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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 34. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 34.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Duntt. — gUfeutte. Wt« Weg zu friedlicher Auseinauderfetzuug? Die Verwaltung der iSraelttischen LultuSgemeinde zu München hat unter dem 16. Juli folgendes Circular a« di« Gemeindemitglteder gesendet: »ES ist eine seit mehr als einem Decennium feststehende Lhatsache, daß die» Synagoge dahier nicht den für die Eemeind« nöthige» Raum enthält. Um dem bei dem raschen vachsen der Gemeind« immer dringender «erdenden Vedürfuiß abzuhelfe«, hat bereits vor geraumer Zeit die frühere Verwaltung den Beschluß gefaßt, einen neue» Tempel, welcher die Gesammtgemeinde vereinigen sollte, zu erbauen. Die» fet Beschluß hat sich indessen als unausführbar erwiesen und »mar wegen der Verschiedenheit der Meinungen, die bezüglich deS Gottesdienstes in' unserer Gemeind« bestehen. Ein Theil der Gemeinde hält grundsätzlich den alten Ritu» fest, während der andere den Gottesdienst, entsprechend den Aaschauungeu d«S Landes »ad des Jahrhundert», reformiren will. Eine RnSgleichung dieses GegeasatzeS ist nicht zu erwarten. In Erwägung dieser Verhältnisse hat dt« Gemeindeverwaltung, um einerseits da» dringendste Vedürfniß: Beschaffung gottesdienstlicher Räume für die ganz« Gemeinde, zu befriedigen, und um andererseits der GewiffenSfreihett der Gemeiademitßlieder möglichen' Schutz zu gewähren und hiedurch den Frieden nnd die Einheit der Gemeinde zu sichern, unter dem 11. l. Mt», beschlosten: 1) ES sei für Einrichtung zweier Gottesdienste, eines reformirten und eine» nach altem RituS abznhaltenden, Sorge zu trage»», die beide unter Lufficht der Verwaltung «ad de» Rabbiaal« stehen. S) Für den reformitten Gottesdienst sei da» Berliner Gebetbuch, in deffen Gestaltung nach dem LommissionSberichte vom Jahre 1878, für de» Gottesdienst nach altem Rüu« die bisherige Hebung in der Synagoge dahier zur Grundlage zu nehmen. Da» erwähnte, von hervorragenden Theologe» für die Gemeind« Berlt» ausgearbeitete Gebetbuch enthält neben den hebräischen Gebeten eine Anzahl deutscher, sowie Choräle, die mir Orgelbeglettung auSgesührt werden. Alle Gedetformeln, welche eine : Hoffnung auf Rückkehr »ach Jerusalem, auf Erscheinung einet.! politischen Mesfia«, auf Wiederherstellung eine» jüdischen Gleiche« oder de« Lhieropfercultu« auSsprechen oder andeuien, find beseitigt. Die Thoravorlesung geschieht nach einem Sjährigen CycluS, die Haphthora wird deutsch tootgelefen. - Der Priestersegen wird vom Borbeter und Chor vorgetragen. Die am Neujahrsfest vor dem Muffaph-Sebete üblichen 30 Shofartöne werden der Mischna gemäß auf 10 redueirt. Durch die Einrichtung diese» Gottesdienste» glaubt die Verwaltung den Wünschen der Reformpattei der Gemeinde Rechnung zu tragen. Für den Gottesdienst «ach altem Ritu» wurde .ru» ZiveckmäßigkeitSgründe» der bishettge Gottesdienst in der Synagoge als Grundlage genommen; indeffen kann die hier zum Lheil schon eingeführle Reform im Jntereffe der Einigung der konservativen Partei in einzelnen Punkten beseitigt werden. Um genau ermeffen zu könne.», welcher Raum für den Gottesdienst nach altem Ritus, sowie für de« rrformitte» nothweudig ist. beschloß die Verwaltung di« Gemeindemitglieder zur Abgabe einer Erklärung zu veranlaffen, welchem Gottesdienste sie sich anschließen wollen. Liese EriLärung ist auf dem beifolgenden Formular, da« vom Gemeirdeboten wieder abgeholt wird, verfchloffen binnen IS Tagen abzugeben. Rach dem Ergebntß dieser Abstimmung wird die Verwaltung in der Lage sein, die Frage de« Synagogenbaue« definitiv zu entscheiden. Die Verwaltung spricht die stärere Erwartung au», daß die Gemeindemitglieder ihre Stimnien vollzählig abgeben werden; würde sie sich darin täuschen, so «»übte sie, nach bestem Wtffen und Gewiffen, aber ohne den wichtigsten statistischen Behelf die Baufrage zur Erledigung bringen und für diesen Fall schon jetzt die Verantwortung denen zuschreiben, deren Lässigkeit die genaue Feststellung de» Bedürfnisse« beider Hauptrichtungen der Gemeinde verhindert." Die Bedeutung der iSraeltttschen Gemeinde München, welche für «reite Kreise Süddeutschlands seit langer.^er. >onangebead gewesen ist — (tonangebend auch im buchstätliche» Sinne, «»eil die „Münchener Synagogengesängedie ältiste, virlfc>2> benutzte, vollständige Sammlung alter und neuer sy-; »agogaleu Melodien bilden) — in deren Synagoge aucs wohl zuerst geregelter Gottesdienst »«u: Beibehaltung de»

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