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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1875-01-01 · 6. Jahrgang Nᵒ 32. · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
6 (1875)
Issue
6. Jahrgang Nᵒ 32.
Date
1875-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Otautabe da« Hau« verließ, »4 gab kt« Plaudern und-bei» -»dränge in der Borhalle; die Zwölf drfilirte» ruhig und schweigend hinau«" -trndal, 15. Juli. (Or.-Eorr.) Ich habe mich lange gesträubt, in Ihren, gesch Blatte manche Lorsäll« au« dem hiesigen. Gemeindeleben zur weiteren Kenntniß zu bringen, die nicht geeignet find, da« Bersahren unsere« Vorstände« >n rosigem Lichte erscheinen zu lafie»; allein der Artikel »au« der Provinz Posen" in Nr. SS der »Wochenschrift", in welchem der richtige, auch von der Redaktion in der Anmerkung gebilligir, Satz ausgesprochen ist, daß c« gerade Aufgabe der jüd. Blätter und in unserer Zeit besonder« nöthig sei, Ge- ««indeverwaltungSmaßregeln, die allem Recht«- und Billigkeit«- gefühl Hohn '-»reche», offen zur Sprache zu bringen und zu geißeln, hat mich belehrt, daß e« eine Zeit zu reden sei. Also hören und staunen Sic! (Ich will nicht einmal Anfang«duchstaden der betr Personen »enuen, weil e« mir nur um die Sache zu thun ist.) Ein hiesige«, durch Wohlthun bekannte«, Gemeindemitglird ließ vor IS Jahren einen Tempel bauen, den er der Keinen Gemeinde schenkte. (Die Einweihung vollzog seiner Zeit Hr. Rabbiner l)r Güoemann) Im Jahre 1865 baute er noch «ine Lehrerwohnung dazu. Da« klein« GotleShau» war mit einer enliprechenden Kuppel gezier,. Um den Friedhof ließ derselbe Mann eine Mauer auf seine Kosten ziehen, wofür ihm vom damalige» Vorstand im Jahre 1867 mündlich eia Begräbuißplatz an der Mauer angewiesen wurde, woselbst der opferwillige Man» eine entsprechend« Inschrift anbringen ließ. Im Laufe.der Jahre entstauben zwischen drmVorstanbe und oemMaune Mißhelligkeiten, kleinlich« Reibungen, über welche die Loralpreffe Berochen und Gedichte brachte, wa« letzteren oeranlaßte, lieber dem angreuzeuden Synagogenbezirk al« Genieindemilglied beizutreteu Da« verdroß deu Vorstand, und was beschloß derselbe? ») von der geschenkten Synagoge da« Thürmchen abrrißen zu laffen, wodurch dem Häuschen da« äußere Abzeichen eine« Tempel« genommen wurde*); b) dem Erbauer der Friedhofmauer nicht nur di« reservirte Begräbnißftelle zu verweigern, (eia Mitglied de« Vorstände« ließ an der designirten Stelle sein eigene« Kind beerdigen) sondern ihip überhaupt emen Begräbuißplatz auf diesem Friedhof zu versagen. Da« war mehr al« der Mann ertragen tounle, er ließ sich nunmehr zu einem Schrille hinreißen. der religiö» durchaus »ich» gebilligt wrrden kann, doch unter sorhane» Umständen erklärlich ist. Er schilderte der Königl. Regierung da« Verfahren de« Borstande« gegen chn und bat um die Vergünstigung, ihm au der von ihm erbaute», die Scheidewattd zwischen dem jüd. und christlichen Friedhof bildenden Mauer einen Bearädnißplatz anzuioeisen. Darauf erhielt er vom Magistral folgenden Bescheid: »Nachdem die Königliche Regierung ihre Genehmigung dazu autgesprochen hat, daß Ihnen Ihren Wünschen entsprechend auf dem hiesigen, der Stadt gehörigen, Kirchhofe eine -radstell« überwiesen, benachrichtigen wir Euer Wohlgeboren davon mit dem Bemerken, daß auch wir un« daulit einverstanden erklären. Wir setzen dabei vorau«, daß die jüdische -««eind« auch zur Zeit Ihre« Ableben« bei ihren jetzigen Anschauungen stehen bleibt. Lndernsall« würden auch Sie ewiß damit etnverftandea sei», daß Sir dann Ihre Grab- Ltte ans dem Kirchhof Ihrer Slaubea^geuoffen erhalten." Giebt e« einen ärgeren Ehillul hafchem, al« diesen? Müssen dergleichen Borkommniff« in kleinen Gemeinden, in welche» kein sriedenftiftender Rabbiner oder Prediger, wo SPK nrr ma nsm bs »Jeder nach Belieben" «ach der Aufwallung seine« Semüth« haudelt, da« Judeuthum nicht zum -eftröite in de» Augen der