiE die^Müncheueu-JSraeitien auf««tnM Mittelweg« zusammenzuhalten; ist da« Vedürfniß eine« neuenGotfe* altrP'voxhchcheP, s» ist dWAnrichW, zweier Eulte nicht allein unbedenklich, sondern auch räthltch; aber daß man nun denjenigen, dt« nicht da« ganz« Lite «allen, zumuthet, alsbald weitgehendster Reform sich htnzugeben, da» scheint un« weder angemessen, noch gerecht, noch billig. <kxcommu»ieatione« im J«de«th»m und Im KatholielSrn«». Ueber die Berurtheilung de« KreiSrabbtner« Aaron Halberstamm und seiner b«id«n Assessoren, Bergmann unv Klein- > gut, zu Reu-Sandec in Galizien, wegen eine« von ihnen über den Kaufmann Ameisen daselbst.verhängten Banne«, haben, wir. in. Nr. 31 kurz, berichtet Di«. Geschichte wirb-in. ver-- schiedenen Blättern »ach verschiedener Richtung hin au«gebeutet. Während manche »sterreichtsch« Blätter die Ehasstdtüt" und ihr« Rebben (und um diese handelt e« sich!) der Lächerlichkeit preisgeben, lassen andere stch dis Gelegenheit' nicht entgehen, in Artikeln, welche offenbar von Jude« geschrieben find, da« Judenthum überhaupt verantwortlich zu machen und zu verhöhnen; ander« wieder fragen, warum man denn in Oesterreich nicht ebenso scharf gegen bannverhängend« Bischöfe vorgehe, und die« hat nun di« „Germania" und die andere» ullramontanen Blätter veranlaßt, auch ihrersett« die Geschichte in ihrem Sinne zu commenttren. Man sendet «n» die „Fuldaer Zeitung" vom S. d. M., welch« einen Leitartikel^ „eine jüdisch« Exkommunikation" enthält, ein und fordert un« auf, denselben zu widerlegen. Erzählen wir denn zuvor kurz den Hergang der Sache. Die Bahnverwaltung in Bochnia hatte eine Daarenktste an' einen Spediteur in Neu Sander gesendet, der fie, wegen ungenügender Signirung oder Ehartirung, statt an den rechten Adressaten, Kaufmann Ameisen, an den Kaufmann Perlstein abgegeben hatte. Dieser hatte den Inhalt in Lefitz g«nom.ne« und verkauft, angeblich bona Säe, well er ähnlich« Waare« bei derselben Firma bestellt hatte und erwartete. Ameisen ' verlangte nun Entschädigung, und da er diese nicht so, wie er fie berechnete, erhielt, wollte er sich an die Bahnverwaltung wenden. Die« muß dem Perlstein doch bedenklich vorgrkom- 1 nun sein, er recurrirte daher au da« L«tk-äiv, da« Rabbinat«- collegium, damit diele« die Sach« bellege. Ameijen wurde vor die» Rabbinat geladen und erschien, er wollte sich jedoch auf PerlsteinS Anerbietungen nicht einlaffen, worauf der Rabbinat«-' Affeffcr Mose« Kleingut zu Ameise» sagt«: „Wenn Du auch' einen Schaden von 1000 fl. haben solltest, bist Du verpfltchtet, von der Klage zurückzutreten, da Gefahr vorhanden ist, daß ein Jude in'« Ertminal kommt." Doch Ameisen «achte fich au« diesen Worten nicht«, unterbrach dt« Unterhandlungen und entfernte fich. Da« Lotd-äin schickte zu ihm gleich darauf den „Schuldiener" mll der Erklärung: „daß, fall« er (Ameisen) nicht unverzüglich dem Befehle de« jüdische» G«. . richte« Folge leisten sollt«, über ihn der große van» »erde

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