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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 33. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 33.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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jnwtwrlmuffi feg btt Glüfikhrnng btt VRlehe ii Prttchen •Mm «7 Ptseent bct Crtrasthi nicht kirchlich MpuHrt «orcht» stob. Dl»» 'ist ohne Zweifel »che Wahrnehb»nOg,'Mche ÜM Tonsistorie» tief betrüben «Oh, >ob wofür der ÄebeNrttt «eo Jod«, a»tch otcht «che» Schimmer ton Drost oder Ersatz Biel»,' 1«». Dagegen hören »ir »äch wie oor oo» Ln» teriaffung der religiösen Trauung Setten» der Inden, von Fäüen gemischter Ehe abgesehen, nicht» oder soviel wie nicht». Dt« Parchie steht 'also für nn« nicht schlecht. , — Wir finden in einigen Blättern folgende Rote: Jytt Minister de» Innern hat einen statistischen Bericht »er» offentlicht. woran» hervorgeht, daß nnter den striegsgrfangefhm in Deutschland ans lOFOO Mann je 80 Protestanten, sitz Katholiken und IS Inten kamen." Wir wissen nicht, «ie da» BerhLItniß dieser drei Zahlen |U der Zahl 10,000 in Verstehen ist. -loch nnbrg reiflicher ist nn» die Proportion, da in der Bevölkerung Frankreich» vor dem Lriege die, Zahl der Katholiken n»ohl IS mal so groß gewesen ist, al« die der Protestanten nnd Inden zusammen. Sketttn, 4. »ngnst. Ein >n«zng an« einem Theile de» Berichte« über die heutige Sitzung der Stadtverordneten dürfte wohl für «eitere Kreise einige» Interesse bieten. E» handelte sich tun Mt Magistratsvorlage, betreffend die diesjährige Sedanfeter und die damit in Verbindung zu bringende Grundsteinlegung zu dem neuen Rithhause. Nachdem Vormittag« ein« Schulfeier und Gottesdienst in den verschiedenen Kirche» stattgehabt, soll Mittags die Grundsteinlegung beginnen, wobei (wir übergeht» die andern Bestimmungen m Programm«) »in »om (eoa, gestschen) Ministerin zu St. Jacobi zu wählltnder Geistlicher die Festnnd Weihrede halten soll. (Frühst hatte bei ähnllchen Veranlassungen der bekannt« BeneralsOPerttttendenl Jaspis die ofsieielle» Reden gehalten; nach eine« Vorgänge im Jahre 1SSS, der den Rabbiner Dr. Dreuenfel» veranlaßt hatte, öffentlich gegen den nicht grrode toleranten Geist der Rede aufzutreten, scheint man von demselben absehen zu wollen.) Die Lommisfion der Stadtveroedneten beantragt nun, da« Programm dahin abzuändern. daß dir Fest- und vethred« nicht von einem Geistlichen, sondern von dem Oberbürgermeister gehalten werde. Der Bericht der hiesigen Zeitnngen über die Debatte lautet folgendermaßen: »Dieser Abänderungsvorschlag, den der Referent vr L. näher und namentlich dadurch morivirt, die Grundsteinlegung eine« Rathhause« fei recht eigentlich ein »bürgerlicher Act" und müffe vor jedem »konfessionellen" Einfluß bewahrt bleiben, dem konfessionellen Vedürfniß des Einzelne» sei bereit« durch den im Prvgramm vorgesehenen vorausgegangenen Gottesdienst in den verschiedenen Kirchen Genüge geschehen — giedt durch den Widerspruch de« Herrn Bürgernteisters St. zu einer längeren Debatte Anlaß. Derselbe «Mdt geltend, daß bei einem so wichtigen Lcte durch Ausschluß der geistlichen Mitwirkieng nicht nur die «ingeladeneu Gäste, sondern auch viele Mitbürger in ihren religiösen Gefühlen verletzt »erden würbm. Al» Beispiel führt Redner all, daß jeder Regierungsantritt eines Fürsten, der Beginn der Thätigkeit politischer Körprrschaften durch einen kirchlichen A« geweiht würde; daß unser Volt, al« es in neuerer Zeit tü zwei blutige Kriege getriebim worden, zuvor sich durch eine kirchliche Handluna zu denselben gerüstet habe. Ferner sei «<ft letzthin bei Einweihung der neuen Synagoge eine di« Angehörigen der verschiedensten Löttfessionen durchaus befriedtzende Weihrede gehalten wetden, es sei also durch den Rabbiner vr. Lreuensel» der Beioei» geführt worden, daß selbst bei einer der Ratnr her Sache nach durchaus »religiösen" Feierlichkeit da« »konfessionelle" Element so behandelt «erden könne, daß es Andersgläubige nicht nur nicht verletze, sondern erhebe. Ebenso sei bei der bevorstehenden EnthiÜlung desHrrm«nndenkckal» im Lentobukger Walde ebenfalls die Weihrede eine« Geistlichen in Inssicht gmtommeu.. Redner glaube nicht, baß ein vroteftantifcher GeiWcher so täktth« sein «beide, in kettber Nedv derbchchflchiißten »ftrchftcheu" Weihv «ltien jcnn» frssionellen" Charakter deizültgr^. ^'^e jüan aber, woizer die etwa 70,000 Seelen zählend« protestantische Bevältzrvng nitserer.Stadt da» Recht hernehme, für di« kirchliche Weihe dir Grundsteinlegung einen protrstanttschen Geistlichen zu w,lhlen, so dürfe man getrost auf da» Recht der Überwiegeul>en Majorität verweis,u Der Referent wendet dagegen ein. Iner Geistliche stehe znr kommunale« Selbstverwaltung in zu entfernter Beziehung, ul» daß man chm bei einer rein bürgerlichen Feier a!