Mitbürger und Behörden werdeu laffen, •) txi ist |i|ai «iw «Uldeückliche «li-wnt^setzlich« Btpümm«, tm Gchulcha« «euch. <Or««h «zastm tz. 1». Note.) j 'M. Bon her Befer, im Juli. (Or-Eorr.) Zeitung«- «achrichten zufolge hat sich in Berlin eine Gesellschaft gebil- I det, welche e« sich zur Aufgabe gestellt hat. nähere Verlandungen mit Abessinien -anzuknüpsen Namentlich ist zunächst da« zu diesem Land« gehörige Königreich Sohoa in Aussicht genommen worden. E« wohnen nun in Abessinien seit ui alten Zeiten eine größere Anzahl Juden, au« deren Milte sogar während mehr al« 300 Jahren die Herrscher de« Lande« hervorgegangrn waren, so daß Abessinien bamal« — vom 10. bi» 13. Jahrhundert — ein jüdische« Reich bildete. Die jetzige Zahl der Juden in jenem Lande soll gegen 200,000 betragen, lieber diesen, nicht blo« durch seine Geschichte üd-rait«- merkwürdigen jüdischen Volksstamm ist bither nur Vereinzelte« bekannt geworden. ES bietet sich vielleicht jetzt die Gelegenheit, «ine Berbindung mit diesen unser» bunkelfardigeu Brüder« au>uknüpfen, auf jeden Fall aber genauer« Nachrichten über sie zu erhalten. E« wäre deshalb sehr zu wünschen, wenn einflußreiche Berliner jüdisch« Kreise sich mit der neuen Gesellschaft dieserhalb in Einvernehmen setzen wollten. Gerade i« Lande Sohoa sollen zwei BolkSklaffen die Hirten der Köuiglichen Biehheerden (Adilam) und die Tabidam (weise Leu», Künstler) zu den Juden gehören, und würde e« sich sicherlich lohnen, hier zunächst Nachforschungen anzustellen und AnknüpfungSpunkle zu suchen. 8p. Breme», 15. Juli. (Or.-Sorr.) In deu Annalen de« jüdische» Gemeiudewesen» spielt die jüd jche Gemeinde Bremen eine besondere Rolle und durch die augendluklichea Verhältnisse eine höchst traurige. In Bremen sind jetzt bereit« ülwr 100 jüd. Familien. Von einem geordneten Gemeindende» kann jedoch kein« Rede sein; die Gemeinde besitzt nur ein zrmietheleS Local, worin der Gottesdienst abgehallen wird. t» ist da« ewcge Partheigezäake, da« in Bremen io rechte Vertreter findet. Vor einigen Sadbatheu wurden in der Synagoge sogar Ohrfeigen auSgetheilt von einem gewiffeu E.... (0.1 B'JUI D'Jna heißt e« schon im Talmuo.) Ist e« ein Wunder, wenn die dortigen Lokalblätter solche Thaljachen au«- beuien und mit triumphireuder Miene dem Publikum Leckerbissen vorsetzen? Die freie Reich«stadt Bremen hat lauge genug «säumt, die Juden zu einancipiren, wo bleibt aber die Selbftemancipaliou? — Börne sagt sehr schön: »E« giebt nur eine verwerfliche Meinung, dir verwerfende." So lang« die Wahrheit diese« Satze« nicht voll und ganz ersaßt wird, so lange wird dir Gemeinde eine zerrüttete genannt werden. Herr Le.,rer und Prediger Lewinger wird demnächst die Stelle verlaffe». (Der Hr. Eorresp. hat hier noch einen Bibelspruch angefügt, den wir weglaffen, well er leicht in einem Sinne aufgefaßt werden könnte, in dem ihn der Hr. Eorresp höchstwahrscheinlich nicht angewendet haben will. — Daß die Israeliten in Bremen einen Vewei« für die Mißltchkeit der lieber tragung det Freiwilligkeit - System« auf Deutschland geben, leuchtet ein. Red.) Vermischte und neueste Nachrichten. Berit». Da« durch den Tod Geiger« vacant gewordene Amt eine« ersten Prediger« soll, wie man hört, durch den Prediger vr. A. Jellinek in Wien besetzt werden. De Unterhandlungen werden npch sortgeführt. Die Hochschule würbe in chm «ine tüchtige Lehrkraft für Homiletik gewiunen. — Au« der letzte» Schung der städtischen Schult epulation sind folgend« Punkte hier mitzulheilen: Dem Dr. Löwenstrin ist mit Genehmigung de« Eult»«minister« die Souceffion zur Errichtung einer Rittel-Knadenschule, wo ti ,r» einer derartigen Anstalt di« jetzt ganz fehlt, »rthetlt morden. E« ist die« tu Berlin de, erst« Fall, daß »in jüdischer Lehrer Vorsteher einer Privatschule wird. 0». Löweaftei» sül »och protäollarisch di« Verpflichtung übernehmen, de» christ-

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