« Vertreter einer kirchlichen Richtung den Vorrang rinraumen dürfe. (Nachdem über di« Reden und Vorschläge verschiedener Mitglieder berichtet worden, heißt es weiter :) »Herr Bürgermeister St. erklärt, gerade in dieser Zett der Mitwirkung eine» Geistlichen bei der Feier nicht enträtsln zu könne», wenn man dem Borwurfe einer gewiffen Partei, die er al« »nicht reichsfreundlich" bezeichnet, entgehen «oste. Jene habe schon dem Bestreben nach Einrichtung consessiouslosrr Schulen die Absicht unterschoben, daß der Liberalismus nicht confesfion»-, sonder« religionslose Schulen stiften wolle, und sicher werde über die Grenzen der Stadt hinan« ,>si« Grundsteinlegung besprochen und mit einem ungünstigen.ürcheste bedacht werden, wenn die Mitwirkung eine« Geistlichen bei der Feier unterbleibe. Der Referent äußert sich in sein'm Schlußwort dahin, daß er durch di« Ausführungen des Herrn Bürgermeister» keineswegs zu einer anderen Ansicht belelirt worden sei, rrtlärt vielmehr, daß ftch Niemand verletzt fühlen könne, wenn man recht und billig denkend die Mitwirkung eine« «Sristlichru ausschließe und die Feier auf einen »r«in bürgerlichen Akt beschränke." Es wird schließlich ein vermlttelnder Antrag angenommen. Ln» Württemberg. Der Staat»anzeiger für Wstkttemderg dringt in feiner »Besonderen Beilage" Nr. 14 und 15 einen öffentlichen Vortrag von Prof. Vr. Dirftel in Tübingen »Der Pharisäismus", der sich die Anschauung Vr. Geiger'» und Vr. Grttz's zu «gm machl^ Dt« Publikation läßt die RmtnisLeuzeu ans den Schtifte» jxt beiden jüdischen Gelehrten genau erkenne»; aber genannt werden beide nicht »in keinerlä Weise, nicht laut und nghl Info." Es ist immerhin ein Gewinn für die jüdische Literatur, IM ihre Leistungen in specisistz christliche streife dringen,. Der Orientalist an der koch, theol. FacUltät in Tübingen, Pröf. Vr. p. Himpel, benutzt das Srätz'sche Geschitztswerk sieißßg. — In der jüngste» Zen wurde durch dt« stöntaliche Regierung, der Nachfolger des zu früh verstorbeuru 6r. viqtp r Steiuer, Rechtsanwalt, Regierungsaffeffor bei der Könkgl. israelitischen Oberkircheubehörd«, tu det Person de» Verwesers der Stelle Rechisanwait Nathan Schmal ernannt. si>er zum Eollegiat-Affeffor beförderte noch jnnge Mam. studitte eine Zeit lang jüdische Theologie, trat aber dann zur Juriö-, pradenz über. Der Stuttgarter veobachter brächte nun iiieg Lrlttel »vom Laude", der aber vi« »Residenz" zum Gebürtsijrt hat. in welchem diese Ernennung bekrittelt wird, well sie' Stellt nicht zur öffentlichen LonkürreNj ausgeschrieben worbm. In demselben Blatte wird auch der tstaeliüschen Obnckirchrnbehörde zua: Borwurf gemacht, daß bei de» Borsästg,:rprüfungen in Musik, Gesang und gottesdienstlicher Liturgie der Prioaigelehrtr vr. Adolf Levt Obetkirchenvor^eher prüft, während doch ein Vorsänger als Experte beigelSgen «erden sollt«. Allerdings wirken de. den beiden chnflliqen Obrrschulbehördrn volkßlehrer als PrüfUngscommiffaremil, und dürste diese Anordnung auch von der israelttlschen OberkirchendehSrde nachzeahmt werden. — Dem Vernehmen ncgh fäll im Herbste cn der Üntversität Tübingen wieder eist er-, fte» Staatsexamen für Befähigung zür mosaischen Theosoijis nnd zur Auftellustg al» Richbinalsverwestr avgehälren werb» ». Die Prüfungseomniission ist zusammengesP aus je eine« Professor der evangelischen, theologischen und philosophischen Fäcultät nnd dem theologischen Mitglied« der isräeUtikcheit Oberkirchenbehtrd«^ sttrchenräth Rabbiner vr Wasser«aun. De« letzteren Rbichu» Jude Tours ist bei Eduard Halloe r- -er tu eilllnttrt Auslage eriWnen n^s trftent sich iu schrsäbischeit Btmm, eister günstigftt Bmittzeilnüg.

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